Kino Kritik: MORTAL KOMBAT II
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Story: Erneut wollen die Mächte um Shao Khan die Herrschaft über Earthrealm an sich reißen. Neun Mortal Kombat-Turniere hat die Erde bereits verloren, viele Champions sind getötet worden. Raiden sammelt die letzten Kämpfer, zu denen auch Johnny Cage gehört, ein abgehalfterter Actionstar der 90er Jahre, der nur widerwillig die Aufgabe übernimmt, gleich die ganze Menschheit zu retten. Unterstützung bekommt das kleine Team von Prinzessin Kitana, die zwar für Shao Khan kämpfen soll, ihn in Wirklichkeit aber hasst.
Kritik: Der erste Film des Mortal Kombat-Reboots war genau vor fünf Jahren in das Corona-Loch gefallen und erlebte seine Premiere im Streaming statt auf der Kinoleinwand. Darum ist sein Erfolg auch relativ schwer zu beurteilen. Bei New Line scheint man allerdings zufrieden gewesen zu sein, denn man hat James Wan und Simon McQuoid für den zweiten Teil auffällig mehr Budget in die Hand gegeben, um die Franchise zu einem Dauerbrenner zu machen.
Wer einen kurzen Überblick über die Mortal Kombat-Historie haben will, kann das im Review zum ersten Teil nachlesen.
Ich weiß, es wird langsam eine Marotte, aber es lohnt sich wirklich, ganze Teile meiner früheren Besprechung hier zu wiederholen, weil sich wieder mal beweist, dass generische Filme sich mit generischen Kritiken abhandeln lassen.
War der erste MK-Film 1995 schlau genug, nach kurzen Einführungen der Figuren sehr schnell in die Fights zu gehen und dann durchweg das Tempo hoch zu halten, versucht MK 2021 leider, seine Figuren ordentlich einzuführen, ihnen Background und Motivation zu geben, damit sie uns scheren. Allen Ernstes: die Autoren glauben, dass MORTAL KOMBAT eine richtige Geschichte erzählen sollte, einen plausiblen Rahmen braucht. Die nehmen diesen Prügelautomaten, dessen größter Reiz in den ultrabrutalen Fights lag, tatsächlich ernst. Das hat niemand gewollt, niemand gebraucht, und das regt mehr zum Schmunzeln als zum Mitfiebern an.
Erwartungsgemäß ist das auch hier wieder der Fall. Absurde Comic-Charaktere bekommen plötzlich Backstorys, Beziehungen und Bedürfnisse, die niemanden im Saal scheren und für die niemand Eintritt bezahlt hat. Wer mit wem und warum ist komplett irrelevant, wenn es letztlich nur darum geht, Fighter mit teils magischen Kräften vor düsteren Fantasy-Kulissen gegeneinander antreten zu lassen.
Dafür, dass man mehr Augenmerk auf die Story legt, ist selbige erschreckend unausgegoren: wir verstehen nie wirklich, was das Turnier soll, was die Regeln sind, und um welche Prophezeiungen es da bitteschön geht. Genau genommen kommt es ja gar nicht zum Mortal Kombat, weil sich alle Beteiligten schon vorher bei Kämpfen im Rahmen ihrer Intrigenspiele aufreiben. Das hat so gar keinen Flow, läuft auf so gar keinen Höhepunkt im dritten Akt hinaus.
This. So much this. MORTAL KOMBAT II ist in dieser Beziehung sogar noch schlimmer. Nach einer völlig verquasten Einführung braucht der Film keine 30 Sekunden, um sich selbst zu widersprechen. Nichts, aber auch wirklich gar nichts ergibt hier irgendeinen Sinn. Die Regeln des Turniers sind völlig willkürlich und werden entsprechend alle zwei Minuten gebrochen oder geändert. Wer was warum erreichen will, können vermutlich nicht mal die Produzenten erklären.
Wir steigen irgendwann in das umpfzigste Mortal Kombat-Turnier ein, dessen Sieger sicher sein können, dass irgendeine obskure "realm" bald Schlange stehen wird, um das nächste Mortal Kombat-Turnier einzufordern.
Der Film ist in jeder Beziehung wie ein Videospiel – auf die schlechteste Weise: Man kann beliebig oft spielen, die Auswahl der Charaktere ist willkürlich, die Duelle sind ausgewürfelt, und jeder "Tote" ist problemlos durch Magie wieder animierbar. "Press start to continue". Es gibt keinen Anfang, kein Ende. Den Schluss bestimmt nicht die Handlung, sondern der Moment, wenn das Geld ausgeht. Insert coin.
Vielleicht würden uns die Charakter-Entwicklungen von Cole, Kano und Sonja auch mehr scheren, wenn man sich wenigstens ein paar bekannte Darsteller hätte leisten können, aber besonders der Cast verrät das mangelnde Budget des Films. Alles Neulinge, die sich mehr schlecht als recht schlagen (pun intended). Während Lewis Tan, Jessica McNamee und Josh Lawson noch auf solidem B-Niveau spielen, muss man das Casting von Ludi Lin (Liu Kang) und vor allem Tadanobu Asano (Raiden) als komplett vergeigt betrachten.
Auch hier hat sich nichts geändert. Ja, mit mehr Budget gibt es auch mehr wechselnde Locations und viele, viele Fantasy-Welten aus dem Computer, aber abgesehen von Karl Urban wirken diverse Darsteller eher wie Lichtdouble, die am Set rumstehen, bis die echten Schauspieler aus dem Wohnwagen kommen. Ludi Lin, Adeline Rudolph, Max Huang, Mehcad Brooks – da fehlt es nicht an Einsatz, aber an Charisma.
Ganz böse erwischt es Lewis Tan, der gegen jede Vernunft als Protagonist im ersten Teil eingeführt wurde – aber das werdet ihr dann schon sehen.
Es ist nicht zu bestreiten, dass Karl Urban dringend notwendigen Charme und Augenzwinkern in die Geschichte bringt, die sich ansonsten bleischwer nimmt – aber rein tonal passt er in den Film wie ein Clown auf eine Beerdigung.
Nun könnte man – nicht zu Unrecht – einwenden, dass das alles traditionelle MK-Probleme sind. Miese Darsteller, Fake-Fights, holperige "Story" – das sind Standards dieser Franchise. Aber zumindest der erste Kinofilm war seinerzeit in der Lage, alle Defizite mit einer großen Freude an Action und buntem Remmidemmi wettzumachen. Der war Popcorn im besten Sinne und eine Form von Fight-Film, die wir so noch nicht gesehen hatten.
Genau daran scheitert MORTAL KOMBAT 2021 letztlich mehr als an allem anderen: er erzeugt keine Begeisterung, reißt nicht mit, lässt einen nie begeistert "wooohooo!" rufen. Da fehlt das Adrenalin, der Hunger – und die wenigen Splatter-Finishes der Kämpfe kommen zu sporadisch und berechnend. Sie sind Trailer-Futter und nicht wirklich Teil einer rotzigen Punk-Attitüde.
Zugegeben: DAS hat sich dank Urban ein wenig gebessert. MORTAL KOMBAT hat etwas mehr Energie, Drive, und blankes Entertainment als der Vorgänger.
Aber – und das ist der Beweis, dass die Macher konsequent nicht dazu lernen:
Der Film verzichtet in den Fights komplett (bis auf ein paar Anlehnungen) auf das legendäre MORTAL KOMBAT-Theme und verbannt es in den Nachspann. So dämlich muss man erstmal sein.
So dämlich sind sie tatsächlich immer noch.
Mortal Kombat 1995 hatte viel weniger – und hat einfach mehr draus gemacht.
That’s my story, and I’m sticking to it. Ja, MORTAL KOMBAT II ist sicher der "größte" Mortal Kombat-Film, aber er ist immer noch leeres CGI-Gerümpel mit Comic-Splatter und einer komplett wirren Mythologie, die uns keinen roten Faden gibt, an dem wir uns durch die fast zwei Stunden Laufzeit hangeln können. Die Dialoge schwanken zwischen hummeldumm oder belanglos.
Einziger Trost: Schon die theoretische Möglichkeit, es könne sich um die schlechteste MORTAL KOMBAT-Adaption handeln, ist hinfällig:
Ich will nicht ausschließen, dass der Film Freunde der Videospiele deutlich mehr abholt, denn er besinnt sich mehr als Teil 1 auf seine Wurzeln und bietet entsprechend haufenweise Fanservice, der dem Laufpublikum entgeht. Aber macht ein "finish him!" oder irgendeine krude Fatality den Film wirklich besser?
Fazit: Größer, härter, ein bisschen humorvoller – aber leider nur wenig besser als der Vorgänger. Ein vergessenswerter Fantasy-Prügler für Kino-Allesgucker, mit dem STREET FIGHTER demnächst hoffentlich den Boden aufwischt:
Solange der überflüssige Cole weit in den Hintergrund tritt (und so scheint es ja), dürfte der Film schon mehr punkten als der Erstling, der wahrlich kein Hit war. Bin aber noch unschlüssig, ob dafür 7€ Kinoeintritt nötig sind oder ob irgendwann der Stream auf Wow reicht.
Gerade bei solcher Art Filmen bin ich immer wieder erstaunt, dass die das nicht auf die Reihe bekommen. das sind doch no brainer eben weil niemanden die back stories interessieren sondern nur das rude geknüpple mit den entsprechenden fatalities. Mittlerweile denke ich einfaches Entertainment kino steht ganz oben auf der no go liste in Hollywood.
zu streetfighter frage ich,ob es zufall ist,dass 4nonblonds, die im trailer prominent mit wats goin on vertreten sind,dieses jahr auf tour gehen?
Ach komm, du musst den Film schon als das sehen, was er ist – ein Guilty Pleasure. Hatte nach dem ersten Teil nciht viel erwartet und habe jetzt in allen Belangen einen besseren Film bekommen mit dem ich Spaß habe und eigentlich meine größte Kritik ist, das Sonja Kano nicht nochmal töten durfte.
Natürlich ist der Film strunzdumm und die Story um Kitana hätte man auch verkürzen dürfen, aber er bietet alles, was man erwartet. Auch wurde der Storyteil doch massiv runtergekürzt und es gibt Kämpfe, die immerhin diesmal besser sind. Aber ich hoffe doch SEHR (BITTE BITTE), das sie in MK3 dann wenigstens ordentliche Kämpfer einstellen und die Schauspieler via DeepFake draufbasteln.
Also ich hatte meinen Guilty Pleasure Spaß.