Wortvogels Facebook-Retrospektive April 2026
Themen: Facebook, Film, TV & Presse |Schon wieder ein Monat rum? Alder…
Es war ein relativ bunter Monat auf Facebook, obwohl ich wegen der FFF Nights in Berlin eine Woche lang "ausgefallen" bin. Gute Nachrichten (Orban weg) wechseln sich mit schlechten Nachrichten (Trump noch da) ab, seriöse Kollegen schreiben unseriöses Zeug und die KI zielt immer mehr direkt auf die Eier.
Seht das hier als eine Zeitschrift, in der ihr blättern könnt…
Ein neuer Robin Hood-Film steht an, der die Legende dekonstruieren will:
Vorgestern sollte die Pressevorstellung sein, wurde aber kurzfristig abgesagt.
Der Trailer sieht gar nicht schlecht aus, aber ich bin ziemlich sicher, dass er nicht so traurig und authentisch sein wird wie einer meiner Lieblingsfilme:
Ich hatte keine Ahnung, dass man auf YouTube auch teilweise sehr unterhaltsame Casual Games spielen kann (unter "playables"). Der Trick? Ich musste mein VPN auf USA umstellen, damit sie angezeigt werden.
Es gibt allerdings Kollegen, die dem geschenkten Gaul strenger ins Maul schauen:
Die KI ist schlauer als die Academy:
Sarah Connor, Ripley, Leia Organa, Uhura, Sidney Prescott, Selene, Laurie Strode?
Wer hätte gedacht, dass es noch Superhelden-Serien gibt, von denen ich nie gehört habe? Man kann einfach nicht alles gucken:
Ich habe ein exzellentes, extrem einfaches Rezept für perfektes Shortbread entdeckt, das man sogar in der Pastamaschine mixen und formen kann, wenn man es minimal anpasst. Die Butter muss praktisch flüssig sein und ein knapper halber Teelöffel Salz intensiviert den Geschmack. Die Backzeit sollte je nach Backofen und Dicke der Kekse 10-12 Minuten betragen.
Der Kollege Claus Grimm postet fast täglich alte Programmseiten und Cover von TV-Zeitschriften, die ein sehr guter Schnappschuss ihrer Zeit sind. Wer hätte gedacht, dass es direkt nach der Wende angesagt war, zentnerweise Kaffee in der Zone zu verlosen?!
Dass der Bohlen nicht mehr ganz knusper ist, war ja schon länger klar – dass er aber langsam in Richtung Naidoo und Wendler rutscht?!
Ein interessanter Artikel, der zumindest impliziert, dass sich die Hälfte der Ergebnisse von Studien der Sozialwissenschaften nicht replizieren lassen.
Ich teile die Meinung, dass Sozialwissenschaften nicht mal das Wort "Wissenschaft" enthalten sollten und dass die Ergebnisse ihrer Forschung bestenfalls als Annahmen oder Hinweise betrachtet werden dürfen. Daraus ergibt sich auch, dass die Sozialwissenschaften keine Fakten oder Wahrheiten produzieren, die als unumstößlich angenommen werden. Anders als die harten Wissenschaften sind die Sozialwissenschaften fluide, subjektiv, und von den Interessen ihrer Zeit und ihrer Verfechter gefärbt. Sozialforschung oder Sozialstudien wären als Begriffe angebrachter.
Es wird vermutlich niemand dem PLAYBOY einen Vorwurf machen, dass er Eva Habermann zu ihrem 50. Geburtstag ausgezogen hat. Mich irritiert nur, dass man es dabei geschafft hat, auf der Webseite des Magazins einen Monat lag den Namen von Horst SchlÄmmer falsch zu schreiben:
Dass Hollywood-Legende Mickey Rooney kein umgänglicher Zeitgenosse war, hatte mir vor Jahren schon Harry Alan Towers erzählt. Wie der alte Zausel aber bei der Aufzeichnung von Audiokommentaren zur TWILIGHT ZONE ausgeklinkt ist, das ist schon ein "honorable mention" wert:
Das kann man auch mal kommentarlos so stehen lassen:
Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, was über den Beef zwischen Scheck und Passmann zu schreiben, aber SPIEGEL-Urgestein Cordt Schnibben hat alles, was ich sagen könnte, perfekt zusammengefasst:
Ja, als Mann wäre ich gern auf der Seite der Frauen, die in der Passmann-Kürthy-Scheck-Debatte von „Sexismus“ reden, weil es immer sympathischer, überraschender und ruhmvoller ist, die Seite zu wechseln; nein, ich teile nicht die Kritik von Denis Scheck an den beiden Büchern von Sophie Passmann und Ildiko von Kürthy; ja, ich möchte am liebsten nichts dazu sagen, weil es eine dieser Social-Media-Debatten ist, die – getrieben von affektiver Polarisierung – wie ein Perpetuum mobile funktionieren; aber ja, wenn Frauen (und Männer) die Kritik von Denis Scheck als sexistisch abtun, muss man ihm beispringen.
Was er in seiner Sendung „Druckfrisch“ über die beiden Bücher sagt, tut den Autorinnen weh, ja, es ist schmerzhaft über sein Buch so etwas zu lesen: „Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette“ oder„Was soziale Medien in einem Kopf ohne echte Bildungsressourcen anrichten, ist in dieser Intellektuellen Desasterzone zu besichtigen.“ Aber ja, auch Rezensentinnen kritisieren Passmanns Buch inhaltlich wie Scheck: “Als hätte sie ihre Instagram-Texte durch einen Textgenerator geschickt“ (NZZ); listet Trendbegriffe ohne Argumente, Antworten, Thesen (SWR); die Absicht des Buches bleibt ein Rätsel (annabelle), sie sei besessen von sich selbst; „sie setzt das Internet mit der echten Welt gleich“ (Brigitte); „sie schließt die Lebensrealität vieler Frauen aus“ (SWR).
Ja, ich finde – im Gegensatz zu Scheck – den Blick in das Hirn einer klugen, selbstbezogenen, mediensüchtigen 32-jährigen aufschlussreich; auch Kürthys Kampf mit dem Altern und ihren Ängsten hilft mir, Frauen zu verstehen – genauso wie ich die Sicht eines belesenen, weisen Mannes auf die beiden Bücher spannend finde.
Für beide Autorinnen wurden in den letzten Wochen der rote Teppich in Zeit, Spiegel, SZ und vielen anderen Tageszeitungen ausgerollt, TV-Sender boten Sendeplätze und Stühle in Talkshows, das Radio war zu Diensten. Beide Autorinnen nutzen routiniert alle Kanäle, die der Buchbetrieb bietet, wenn Autorinnen und Buchthemen Reichweite versprechen. Seltsam, dass Passmann dennoch im Buchmarkt – dominiert von Lektorinnen, Agentinnen, Kritikerinnen, Bloggerinnen, Buchhändlerinnen, Leserinnen – ein Patriarchat ausmacht, das Bücher von Frauen unterdrückt. Beide Bücher erreichen wie geplant die Top-Positionen der Spiegel Bestsellerliste.
Denis Scheck hat sich zur Aufgabe gemacht, gerade erfolgreiche Bücher zu durchleuchten, sein monatlich gesenkter Daumen – mal über Romane, mal über Sachbücher – trifft im Schnitt jedes zweite Buch. Da mich seine Kriterien interessieren, habe ich ihn mal zu einem Workshop für unsere Website BookTalk getroffen. „Einen literaturkritischen Urmeter, der darüber entscheidet, was ein gutes Buch ist, gibt es nicht,“ sagte Scheck in dem zweistündigen Gespräch; seine sehr subjektive Sicht auf Bücher konzentriere sich darauf, wie ist die Handlung gebaut, welche Sprach-Opern werden im Text inszeniert, gibt es eine Vielzahl von Tönen, sind die Dialoge glaubhaft, wie geglückt sind Geschichten der Abhängigkeit usw.
Bestseller von Ken Follett, Henning Mankell, Tom Clancy, John Grisham, Dan Brown, Paulo Coelho, Ferdinand von Schirach, Hape Kerkeling, Martin Suter, Sebastian Fitzek fallen bei ihm regelmäßig durch. Warum muss man vor Bestsellern warnen? „Die Bücher, die Sie auf dieser Bestsellerliste finden, sind oft so missraten, misslungen, banal und zum Stein erweichen blöd. Im Deutschen klingt ‚Bestsellerliste‘ so, als könne es sich um die besten Bücher handeln, aber es handelt sich nur um die bestverkauften – man möchte weder die zehn meistverkauften Bücher Deutschlands in seinem Regal stehen haben, noch die meistverkauften Mahlzeiten essen müssen!“
Auch die Bestseller-Autorinnen der in den letzten Jahren bei jungen Leserinnen gut verkäuflich Romance- und Drachenreiterinnen-Schmöker entsprechen nicht seinem Verständnis von Literatur („Drachenscheiße“). Ja und? Sie finden trotzdem ihre Leserinnen. Bei Autorinnen wie Judith Hermann, Juli Zeh, Caroline Wahl allerdings und Autoren wie Frank Schätzing, Jan Weiler, Daniel Kehlmann kommt Scheck ins Schwärmen.
Der unberechtigten Kritik von Sophie Passmann, er habe kein Interesse an weiblicher Literatur, begegnet Scheck inzwischen mit dem alarmierenden Hinweis, in seiner letzten Sendung habe er vier Bücher von Frauen gelobt und Bücher von drei Frauen kritisiert. Wenn sich ein Literaturkritiker und eine Literatursendung rechtfertigen müssen mit einer Quote für Frauenlob, kann man Literaturkritik einstellen.
Elke Heidenreich, geschätzt als Literaturkritikerin, seit zwei Jahrzehnten von Scheck als Autorin mit vergiftetem Lob begleitet („Elke Heidenreich muß niemandem beweisen, wie klug sie ist, in ihrem neuen Buch verzichtet sie deshalb auch ganz darauf“), nutzt die Angriffe von Passmann und Kürthy nun zu einem Aufruf, ihren Kritiker Scheck und seine Sendung „in die Tonne“ zu schubsen. Sie appelliert auf Instagram, alle Frauen sollten bei der ARD Stimmung gegen Scheck machen. Spätestens das sollte der Anlass sein, über diesen als Geschlechterkampf getarnten kindischen Kritikerkampf den Kopf zu schütteln.
Glücklicherweise ist Ildiko von Kürthy alt genug, um Scheck in Schutz zu nehmen: sexistisch sei seine Kritik nicht, diese Kampagne gegen ihn sei nicht in ihrem Sinne. Scheck wiederum begrüßt, dass „wieder eine Diskussion über Literaturkritik entsteht. Welche Funktion hat sie? Wie begründungspflichtig ist Kritik?“ Wer genauer wissen möchte, warum Scheck welche Bücher lobt und welche er warum kritisiert, dem sei der kostenlose Workshop mit ihm auf der Seite https://book-talk.de/ empfohlen.
Cordt Schnibben
Um meine Meinung zu diesem Thema entbrannte eine heftige Diskussion – ich stehe weiterhin dazu, dass die Freiheit, die eigenen Pronomen zu bestimmen, eben auch für "böse Menschen" gelten muss, weil es sonst keine Freiheit ist:
Es gibt einen Facebook-Account namens Mik Tok, der ausschließlich KI-generierte Bilder und kurze Videos postet, in denen sich eine verdächtig vollbusige Gal Gadot am Ausschnitt herum spielt. Dazu immer der Satz "Gal Gadot is an exceptionally beautiful and alluring woman":
Ich brauchte eine Weile, um den "Sinn und Zweck" dahinter zu erfassen – in jeder Kommentarspalte wird der angeregte Zuschauer aufgefordert, der privaten, kostenpflichtigen Gruppe des KI-Creators beizutreten – vermutlich, um "Gal Gadot" dort noch bei ganz anderen Sachen zuzuschauen.
Bevor jemand eine falsche Meinung unterstellt: gehört natürlich verboten.
Das Problem der deutschen Politik – Greise empfehlen Greise. Gute Reise!
Der GUARDIAN ist begeistert von der neuen Serie MINT – und weiß in seinem Review genau, worauf es wirklich ankommt:
"… the most visually stunning scene of self-pleasure you will ever see …"
"I’ve certainly never witnessed a more visually stunning masturbation scene than the one in the opening episode."
Na denn…
Aus der gleichen Ecke:
Schämen sich manche Kollegen so gar nicht für den Scheiß, mit dem sie ihre Leser clickbaiten müssen/wollen/sollen?!
Man kann jetzt auch einen KI-Jesus für sich beten lassen. Gut, die KI ist dabei noch etwas holperig, aber ich habe mir von Experten versichern lassen, dass die Ergebnisse zu 100 Prozent so erfolgreich sind wie echtes beten!
Dazu passt: Der Papst ist verärgert, dass immer mehr Priester ihre Predigten von oder zumindest mit KI schreiben lassen. Ist Gott nicht auch eine "spirtuelle KI"?
Christian Anders hat es mit einer wilden Geschichte in die BILD geschafft:
Es könnte demnach sein, dass ein Komponist von Rihanna sich womöglich vor vier Jahren von einem deutschen Schlager der 70er hat inspirieren lassen, was Anders aber auch nicht genau weiß und vielleicht gar nicht per Anwalt verfolgen wird. Die 50 Millionen Euro? Der Zoff? Mal wieder nur die fiebrige Fantasie der BILD.
Relevante Themen 2026:
So, mehr Content geht nun wirklich nicht. In den nächsten Tagen folgen noch die YouTube-Rückblicke für April und eine neue Fotostory (genau genommen zwei, weil… aber das wäre zu viel verraten). Bleibt mir gewogen!
Hihi, über Batwheels bin ich auch vor einigen Wochen gestolpert, als ich mal wieder durch Kinderserien durchguckte. Ich nannte es eine Kreuzung aus Disneys Cars und Batman…
ja, der Dieter driftet wohl in eine merkwürdige Richtung. Er war auch bei einem bekannten Rechts-YouTuber zu Gast und hat ihn dabei unterstützt Gold zu überhöten Preisen zu verkaufen:
https://youtu.be/Ko75eHZM8Gs (das ist nicht das Video, sondern ein Bericht des Kanals topfvollgold)
Mit ihm wollte er sogar bei einer Veranstaltung auftreten, das wurde allerdings abgesagt.
Joey Kelly hat sich da auch einspannen lassen, ist aber nach dem Video mit einem Statement wieder kräftig zurückgerudert:
https://youtu.be/leu0lyfm_44 (auch wieder ein Video von topfvollgold)
Ich liebe diese „Wortvogels gemischte Tüte mir Saures“-Posts. Habe einen stressigen Tag hinter mir und die Lektüre hat mich gerade super runtergebremst. Vielen Dank!
Danke für das Lob!
Bezüglich KI und beten: So neu ist das nicht.
Ich habe mich 1997 bei einem evangelischem Pastor, nach Begrüssung, mit genau diesen Worten vorgestellt: "Ich bin überzeugter Atheist, aber auch ein guter Protestant. Nicht bibelfest, aber schonmal gelesen.". – Seine Antwort war: "Gut, ich habe auf der Arbeit schon genug mit Christen zu tun. Missionar bin ich nicht."
Das hat mein Studium finanziert, selbst zu beginn gab es (wir sind in den 1990ern) auf MS-dos eine Bibel incl. des Ablaufs eines kirchlichen Zeremoniels incl. Predigt. Fertig.
Da gab man nur Datum, Anlass, Namen (Taufe, Konfirmation, Ehe etc.) ein und ob man über Wetter, Brot, Freund, etc. schreiben will, und welche Lieder (grösstes Problem).
Ausserdem kannten sich die PfaffInnen alle. Die hatten im Studium jeweils 3 Probepredigten schreiben müssen, die waren natürlich perfekt. Die musste ich manchmal Samstags abends mit immerhin 3,5 Zoll Diskette hin-und-her chauffieren.
Die letzten Jahre, wo er keinen Bock mehr hatte habe ich schon mal die gesamte Predigt geschrieben. Der Pastor hat dann nur 'drübergeguckt und abgenickt.
True Story. Und er hat seine Job gut gemacht. Sage ich mal so.
Cool story, bro!
Also der Audiokommentar von Mickey Rooney ist der Ehrlichste, den ich je gehört habe. Natürlich ist er für eine Nicht-Wiederkehrende-Rolle unvorbereitet zu den Dreharbeiten gegangen und das Endprodukt war ihm völlig egal. Der hat das gemacht, um Geld zu verdienen, mit dem geringstmöglichen Aufwand. Das macht doch jeder so, und ich möchte nicht wissen, wieviel Prozent von dem, was andere Schauspieler in Audiokommentaren oder auf Conventions immer so erzählen, erstunken und erlogen ist.
Ja, und Gamestar – die wurden vor ein paar Jahren aufgekauft, veröffentlichten irgendwann mit großem Trara ihren Journalismus-Codex, um kurz darauf auf Clickbait Headlines und aufgeblasene informationsleere Texte zu schalten. Immerhin haben sie neulich ein Kategorisierung eingeführt, sodass man die 3 Gaming News am Tag zwischen all den Lego- und Aktuelle-Hype-Serie-Artikeln nun herausfiltern kann. Ändert nur nichts daran, dass fast alle Gamingjournalisten, die etwas drauf haben, inzwischen gegangen sind und sich selbstständig gemacht haben (bei anderen deutschen Gaming-Seiten ist es ja auch nicht besser) Geblieben sind Autoren, die z.B. darüber schreiben, warum sie nie von der KI ersetzt werden können:
https://www.gamestar.de/artikel/chatgpt-schreibt-buch-mit-wuerstchen,3397941.html
Ich weiß nicht, was an dem AK von Rooney "ehrlich" ist – er ist nur arschig. Es war auch in den 50ern absolut nicht üblich, unvorbereitet zu Dreharbeiten zu gehen und mit geringstmöglichem Aufwand zu arbeiten. Die Aussage, junge Leute würden sich für so etwas nicht interessieren, ist zudem falsch und dumm.
Wenn junge Menschen nicht von ihren Nerd-Eltern mit dem alten Schwarz-weiß-Zeug "beglückt" werden, schauen die das garantiert nicht mehr freiwillig. Das kann ich Dir als Doctor Who Fan sagen. Als die Serie mitte 2000 zurückkam und plötzlich bei Jugendlichen beliebt war, haben sich die wenigsten die alten Folgen, noch nicht mal die späteren aus den 80ern, angeschaut. Und als das britische Doctor Who Fanmagazine mit jungen Redakteuren aufgestockt wurde, schrieben die ernsthaft "Wenn ich denn mal eine alte Folge anschaue, dann auf doppelter Geschwindigkeit"… Auch wenn es weh tut, aber man kann schon froh sein, wenn sich "Die Jugend von heute" mal noch Star Wars aus dem Jahre 1977 anschaut. Drunter werden sie jahreszahlentechnisch nicht mehr gehen.
Du wirfst sehr viele Sachen durcheinander. Kann man wie Rooney argumentieren, dass sich junge Leute für so etwas nicht mehr interessieren? Möglich. Gerade bei Kultserien wie Twilight Zone halte ich das aber für unwahrscheinlich – und die Produzenten solcher Box Sets augenscheinlich auch. Was mich aber stört, und darum ging es mir: der Tonfall von Rooney ist total arschig. Warum pampt der den Interviewer so an? JEDE seiner Aussagen hätte man auch freundlich machen können.
Da gehe ich mit. Er wollte das Geld für den Audiokommentar sicherlich gern mitnehmen – aber wenn man weiß, das man nichts zu sagen hat, muss man halt darauf verzichten, oder sich freundlich durchmogeln.
Meine Interpretation wäre, daß er dem Interviewer den "the butt of jokes" Kommentar sehr übel genommen hat – immerhin war Rooney Hollywood-royalty, eine Top-Legende der Industrie, mehr als 340 Acting Credits laut IMDB, eine fast 90 jährige Karriere. Der hat sich wohl erwartet, daß jeder Interviewer ihm in den Hintern reinkriecht.
Mir ist egal, ob er Marlon Brando oder Cary Grant ist. Höflich ist höflich und arschig ist arschig – Prominenz nimmt niemanden davon aus.