Supermarkt-Safari (2): Pistazie und Salzkaramell
Themen: Neues |Ich hatte vor ein paar Tagen darüber geschrieben, dass Airfryer und Proteine immer mehr Regalmeter im Supermarkt kapern. Teilweise werden bekannte Produkte einfach anders verpackt und mit den Lifestyle-Labeln teurer verkauft.
Das brachte mich dazu, generell mal über die Veränderungen in den Supermärkten der letzten 50 Jahre nachzudenken. Ich kann mich gut erinnern, als in den 70er Jahren in Düsseldorf-Eller der erste ALDI eröffnet hat. Der war uns suspekt – eine sehr überschaubare Auswahl an Waren, lieblos in aufgerissenen Kartons gestapelt, in identitätslosen Verpackungen ohne Design. Die Nachkriegsgeneration hatte sich gerade an die Waren-Wunderwelt der Supermärkte nach amerikanischem Vorbild gewöhnt – und DAS sollte nun die nächste Stufe zum Wohlstand sein? Sonderangebote statt Statussymbole?
You’ve come a long way, ALDI-Baby.
Aber darum soll es heute nicht gehen. Ich möchte stattdessen darüber sprechen, dass auch bestimmte Geschmacksrichtungen Trends und Lifestyle folgen. Ich bin in einer Welt aufgewachsen, deren Süßwaren aus Vanille, Schokolade, Erdbeere und vielleicht noch Orange/Zitrone bestanden. Banane galt schon als exotisch, Kiwi als verdächtig (sus sagen die jungen Leute heute wohl dazu). Nüsse wurden in Eis und Schokolade gerührt, auch der Frevel "Rosine" ist mir begegnet.
Teilweise rührten die dominanten Geschmacksrichtungen von banalen Verfügbarkeiten her. So ist Vanille als Vanillin problemlos künstlich herstellbar. Fun fact: in vielen Vanille-Produkten ist keine Vanille drin. Nicht nötig. Den Geschmack besorgt das Labor.
Vanille ist zudem ein extrem kompatibler Geschmack. Es gibt kaum jemanden, der ihn nicht mag. Das führt so weit, dass man in den USA im Falle von Entscheidungsproblemen gerne das Motto "there’s always vanilla" als ultimativen Kompromiss anführt.
Eis und Schokolade waren immer ein guter Indikator, welchem Geschmack der deutsche Michel folgt. Die Langnese-Karte ist immer auch Zeitgeist – 1970:
1979:
Fürst Pückler-Eis (siehe "Happen") war auch so eine Verirrung der Nachkriegszeit – alle drei Sorten "Einfach-Eiskrem" und ich kenne niemanden, der freiwillig Erdbeere zuerst gegessen hat. Die Heilige Reihenfolge war Vanille, Schokolade, der Rest für den kleinen Bruder, damit es keinen Ärger mit den Eltern gibt.
Mit den 80ern wurden die Basis-Geschmacksrichtungen durch immer neue und wildere Kombinationen für das junge Publikum sexy gemacht:
Echt jetzt – die hatte eine Kombi Orange/Campari! Gibt’s heute auch nicht mehr.
Man sieht: Geschmacksrichtungen kommen und gehen. In den letzten Jahren nehme ich allerdings eine zunehmende Dominanz zweier Geschmäcker wahr, die sich in immer mehr Produkte drängen. Dabei ist der eine davon erstaunlich teuer und der andere erstaunlich billig.
Ihr habt es im Titel schon gelesen: die Rede ist von Pistazie und Karamell, letzteres besonders in der Variante Salzkaramell.
Pistazie
Auf Pistazie bin ich schon immer abgefahren. Die hat einen ganz eigenen Geschmack, fein, edel, bestenfalls noch mit Mandeln vergleichbar, aber besser.
Ich kann es auf einen einfachen Nenner bringen: wann immer ich die Wahl "mit oder ohne" habe, nehme ich das Produkt mit Pistazie. Im Amici war ich neulich begeistert angesichts einer hervorragenden Pistazie-Tiramisu.
Diesen Aufstrich kaufe ich nur deshalb nicht regelmäßig, weil ich ihn bei gerade mal 180 Gramm pro Glas brutal überteuert finde:
Mittlerweile ist die Pistazie aber auf einem Höhenflug, der seinesgleichen sucht. 2024 wurden erstmals Pistazien im Wert von über 1 Milliarde Euro in die EU importiert. Die USA sind dabei der Hauptlieferant, auch wenn andere Länder angesichts der steigenden Preise in den Markt einsteigen wollen. Wären Pistazien eine Aktie, hätte man sie vor zehn Jahren kaufen müssen.
Natürlich trägt der alberne Hype um die Dubai-Schokolade zum Boom bei:
Obwohl ich – für mich und für euch – immer wieder obskure Lebensmittel teste, kann ich stolz vermelden, bis heute keine dieser abstrus überteuerten Tafeln gekostet zu haben. Da ziehe ich eine Grenze.
Es treibt ja auch immer wildere Blüten – sogar Eis wird verkauft, als wäre "Dubai" kein fragwürdiger Kleinstaat, sondern eine Geschmacksrichtung:
Salzkaramell
Das ist auch ein prima Übergang zum zweiten allgegenwärtigen Trend-Geschmack, dem Salzkaramell. Anders als bei der Pistazie musste ich mich daran erst gewöhnen, weil ich aus einer Generation stamme, die Salz zur Verstärkung des Geschmacks bei Süßigkeiten nicht gelernt hat. Heute liebe es ich, kräftige Prisen in Keksteig und Schokolade zu streuen und damit das Aroma vielschichtiger zu gestalten.
Mittlerweile bin ich Salzkaramell-Fan, auch weil es so albern einfach selbst herzustellen ist: eine geschlossene Dose süße Kondensmilch drei Stunden lang im Wasserbad köcheln lassen, dann etwas Salz unterrühren – fertig!
Selbst ChatGPT weiß zu berichten:
Seit den 2010er Jahren gehört Salzkaramell zu den Standard-Aromen.
Als Bestandteil einer kalorienarmen ALDI-Eiskrem habe ich es schon gelobt:
Koch Tim Mälzer behauptet gar, seiner überteuerten Designer-Eiskrem damit den Geschmack von Bienenstich zuschustern zu können:
Wie gut, dass ALDI mittlerweile für den halben Preis eine Kopie anbietet:
Auch den "salted-caramel cheesecake" habe ich im Rahmen einer größeren Besprechung von Tiefkühl-Backwaren bereits vorgestellt:
Salzkaramell ist überall – und wie bei der Pistazie habe ich nichts dagegen.
Es wirft aber spannende Fragen auf. WARUM springe ich wie ein großer Teil der Verbraucher auf den Zug der Trend-Geschmäcker auf? Warum bleibe ich nicht bei Vanille und Schokolade, meinetwegen auch bei Eierlikör oder Waldmeister? Ist mein Geschmack durch Werbung oder Rezeptur so manipulierbar, dass mir schmeckt, was allen schmeckt? Steckt hinter dem Boom von Pistazie und Salzkaramell ein größerer Plan der Food-Giganten, die uns gezielt ködern, um Geschmacksrichtungen zu etablieren, die für sie profitabel sind?
Wie schätzt ihr das ein? Verschwörung oder einfach verdammt lecker?
Bonus-Geschmäckle!
Seit ich diesen Artikel geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass es einen dritten Geschmack gibt, der sich in den letzten Jahren in Tee, Kekse, und diverse andere Süßwaren geschlichen hat: Matcha.
Ja genau. Split Eis. War mein Favorit. Der Preis von 60 Pfennig ist heute kaum noch vorstellbar. Gibt’s überhaupt was für vergleichbare 60 Cent? Ich denke nicht, schon gar kein Eis.
Dich stört ernsthaft, dass es Eis nicht mehr zum Preis von vor knapp 50 Jahren gibt?
47 Jahre, um genau zu sein. Und nein, nicht zum damaligen Preis, sondern zum inflationsbereinigten Preis im Jetzt. Aber stören tut mich das weniger, ich stelle nur fest.
Gut, dass du fragst – 60 Cent entsprechen angesichts der Inflation heute 92 Cent. Und jetzt rate mal, was das Split in der Multipackung kostet?
Dann passt’s ja 😊
Genau. Alles findet sich. Karma!
Bei Fürst Pückler muss ich immer an eine Folge von den SIMPSONS denken in denen Homer 3 Dosen Fürst Pückler Eis aus dem Froster nimmt und enttäuscht feststellen muss, das bei allen 3 Schokolade fehlt. Sein Kommentar dazu: Marge! Wir brauchen mehr Schoko- Vanille- Erdbeer- Eis!
Das Eis, das ich am ehesten mit meiner Kindheit verbinde, war Viennetta, welches es aber komischerweise immer nur bei Großeltern gab. Bei meinen bzw den Eltern meiner Freunde gabs das nie. Und ich glaube , das es damals auch eine Fürst Pückler Variante davon gab.
Pistazien waren nie so mein Ding, aber in Sahneform auf schweinischem französischem Süßgebäck mit Himbeeren drauf: ein Traum.
Matcha verbinde ich immer mit Attila Hildmann, der war/ ist davon ja komplett begeistert, von wegen "Kultgetränk der Samurai" und so.
Aber ich denke, das alle paar Jahre einfach ein Geschmack/ Gericht kommt, auf den/ das plötzlich alle abfahren und jede Firma dann aufspringt. Muss da an Pesto in den frühen 2000ern denken, als Pesto plötzlich DAS italienische Nahrungsmittel war. Da würde man auch (gefühlt) plötzlich von überall her mit dem Geschmack von Pesto konfrontiert.
Hildmann habe ich oben bei Matcha ja sogar verlinkt – aus einer Zeit, als der nur nervig, aber nicht gefährlich war.
Warnung: Hier kommt ein Klugscheißer-Kommentar. Aber ich habe ihn mit dem Hausherrn abgestimmt und lehne daher jede Verantwortung dafür ab.
Wortvogel schreibt über die Pistazien-Inflation, pardon, Invasion. Plötzlich ist alles mit Pistazien-Geschmack zu haben. Schokolade, Pudding, Ostereier, Eis, etc. Warum nur?
Die Antwort auf diese Frage ist identisch mit der Antwort auf die Frage, warum es seit einigen Jahren alles mit "Tiramisu"-Geschmack gibt. Ostereier, Pudding, Schokolade, Eis, …… Des Rätsels Lösung:
Der weltgrößte Kunstaromen-Hersteller (Symrise in Holzminden) hat seit kurzer Zeit unterschiedliche Pistazien-Kunstaromen im Angebot, die die Lebensmittelhersteller dankbar kaufen und in ihre Produkte rühren. Laut meiner Kollegin (siehe unten), die bei uns dafür zuständig ist, ist das der Grund dafür, dass es plötzlich von allem eine Pistazien-Geschmacksrichtung gibt. Ganz einfach: Das Kunstaroma ist neu!
Ich zitiere mal (leicht redaktionell bearbeitet) einen Text, den ich schon im April 2017 in der Community bei comdirect veröffentlicht habe:
Und noch eine Idee: Es ist unglaublich, was mit modernem Lebensmitteldesign alles gemacht wird. Ich spreche von Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen, Duftstoffen, Farbstoffen, Emulgatoren. Die bekannten Namen, alle börsennotiert: Givaudan, Symrise oder IFF.
Marktführer waren früher zwei mittelständische deutsche Firmen, beide Tür an Tür beheimatet in Holzminden. Eine hieß Haarmann & Reimer, die andere Dragoco. Beide böse verfeindet, schlimme Konkurrenten. Ähnlich wie die Geldschein-Hersteller (Hausaufgabe für alle, die hier mitlesen: bitte mal spontan das Wort "Eurion" googeln!) haben die vor den Patentämtern dieser Welt gegeneinander gekämpft. Und eines Tages (Februar 2003) fusionierten die beiden zerstrittenen Nachbarn einfach zu einem Super-Unternehmen namens Symrise. Börsennotiert! Und im DAX!
Eine Kollegin von mir in der großen Europäischen Behörde in München, in der arbeiten zu müssen ich das Vergnügen habe, die dort für industrial chemistry und dabei für solche Nahrungsmittelzusätze zuständig ist, hat mir mal einen Katalog für künstliche Aromastoffe gezeigt. So dick wie ein Telefonbuch! Es gab darin allein mehrere hundert unterschiedliche Arten von Erdbeer-Kunstaroma. Wie auch bei allen anderen Produkten unterscheiden sich die Aromen hinsichtlich Qualität und Preis – es gibt billiges und teures, intensiveres Erdbeer-Aroma.
Die Aromen werden in kleinen Fläschchen geliefert, so groß wie ein Fläschchen Nasentropfen. Meine Kollegin hat mir erklärt, dass man den Inhalt eines solchen Fläschchens in ein Olympia-Schwimmbecken gießen kann, und wenn man dann sorgfältig umrührt, schmeckt hinterher das ganze Wasser nach Erdbeer! So intensiv wirkt diese Chemie.
Oder wenn wir einen Erdbeer-Joghurt essen. Da sind so rote Fruchstücke drin. Die stammen tatsächlich von Erdbeeren, das schon. Allerdings nimmt man dafür "Trester", also totgepresstes Erdbeerfleisch. Das ist hellgrau und schmeckt nach gar nichts. Also werden die Fruchstücke mit rotem Farbstoff versetzt und natürlich mit künstlichen Erdbeer-Aromen aus dem Katalog. Wenn man die jetzt einfach so mit dem Joghurt vermischen würde, würden sie sich auflösen, also kommen noch Emulgatoren rein.
Seit kurzem gibt es Tiramisu-Kunstaroma, genauer gesagt: Amaretto-Mascarpone-Kunstaroma. Natürlich auch wieder in vielfachen Qualitätsstufen, billig und teuer. Und das ist der Grund, warum derzeit (2017) plötzlich alle Produkte auch mit "Tiramisu"-Geschmack erhältlich sind.
Ich finde das alles wirklich beeindruckend und faszinierend. Und man kann mitgewinnen, wenn man die genannten Aktien kauft! Denk mal über Aroma-Aktien nach, wenn Ihr heute mittag esst!
Und dann: Mahlzeit!
Zitat Ende.
Disclaimer für alle Aktionäre, die hier mitlesen: Die Symrise-Aktie ist seit 2021 im Abwärtstrend. Bitte erst oberhalb von 80 Euro wieder einsteigen und einen Stopkurs bei 64 Euro beachten!
Schönen Gruß aus einem sommerlichen München-Bogenhausen
nmh
Alles super spannend und sicher richtig, aber es lässt einen Aspekt außer acht – der Absatz echter Pistazien ist ebenfalls explodiert, wie ich oben erwähnt habe. Es kann also nicht nur am Wunder der Lebensmittelchemie liegen.
Ja, habe ich gelesen und bin ich auch drüber gestolpert. Berechtigter Einwand! Eine Erklärung ist, dass die Leute durch das Kunstaroma auf den Geschmack gekommen sind und vermehrt echte Pistazien kaufen. Auch umgekehrt kann sein. Jedenfalls ist es bei einer Nuss wie Pistazien so gut wie unmöglich, ein wässriges Produkt wie Joghurt, Eis oder Schokolade allein mit natürlichen Zutaten zu aromatisieren. Da muss immer künstliches Aroma verwendet werden! Weil die Wirkung so intensiv und daher der Anteil so gering ist (siehe oben: Olympia-Schwimmbad) und weil die Zutatenliste auf der Packung nach Anteil sortiert ist, taucht das Wort "Aroma" immer erst am Ende der Liste auf. Wenn es mal weiter vorne steht, ist das ein echtes Alarmzeichen. 😉
Noch eine mögliche Erklärung: Natürlich produzieren Symrise & Co nicht auf Verdacht irgendwelche Aromen. Sowas zu entwickeln ist SEHR teuer. Gut möglich, dass man in Holzminden den Nachfrageschub bei echten Pistazien beobachtet und dann mit dem künstlichen Aroma reagiert hat.
Aber reine Spekulation meinerseits.
Schönen Abend an alle, wo das hier lesen müssen! Komisch: es kommt gar keine Benachrichtigungs-Mail, wenn jemand auf meinen Kommentar antwortet.
Ich glaube, der Hausherr hat noch nie so sehr daneben gelegen wie bei seiner Einschätzung der nach Pückler benannten Köstlichkeit. Da passt nicht nur geschmacklich alles; es ist auch ein wunderbares Thema, zu dem sich Eiscreme-Historiker gegenseitig die Köpfe einschlagen. Allein die Wikipedia-Diskussions-Seite füllt Bände. (Ich meine, die war nochmal deutlich länger als was man in meinem Link sieht..? Seltsam. Ich erinnere mich, da wirklich mal stundenlang durchgelesen zu haben.)
Zwei Streitfragen dabei: wer hats wirklich erfunden, und: schreibt uns die Historie vor, was Fürst Pückler Eis nun wirklich ist? Ein Meinungslager verteidigt dabei, thematisch zu dem Beitrag hier passend, eisern die These: Fürst Pückler, das ist historisch grün-weiß-braun, nämlich Pistazie, Vanille, Schokolade!
Sonst habe ich nichts sinnvolles beizutragen, außer eine Empfehlung: In Wien gibt es in jeder Bäckerei Pistazien-Croissants, die wirklich außerordentlich lecker sind.
Ich sehe nicht, wo ich daneben gelegen haben sollte. Weder habe ich eine These aufgestellt, wer es erfunden hat – noch habe ich ehern festgelegt, was es zu sein hat. Bei ALDI gibt es das kurioserweise gerade wieder.
Eine Verirrung!? Wie unerhört! Ich verlange, nein, ich fordere: Satisfaktion! Im Namen von Herrn von Pückler!
… okay, mit dem Hinweis auf das Aldi-Angebot sehe ich diese als geleistet – danke dafür, ich werde das Aldi-Eis beim nächsten Heimatbesuch probieren.
Gegen Ende der 1980er (NRW), war es an meinem Gymnasium noch üblich 90 Minuten Mittagspause zu halten, damit die Schüler nach Hause zum Mittagessen konnten.
Dumm nur für die handvoll zugeführter Schüler vom anderen Dorf, die Oberschuleignung hatten, aber nicht aus dem Dorf selber kamen. Es gab damals weder irgendetwas zu Essen in der Schule, noch Aufenthaltsräume oÄ., gar nix. Die Schule wurde zugeschlossen und dann zum "Spätunterricht" wieder aufgeschlossen. Wo die Einheimer gegessen, ihre Hausaufgaben und mit dem Hund die Runde gemacht haben, standen wir 5-6-7 Hansel halt 'rum.
Aldi und Lidl gab es nicht, aber nahe der Schule: Plus. Wir nannten ihn "Plüüh". Die -nur dort erhältlichen Gummibären mit Schwänzen sind im Internet -sicher- dokumentiert, mein Ding war aber immer die grosse Tüte Pistazien. Geröstet, gesalzen, ungeschält. Muss in mein sehr knappes Taschengeldsegment gepasst haben (sonst hätte ich sie einfach nicht kaufen können) und haben bis weit in den Unterricht hinein gereicht.
Ach ja, die Langnese-Eistafel von 1979, an die kann ich mich noch sehr gut erinnern. Das Eiskrem-Konfekt war immer mein Standard-Eis im Kino, damals noch im Urania in Köln-Ehrenfeld, allerdings nur bis ca. 1976, also noch vor der Eistafel. An der Schachtel des Konfekts konnte man immer sehr gut sehen, wie spannend/interessant ich den jeweiligen Film fand. Ich weiß noch, dass ich dort "Flammendes Inferno" gesehen habe. Bei Ende des Films hatte ich buchstäblich nur noch einige Krümel der Verpackung in der Hand und war mit den Nerven am Ende. Kein Wunder, mit 10 Jahren war ich irgendwie noch zu zart besaitet für diese Art Film 🙂
Ich weiß außerdem, dass ich Miami immer Nogger vorgezogen habe und damit nicht gerade der Mehrheit in meinem Freundeskreis angehörte. Und an Capri habe ich auch eine wenig schöne Erinnerung. Ich hatte es ausgepackt, halb in den Mund reingesteckt und genießerisch rausgezogen – und dabei die Haupt meiner Lippen gleich mit abgezogen. Ich habe geblutet wie ein abgestochenes Schwein 🙂
Ich war immer ein Außenseiter, weil ich Brauner Bär nicht mochte.
Meine Lieblingssorte ist und bleibt Schwarze Johannisbeere. Gab es früher schon nicht überall und kostete mit 25 Pfennigen das fünffache vom einfachen Sahneeis und auch heute kenne ich hier im 240.000 EW Dorf nur 2 Eisläden die es überhaupt verkaufen.
Interessant das es NOGGER-Eis noch immer gibt.Ich hätte gedacht das es den Weg des Mohrenkopfs gegangen wäre.
Das gibt es WIEDER. Es war lange Zeit verschwunden, wurde aber vor einigen Jahren neu aufgelegt und ist seitdem in jeder Eistruhe zu finden
2005 brachte Unilever in Schweden "Nogger Black" (mit Lakritze) auf den Markt und stieß auf Missbilligung. Aber ohne den Zusatz rutscht der Name anscheinend durch.
https://slate.com/news-and-politics/2005/04/moolatte-bested.html