Supermarkt-Safari (1): Airfryer und Proteine
Themen: Diet Diary, Neues |Ich habe als Single 40 Jahre lang für mich selbst eingekauft. Auch als Ehemann kaufe ich ein – jetzt aber für zwei. Das kann ich sehr gut. Ich weiß, was auf dem Einkaufszettel vergessen wurde, womit ich der LvA eine Freude machen kann, und was tendenziell in den Supermärkten der Umgebung gerade im Angebot ist. Ich weiß, was wir definitiv "bio" brauchen und wo die Marke doch mal der Hausmarke überlegen ist. Ich kenne die Zyklen von Obst und Gemüse.
Meine Mutter sagte meiner Frau mal: "Der war immer so. Den konnte man mit sieben Jahren schon alleine los schicken."
In dementsprechend 50 Jahren habe ich die Tricks und Kniffe der Supermärkte gelernt und vor allem die Veränderungen der Branche verfolgt. Dass die Discounter seit den 70ern immer weiter aufgerüstet und im Bereich unter ihnen wieder Platz für billigere Nachzieher geschaffen haben. Dass das Angebot an Waren bleibt, aber das Angebot an Sorten explodiert (man schaue sich mal die Regale für Tee, Cornflakes, Pizza und Brot an).
Ich habe die Einführung von Pfandmünzen am Einkaufswagen ebenso miterlebt wie die Einführung von Scanner-Kassen zur Selbstabrechnung. Ich habe beim ALDI morgens um 7 Uhr um das neuste Laptop von Medion angestanden und die App des Discounters installiert, als sie auf den Markt kam.
Ich habe mich gefreut über die (in Bayern zu halbherzigen) Lockerungen bei den Ladenöffnungszeiten. Und ich ärgere mich immer noch jeden Tag über die Dreistigkeit, mit der Packungen immer kleiner, aber Produkte immer teurer werden. Die Liberalisierung der Nennfüllmengen von Fertigpackungen ist in meinen Augen ein absoluter Skandal und gehört zurück gedreht, nicht zuletzt deshalb, weil sie den Verbraucher täuscht und in meinen Augen zu einem massiven Anstieg von Verpackungsmüll führt.
Manchmal nimmt man aber auch schleichende Änderungen wahr, die eher auf den Zeitgeist zurück zu führen sind. So, wie man in den 80ern Kalorien verteufelt hat und durch Light-Produkte ausgleichen wollte (du darfst!), wurden mit der Jahrtausendwende die Kohlenhydrate als Verursacher der verfettenden Nation ausgemacht und "low carb" stand plötzlich auf vielen Verpackungen. Seit zehn, fünfzehn Jahren ist "vegan" das neue Trendlabel, sogar auf dem Mineralwasser.
Erzählen will ich heute aber von zwei Trends, die mich ob ihrer teilweise absurden Überzogenheit kalt erwischt haben.
Fangen wir mit dem Airfryer an.
Wir haben einen. Wir mögen ihn. Aber es macht im ersten Augenblick nicht wirklich Sinn, dafür spezielle Produkte zu kaufen, denn ein Airfryer ist zuerst einmal nichts anderes als ein kleiner Umluft-Backofen mit Heizspirale. Was im regulären Backofen geht, geht eigentlich auch im Airfryer. Es gilt die Faustregel: 20 Grad weniger Temperatur und 20 Prozent kürzere Backzeit. Außerdem: den Schüttelkorb nicht zu voll packen, damit die Luft gut zirkulieren kann.
Dennoch tauchen seit zwei, drei Jahren nicht nur immer mehr Airfryer-Zeitschriften auf dem Markt auf, sondern auch angeblich speziell für den Airfryer entwickelte bzw. optimierte Produkte.
So ist die grundlegende Idee, ein Ölspray auf den Markt zu bringen, gar nicht so schlecht. Man soll seine Pommes ja idealerweise zum Knuspern einsprühen:
Allerdings ist es natürlich völlig überteuert und die "neue Mischung" besteht bei der Flasche, die ich gesichtet habe, zu 60 Prozent aus Raps- und 40 Prozent aus Sonnenblumenöl.
Man spart eine skandalöse Menge Geld, in dem man sich das Öl selber mischt (oder es schlicht nicht mischt) und für zwei Euro bei Temu so ein Ding kauft:
Auch andere Anbieter von Convenience-Produkten springen fleißig auf den Zug auf – Maggi hat mittlerweile diverse Tüten für den Konsumenten:
Das Absurde daran: Natürlich kann man diese "Käse Knusper Hähnchen" auch im normalen Umluft-Backofen zubereiten. Sie lassen sich nur mit dem Trendbegriff "Airfryer" besser als "neu" vermarkten.
Erst diese Woche bin ich auf einen riesigen neuen Aufsteller gestoßen:
Ich finde es sehr bezeichnend, dass nirgendwo auf dem Display Platz für den Hinweis war, um was es sich tatsächlich handelt: Gewürz-Mixe. Und die funktionieren natürlich wieder im Backofen so gut wie im Airfryer.
Nun gut, verständlich ist das: Die Boomzeit der Gewürzmischungen scheint vorbei und die Hersteller suchen dringlich nach einer neuen Geldkuh.
Da möchte Dr. Oetker sich natürlich auch nicht lumpen lassen:
Ein besonderes Debakel hat sich der Pizza-Hersteller Wagner geleistet:
Das ist letztlich ein Hybrid aus Pizza, Pinsa und Pizza-Baguette. An sich eine gute Idee, denn Pizza gehört zu den Aufbackprodukten, die nicht in den Airfryer passen. Warum also nicht halbe Größe produzieren, dafür fairerweise zwei pro Packung? Mit 2,99 Euro auch nicht so teuer, wie ich gedacht hatte (angesichts der Qualität von Wagner aber auch nicht billig).
Das Problem: Wir haben mit dem Philips 5000er Größe L einen absoluten Standard-Airfryer vom Marktführer – und der "Airfryer Snack" passt nicht. Das Produkt ist auf gut 20 Zentimeter Länge ausgelegt und die Schütte beim 5000er hat 19 Zentimeter. Das ist ein nahezu unverzeihlicher Lapsus.
Pro-Tipp vom Experten (mir): Einzelne Stücke Pizza lassen sich sensationell im Airfryer wieder aufwärmen, in dem man ein wenig Wasser in die Schütte gibt und die Teile dann bei 180 Grad vier bis sieben Minuten knuspern lässt.
Was mir gefällt, ist eine eher unauffällige Anpassung des Marktes: auf praktisch allen Tiefkühlprodukten für den Backofen steht mittlerweile separat die Zubereitungszeit für den Airfryer mit einem eigenen Icon drauf. Kein Paradigmenwechsel, aber wenigstens kundenfreundlich.
Es gäbe noch haufenweise weitere Produkte zu listen, aber ich denke, es ist bewiesen, was zu beweisen war: the Airfryer is here to stay.
Die zweite Supermarkt-Sau, die durch alle Dörfer getrieben wird, sind Proteine. Das fällt mir aktuell besonders ins Auge, weil ich wegen meiner radikalen Fastenkur viel Protein zuführen muss, um dem Muskelabbau entgegen zu wirken.
Nach diversen Monaten kann ich mittlerweile jedem in einer ähnlichen Situation nur empfehlen – kauf dir Whey, mach dir Shakes, und lass es damit gut sein:
Whey enthält die größte Menge an Protein im Verhältnis zur Produktmenge und wie ChatGPT prima erklärt, kann man damit alle anderen Protein-Extraquellen weitgehend hintenan stellen:
Whey (Molkenprotein) ist ein hochwertiges, schnell verdauliches Proteinpulver, das aus der Flüssigkeit bei der Käseherstellung gewonnen wird. Es enthält alle essentiellen Aminosäuren und ist besonders reich an Leucin, einer Schlüssel-Aminosäure für den Muskelaufbau. Deshalb wird Whey oft nach dem Training oder zur Proteinzufuhr an Fastentagen genutzt.
Auch Whey gibt es mittlerweile in diversen Geschmacksrichtungen und Varianten: laktosefrei ist klar, vegan auch. "clear whey isolate" ist ideal für die Fastentage, weil es keinerlei Zucker und keine Kalorien enthält (schmeckt dafür sehr chemisch und null sättigend). Pfirsich, weniger süß, Dubai-Style? Gibt es alles.
Echte Diätisten rühren sich das Pulver stur in Wasser, aber dafür hasse ich mich selbst nicht ausreichend. Ich mische es in 1,5 Prozent-Milch an.
Nun ist das Angebot an solchen Ergänzungsmitteln so groß wie die überdimensionierten Plastikeimer, in denen man das Whey zu kaufen bekommt. Ich bin wahrlich kein Experte und auch kein Coach, aber wenn ich mir die Etiketten und Zutatenlisten so anschaue, dann scheint es mir eine reine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels zu sein, was man in den Einkaufswagen packt.
Das vermutlich radikalste Beispiel ist der SNICKERS-Riegel, den man an der Supermarkt-Kasse in der klassischen und in der Protein-Variante kaufen kann.
Haltet euch fest:
Falls ihr es nicht lesen könnt: das klassische Snickers kostet umgerechnet knapp 1,40 Euro pro 100 Gramm, das Protein-Snickers 5,30 Euro!
Das ist fast der vierfache Preis! Das muss man sich als Hersteller erstmal trauen.
Ich bin bisher gut mit den moderat bepreisten Produktion von ALDI Sports gefahren. Wer das Maximum an Protein schnabulieren wird, nimmt den hier:
Es geht aber noch günstiger: Webseiten wie Body Attack hauen palettenweise Riegel und Whey raus, die hart am Mindesthaltbarkeitsdatum schrappen. Sogar der Billig-Filialist action bestückt ein ganzes Regal mit Protein-Produkten. Ich war überrascht, wie gut einige der hier verkauften Riegel schmecken:
Es gilt allerdings die Faustregel: Je mehr Protein und je weniger Zucker der Riegel enthält, desto scheißer schmeckt er. Da muss man abwägen.
Ich gestehe, dass ich mittlerweile auch diese Protein-Brötchen sehr gerne zum Frühstück esse. Hört nicht auf die Packung: 10 Minuten bei 180 Grad und mit der Oberseite nach unten in der Schütte sind mein Weg zum perfekten Genuss:
Kleiner Tipp: ist die Packung offen, sollte man die Brötchen schnell aufbrauchen, denn sie verschimmeln rasch. Trust me on this one…
Außerdem esse ich relativ viel Skyr und proteinreichen Quark.
Davon ab sind es die üblichen Verdächtigen, die so ziemlich alles mit dem "reich an Protein"-Label auf den Markt schmeißen und auf "Ernährungsbewusste" zielen:
Wenigstens ist hier der Preis halbwegs im Bereich "normaler" Müslis. Bei anderen Produkten wird in meinen Augen unangemessen draufgeschlagen.
Der Hype macht nicht mal vor schnöder Milch halt:
Es gibt aber auch Grenzen, die ich nicht überschreiten werde:
Dieses Zeug werde ich mir allenfalls nach der Apokalypse ins Müsli rühren – und selbst da mag Kannibalismus die attraktivere Alternative sein.
Das soll es für heute gewesen sein. Wir halten fest: die Begriffe Airfryer und Protein sind in den letzten Jahren in den Supermärkten allgegenwärtig geworden. Und es gibt keine Anzeichen, dass sich der Wind wieder dreht.
Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass der Boom der Spritzen-Diät dazu führt, dass weniger Protein gebraucht wird – aber der Airfryer als Fritteuse des neuen Jahrtausends neue Freunde gewinnt.
Wie ist das bei euch? Neumodischer Schnickschnack oder habt ihr spezielle Airfryer / Protein-Produkte, auf die ihr schwört? Tipps? Kritik? Talk to me!

"Dieses Zeug werde ich mir allenfalls nach der Apokalypse ins Müsli rühren – und selbst da mag Kannibalismus die attraktivere Alternative sein."
Pro-Tipp: Wurm-Granola en gros an andere Leute verfüttern und, sobald gut gemästet, die dann essen.
Ansonsten hab ich mich mal von einem Kollegen überreden lassen, statt einer normalen Müllermilch eine Proteinvariante mitzunehmen. Meine Güte, schmeckt das scheiße. Ansonsten lässt mich das Thema auch kalt.
Und auch bei Airfryern kann ich nicht mitreden. Das hab ich gedanklich schon lange zu Fritteuse, Thermomix und diesen Wasseraufsprudeldingsen einsortiert, also unter "ich verstehe mich als Early Adopter der Erkenntnis, dass das Tinnef ist, den die Welt nicht braucht und der irgendwann eh hinten im Schrank endet".
Noch vor ein paar Jahren hätte ich dir zugestimmt – es macht keinen Sinn, sich immer mehr "single purpose machines" in die Küche zu stellen. Aber wir kaufen doch immer wieder neue Sachen und sind dann überrascht und zufrieden. So haben wir seit drei Wochen eine einfache Brotbackmaschine von Tefal. Damit kann man nicht nur leckere Brote extrem einfach selber und frisch backen, sondern auch Haferbrei aufkochen und Joghurt herstellen. Alles unbeaufsichtigt und mit extrem wenig zu putzenden Teilen. Vom Preis/Leistungsverhältnis am meisten bewährt hat sich allerdings der Hemdenbügler (im Grunde ein stationärer Fön mit Aufsatz).
Ich hab nur bügelfreie Hemden. 😉
Und ich denke, mit vielen dieser Gadgets ist das so, dass die schon abliefern. Aber meist ist der spezifische Nutzen so gering, dass viele Leute sich irgendwann nicht mehr die Mühe machen, das Ding aus dem Schrank zu holen.
Sogar der Hype um den Thermomix scheint ja rum zu sein, jedenfalls was Verkaufszahlen angeht. Und das war ja keine Tschibo Saisonware. Ob die Dinger jetzt auch wie viele billigere Gadgets vor ihnen ungenutzt rumstehen, oder ob die meisten Käufer die immer noch eifrig nutzen und der Einbruch daher kommt, dass mittlerweile jeder, der einen wollte, einen hat, wäre mal spannend.
P.S. erzähl vielleicht in nem halben Jahr nochmal, ob die Brotbackmaschine noch immer regelmäßig genutzt wird.
Wir sind da nicht wie viele andere Leute. Pastamaschine mindestens einmal die Woche seit vier Jahren. Ninja Creami jeden zweiten Tag (Eis rein aus Bananen) seit einem Jahr. Aifryer mindestens jeden zweiten Tag (gerade eben wieder) seit zwei Jahren. Hemdenbügler jede Woche seit einem halben Jahr. Die KitchenAid ist bei uns unverzichtbar seit 10 Jahren. Sodastream auch seit einem Jahr. Bisher in zwei Wochen vier Brote gebacken und kein einziges mehr gekauft. Dafür mit der Backmaschine jeden Tag Porridge und Joghurt. Der Gerätepark nervt von der schieren Größe, das stimmt, aber Fakt ist auch: Brot, Pasta, Mineralwasser, Eis, Joghurt, Porridge, Pommes, etc. stellen wir jetzt selber her. Und die Bügelei ist auch vorbei. Ab wann das die Kosten für die Geräte aufgewogen hat, müsste man ausrechnen – aber wir fühlen uns erheblich "wertiger" so. Rechnet man den Kaufpreis gegen den Nutzen, würden wir auf jeden Fall schon bei der Pasta-Maschine, der Brotmaschine, der KitchenAid und dem Hemdenbügler den Daumen hoch geben. Die anderen Geräte sind erheblich mehr Lifestyle und man kann Kosten/Nutzen durchaus in Frage stellen.
Und ein Gerät habe ich noch gar nicht erwähnt, weil es einen eigenen (kleinen) Beitrag rechtfertigt.
Bei mir hat der Airfryer inzwischen den Backofen so gut wie arbeitslos gemacht, es geht schneller, verbraucht dadurch weniger Strom und ist fettärmer (ich besprühe Pommes etc. nicht mit Öl, denn die haben bereits genug Fett an sich und werden auch so knusprig genug). Ich habe einmal, als Novize nach dem Kauf meines ersten Airfryers, irgendwelche "Airfryer-Pommes" ausprobiert (d.h. zu kleine Packung für zuviel Geld) und das Ergebnis war sehr dürftig…kann aber auch daran gelegen haben, dass ich noch keine Erfahrung mit dem Gerät hatte. Ein Produkt, was ich in die Schublade "neumodischer Schnickschnack" bzw. "an der Grenze zum Scam" einsortiere, sind diese Trinkmahlzeiten wie YFood & Co., die ja durch nicht wenige Influencer auf allen Kanälen fleißig beworben werden. Ich habe die selbst mal probiert, als Alternative zur morgendlichen Stulle im Büro, mit dem Fazit: "Boah, schmeckt das Zeug sch…!" Ich habe mehrere Sorten probiert, nicht nur, dass die alle furchtbar lasch und chemisch schmecken, sie machen mich auch nicht mal ansatzweise satt und kosten verboten viel Geld. Dasselbe gilt vermutlich auch für diese sonstigen Influencer-Lieblinge wie Huel etc., die ich aber nicht probiert habe. Dann doch lieber ein Vollkornbrötchen mit Aufschnitt morgens.
Jein. Ich habe gerade erst Mana nachbestellt. Das schmeckt mit einer minimalen Zugabe von Süßstoff sehr lecker, auch in Wasser (da hakt es bei vielen Whey-Shakes). Ich bestreite allerdings auch, dass das eine volle Mahlzeit ersetzt. YFood und das Zeug produziert mir auch zu viel Müll. Selber anmischen ist allemal vorzuziehen. Und ja, der Airfryer hat bei mir auch massiv die Zugabe von Öl und Fett reduziert.
Gerne bedanke ich mich für den Tipp hier von dir mit dem 1:100 Sirup vom Versandhändler. Kannte bisher nur die teuren aus Israel und die für Cocktails/Eis gedachten. Multifrucht zum black friday deal gekauft und die Flasche ist erst halbleer, obwohl ich 2-3 Liter am Tag Trinke.
Gern geschehen. Ich habe gerade Preiselbeer-Limette, aber das schmeckt eher fad.
Ich schwöre auf den Protein Grießpudding von Aldi. Der schmeckt gut, hat nicht zu viele Kalorien (ca. 400 pro Becher) und sattigt genug um eine Mahlzeit zu ersetzen. Grade wenn man in der Gewichtsverlustphase ist, kann das praktisch sein.
Wobei ich sowieso zu der Hardcorefraktion gehöre, die sich im absolut konsequenten Cut nur von Pulvershakes ernährt, weil man da die Kalorien so schön einfach berechnen kann. Da kann ich übrigens Jimmy Joy empfehlen, falls es wen interessiert.
Ansonsten gebe ich dir allerdings recht, dass der Proteinhype absurde Züge angenommen hat. Wobei Ehrmann mit ihrem Kreatin Pudding den Vogel dann richtig abgeschossen haben, weil sie für 1,5g Kreatin in einem "High Protein" Pudding mit 8,7g Proteinen auf 100g fast 10€/kg verlangen.
Zu den Proteinriegeln sei noch gesagt, dass viele den Eiweißgehalt durch minderwertiges Kollagen hoch"schummeln". Das ist m.W. In Maßen nicht so tragisch, wenn man ansonsten eine saubere Proteinzufuhr hat. Man sollte diesen Fakt aber im Hinterkopf behalten und sich nicht zu sehr auf die Riegel als Proteinquelle verlassen.
Spannende Einsichten, danke. Grießpudding ist – glaube ich – nicht so meins.
Ich schwöre auf den Schoko-Grießpudding von Milbona (Lidl).
82 kcal/100 g.
Mich schüttelt schon das Wort "Grieß", aber gut – ich werde den morgen mal kaufen und selber testen.
Also zum Würmerpulver nur kurz ein Erfahrungsbericht: Es gab mal einen Burgerstand, der hat daraus seine Pattys gemacht. Wir haben uns durchgerungen und fünft einen – nicht je (!) – Burger gekauft, um zu testen. Das war erstaunlich gut. Hinterher noch mit dem Besitzer ein bisschen geschnackt, der ubs getrocknete Viecher vor der Pulverisierung gegeben hat: Ein bissel trocken, aber sehr nussig. Ich bin überzeugt, wenn die Denkblockade, das Kopfkino, fällt, ist das ein valider Fleischersatz und würde gut ankommen. Aber das erste Mal kostet halt sehr Überwindung. "Würmer" klingt halt eklig.
Seien wir ehrlich: ich habe das auch nur des Effekts wegen geschrieben. Ich hätte absolut keine Probleme, das zu essen.
Ich warte auf Lebensmittel mit zugefügtem Abnehmmedikament. Sollte das möglich und günstig sein gibt es keine dicke Menschen mehr. Und die Junk-Food-Industrie hat ein Problem.
Ich verstehe den Airfryer-Hype in den USA, bei deren riesigen Öfen mit schwacher Stromversorgung dauert das Aufheizen noch mal deutlich länger als bei uns. Ob das in Deutschland so dringend ist? Klar, gerade für kleine Portionen eine Zeitersparnis, aber nicht so extrem wie dort.
In Irland sah ich mal einen Doppelbackofen, der eine Garraum war deutlich kleiner und damit sehr schnell auf Temperatur – ich nehme an das wird auf lange Sicht in Einbauküchen ankommen, dass man sich das Zusatzgerät auf dem Tresen spart und das gleiche Ergebnis in der Wand hat.
Es gibt noch andere Vorteile: Die Geräte sind kleiner und verbrauchen signifikant weniger Energie. Und die gesamte Schublade kann man einfach kopfüber in die Spülmaschine stellen, was die Reinigung vereinfacht. Letztlich: Airfryer für 50 Euro, den man bei jedem Umzug mitnehmen kann – oder Backofen für 500 Euro, der immer geliefert und eingebaut werden muss? Das ist natürlich nur die EINE Seite, klar.