18
Apr. 2026

Fantasy Filmfest Nights 2026 Berlin (6): ROSEBUSH PRUNING

Themen: FF Nights 2026, Film, TV & Presse |

Deutschland, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich 2026. Regie: Karim Aïnouz. Darsteller: Elle Fanning, Callum Turner, Pamela Anderson, Riley Keough, Jamie Bell, Lukas Gage, Tracy Letts, Elena Anaya u.a.

Offizielle Synopsis: Eine wohlhabende, aber zutiefst dysfunktionale amerikanische Familie, die abgeschieden in einer luxuriösen Villa in Spanien lebt. Nach dem mysteriösen Tod der Mutter bleiben die Geschwister Jack, Ed, Anna und Robert unter der Kontrolle ihres blinden Vaters zurück.

Als Jack plant, mit seiner Freundin auszuziehen, brechen lange unterdrückte Spannungen innerhalb der Familie auf. Gleichzeitig beginnt Ed, verborgene Wahrheiten über den Tod der Mutter aufzudecken. Während Geheimnisse ans Licht kommen und Beziehungen zerbrechen, stürzt die ohnehin fragile Familienstruktur ins Chaos und legt verstörende Dynamiken offen, die von Reichtum, Unterdrückung und psychischer Instabilität geprägt sind.

Kritik: Ein Film über reiche, moralisch korrupte Arschlöcher, die sich wie reiche, moralisch korrupte Arschlöcher verhalten, und am Ende die verdiente Strafe finden, dass man schon allein dafür klatschen möchte.

Klar, ich könnte das alles differenzierter ausdrücken. Ich könnte wie die Veranstalter den großartigen Cast loben, in dem Pamela Anderson wieder eine verdiente Charakter-Rolle findet und man womöglich schon mal den neuen James Bond in Designer-Klamotten in Augenschein nehmen kann. Interessenten für die Brüste von Elle Fanning kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Sammler von Nahaufnahmen griechischer Geschlechtsteile.

Edle Häuser, edle Autos, edle Klamotten, niedere Instinkte.

Referenziert das den italienischen Film der 60er à la Pasolini, wie Rainer Stefan mutig ankündigte? Ist das Designer-Kino, an dessen Dekadenz man sich besaufen kann? Wird hier dem reichen Müßiggang die amoralische Maske vom Gesicht gerissen?

Es ist mir unfassbar egal. Es ist mir so egal, dass ich nicht mal drüber schreiben mag. Ich wiederhole mich einfach noch mal selbst: Ein Film über reiche, moralisch korrupte Arschlöcher, die sich wie reiche, moralisch korrupte Arschlöcher verhalten, und am Ende die verdiente Strafe finden, dass man schon allein dafür klatschen möchte.

Möge jeder Leser damit tun, was er will.

Fazit: Unfassbar eitles Designer-Melodram, das nicht halb so smart, so tief, so entlarvend, so schockierend ist, wie es in jeder Szene zu glauben scheint. Ein "circle jerk" für Festival-Besucher, die sich bei der Afterparty gegenseitig versichern, wie wahnsinnig viel Ahnung sie von Film haben. 4 von 10 Punkten ausschließlich für die technische Expertise und den Cast. 

S-Man sieht das so: Ich weiß nicht, was mir der Künstler sagen wollte. Ich weiß nur, dass ich heute ohne Zähneputzen ins Bett gehe.

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2 Kommentare
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heino
18. April, 2026 10:22

Ich fand den auch sehr unterwältigend. Niemand in diesem Streifen ist ein Mensch, dem ich je begegnen möchte, der Streifen braucht unglaublich lang, um überhaupt in die Gänge zu kommen und nimmt auch dann kein Tempo auf, und die Geschichten mit den Wölfen und der Ursache für Daddys Blindheit sind so unfassbar bescheuert, dass es scheppert. Der Film ist genauso dumm, hohl und oberflächlich wie fie Familie, von der er erzählt. Und der Voice over ist auch extrem nervig

Marcus
20. April, 2026 15:40

So dringend will ich die Brüste von Elle Fanning jetzt auch wieder nicht sehen.

Bis hierher liest sich dieser FFFN-Jahrgang wie echt hartes Brot….