Fantasy Filmfest Nights 2026 Berlin (17): MUM, I’M ALIEN PREGNANT
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Offizielle Synopsis: Jedes Mal, wenn sich Mary gerade mit ihrem Anime-Sciencefiction-Porno entspannt, platzt die geschwätzige Mutter herein – und natürlich endet der Schleudergang des Wäschetrockners zum genau falschen Zeitpunkt. Frustlevel: galaktisch. Da kommt ihr der Sohn der neuen Nachbarin gerade recht: Boos Mutter wurde einst von Außerirdischen entführt und er ist das Ergebnis. Sein Penis und die übergroßen Testikel mögen auf den ersten Blick befremdlich wirken, aber irgendwie auch cool. Schließlich hat Mary eine Schwäche für Sex mit Aliens. Zumindest in Comics. Und so kommt es schließlich, wie es kommen muss: Das extraterrestrische Sperma schießt unvermittelt durch den Raum und trifft ins Schwarze. Die Pille danach entfruchtet nicht und die absonderlichste Schwangerschaft der Filmgeschichte nimmt ihren Lauf, samt skeptischer Ärzte, besserwisserischer Mütter, überforderten werdenden Vater, explodierenden Brüsten und jeder Menge Körperflüssigkeiten.
Kritik: Aber der hier! Komm! Abschlussfilm! Neuseeland! Comedy ohne Rücksicht auf Verluste! Splatter im Dienste platter Pointen! Komm MUM, I’M ALIEN PREGNANT, reiße es raus! Bring das Festival Fähnchen schwenkenden über die Zielgerade! Wir zählen auf dich!
Ähhh… nein. Auch diese Low Budget-Komödie, die ihr Geld primär in Schleimbeutel und Alien-Eier steckt, macht keine Anstalten, die generelle Lethargie der diesjährigen Fantasy Filmfest Nights aufzubrechen.
Hier wird wirklich gar nichts erzählt. Mary ist ein lebensuntaugliche Totalversagerin, die am liebsten den ganzen Tag Süßigkeiten frisst und zu Tentakel-Animes masturbiert. Sie kann nix, sie will nix, sie wird nix. Die Schwangerschaft durch den Penis des Nachbarsohns ändert daran auch nix. Wenn die diversen Abtreibungsversuche nicht greifen, kann man die Leibesfrucht ja auch post partum einfach ignorieren.
Denn wahrlich, die Botschaft lautet: die Generation von heute ist für nix verantwortlich und darf auch für nix verantwortlich gemacht werden. Jede Erwartung ist Unterdrückung, freie Entfaltung bedeutet vielmehr umfassende Faulenzerei auf Kosten von Staat und Familie.
Dass das letztlich keinen stimmigen Film ergibt, ist klar, aber den Machern auch erkennbar egal, denn in der vorgestellten Videobotschaft erklärten "Thunderlips", dass es ihnen primär darum ging, den Horror der Schwangerschaft und das mangelnde Verständnis für Schwangere anzuprangern.
Ladies and Gentleman, es ist kein Junge, kein Mädchen, kein Alien. Es ist… eine Metapher! Ich wollte durch die Leinwand greifen für einen "bitch slap".
Und ja, ich unterstelle, dass die Macher des Films ihren Duo-Namen "Thunderlips" natürlich aus dem deutschen Fernsehen geklaut haben:
BILD DES TAGES
Hätte ich zum Festival meine Brille vergessen – es hätte sich Ersatz gefunden:
Meine Güte, was war denn das für ein Jahrgang. Zum Kopp-in-den-Gasofen-legen. Dieses Mal hast du dich wirklich für uns geopfert, wie mir scheint.
Ja, dieses Jahr kam ich mir vor wie der Kanarienvogel im Bergwerk.
Trotzdem ziehst du das bis zum Ende durch, jedes Jahr aufs neue wieder?
Trotzdem nervst du jedes Jahr aufs neue wieder?
Bitte um Entschuldigung, sollte nicht nervig rüber kommen. Finde es toll wie du das immer wieder durchstehst und uns auf tolle Weise damit unterhälst. Teilweise sind deine Kritiken unterhaltsamer als die Filme.
Dieses Jahrt bin ich tatsächlich NICHT traurig, dass ich es wieder nicht zu den Nights geschafft hab….
Auch dieses Jahr wieder, scheint es als ob die Festivalveranstalter die Fantasyfilmfreunde und eigentlich auch das Motto ihres eigenen Festivals abgrundtief hassen müssen. Es muss doch noch viele andere neben dir geben, die die aktuelle Filmauwahl der letzten Jahre so öffentlich kritisieren. Und was sind das für Leute die die Filme gut und auch passend zum Festival finden. Ich weiss noch als ich zum FFF gegangen bin, war gerade die disskusion ob die harten Asia Actionfilme da mit reingehören. Aber die waren ja wenigstens unterhaltend.
Tja, das ist wie mit über die Preise schimpfenden Fußballfans. So lange die Leute trotzdem hingehen, haben die Veranstalter ja keinen Grund, etwas an ihrem Konzept zu verändern
Naja, wer "trotzdem" hin geht, für den ist der Schmerz wohl noch nicht schlimm genug. Ich geh nicht mehr hin, gebe allerdings zu das dies auch daran liegt das ich spät abends keine Filme mehr sehen kann, weil ich da sofort einschlafe. Und leider werden einige der Filme die mich interessiert hätten halt auf den späteren Programmplätzen gezeigt. Ein anderes Argument ist einfach das Geld. Im Schnitt hatte ich in den vergangenen Jahren nicht mehr den Spaß, den Kartenpreise, Verpflegung und Anreise rechtfertigen würden.
Danke, Du sprichst zumindest mir schon mal aus tiefster Seele. Ja, ICH kritisiere (in einem Forum) die Filmauswahl "öffentlich", bekomme da aber auch viel Gegenwind von Leuten denen diese Filmauswahl tatsächlich gefällt. Ich war seit 1993 dabei, kann also "mitreden". Alles was Wortvogel schreibt kann ich nur unterstreichen.
"Jede Erwartung ist Unterdrückung…"
Herrlich. Für solche Bonmots schätzt man den Wortvogel seit nunmehr, was, 30 Jahren?
Du bist ein großartiger Schreiber. Danke für deine Arbeiten.