Fantasy Filmfest Nights 2026 Berlin (16): GOOD BOY – WIR WOLLEN NUR DEIN BESTES
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Offizielle Synopsis: „The City is mine!“ grölt der aufgeladene 19-jährige Tommy, bekannt für seine brutalen Internetvideos, nach einer hemmungslosen Clubnacht, bevor er auf der Straße zusammenbricht. Am nächsten Morgen wacht er angekettet in einem Keller auf. Seine Entführer entpuppen sich als eine scheinbar völlig normale Spießbürger-Familie. Doch was haben diese Psychos – der eiserne Kontrolle ausübende Chris, seine fragile Frau Katherine und Sohn Jonathan – mit dem gespenstisch festgefrorenen Lächeln mit Tommy vor? Dem wütenden jungen Mann steht eine bittere Lektion bevor und seine Schreie kann in dem idyllischen Landsitz fernab der Stadt niemand hören.
Kritik: Vor 15 Jahren habe ich Jan Komasas SUICIDE ROOM hinter den Stall geführt und mit einer rhetorischen Schrotflinte von seinem Leid erlöst. Dass ausgerechnet er nun mit einem englischsprachigen und hochkarätig besetzen Familienthriller wieder in Erscheinung tritt, ist eine Überraschung – und sogar eine freudige.
GOOD BOY ist ein Film über den Versuch einer Deprogrammierung. Tough love für den Drecksack mit der fehlenden Impulskontrolle. Jane Austin statt LSD, Tischmanieren statt Kneipenprügeleien. Aber was genau will die Familie eigentlich?
Das ist bunt, ruhig, und mit Konzentration in Szene gesetzt und lebt von den schrägen Charakteren, deren Background wir nie erfahren. Sie leben alle im Hier und Jetzt und müssen einen Weg finden, sich das Leben nicht zur Hölle zu machen.
Natürlich kann man kritisieren, dass GOOD BOY nicht ausreichend eskaliert, dass er sich damit zufrieden gibt, seinen Weg von A nach B ohne Abkürzungen oder Schlenker zu gehen. Dass er sich nicht konsequent genug für einen Blickwinkel entscheidet. Damit würde man aber auch die Message des Film kritisieren, dass der Mensch letztlich auch dann ein Produkt seiner Umwelt ist, wenn er sich diese nicht selbst wählen kann – oder gerade deshalb?
Ich bin nicht sicher, ob ich mit dem Ende konform gehe. Es ist folgerichtig, entspricht in meinen Augen aber einer Ideologie, die ich gleichzeitig beruhigend und verstörend finde. Der Mensch ist schließlich kein Hund, der lediglich eine ordentliche Erziehung braucht. Oder doch?
Egal. Ich mahne immer an, dass die Filme beim FFF zu oft den Unterhaltungswert vermissen lassen. Das ist bei GOOD BOY definitiv nicht der Fall.
BILD DES TAGES
Worüber sich der Berliner so alles aufregt…
Der ist seit gestern auf Prime streambar, da werde ich Mal zugreifen
Das ist wohl der "andere" Good Boy.
Der normale Kinostart ist scheinbar 4.6