19
Apr. 2026

Fantasy Filmfest Nights 2026 Berlin (12): WHISTLE

Themen: FF Nights 2026, Film, TV & Presse |

Kanada, Irland 2025. Regie: Corin Hardy. Darsteller: Dafne Keen, Sophie Nélisse, Sky Yang, Jhaleil Swaby, Ali Skovbye, Nick Frost u.a.

Offizielle Synopsis: Der Fund eines geheimnisvollen Artefakts setzt eine Kette blutiger Ereignisse an der Pellington High in Gang. Die uralte aztekische Totenpfeife hält einen Fluch gefangen. Wer sie bläst, ist zu einem furchtbaren Tod verdammt, wie auch alle anderen, die den markerschütternden Schrei des Instruments hören. Die neue Mitschülerin Chrys, die gerade bei ihrem Cousin Rel eingezogen ist, hofft, den Spuk gemeinsam mit der sympathischen Ellie zu stoppen. Doch für einige aus ihrer Clique kommt die Rettung längst zu spät.

Kritik: Der hier ist bis auf die Knochen für das Fantasy Filmfest gemacht – ein Hommage an den Highschool-Horror der Post-SCREAM-Ära der Jahrtausendwende, geschrieben vom Autor von FOLLOW und BLOOD FEST, inszeniert vom Regisseur von THE HALLOW – der exakt so hipsterig aussieht, wie ich ihn mir vorgestellt habe:

Nun muss man auch eitlen Durchpausern besserer Vorbilder die Chance geben, sich zu entwickeln – den Vicious Brothers ist es ja auch gelungen, einen eigenen Stil und einen eigenen Standard zu finden.

Es hilft, dass WHISTLE wirklich überzeugend gespielt, gut inszeniert und mit sehr anständigen Effekten ausgestattet ist – Shudder hat hier ausnahmsweise mal keine (?) Kosten gescheut und eine Produktion gestemmt, die vor ein paar Jahren noch einen deutlich größeren Kino-Release bekommen hätte.

Ich hadere nicht mit dem Mythos der Azteken-Pfeife, die den Tod verfrüht zu denen bringt, die sie hören – das hat Elemente von FINAL DESTINATION und URBAN LEGEND, bringt okkulten Grusel an eine durch und durch typische Highschool. Klischees existieren, weil sie funktionieren.

Immer wieder gern genommen: hübsch blutig inszenierte Kills, bei denen keine Details ausgelassen werden und der Zuschauer lernt, in Zeitlupe zu kreischen.

Ein bisschen negativ "überrascht" hat mich Dafne Keen, Wolverines Tochter aus LOGAN und DEADPOOL VS. WOLVERINE – sie setzt erheblich zu sehr auf ihren gothic Charme (early Winona Ryder) und schaut primär depri-distanziert in die Gegend. Das war mir nicht genug, vor allem nicht bei einem Film, der seinen Darstellern sowieso nicht wirklich viel abverlangt.

Insgesamt kann man WHISTLE schon empfehlen und gerade diese Sorte klar positionierter Horrorfilm ist für das Fantasy Filmfest notwendiges Blut. Im Lande der Blinden ist dieser Einäugige König – mit Krönchen. Aber angesichts des betriebenen Aufwands hätte man noch ein paar frische Ideen einbringen können/müssen.

Fazit: Ein hoch professionell inszenierter und schick anzusehender Remix der Horror-Trends des Jahrtausendwechsels, der allerdings über die präzise Rekonstruktion der Vorbilder kaum etwas zu sagen hat und für echte Fans auch keine Überraschungen bietet. Als solides "best of" für Nachzügler aber immer noch 7 von 10 Punkten.

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3 Kommentare
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Alex
19. April, 2026 12:07

Deine Bewertung kann ich mir nur damit erklären, das Du in den letzten Tagen überwiegend Salz hast fressen müssen und wenn dann ENDLICH mal ein Horrorfilm (wie von früher! Aber natürlich wieder MIT Lesben!) kommt, dann sticht der raus. "In the kingdom of the blind, the one-eyed is king". Ich fand den so RICHTIG besch…

lostNerd
19. April, 2026 18:48

Ich glaub ich weiß, was ich mir dieses Jahr selbst zum Geburtstag schenke.

Der Film klingt auch ganz nett…

Marcus
20. April, 2026 15:57

Das hier ist bis jetzt der erste FFFN-Film dieses Jahr, der mich interessiert, aber den zu bringen ist seitens Rosebud eine Null-Leistung, weil sie hier keine Perle für uns entdeckt haben. Der kommt in zwei Wochen eh regulär in die Kinos.