2good2go – The Berlin Experience
Themen: Diet Diary, FF Nights 2026 |Disclaimer: Die folgenden Food-Fotos sind mit KI nachbearbeitet, aber nur, um die allgemeine Bildstimmung etwas gefälliger zu halten und die teilweise hanebüchenen Umstände der Entstehung zu verschleiern. Im Fall von S-Man musste die Retusche auch noch zur Aufhübschung ran – den kann ich euch ja sonst nicht zumuten.
Eigentlich wollte ich mich beim Fantasy Filmfest in Berlin wieder streng an meine Fastenvorgaben halten. Aber das ist erwartungsgemäß schwer, denn man hat im Kino den ganzen Tag zu viel Zeit, um an Essen zu denken – oder zu essen.
Stattdessen verfiel ich auf eine ganz andere Idee. Ich hatte ja vor ein paar Wochen geschrieben, dass sich die gepriesene "Resteverwertungs-App" toogoodtogo gerade in wuseligen Großstädten lohnt, wo viele Restaurants und Hotels froh sind, wenn sie zum Feierabend Überraschungstüten an den Mann bringen können.
Der Plan demnach: schauen, ob ich mich während des Festivals komplett über 2g2g durchschlagen kann, ohne nennenswerte Abstriche zu machen. Was sind die Vorteile, wo hakt es, was hat sich als untauglich erwiesen?
Das hier ist mein Protokoll von Donnerstag nachmittag bis Montag Mittag…
Weil S-Man mich drei der vier Tage begleitet hat, wollte ich natürlich auch immer mal wieder was für ihn parat halten. Von den Dunkin Donuts-Tüten hatte ich schon in München Gutes gehört, denn bei denen lässt sich der Warenwert perfekt berechnen – für 5,90 Euro bekamen wir sechs massive Donuts, die in einer Kombi-Box normalerweise 15,90 Euro kosten:
S-Man war erkennbar zufrieden – wir Schleckermäuler vom Treffpunkt Zoo:
Fakt ist natürlich: auch zu zweit schafft man die sechs Donuts nicht, ohne sich selbst zu bestrafen. Die Donuts 3-6 kamen in eine Frischhaltebox aufs Hotelzimmer, wo sie mir noch gute Dienste leisten sollten.
Zum Auftakt des ersten Großkampftages wollte ich mir was gönnen. Rund um den Kudamm bieten viele Hotels Frühstücksboxen an – warum nicht gleich das legendäre und mondäne Waldorf-Astoria? Da wollte ich schon immer mal rein.
In der Tat: ein tolles Haus. Das Personal perfekt geschult. Ein netter Mitarbeiter händigte mir im Frühstückssaal eine von sechs fertig gepackten Boxen aus. 3,50 Euro für ein Frühstück, das Walter Moers "frugal, aber erlesen" nennen würde.
Mein Urteil? Lecker und auch sehr frisch, aber nicht signifikant besser als vergleichbare Boxen anderer preiswerterer Hotels. Keine Ahnung, was ich erwartet habe. Dass man Margarine beigepackt hat, fand ich sehr rücksichtsvoll.
Getränke sind über 2g2g nur selten zu bekommen, weil sie nicht so schnell schlecht werden und auch am nächsten Tag noch verkauft werden können. Eine Ausnahme bildete der Bubble Tea eines Filialisten am Treffpunkt Zoo. Wir bekamen zwei große Becher (ohne eigene Auswahl) für 6 Euro, das entspricht dem halben Preis:
Was soll ich sagen? Es ist Bubble Tea. Bin ich kein Fan von. Aber das ist nicht die Schuld des Bubble Teas. Ein okayes Angebot, wenn man es mag.
Am nächsten Tag war dann Starbucks dran. Ich würde mich freuen, wenn andere Filialisten (McDonalds, Motel One, Five Guys) sich an dem System beteiligen würden. Tatsächlich kann man sich für 6,09 Euro wahrlich nicht beschweren und wir Mannsbilder hatten im Kino ordentlich was zu mampfen:
Für das nächste Frühstück wählte ich das sehr gut bewertete Hotel Lindner am Kudamm aus. Auch hier waren die Angestellten super freundlich und gaben mir nicht das Gefühl, Bittsteller zu sein. An der Box für 4 Euro – die es auch "in vegetarisch" gibt – konnte ich mir ordentlich den Bauch vollschlagen:
Ich notiere mental: In Zukunft immer ein kleines Tütchen Salz dabei haben, denn Rührei und Hash Browns sind gerne mal komplett ungewürzt. Wirklich warm war das Essen auch nicht, aber bei 4 Euro werde ich mich nicht beschweren.
Beschweren kann ich mich aber über Go Pizza. Zuerst einmal mussten wir mehr als zwei Kilometer latschen. Dann dauerte es ewig, bis wir die Filiale in der Ubahn-Station fanden. Zuerst denkt man, für 3,49 Euro ist keine Klage angebracht:
Nur: Die Scheiben sind alle eiskalt und damit praktisch ungenießbar. So etwas kann man nur ordern, wenn man es mit nach Hause nimmt und in die Mikrowelle oder den Airfryer schmeißt. Oder wenn man bekifft und es deshalb egal ist.
Als nächstes Testobjekt buchte ich eine Box (meistens eine Tüte) bei Le Crobag. Es zeigt sich, dass es auch immer auf den Mitarbeiter ankommt. Ich musste den Kollegen hinter dem Tresen stoppen, damit er mir nicht die halbe Auslage in mehrere Tüten packt. Das hier wurde uns für 3,99 Euro mitgegeben:
Es war in meinem Interesse, eine möglichst große Bandbreite zu testen. Ich tue das doch alles nur für euch! Darum wäre jetzt The Visit Coffee für 3,99 Euro dran gewesen. Aber ein paar Stunden vor Abholung stornierte das Café – es war schlicht ausverkauft. Finde ich gut und gönne ich ihnen.
Also doch noch mal Starbucks für 4,80 Euro in einer größeren Filiale:
Zwei pain au chocolat und zwei Bagel mit Pastrami, Käse und Coleslaw, wenn ich das richtig identifiziere. Besondere Pluspunkte für das Angebot des Mitarbeiters, alles selbstverständlich noch mal frisch aufzubacken. Vorbildlich!
Der Tag der Abfahrt. Ich hatte unvorsichtigerweise ein relativ weit entferntes Hotel am Kaufhaus des Westens "gebucht", weil man sich hier am Büffet selber bedienen kann. Das wollte ich mal probieren. Leider regnete es und es war scheißkalt. Ich biss mich durch. Mama raised no coward. Das Scandic Hotel belohnte mich mit dem Zugriff auf das gesamte warme und kalte Büffet. Einzige explizite Ausnahme: verpackte laktosefreie Ware.
Ich gönnte mir was und bereute die 5,99 Euro wahrlich nicht:
Essen konnte ich die noch angenehm warmen Speisen problemlos vor dem Hotel im Raucherbereich, wo es Stühle und Tische hatte.
Die LvA bittet immer darum, dass ich ihr von meinen Reisen was mitbringe und da wollte ich mich natürlich nicht lumpen lassen. Eine elegante Pappschachtel voller Leckereien der Patisserie des Hotels Adlon wurde vorsichtig in den Zug gewuchtet. Damit kann man einen ganzen Kindergeburtstag beglücken:
Am Hauptbahnhof in Berlin ging es dann nur noch darum, mich mit Reiseproviant einzudecken. Der englische Filialist Costa Coffee bot eine Box für 4,15 Euro an, wobei ich sogar noch den Muffin selber auswählen durfte:
Damit waren die 4 Stunden ICE Sprinter kein Problem. Es wurden fünf Stunden, aber das ist eine andere Geschichte – I could tell you, but then I’d have to kill you.
Zeit für den Kassensturz.
Insgesamt 11 Aktionen für insgesamt 53,91 Euro und damit durschnittlich 4,90 Euro pro Aktion. Eine Absage, ein Totalausfall (Pizza). Ich habe so viel Geld gespart, dass es das Upgrade von der Kapsel ins "richtige" Hotel gegenfinanziert.
Mein Fazit? Es klappt. Nicht nur ausreichend, nicht nur gut – sensationell. Im Rahmen eines solchen Festivals und in einer so lebendigen Gegend wie rund um die Gedächtniskirche ist die Auswahl wahrlich groß: morgens Frühstück von den Hotels, nachmittags Cookies & Kuchen, abends indisch essen, ein Stück Pizza, oder herzhafte Bagels.
Es gibt ein paar überschaubare Einschränkungen, denn auch 2g2g ist kein Wunschkonzert: warmes Essen ist manchmal kalt, das Abholfenster kann sich mit den Filmen überschneiden, Pizza gibt es meist erst nach Mitternacht, Besteck und Salz sollte man im Zweifelsfall dabei haben, ebenso Getränke. Der Großteil des Angebots besteht aus Backwaren, auf Pommes sollte man nicht hoffen.
Gierig sein lohnt nicht. Wenn die Tüte immer praller wird, ist es durchaus angebracht, den übereifrigen Mitarbeiter mit einem freundlichen "lass mal gut sein, Meister" zu bremsen. Stornierungen können vorkommen.
Wer nicht bereit ist, in Sachen Auswahl, Zeitfenster oder Location Kompromisse zu machen, sollte auf die Nutzung der App verzichten. Je flexibler man ist, desto mehr kann man von dem Konzept profitieren.
Zu sagen, ich sei zufrieden, würde es nicht treffen. Ich bin geradezu pubertär begeistert. Solange es das Fantasy Filmfest und 2g2g gibt, gehören beide für mich künftig zusammen. Da habe ich kein schlechtes Gewissen.
Ja, war ein großer Spaß und durchaus beeindruckend. Danke dafür!
Wurgs. Es mag ja kostengünstig gewesen sein, aber das ist mehr an Brot und Backwaren als ich im QUARTAL esse. Da würde ich durchdrehen, ohne Fleisch, Fisch, gute Salate, usw. Ich bin halt auch so gar kein "Brotler", macht mich weder satt noch glücklich wenn es öfters als 2 x die Woche sein muss, kommt mir sonst sofort aus den Ohren raus. Wenn auf dem Fantasy Filmfest unterwegs, dann wurden in der Vergangenheit immer Filme ausgelassen um während dieser Zeit die Lokale in der Umgebung zu erkunden und ordentlich zu essen. Das war im "Budget" mit eingeplant, da Hotel nicht notwendig. Aber, wie schon mal gesagt, dieses 2good2go Ding finde ich trotzdem gut.
"Wenn auf dem Fantasy Filmfest unterwegs, dann wurden in der Vergangenheit immer Filme ausgelassen um während dieser Zeit die Lokale in der Umgebung zu erkunden und ordentlich zu essen." – das geht bei mir schlicht nicht, da die Aufgabenstellung lautet, ALLE Filme zu sehen. Ist keine Frage des Budgets.
Gerade zum ersten Mal ausprobiert. So viele Brötchen, Croissants und es wurde vor Ort noch nachgelegt. Eins war mit Mozzarella und Tomate belegt. Dafür zahlt man alleine schon 4€.
Cool.
Wenn du mal den Theatiner in den fünf Höfen mit 2g2g ansteuerst: Bei rund 10+ Bestellungen über die letzten Jahre habe ich noch nicht einmal ein Lächeln oder andere Nettigkeiten bekommen. 'Bittsteller' wäre da noch ein Upgrade.
Spannend war auch die Firma, die ihre dubiosen Nahrungsergänzungsmittel aus dem Wohnzimmer als "Reste" deklarierten. Aber insgesamt hat sich das alles sehr gut professionalisiert in den letzten Jahren, und auch im europäischen Ausland gut für einen Snack am Nachmittag. Großer Fan und ich verstehe einfach nicht, dass es so wenige nutzen.
Faszinierend – ich hatte nicht eine auch nur neutrale Interaktion. IMMER nett, selbst in der größten Hektik. Samstag bin ich in der Stadt, vielleicht teste ich das mit den Fünf Höfen mal.
Nach dem Gesetz der Serie müsstest du jetzt eine unfassbar freundliche Mitarbeiterin bekommen – so oder so, lass es dir schmecken!