Warum mich das deutsche Kino ankotzt – Christian Lukas aber nicht
Themen: Film, TV & Presse |Ich habe vor auch schon wieder dreieinhalb Jahren ausführlich erklärt, warum bei den meisten deutschen "Filmen" (using the term loosely) schon die Inhaltsangabe reicht, um mich abwinken zu lassen. Ich finde deutschen Humor selten lustig, deutsche Romantic Comedy selten erfrischend, und deutsche Action selten…
Es nervt mich, dass wir augenscheinlich nur zehn Darsteller für Hauptrollen und zehn Darsteller für Nebenrollen haben, dass "high concept" hierzulande niemanden schert, und dass mehr auf die für die Förderung notwendige Zuteilung von diversen Nebenrollen Wert gelegt wird als auf die Story.
Gestern spülte ein Newsletter wieder einen Streifen an mir vorbei, den ich nicht nur nicht sehen will – ich will mir eine Kinokarte kaufen und dann nicht reingehen, um meinen Protest öffentlich zu machen. Ich möchte es zu einem Ritual machen, den Film an jedem Advent wieder nicht zu schauen. Ich will vor Freunden beim Bier protzen, dass ich den Film bestimmt schon fünfzehn Mal nicht geschaut habe, zuletzt sogar auf Blu-ray.
Was ein Film leisten muss, um eine derartige a priori-Ablehnung zu provozieren?
Fangen wir damit an, dass der Streifen ALLEGRO PASTELL heißt, was ich ungefähr so prätentiös und abstoßend finde wie AXOLOTL ROADKILL. Das sind Titel, die Zuschauer nicht anziehen, sondern abschrecken sollen. Titel, die in Kombination mit einem derart freudlosen Poster vom Kino fernhalten:
Und ja, die "tagline" heißt allen Ernstes "Germany’s next lovestory".
Der Protagonist dieser Liebesgeschichte heißt Jerome.
Damit bin ich schon raus. Ist mir völlig egal, ob sich dahinter der nächste LOLA RENNT oder SCHNEEFLÖCKCHEN verbirgt. Das muss ohne den Wortvogel gehen.
Es geht aber noch schlimmer: Die Inhaltsangabe klingt, als wäre sie von einer bekifften KI verfasst – und beschwört den Geist des deutschen Problemkinos der 70er, in dem Gefühle immer gleich Zustände waren und der Mensch ein getriebenes Wesen in kalten Zeiten. Film nicht als Geschichte, sondern als (abrechnende, politische, intellektuelle) Bestandsaufnahme.
ALLEGRO PASTELL erzählt von einer Liebe im Schwebezustand – kühl beobachtet und doch zutiefst berührend. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Leif Randt zeichnet der Film das Porträt von Tanja und Jerome, zwei Figuren Anfang dreißig, gefangen zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Drang nach Unabhängigkeit. In einer spezifischen urbanen Blase und kurz vor den großen globalen Umbrüchen unserer Zeit entfaltet sich ein Gefühl, das Randt „vorauseilende Wehmut“ nennt: die leise Ahnung, dass selbst das vermeintlich Gegenwärtige bereits zur Erinnerung wird.
Es liest sich, als würde der Film mit einem Doppel-Suizid enden.
Das ist keine Inhaltsangabe, das ist eine katastrophale Überschätzung der eigenen Wichtigkeit, der Versuch, an einen Kindergeburtstags-Ballon eine Gondel zu hängen, um damit zum Mond zu fliegen. "eine spezifische urbane Blase", "vorauseilende Wehmut", "das vermeintlich Gegenwärtige". Entlarvend finde ich dabei, dass die beiden Protagonisten nonchalant zu "Figuren" abgewertet werden.
Der Verleih hält das allen Ernstes für
"ein zeitdiagnostisches Liebesdrama, das lange nachhallt."
Wenn man Sprache misshandeln kann, sollte jemand angezeigt werden:
Getragen wird dies von einem intensiven Schauspielprozess mit Jannis Niewöhner und Syl Faligant, einer bewusst distanzierten, oft statischen Bildsprache sowie einer sorgfältig komponierten Pastell-Ästhetik, die innere Zustände über Oberflächen, Farben und Materialien erzählt. Der Soundtrack – zwischen elektronischer Melancholie, ironischem Eurodance und zeitgenössischem Pop – verankert den Film fest in Berlin und Frankfurt der späten 2010er-Jahre.
Nun können gute Autoren auch den schlechtesten Stoff retten. Christian Lukas ist so einer. Er hat die obige Inhaltsangabe als Herausforderung angenommen, ALLEGRO PASTELL im zweiten Akt herum zu reißen. Ich verneige mich in Erfurt:
Doch für Tanja wird diese Wehmut an einem regnerischen Dienstag im Co-Working-Space plötzlich greifbar – als kalter Solinger Stahl in ihrer Manteltasche. Während Jerome noch über die Unverbindlichkeit ihrer polyamoren Dynamik referiert, erkennt Tanja, dass die wahre Unabhängigkeit nicht im Verzicht auf Bindung liegt, sondern im endgültigen Durchtrennen von Lebenslinien.
Sie beginnt bei ihrem Achtsamkeits-Coach. Jener Frau, die ihr jahrelang eingeredet hat, dass man Sinnlosigkeit einfach „wegatmen“ könne. Als ihr Blut auf das teure Leinenkissen tropft, spürt Tanja zum ersten Mal seit Jahren kein flüchtiges „Gefühl von Gegenwart“, sondern die reine, physische Realität. Tanja entschließt sich zum radikalen Bruch mit allen, die ihr vorgeblich das Leben erklärten. Und ihr persönliches Telefonbuch hat viele Seiten.
Mit DIESER Fortführung der Handlung würde ich den Film anschauen. Wir halten fest: es sitzen die falschen Leute an den Fleischtöpfen.
Ist der "Promo-Text" KI oder schlichte Selbstüberschätzung? Sehe ich das wieder zu verbohrt, weil ich ein zynischer alter Mann bin, der gerne Sachen runtermacht, die er gar nicht gesehen hat? Muss ich mich ins Kino zwingen, um Abbitte zu leisten, um den deutschen Film zu unterstützen, den ich in dieser Form nur auf dem Friedhof besuchen möchte?
Das ist die Inhaltsangabe? Das klingt mehr wie die hochtrabende Interpretation eines Kritikers, der sich selbst für verkannt hält. Das klingt danach, als hätte man einen Film rund um die Message gemacht. Das klingt nach Film als technisches Handwerk und nicht nach Lust am Erzählen. Das klingt danach, als hätte jemand kompromisslos mit kritikresistent verwechselt. Das klingt nach einem Bekanntenkreis, der "voll wichtig, dass das mal einer macht" sagt.
Und hier hat sich ein Tippfehler eingeschlichen: "Ich verneige mich in Erfurth" – die Stadt schreibt man ohne h.
Der Promo-Text könnte KI sein, klingt aber auch nach der verkopften Schreibe, die inzwischen die Kulturkreise dominiert – und die für mich inzwischen Sinnbild einer Wagenburg-Mentalität ist: weil man eh niemanden außerhalb der Bubble erreicht, schreibt/kuratiert/dreht/arbeitet man nur noch ausschließlich für diese Bubble.
Ist ja auch bequemer und einfacher, wenn man die sehr enge Zielgruppe gleich direkt umreissen kann und auf sie hin produziert. Solange wie 100 deutsche Großststadt-Tiktoker hinterher sagen, dass das "so relatable" ist, ist inzwischen eh alles okay.
Sich zu überlegen, wie man eventuell Nischenstoffe für die Allgemeinheit zugänglich und Partikularerzählungen für die Mehrheit nachvollziehbar machen könnte, würde bedeuten, dass man Ambitionen und einen Anspruch an Vermittelbarkeit haben müsste. Aber ist halt nicht mehr. Wagenburg eben.
"Vermittelbarkeit" ist in diesem Kontext ein schönes Wort. Das nehme ich in mein Arsenal auf.
Das klingt nach etwas, das mein Deutschlehrer in der Oberstufe gefeiert hätte wie Effie Briest, inklusive erzwungener Ansicht und Kursarbeit über die schwebende Leere.
Klare Abschreckung.
In den Film geht man, weil man muss um weiter Avantgarde zu sein
Leif Randt: "Allegro Pastell" – Statusmeldungen der Befindlichkeit
Deutschlandfunk Kultur
Leif Randts Roman „Allegro Pastell“ ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Unser Kritiker kann das nicht nachvollziehen: Er zeigt sich enttäuscht von dieser unverbindlichen Liebesgeschichte zwischen coolen Menschen um die 30.
Achtung Spoiler:
Immerhin steht bei Jerome am Ende der Wechsel von der ästhetizistischen zur ethischen Lebensweise an, denn er wird Vater, allerdings mit einer anderen Frau als Tanja.
(Endstille: Was für eine Lovestory :))
Dass er nun erst einmal eine Power-Point-Präsentation pro und contra Kind erstellt, ist witzig. Überhaupt liest sich dieses im Ganzen enttäuschende Buch mitunter wie eine langatmige Satire auf ein von ernsthaften Konflikten verschontes und an zu viel Selbstbeobachtung leidendes Wohlstandsmilieu.
"ein von ernsthaften Konflikten verschontes und an zu viel Selbstbeobachtung leidendes Wohlstandsmilieu" – ich möchte dem Autor dieser Zeile die Hand schütteln.
Ich auch.
Ich sehe mir ja auch selten deutsche Filme an (meist aus den von dir genannten Gründen), aber ab und an ist doch eine kleine Perle wie "Das Lehrerzimmer" dazwischen. Dieser Streifen hier würde mich aber auch nicht interessieren, schon allein, weil "statische Bildsprache" nach extrem viel Langeweile klingt. Und der restliche Text macht dann endgültig den Deckel drauf
"Statische Bildsprache" erinnert mich an das FFF vor einigen Jahren, als der irgendwie sympathisch verpeilte Regisseur von "Figaro’s Wölfe" (passend hierzu, auch ein deutsches Werk) zum Q&A da war und erzählt hat, wie schlimm stressig die einzige Szene des Films, die indoors spielt, zu drehen war, weil man ja erstmal gucken muss, wo man mit so wenig Platz überhaupt die Kamera und das Licht hinstellen kann. 🤣
Was ich erst vor ein paar Tagen wieder gelesen habe.
Der Trailer spricht mich auch nicht an, weil er aussieht, als würde der Film nicht verstehen, was der Roman möchte und auch schafft.
"ein von ernsthaften Konflikten verschontes und an zu viel Selbstbeobachtung leidendes Wohlstandsmilieu" ist tatsächlich das Thema von allen Büchern Randts – eines davon spielt auch im Weltraum – und er denkt das als Autor immer mit.
Es geht ihm gerade um diese Leere und die Abwesenheit von Konflikten und was das mit den Figuren macht. Kann man natürlich dramaturgisch zweifelhaft und insgesamt blöd finden – würde ich auch, würde ich nur diese alberne Inhaltsbeschreibung kennen.
Aber man tut mit dieser Verkürzung dem Autor und seinen Büchern, besonders "Schimmernder Dunst über Cobycounty", Unrecht. Er ist sich dem bewusst und macht das zum Thema, was beim Lesen großen Spaß macht. Ob das Konfliktlose auch als Film funktioniert, da habe ich erhebliche Zweifel. Weil es als Film dann eben doch eine "Germany next Lovestory" wäre.
"Kann man natürlich dramaturgisch zweifelhaft und insgesamt blöd finden" – genau. Deine eigene Meinung in Ehren, aber ich bevorzuge Geschichten, in denen etwas passiert, in denen die Figuren mit Inhalt gefüllt sind, in der ich einen Hauch der Realität spüre, wie ich sie kenne.
Find ich in dem Fall zwar genau so blöd (und die Inhaltsangabe ist auf jeden Fall daneben), aber dass der Film nun mal so ist, wie er ist, hat ja auch was mit der Vorlage zu tun. Dass der deutsche Film sich mehr trauen soll, bleibt ja unbestritten, aber wenn sie nun mal unbedingt einen Roman von Leif Randt verfilmen wollen, wird es ziemlich schwer, daraus ein Action-Epos zu zimmern.
Das Ding wird vermutlich immer verkopfte Belletristik für die Leinwand bleiben, auch weil ich glaube, dass man Randt und sein Konzept des "post pragmatic joy" nicht so einfach aus dem Feuilleton reißen und in Filmsprache gießen kann. Kann mich auch irren, aber das hat ja schon bei den anderen Postpragmatikern nicht geklappt und ist dann eben doch mehr was für die Matcha-Tee-Runde mit Jeromes Namensvettern im Friedrichshainer Altbau. Was wiederum exactly the point ist …
Allerdings, eins kann man dem Film tatsächlich nicht anlasten: Die Lovestory-Tagline leitet genauso auch den Klappentext des Romans ein und ist vermutlich eine Erfindung von Kiepenheuer & Witsch, die sich die Filmemacher einfach mal ausgeborgt haben.
Alles korrekte Anmerkungen, aber wir kritisieren hier primär den Verleihtext, nicht den Film. Und wenn man die Kritik vom DLF liest, scheint der Roman auch schon nicht der Bringer gewesen zu sein.
Wobei man da ehrlicherweise sagen muss, dass da der DLF eher der einsame Rufer in der Wüste war. Ich lese Randt und seine Mitstreiter (Kracht & Co.) auch nicht, weil es einfach nicht mein Geschmack ist, aber ehrlicherweise lastet der Kritiker dem Buch genau die Kunstgriffe an, die diese eher eigenwillige literarische Strömung erst dazu machen.
Sei’s drum, ins Kino lockt der Film mich auch nicht, und darum ging es ja in deinem Beitrag.
"Die wollen das so" ist für mich keine legitime Verteidigung.
Ist es ja auch nicht. Aber bei einem Actionfilm beschwere ich mich ja auch nicht über exzessiven Schusswaffengebrauch. 😉
"Actionfilm" ist ein Genre, keine qualitative Einordnung.
Post-Pop auch.
Für mich ist das eine Stilrichtung, kein Genre.
Gerne d’accord hier. 😉
Dann eben konkretisiert: Man kann den Roman kritisieren, aber nicht den Gebrauch der Stilelemente, die diesen Stil erst definieren.
D’accord. Aber ich darf durchaus diese Stilrichtung scheiße finden, und auch einzelne Werke dieser Stilrichtung. Denn: ich bin ein Fan von Kracht und Stuckrad-Barre.
Auf jeden Fall.
Das Gesamtwerk von Kracht ist größer als Faserland und Eurotrash, so extrem konfliktscheu und Bionadebiedermeier ist eher der Randt.
Na dann.
Bei dem US Box Office frage ich mich immer, ob das Publikum schuld ist, daß es nur praktisch nur mehr Filmen basierend auf bekannten IPs gibt, weil alles andere gnadenlos absäuft. Ist der Zustand des deutschen Kinos ebenfalls dem Publikum geschuldet, das etwa die FJG-Filmreihe zum Publikumserfolg gemacht hat?
"Der Tiger" fand ich letztens nicht schlecht, den kann man durchaus auch als "high concept" bezeichnen, aber Sachen um den 1. und 2. Weltkrieg herum kann das deutsche Kino. Was man auch als Fluch sehen kann, weil immer nur das eine Thema beackert wird, wenn man Auszeichnungen abstauben will.
Film selber habe ich nicht geguckt,
aber den kompletten Youtube-Beitrag (47 min.) vom Panzermuseum über deren Beratung, evtl. kennt man es noch nicht, wenn doch, sorry 🙂
Die Beratung von Amazons Film "Der Tiger" durch das DPM – hat es etwas gebracht? [SSP068]
Das Panzermuseum hat zusammen mit einigen anderen Experten den Film während seiner Entstehung beraten. Wie läuft das? Was wird wie kritisiert? Was wird angenommen, was wird abgelehnt – und warum? Dieses Video erzählt aus der Praxis einer historischen Beratung.
Das führt endgültig zu weit vom Thema weg.
FJG sagt mir ketzt nichts, aber ich glaube schon, dass das deutsche Publikum bestimmte Erwartungen daran hat, was ein deutscher Film können soll und was nicht. Action, Thriller, Horror etc. erfordern einen stärkeren suspend of disbelief, da gelingt es seltener, so einen Stoff in Deutschland zu erden, vielleicht weil man unbewusst den Abstand des amerikanischen Kulturkreises sucht, um tiefer in die Welt abtauchen zu können. Zumindest im Mainstream, Ausreißer gibt es ja immer wieder, aber gefühlt akzeptiert der Zuschauer hierzulande am ehesten heimische Komödien, gerne mit der immer gleichen Besetzung und im spätestens seit KEINOHRHASEN immer gleichen Look, so wie es der Wortvogel oben im Text ja auch schon angemerkt hat.
Auf der anderen Seite sind ja Kinderfilme, von denen gefühlt jeder einzelne locker über die Ticketmillion springt, das zweite große Erfolgsthema im heimischen Kino – und hier würde ich schon die IP als Erfolgsbasis sehen. Bei Kindern funktioniert das ja recht zuverlässig.
Die Frage ist durchaus interessant, woher diese sehr deutsche Form von Film kommt. Ich selber neige zu der Ansicht, dass der Neue Deutsche Film, die Filmförderung, und das öffentlich-rechtliche Fernsehen hier eine unheilige Allianz eingegangen sind.
Sorry, mit FJG meinte ich die "Fack ju göhte"-Reihe. Ich tu mir ehrlich gesagt immer schwer, den Titel richtig falsch zu schreiben.
Ich habe auch nicht verstanden, warum Allegro Pastell ein Bestseller und so gehypt wurde. Aber es ist konsequent, daraus ein Film zu machen.
Ich glaube, es braucht nur ein paar wohlgesonnene Personen in Schlüsselpositionen, um einen Bestseller zu generieren.
Der letzte deutsche Film, den ich herausragend fand, ist ROTER HIMMEL von Christian Petzold. Sein neuer, MIROIRS NO.3 gab mir nix. Hatte aber wieder gute Kritiken. Ich finde, Chabrol hätte ihn drehen sollen.
Man kann aber auch einfach mal innehalten und sich freuen, dass Till Schweiger keiner dieser zehn Darsteller mehr ist..!
Till Schweiger ist drei von den zehn, drei weitere sind Schweighöfer. Bleiben vier. Lauterbach, Herbst, M’Barek und ein Joker.
Echt?! Gefühlt, so im Vergleich zu den 10er-Jahren, nehme ich den derzeit viel weniger wahr. Dann nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.
Natürlich ist der Schweiger aktuell weniger präsent. Selbstverschuldet.
Also mal einen Blick auf Til Schweigers IMDB geworfen: In deutschen Filmen – und das hat mich etwas überrascht – ist er in letzter Zeit (Manta Manta 2, Das Beste kommt noch) bzw kommend (Cafe am Rande der Welt) Star und Regisseur gleichzeitig. Ansonsten halt noch eine Latte an internationalen Produktionen (wenn ich das richtig sehe sogar ein paar russische Filme), die sich auf dem direct to DVD/streaming Niveau oder drunter bewegen.
Das war’s halt – die große internationale Karriere ist es nie geworden, in Hollywood hat es nur zum stummen Henchman gereicht. Schweighöfer dürfte auch wieder großteils in Deutschland arbeiten und übern Teich den Bedarf an Deutschen dann Brühl und Waltz abdecken…
Der Joker ist dann Eidinger. Einen Fuß im Arthousekino brauchen wir schliesslich auch noch. 😉
Ich binge mich gerade durch die alten Derricks durch.
Da waren es gefühlt 20 Schauspieler, die in Rotation alle Rollen besetzten. Wenigstens durften sie die ganze Breite von Opfer-Kretin-Mastermin-Industrielle(r)-Arbeiter(in)-Prostituierte/Zuhälter-Nachbar darstellen
Wolf Roth! Pierre Franckh! Sky Dumont!
Es gab mMn mal Ende der Nullerjahre einen Hoffnungsschimmer im dt. Film. Innerhalb kurzer Zeit kamen u.a. "Die Tür" und "Wir sind die Nacht" auf den Markt, und beide wurden zu Flops an der Kinokasse. In den Jahren danach wurde "high concept"-Vorschlägen, der nicht schon bei Produzenten gekillt wurde, in Redaktionen und Filmförderungen das Scheitern dieser Filme als Negativbeispiel "vorgehalten": "Das deutsche Publikum will von deutschen Filmen den soliden Krimi, vielleicht mal einen Thriller, aber sonst nur die Komödie."
Ich fand die "Tür" allerdings auch ziemlich schlecht umgesetzt, sehr unentschlossen zwischen Arthouse und Kommerz. Und "Wir sind die Nacht" kam zu einem Zeitpunkt, als andere Länder das eben schon längst besser gemacht haben. Hight Concept war der jetzt eher nicht.
Man muss bei "high concept" ja ohnehin in D schwere Abstriche machen. Sowas wie "Everything Everywhere…" würde hier ja nie durch die Förderung kommen. Da ist jeder Genrestoff mit Verstand schon ein Glücksfall.
Ich bin nicht sicher, ob das stimmt – oder ob wir uns nur damit abgefunden haben.
„ChatGPT, analysiere mein Letterboxd-Profil und erstelle ein Plakat für einen Film, der mir garniert nicht gefällt!“
Danke für diesen Rant! „ Der Protagonist dieser Liebesgeschichte heißt Jerome.“ Da musste ich laut lachen. Da weiß man echt schön alles.
„Es nervt mich, dass wir augenscheinlich nur zehn Darsteller für Hauptrollen und zehn Darsteller für Nebenrollen haben“
da gehören die beiden hier aber nicht dazu, nie gehört oder gesehen ( mag an mir liegen…)
Niewöhner war der grottige Siegfried in HAGEN IM TAL DER NIBELUNGEN.
Es wird nicht genug thematisiert, wie unsagbar hässlich das Postermotiv ist. Schon doof, wenn der Filmtitel die Farbpalette vorgibt und es dann auch noch die lappigste Farbe auf dem Farbrad ist.
Pastell ist wirklich aufregend und sexy.