Videotheken-Schätze: Best of the Best
Themen: Film, TV & Presse, Neues |Ich wollte an dieser Stelle meine Trailer-Schau eigentlich mit dem Genre Fantasy abschließen, aber es zeigt sich, dass ich nicht genug bemerkenswerte, aber kaum bekannte Filme aus dem Segment gesehen habe, um das zu rechtfertigen.
Stattdessen gibt es nun eine Übersicht über die Filme, die mich prägten – sowohl die besten als auch die wegweisenden.
Ich glaube, meine Erstsichtung von DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C war der Auslöser meiner lebenslangen Liebe zur Science Fiction. Damit meine ich nicht Monster und Raumschiffe, sondern SF im Sinne von philosophischen Konzepten, von Betrachtungen der "conditio humana". Das Ende hat mich damals zutiefst beeindruckt, weil es Hoffnung vermittelt, ohne ein Happy End zu sein.
Ich war nie ein großer Western-Fan und am spießbürgerlichen Cowboy & Indianer-Kitsch der Karl May-Verfilmungen habe ich primär die großartige Titelmusik und Lex Barker genossen, der mein Bild davon prägte, wie der perfekte Mann auszusehen hat. Allerdings lässt sich nicht bestreiten, dass der Tod von Winnetou in WINNETOU 3 mich Mitte der 70er derart mitgenommen hat, dass ich den Film bis heute nicht mal aus Zufall wieder sehen möchte:
Über den brasilianischen Filmemacher José Mojica Marins habe ich zuerst in amerikanischen Fanzines gelesen, wo er unter dem despektierlichen Namen "Coffin Joe" vermarktet wurde. Erst Anfang der 2000er bin ich dazu gekommen, seine Hauptwerke AT MIDNIGHT I’LL TAKE YOUR SOUL und THIS NIGHT I’LL POSSESS YOUR CORPSE zu sichten. Alder, was für ein Brett:
Der Mann hat eine derart eigene filmische Sprache und eine derart wuchtige Weltsicht, dass man den Hut ziehen muss. Kunst, aber von der besten Sorte.
Auf Harry Kümel bin ich erst vor knapp einem Jahr gestoßen und ich werde weitere Werke von ihm zeitnah in Angriff nehmen. BLUT AN DEN LIPPEN ist magisches Kino, hypnotisch, am besten in einem kleinen dunklen Saal genossen, in Gesellschaft von Fremden, die einem ein wenig unheimlich erscheinen:
Wie Marins, wie Kümel – Jodorowsky ist ein Ausnahme-Künstler, den man jeder neuen Generation aufzwingen sollte, damit sie erkennt, zu was Kino in der Lage ist. Viele Leute halten den existenzialistischen Western EL TOPO für sein Meisterwerk, aber ich gestehe, dass mich MONTANA SACRA seinerzeit noch mehr aus der Kurve getragen hat. Kunst als Macht der Vision:
Machen wir uns nichts vor: es ist erstmal der Prolog, der den Zuschauer in WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN hinein zieht. Eine hypnotische Inszenierung und ein Venedig, das wie eine in Watte gepackte Zwischenwelt wirkt, in der die Protagonisten keinen Ausweg finden. Einer von vielen Beweisen auf dieser Liste, dass Kino vor der Blockbuster-Ära nach ganz anderen Maßstäben funktionierte:
Ein seltsamer Hybrid aus Anspruchskino und Unterhaltungs-SF, der eine heute leicht angestaubte Öko-Mär mit herausragenden Effekten erzählt und nicht nur wegen des Soundtracks von Joan Baez (!) ein absolutes Kind seiner Zeit ist. Zur Sichtung von SILENT RUNNING sollte man auch unbedingt das hervorragende "Making of" addieren – übrigens das erste moderne "Making of" überhaupt:
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme: PHASE IV ist bis heute einer der effektivsten Tierhorror-Filme, was auch, aber nicht nur an den unfassbaren Nahaufnahmen der Ameisen von Ken Middleham liegt. Mich begeistert die abstrakte, so gar nicht als klassische Heldengeschichte erzählte Inszenierung – und es wundert mich nicht, dass vor ein paar Jahren ein als verschollen geltendes alternatives Ende aufgetaucht ist:
Ich bin kein großer Fan von Polanski, was auch daran liegen mag, dass ich gar nicht so viele seiner Filme gesehen habe – TANZ DER VAMPIRE fand ich immer albern und THE NINTH GATE zerbrach irgendwann in der zweiten Hälfte. Aber DER MIETER ist ein Meisterwerk, ein verstörende Studie über den mentalen Zerfall, hervorragend erzählt und zum Ende hin grausam in seiner Konsequenz:
Als jemand, der jahrelang im Journalismus gearbeitet hat, war die liberale Prägung der 70er Jahre wichtig. Filme wie DIE UNBESTECHLICHEN, aber auch Serien wie LOU GRANT zeigten mir, dass man als Journalist die höchsten Maßstäbe an sich selbst anlegen muss – und immer einen Tippgeber in der Tiefgarage haben sollte:
Nochmal Dustin Hoffman. DER MARATHON-MANN ist einer dieser gnadenlosen Paranoia-Thriller, die wohl in keinem Jahrzehnt so perfektioniert wurden wie in den 70ern (siehe auch PARALLAX VIEW, THE CONVERSATION und THREE DAYS OF THE CONDOR). "Is it safe"? It isn’t. Wer hier keine lebenslange Angst vor dem Zahnarzt bekommt, ist innerlich schon tot:
Über weite Strecken ist SCHRECKEN DER MEDUSA ein langsamer, mäandernder Krimi, in dem ein Kommissar ein Attentat auf einen Schriftsteller aufzuklären versucht. Die Lösung des Falls ist dann allerdings so schockierend wie das Ende – ich war seinerzeit massiv geflasht. Klassisches Schauspieler-Kino mit großen Stars:
Ich war 10 und auf einmal schien alles möglich:
Die "new wave" des australischen Kinos habe ich erst Anfang des neuen Jahrtausends entdeckt – vieles davon hat mich nicht abgeholt (PICNIC AT HANGING ROCK, THE LAST WAVE). Aber LONG WEEKEND entpuppte sich als fast schon philosophische Meditation über den destruktiven weißen Mann in einer Welt, in der er nichts zu suchen hat. Ein exzellentes Double Feature mit THE SURFER:
Ja, das hier ist kein "großes Kino" im Sinne von "große Kunst". Aber STAR TREK II ist perfekter Kommerz und war für mich unendlich wichtig als Beweis, dass die Franchise mehr Saft hat als die alten Episoden aus den 60ern. Noch vor TNG bewies das Konzept eine Wandlungsfähigkeit nicht nur im Bezug auf den Zeitgeist, sondern das zu bespielende Medium. STAR TREK II war keine TV-Serie, die Kino spielte – er war Kino. Mindestens zehn Mal gesehen. Wird wieder Zeit.
Auch TRON ist sicher nach den strengen Maßstäben der Filmkritik kein "guter" Film – aber er war unfassbar bahnbrechend und hat mir als C64-Nerd die Augen geöffnet, was mit den Computern vielleicht noch alles auf uns zu kommt. Ich zitiere mich einfach mal selbst:
Man kann Dinge nicht zweimal zum ersten Mal sehen. TRON war in seiner Ära ein singuläres Erlebnis, hat uns den Blick in eine völlig neue Welt geöffnet. Heute weiß jeder von Cyberspace und Viren, von Programmen und Usern. Das ist wie bei STAR WARS 1978: Danach werden die Raumschiffe vielleicht schicker und größer – aber man vergisst nie den wahren Zauber des ersten Mals.
Neben allen Spektakelfilmen, mit denen ich meine Zeit rumbringe, genieße ich auch stillere Streifen, die den Menschen in seiner Absurdität als normal rehabilitieren. LOCAL HERO ist dafür ein sehr gutes Beispiel – und wahrlich: "Happer is a motherfucker".
DAS FLIEGENDE AUGE (der Titel gefällt mir besser als das Original BLUE THUNDER) ist ein weiterer Schlüsselfilm. Der in meinen Augen erste perfekte Actionfilm der neuen Ära. Fettfrei, aufwändig, kritisch, mit großartigen handgemachten Verfolgungsjagden und der richtigen Mischung aus Pathos und Männerhumor. Es hat später größere, lautere, buntere und lustigere Filme gegeben – die grandiose Effizienz von DAS FLIEGENDE AUGE bleibt unübertroffen.
Der nächste Schlüsselfilm. STRASSEN IST FLAMMEN ist "style over substance", leidet realistisch gesehen am mangelnden Charisma der beiden Hauptfiguren und hat nicht mal einen nennenswerten zweiten Akt für seine dünne Story. Aber der pumpende Soundtrack, die hypnotischen Bilder, und die bedingungslose Mythologisierung seiner Welt machen ihn zu genau dem, was er im Vorspann ankündigt: "a rock’n’roll fable". Kino der neuen Zeit, MTV und MIAMI VICE.
Ich war auf Klassenfahrt in Berlin und habe mir BRAZIL eher aus Langeweile im Europa-Center angesehen. Terry Gilliam kannte ich von den Pythons und erwartete daher eine Komödie. Was ich bekam, war eine Variation von 1984 und Kafkas DER PROZESS, berstend mit Ideen, Effekten und atemberaubenden Bildern. Ein Film, der Terry Gilliam aus dem Stand zu einem meiner Lieblingsregisseure machte – eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe.
Ich kannte den ersten ALIEN von Kassette und fand ihn hervor-, aber nicht herausragend. Ein exzellent inszenierter Horrorschocker in einem SF-Setting. Von ALIENS erwartete ich "more of the same" – und war nicht vorbereitet auf das, was James Cameron mir um die Ohren hauen würde. Horror, Action, Science Fiction, Drama – alles auf 11 und mit einer Wucht, die mich förmlich in den Kinosessel presste. Man mag Camerons spätere Filme für perfekter und relevanter halten, aber in meinen Augen bleiben TERMINATOR und ALIENS seine Meisterwerke:
Ich bin immer noch baff, wie relativ lautlos ANGEL HEART aus den Listen der "most relevant movies of the 80s" verschwunden ist. Der war für uns damals ein riesen Ding – ein "erwachsener" Horrorfilm/Film Noir-Hybrid (Horrorfilm Noir?), der weder auf billige Effekte noch auf die Klischees des Genres setzte. De Niro und ein Micky Rourke auf dem zu frühen Höhepunkt seiner Karriere zeigen, was Horror kann, wenn man ihn ernst nimmt.
Hier kann man wie bei WINNETOU 3 sagen "klar war der unterhaltsam, aber wirklich gut war der nicht". Aber damit würde man zuerst einmal ausblenden, dass BLOODSPORT im Genre der Turnier-Kampffilme tatsächlich das vermutlich beste Pferd im Stall ist – und dass er das Genre überhaupt erst etabliert hat (von Vorläufern wie ENTER THE DRAGON mal abgesehen). Ohne BLOODSPORT hätte das gesamte Programm der Videotheken bis in die späten 90er komplett anders ausgesehen. Noch wichtiger ist: das war abzusehen für jeden, der den Film Ende der 80er erstsichtete. Nicht bloß ein Klopperstreifen – eine Kampfansage:
Neben HARRY UND SALLY der Film, den ich in den 90ern am meisten geschaut habe. Ich habe ihn jeder neuen Freundin förmlich aufgedrängt und mein Urteil über sie durchaus von ihrer Reaktion abhängig gemacht. FELD DER TRÄUME ist sentimental, emotional, rührend – und doch ganz Männerfilm. Ein Pflaster für alle, die keine Gelegenheit hatten, mit ihren Vätern rechtzeitig Frieden zu schließen:
Karlheinz Dewi. *1943. +1990. If you build it, they will come.
Schlagt mich und gebt mir Tiernamen – HARRY UND SALLY ist mein Film für die einsame Insel oder den Atombunker. Ich habe ihn bestimmt mehr als 30 mal gesehen – und ich bin kein Freund von "repeat viewings". Er hat nicht nur die urbane romantische Komödie jenseits von Woody Allen neu definiert – er hat das Leben des modernen Großstädters mit einer solchen Perfektion eingefangen, dass er auch 37 Jahre später noch für praktisch jede Lebenssituation den richtigen Moment spiegelt. Wer böse sein will, kann darauf verweisen, dass wir diesem Film auch FRIENDS und SEX AND THE CITY "verdanken".
Dass man über einen so großartigen Film auch heute noch dummes Zeug schreiben kann, beweist mal wieder DER SPIEGEL.
Wieder ein Schlüsselfilm. Weekend of Fear-Festival in Nürnberg. Späte Nacht. Irgendein Hongkong-Actionfilm. Keine Ahnung. Ich bin müde – und nach zehn Minuten wieder hellwach. John Woo is in da house! THE KILLER hat die Tür zu einer neuen Welt geöffnet und "heroic bloodshed" wurde ein gefragtes Attribut:
Es ist leicht, einen zynischen und brutalen Film zu drehen, besonders wenn man Harvey Keitel als Hauptdarsteller hat. Aber BAD LIEUTENANT ist so viel mehr. Eine schmerzhafte Reise in die Ausweglosigkeit, der ultimative Anti-Held einer neuen Ära, mit der entleerten Hoffnung auf gar nichts mehr außer… Hoffnung. Für mich das perfekte Double Feature mit (get this) GET CARTER.
Leichtere Kost. PETER’S FRIENDS ist eine melancholische Komödie über das Älterwerden, der BIG CHILL für die britische Comedy-Blase, mit einer heute fast unglaublich anmutenden Besetzung: Hugh Laurie, Stephen Fry, Kenneth Branagh, Emma Thompson, Rita Rudner, und Imelda Staunton.
Weil wir alle ein bisschen in Emma Thompson verliebt waren, könnte man an dieser Stelle auch noch DAS LANGE ELEND oder VIEL LÄRM UM NICHTS nennen.
Es ist der Sommer 1992. Die erste perfekte Zeit in meinem Leben. Eigene Wohnung, gut bezahlter Job, Auto, Freundin – und so unfassbar viele geile Termine in meinem Filofax: Pressevorführungen, Premieren, PR-Reisen, Promi-Interviews. Ich bin gesegnet. In dieser Woche stehen nur zwei Screenings an, beide von Nachwuchs-Regisseuren, deren Namen mir nichts sagen. Egal. Besser als im Büro rumsitzen.
MAN BITES DOG ist wie ein Bier ins Gesicht und eine glühende Zigarette auf dem Handrücken – er schafft es in seltener Perfektion, zynisch und albern zu sein, brutal und von der eigenen Brutalität schockiert. Benoît Poelvoorde hat danach erheblich zu lange gebraucht, um sich als herausragender Schauspieler zu etablieren:
Ich denke, dass damit die Woche schon ihr Highlight hatte und erzähle überall begeistert von diesem räudigen kleinen Film. Den zweiten Film der Woche nehme ich dann mit begrenzten Erwartungen mit. Die Luft an der Spitze ist dünn. Was soll nach MAN BITES DOG schon kommen?
Es kommt RESERVOIR DOGS:
Quentin Tarantino. Hollywood hat eine neue Stimme. Und jeder, der an diesem Tag im Neuen Arena in der Hans Sachs-Straße sitzt, hat sie gehört.
Ihr bemerkt vielleicht eine kuriose Lücke: keine "Lieblingsfilme" von 1992 bis 2001. Ausgerechnet die Jahre, in denen ich als Redakteur mehr Filme angeschaut habe als jemals zuvor oder danach. Das mag daran liegen, dass ich nicht genug überlegt habe. Oder es liegt daran, dass mich Film in den 90ern zwar begeistern, aber nur noch selten prägen konnte.
Mit Kino mag es es sich wie mit Musik verhalten: der Geschmack wird in den Jahren von 14 bis 21 zementiert. Danach wird nur noch ergänzt und angepasst.
Ich möchte aber nicht zu zynisch klingen: auch die 90er hatten ihre Highlights, die ich nicht mal ausschließlich im Kino gesehen habe. So war es eine Präsentation eines VFX-Teams an der TU in Berlin, die mir die Augen für die Möglichkeiten der modernen CGI geöffnet hat. Dort stellten die Cracks der Branche u.a. ihre Arbeit an TERMINATOR 2 vor – und an DIE MASKE. Die Jim Carrey-Komödie schenkte der Welt nicht nur Cameron Diaz, sondern auch die Erkenntnis, dass das Zeitalter angebrochen war, in dem endgültig alles visualisiert werden konnte. No limits.
Ich weiß auch noch, wie ich mit Florian Breitsameter aus MATRIX kam – darüber habe ich zum vierten Teil bereits ausführlich geschrieben.
Den ungerechtfertigt vergessenen CQ finde ich als Hommage and die Euro-Spionage/Superhelden-Comicfilme der 60er für sich genommen schon grandios. Was ihn aber zu einem Meilenstein macht, ist die DVD. Der Film spielt auf mehreren Ebenen als "Film im Film", baut aus Fragmenten neue Teile, spielt in einer Welt, die nicht weniger fiktiv ist als der Film, der in ihr gedreht wird. Die DVD greift das auf und behandelt die Welt von CQ als genau so real wie den Fake-Film DRAGONFLY und seinen abgebrochenen Vorgänger. Die DVD ist damit das "extended universe" von CQ und einer der wenigen Beweise, wie viel mehr das Format sein konnte als bloß ein Sammelbecken für Audiokommentare, Tonspuren, Biographien, Making ofs und Bildergalerien.
Und damit nähern wir uns auch schon dem Ende. Wenn ich zurück blicke auf die letzten 25 Jahre, dann haben mich viele Filme begeistert, gerührt, aufgeregt. Aber geprägt? Die Zeit mag vorbei sein. Ich würde bestenfalls noch Schocker wie THE EX-DRUMMER, WE ARE THE FLESH und (stellvertretend hier) ENTER THE VOID nennen, die meine Kritiker-Rüstung durchschlugen und mich ins Herz trafen.
Aber das ist okay. Jede Generation hat ihre Filme und ich bin – wie wir alle mehr oder weniger – ein Kind meiner Zeit. Andererseits: Ich bin schon froh, nicht in einer Ära aufgewachsen zu sein, in der das Kino dominiert wurde von TWILIGHT, 50 SHADES OF GREY, FAST & FURIOUS, und den vier Mega-Franchisern Marvel, DC, Star Wars und Star Trek.
Das wäre mir vermutlich zu wenig gewesen. Und zu viel. Und zu leer.
Ich habe sicher viele Filme vergessen. Und ich werde mich ärgern, wenn sie mir in den nächsten Wochen wieder einfallen. Aber such is life.
Und ihr? Welche Kino-Momente bleiben für euch unvergesslich?
Sehr hübscher "walk down Memory Lane". Mit vielem gehe ich d’accord, nicht dass das für deine persönliche Bestenliste relevant ist. Aber zwei Einwürfe gönn ich mir: BLUT AN DEN LIPPEN hätte mir gefallen sollen, vielleicht sogar müssen. Hat mich aber fast tödlich gelangweilt. Und Respekt für CQ: ein Film, von dem ich noch nicht mal gehört habe.
Und wenn man schonmal eingeladen ist, hier meine Filme für die einsame Insel ("Kino-Momente" sind die meisten nicht, Ungnade der späten Geburt):
(Wo sich die Frage "Original oder Remake" stellt – immer Original).
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD
PULP FICTION
THE BIG LEBOWSKI
GHOSTBUSTERS
BATMAN
BATMAN BEGINS
RAIDERS OF THE LOST ARK
ADAMS ÄPFEL
THE KENTUCKY FRIED MOVIE
LADY SNOWBLOOD
MURDER AT THE ORIENT EXPRESS
Und weil für mich Horror das ist, was für dich Sci-Fi ist, hier meine Horrorfilme für die einsame Insel:
ALIEN
THE FOG
HALLOWEEN
SUSPIRIA
THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE
CARRIE
ANGEL HEART
THE HAUNTING
BRAM STOKER’S DRACULA (jaa, ich weiß… 😉 )
DRACULA – PRINCE OF DARKNESS
BLACK SABBATH
Eine Liste, die dich mir (wieder mal) sympathisch macht.
Schöner Artikel!
Aliens – war DER Film für mich. Monster, Raumschiffe, Soldaten mir übergroßen Waffen – Der Laderoboter Fight – mehr geht nicht. Schade, dass Cameron diese Art von Action – mit dem doppelten Finale Twist, den er schon bei den Terminator 1 und später bei 2 – nie wieder gemacht hat.
Halloween 4 – mein erster Kontakt mir der Reihe.
Alien 1
Terminator 1
Quatermain 1+2 – unzählige oft gesehen. Vielleicht wegen Stone.
Big Trouble in China.
The Fog
Nightmare on Elm Street.
Savior – mit Dennis Quaid. Ein Faustschlag in den Magen zum Thema Krieg.
Tolle Auswahl, die ich als 69er-Jahrgang gut nachvollziehen kann.Von CQ hatte ich allerdings noch nie gehört, da muss ich mal stöbern.
Was mich aber triggert, sind die alten Karl-May-Verfilmungen wie hier "Winnetou III". "Der Schatz im Silbersee" steht auf meiner Top Ten meiner Guilty Pleasures an der Spitze (dicht gefolgt von der dritten Staffel von Star Trek:Picard, Sorry dafür.). Das muss wohl tatsächlich kindliche Prägung sein, ist wohl so ein bisschen wie das Kindergericht, dass Mutti zum Trost kochte, wenn man als Kind schlecht drauf war und das man im reifen Alter noch heimlich, still und leise anrührt, wenn man schlecht drauf ist. Bei den Erstausstrahlungen im Fernsehen war ich natürlich in einem zugänglichen Alter, und die jugoslawischen Landschaften untermalt von Martin Böttchers legendärem Soundtrack waren perfekt für die erste Farbfernseherfahrung. Natürlich hat es seinen guten Grund, dass der "Humor" in amerikanischen Fassungen herausgeschnitten wurde. Götz George,Vollblutschauspieler mit Bedürfnis nach Herausforderungen, hat sich über den Erfolg der "Kinderfilme" in denen er mitwirkte, in Interviews mokiert. Und es gibt allerlei Gründe zum Fremdschämen. Aber Harald Reinl konnte die Action gut in Szene setzen, Lex Barker ist der US-Schauspieler, "der deutscher aussieht als jeder Deutsche" und das ganze sieht nach Kino und nicht nach TV aus.
Meine prägendsten Kino-Erfahrungen fanden in den 80- und 90er Jahren statt.
Meine Catch 22:
DRESSED TO KILL
THIEF
THE ROAD WARRIOR
SCARFACE
EMPIRE OF THE SUN
MANHUNTER
MONSIEUR HIRE
ONCE UPON A TIME IN AMERICA
KING OF NEW YORK
ALIENS
TERMINATOR 2: JUDGEMENT DAY
DONNIE BRASCO
GOODFELLAS
PLANES,TRAINES AND AUTOMOBILES
DIE HARD
BOUND BY HONOR
EDWARD SCISSORHANDS
THE THING
THE FUGITIVE
SE7EN
INTERNAL AFFAIRS
PREDATOR
Ich will mal gar keine Liste zusammenstellen, sondern nur meinen vielleicht größten "Wow-Moment" im Kino schildern. Dazu zurück in den Sommer 1982. Ich befand mich damals mit meiner Familie im Urlaub am Plauer See in Mecklenburg. Wir hatten da zwar einen Bungalow gemietet, der befand sich aber gleich am Rande eines Zeltplatzes. Wie in der DDR verbreitet, verfügte der über ein "Blechbüchsen-Kino" (https://projekte.uni-erfurt.de/ddr-kino/sommerferien-in-der-blechbuechse-zeltkinos-in-der-ddr/) Ich hatte mich ein wenig mit dem Filmvorführer angefreundet, so dass der mich häufiger für lau rein ließ. Großer Andrang war da selten, so dass ich eines Nachmittags einmal völlig allein im "Wellblechpalast" saß. Und es kam: STAR TREK – Der Film.
Dazu muss ich sagen, dass ich von der gesamten Franchise nicht den geringsten Schimmer hatte. TOS war auf dem ZDF gelaufen, das man in meinem sächsischen Wohnort, hart am Rande des sogenannten "Tals der Ahnungslosen" gelegen, nicht empfangen konnte. Mit Glück das ARD-Signal aus Westberlin, aber das auch nur wetterabhängig und verrauscht. Wäre "99 Luftballons" ein Jahr eher rausgekommen, hätte ich wenigstens schon mal den Namen von Captain Kirk gehört, aber so?
Ich hatte also null Ahnung, saß als 10jähriger allein im Kino und wurde von Optik und Sound des eröffnenden "Klingon Battle" förmlich weggeblasen. So ein Zeltplatzkino hatte sicherlich keine besondere Tonanlage, aber die metallisch-scheppernden Sounds von V’ger und Goldmiths Score hauten mich echt vom Hocker. Dass ich viele Handlungsdinge nicht verstand (Warum scheinen die sich alle schon ewig zu kennen, wenn die sich zum ersten Mal im Film treffen?) war völlig wurscht. Und so fand ich den Film auch nie so mies, wie er von den Kritikern immer gemacht wurde.
Eine große Liebe zu STAR TREK ist nicht draus geworden. Ich dürfte nicht mal alle Kinofilme gesehen haben und von den Serien habe ich nur DS9 durchgehend verfolgt. Aber dieses erste Aufeinandertreffen ist auch nach über 40 Jahren sehr präsent und ich schau mir TMP immer noch gerne ab und zu an.
"In jener Nacht auf der Flucht aus den Südkarpaten wusste Professor Abronsius noch nicht, dass er das Böse, das er für immer zu vernichten hoffte, mit sich schleppte. Mit seiner Hilfe konnte es sich endlich über die ganze Welt ausbreiten." (tolles Ende für einen tollen Film/ Dance Of The Vampires)
Ich bin dank meiner Eltern von Kindesbeinen an sehr von den Filmen von Alfred Hitchcock geprägt. "Der unsichtbare Dritte", "Das Fenster zum Hof", "Berüchtigt", "Vertigo" – so viele tolle Filme. Folglich bin ich auch sehr Cary-Grant-geprägt: "Charade" zählt auch dazu.
Ganz schwieriges Ding. Viele wirklich großen Filme habe ich mangels Alters gar nicht im Kino gesehen, oder erst Jahrzehnte später und konnten auf der Leinwand gar nicht dieses "Erste Mal"-Feeling auslösen. An manche besonderen Kinomomente kann ich mich dennoch erinnern, auch aus der früheren Kindheit. Es mag keine spektakuläre Liste sein, und eine, die naturgemäß eher durch 90/00er geprägt ist, aber es sind spannende Momente dabei:
HASE UND WOLF – Russischer Zeichentrick, mein erster Kinobesuch, der Beginn einer Liebe zum Film
DER KÖNIG DER LÖWEN – hatte mich damals emotional und auf jeder anderen Ebene abgeholt und tut es auch heute noch beim 50. Mal gucken
BÄRENBRÜDER – 23h Spätvorstellung, allein im Saal. Ich hab das erste Mal bei einem Film geheult.
FLUCH DER KARIBIK, HARRY POTTER 1, DER HERR DER RINGE – Meine ersten wirklich epischen und prägenden Kinoerlebnisse als Teenager
DONNIE DARKO – Irgendwo als DVD-Screening gesehen. Und mich hat nie ein Film nach dem Kino so sehr beschäftigt wie dieser. Ich glaube, ich habe den in der Folgewoche allein an die 10 Mal gesehen.
LOST IN TRANSLATION – Mit schönste und lustigste, was ich je auf Leinwand erleben durfte. Insbesondere weil ich keine Ahnung hatte, was das für ein Film war und ich völlig Random in eine Saal gegangen bin. Mein Feelgood-Movie #1
BLACK SWAN – Der hatte mich damals auch wirklich bekommen. Es hat lange gedauert, bis ich diese Düsternis und den Soundtrack aus meinem Kopf raus hatte.
BATMAN BEGINS, IRON MAN 1, AVENGERS 1 + ENDGAME: Meine emotionalen Highlights der Superhelden-Filme. Filme bei denen ich lernen durfte, was auch bei Comicverfilmungen wirklich möglich ist, wenn man darf.
JURASSIC PARK – Erst vor 2 Wochen das erste Mal auf Leinwand erlebt (weswegen ich den hier aufnehmen darf) – und noch immer löst er Erfurcht und Standing Ovations im Kinosaal aus.
Was bei mir schon vor einigen Jahren aufgefallen ist, ist dass abseits vom Avengers-Franchise auch bei mir die letzten wirklichen Kino-Offenbarungen schon wieder mindestens einandhalb Jahrzehnte her sind. Man wird eben zwischen 15 und 25 geprägt, wie du so schön sagst.
Natürlich sind meine Lieblingsfilme deutlich weiter gefächert und großteils älter, aber wie gesagt, das meiste von den anderen Sachen habe ich nie auf Leinwand erlebt.
Schöne Auswahl.
Wenn ich so an meine Kinomomente denke, fällt mir direkt JURASSIC PARK ein. Der Film war/ ist einfach nur groß.
BATMAN RETURNS. Ich war zu jung für so viel Dunkelheit, Pathos und einen Danny DeVito der Nasen abbeisst.
Im kleinen Programmkino ICH – THE KILLER im fast vollen Saal (etwa 50 – 60 Plätze) sehen, nur um am Ende, als das Licht anging, festzustellen, das fast alle den Saal verlassen haben.
Danke. Volle Zustimmung zu allem, was ich kenne (also etwa ab "Star Wars"). Zu "Straßen Flammen" möchte ich ergänzend rufen: Jim Steinman!
Nur teilweise. Aber selbst die Songs, die nicht von Steinman sind, sind oft überraschend gut ("I can dream about you").
Der Film mag keinen richtigen zweiten Akt haben, aber dafür gibt es Szenen die man als Videoclip auskoppeln könnte wie "Sorcerer" oder "Countdown to love". Walter Hill hatte wohl einen anderen Sound im Kopf, was mal wieder zeigt dass Kompromisse nicht schlecht sein müssen.
Dank Westfernsehen konnten wir ja hier in Ostberlin etwas Zeitverzögert mit am Kapitalistischen Filmmarkt teilnehmen. Aber selbst im kino gab es mehr Kapitalismus als man denken würde.
Eine kleine Auswahl an Filmen die ich in der DDR oft hoch und runtergeschaut habe wann immer es möglich war:
KRULL
KAMPF DER TITANEN
UNTERNEHMEN CAPRICORN
DAS FLIEGENDE AUGE
OTTO + DIDDIE
VERMISST
THE MISSION
DIE BESTECHLICHEN
SILVERADO
STAR TREK
Die beiden Romancing the Stone Filme 😉
Im Sommer oft im Kinderprogramm der Berliner Kinos oder im Urlaub in den Blechbüchsen:
OLSENBANDE
HARRYHAUSEN SINDBAD FILME
Start zur Kassiopeia
Roboter im Sternbild Kassiopeia
Viele KAREL ZEMAN Filme
Im Berliner Babylon gab es die Camera, wo viele alte Filme auch stummfilme gezeigt worden sind, meist sehr spät abends, aber es hat besonders in den Ferien niemanden gejuckt dass um 22 Uhr da ein 12 jähriger Filme angeschaut hat:
Brois Karloff Frankensteinfilme
Einige Harry Piel Filme
Alte Unsichtbarerfilme
Disneys Schneewitchen
Und ab 14 durfte man Mitglied in der Bibliothek der amerikanischen Botschaft werden – da habe ich die ganze Palette an Westliteratur (in deutsch) verschlungen. King, Koontz, Sci-Fi sogar simmel hab ich mir da reingezogen. Weil ich so oft da war, haben die mir sogar oft Neuerscheinungen extra zurückgelegt 😉 Jedenfalls gabs da auch Kino. Das war für mich der Erstkontakt für verschiedene Filme in Farbe und in englisch:
zB.
Alien
Das Ding
Critters
Kurz vor dem Mauerfall gab es eine grosse Ausstellung zum Thema der amerikanische Film da gabs dann eine Zeitlang einige Klassiker im Kino:
STAR WARS
INDIANA JONES
E.T.
Abseits vom Menschen Polanski bin ich überrascht, dass du mit dem Regisseur Polanski so wenig anfangen kannst. Immerhin hat er neben "Tanz der Vampire" und "Ekel" auch Klassiker wie "Roemary`s Baby" und "Chinatown" auf dem Kerbholz, die beide wirklich großartig sind.
Im Kino waren meine ersten prägenden Erlebnisse "Saufbold und Raufbold" (Drunken Master) mit Jackie Chan, "Kiss – Phnatom in the park" (eher negativ, aber ich war 10, da fand ich den noch lustig) und dann als Teenie noch "Return of the Jedi" und "Raiders of the lost ark", dann hat das örtliche Kino dicht gemacht.
Meine wirkliche Filmsozialisation verdanke ich dem TV (die Jack Arnold-Filme, das Dschungelbuch, und besonders geprägt hat mich "Der Mann mit den Röntgenaugen" in der Reihe "Der phantastische Film) und den Videotheken. Besonders prägend waren für mich Star Wars, Blade Runner, Beetlejuice, Die nackte Kannone, aber auch Filme wie Hamburger Hill.
Mit Erhalt des Führerscheins konnte ich dann auch die Kinos in Gummersbach und Olpe besuchen. Und habe da prägende Erlebnisse wie "Jurassic Park" oder "Full Metal Jacket" gehabt, bevor ich dann später nach Köln zog und auf einmal viele Kinos vor der Tür hatte und dann noch Filme wie "Fight Club" sah.
Eine besondere Quelle für viele Filmerlebnisse der besonderen Art war immer das Fantasy Filmfest. Da sind mir u.a. Drop dead Gorgeous, Series 7, We need to talk about Kevin, Excision, Bystanders und natürlich Takashi Miike nachdrücklich im Gedächtnis geblieben, dessen "Visitor Q" damals innerhalb von Minuten den Kinosaal geleert hat
Ach ja, da finde ich mich in vielem wieder (Hongkong/John Woo ist weitestgehend an mir vorbeigegangen). Grad vor zwei Tagen meiner Partnerin Auszüge aus Mr. C gezeigt, und Project Hail Mary – Kitschfaktor hin oder her – hat mich nostalgisch über meine Liebe zur SciFi sinnieren lassen und was diese begründete.
Da waren, sofern mein Gedächtnis mich nicht trügt, zunächst eher Jugendbuchreihen überwiegend aus dem Schneider-Verlag: Erdschiff Giganto, Raumschiff Monitor, Commander Perkins, Unheimliche Begegnung der 4./5./6. Art (damit dann auch schon eine lose Verbindung zum Kino), Mark Brandis (Herder).
Zeitlich nicht danach, aber ergänzend dazu dann das, was im TV verfügbar war: Captain Future, Die dreibeinigen Herrscher, später Anime-Reihen auf (dem früheren) Tele5 wie Saber Rider. Horror-Hörspielkassetten von Europa fügten meinen Interessen den "unheimlichen" Bereich hinzu, dito Heftchen wie Larry Brent, Macabros, Dämonenkiller und, unvermeidlich, John Sinclair. Perry Rhodan kam erst etwas später, das war mir anfänglich noch zu "erwachsen und komplex".
Und natürlich das Beste, was wir im Fernsehen hatten: Das Gruselkabinett – Mumien, Monstren, Mutationen! Genres verschmolzen. Jack Arnold. Filme von Ray Harryhausen gehörten zum Sonntag Nachmittag dazu. SciFi, Horror, Fantasy, welche eine grenzenlose Welt.
Zurück zur SciFi, die wahrscheinlich immer Kern meines Wesens und meiner Interessen bleiben wird. Ich bin kein Mega-Nerd, weder Fraktion Star Wars noch Star Trek; gucke beides, und anderes, liebe Galaxy Quest. Besonders gerne (Hard-)SF im Stile von Close Encounters of the Third Kind, Arrival, Project Hail Mary – erste Begegnungen tendenziell friedlicher Art, der Herzenswunsch danach, so etwas selbst noch mitzuerleben, steckt sicherlich drin.
Dennoch: Aliens, Starship Troopers, Predator? Count me in! Da kommen dann sicher die von den 80er und 90er Videothekenhits geprägten Action-Gene dazu.
Ich empfinde es als großes Glück, auf diese Weise und in diesen Jahrzehnten "groß geworden" zu sein. Wobei, stimmt das? Groß geworden? So sehe ich mich eigentlich gar nicht, dazu ist noch viel zu viel Kind da. Gut so.