Starfleet Academy: To boldly go… into cancellation
Themen: Film, TV & Presse, Neues |Die Nachricht hat sich seit gestern Abend wie ein Lauffeuer verbreitet: Paramount/CBS hat STAR TREK: STARFLEET ACADEMY nach der bereits gedrehten zweiten Staffel (die genau genommen die zweite Hälfte der ersten Staffel darstellt) eingestellt. Damit stellt die Serie mit voraussichtlich 20 Episoden einen Minusrekord der Franchise auf – weniger als die Zeichentrick-Serie der frühen 70er, weniger als der ungeliebte CGI-Ableger PRODIGY, eventuell sogar weniger als STAR TREK: SCOUTS – die Kleinkinder-Show, von der ihr noch nie gehört habt:
Ein krachendes Scheitern des neuen Flaggschiffs der Franchise, mit dem neue Zielgruppen erschlossen und neue Aspekte des Trek-Universum eröffnet werden sollten. Ein Ende, beschämend kurz nach dem Anfang.
Leute, die meinen, mich zu kennen, werden nun denken, ich werde mit Häme reagieren. Leute, die mich tatsächlich kennen, werden wissen, dass ich Häme für etwas reserviere, das mir persönlich auf die Füße gestiegen ist. STAR TREK: STARFLEET ACADEMY hat mir nichts getan. Ich habe nicht eine Folge davon gesehen. Es verdient nach keiner Definition meine Häme.
Auch die meisten Leute, die mich wegen dieses Artikels kritisiert haben, haben schlicht nicht verstanden, dass ich ACADEMY nicht schlecht geredet habe – ich habe mich nur als "nicht Teil der Zielgruppe" identifiziert und mich freundlich verbeugend aus diesem Kapitel der Trek-Geschichte verabschiedet. "Not my Trek" war das Stichwort – was offensichtlich als Trigger schon reicht, um solche Emails zu bekommen:
armer weißer cis mann fühlt seine bedürfnisse nicht mehr genügend brücksichtigt. möchte alles gerne wieder wie in den 60ern haben. frauen böse, männer gut. wein, wein.
janeway war scheiße weil frau. früher war alles besser.
eehhh der klingon trägt nen rock! WOKE!
jetzt wirst du mich blocken, aber ich find dein fragiles ego einfach lächerlich.
Und genau darüber möchte ich jetzt sprechen, bevor ich mich auf den Weg ins Kino zu einer Pressevorführung mache. 120 Minuten Zeit – go!
Es wird gerne proklamiert, dass STAR TREK die Konflikte und Zustände der Gegenwart reflektieren müsse, um erfolgreich zu sein. Das stimmt sogar. Allerdings nicht notwendigerweise so, wie die Macher es meinen. Stattdessen reflektiert der aktuelle Stand des Trek-Fandoms die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in verstockt-aggressive Linke und verstockt-aggressive Rechte.
Die zwei Seiten der Medaille: Ich liebe STAR TREK – so wie es war und immer sein muss. Ich liebe STAR TREK – egal, wie es ist. Beide Seiten liegen in einem Krieg, gegen den der Dominion War Sandkasten war.
Die Absurdität des Konflikts machen sich beide Seiten nicht bewusst.
Die Bewahrer des "wahren" STAR TREK brauchen oft genug nur eine längere Anlaufzeit, um das abgelehnte "neue" Trek in ihren persönlichen Kanon aufzunehmen und als Beispiel für das "wahre" Trek anzuführen, wenn die nächste Serie ansteht. Das war bei TNG so, bei VOY so, es passiert gerade bei ENT und wird uns irgendwann eine nostalgische Verklärung von DISCO bescheren.
Was schert mich mein Geschwätz von gestern?
Die andere Seite sind die bedingungslosen Nachläufer. Fans, denen STAR TREK irgendeine emotionale Lücke füllt, weil sie vermutlich im Alltag nicht genug geherzt werden oder weil sie als Autoren von STAR TREK-Webseiten, Büchern und Zeitschriften Geld damit verdienen, alles gut zu finden, was die Showrunner zimmern (es mag da auch Überschneidungen geben). Auch hier findet sich eine bemerkenswerte Hybris, denn wenn das Trek-Fandom sich tatsächlich mal zu einer kritischen Einschätzung durchgerungen hat (siehe DISCO, teilweise PIC, vor allem aber SECTION 31), dann muss nachträglich relativiert werden, was das Zeug hält. Zurückrudern und dann totschweigen sind angesagt.
Was schert mich mein Geschwätz von gestern?
Beide Seiten sind hoch toxisch und zur Einsicht unfähig. Und beide Seiten verhindern, dass STAR TREK besser wird. Weil Showrunnern weder Stiefellecker noch Stinkstiefel helfen, deren Meinungen so vorhersehbar wie vom tatsächlichen Produkt unabhängig sind. Deren Meinungen sind leere Kalorien, nicht zielführend.
Auch in Sachen STARFLEET ACADEMY wurde nicht diskutiert, sondern nur eine Holodeck-Simulation einer Diskussion geführt. Ich habe genug Artikel gelesen, die mir "erklären", warum ACADEMY so und nicht anders sein muss und alle Kritiker toxische Ewiggestrige sind. Und ich habe genug Artikel gelesen, die mir "erklären", warum man STAR TREK nicht als Young Adult-Serie in einem statischen Umfeld erzählen kann.
Alles Quatsch.
STAR TREK funktioniert, wenn man ein spannendes Grundkonstrukt baut, interessante Charaktere entwickelt, und dann für diese Charaktere mitreißende Storys findet. Keines dieser Elemente bedingt ein bestimmtes Zeitfenster (Prequel, Sequel, Alternativ-Universum), bestimmte Figuren, den Kanon, oder ein Raumschiff mit einer Untertasse vorne dran. Um FELD DER TRÄUME zu zitieren: if you build it, they will come.
Die von vielen Seiten angefeindeten Showrunner der aktuellen TREK-Produktionen liefern selbst den besten Beweis: die Leute, die DISCO verbrochen haben, sind weitgehend ebenso für SNW verantwortlich. Es ist nicht so, dass sie es generell nicht können – sie biegen nur dem Zeitgeist folgend manchmal falsch ab. Und genau das war meine grundlegende Kritik am Konzept von Academy, nicht an der Serie selbst (die ich ja nicht gesehen habe): sie war ein Irrweg in Sachen Tenor und Zielgruppe.
Wer ist schuld an dem Debakel? Es gibt drei Verdächtige: Showrunner, Kritiker, Fans. Über die Showrunner habe ich bereits geschrieben. Die befinden sich in der Zwickmühle, Trek ständig neu erfinden zu müssen, weil die Trekker der ersten und zweiten Generation langsam wegsterben, ohne dass diese verprellt werden dürfen. Ich glaube einerseits, dass das Strickmuster von STAR TREK transparent genug ist, um auch ohne größere Reboots spannende Geschichten zu erzählen (siehe die ersten zwei Staffeln SNW), aber "more of the same" generiert halt nicht das Echo, das solche super teuren Produktionen brauchen. Die Aufmerksamkeitsökonomie zwingt zu immer lauterem "ganz neu! viel besser! noch toller!"-Geschrei – ob irgendwer danach gefragt hat, ist dabei zweitrangig.
Im Grunde genommen ist es ein Dilemma, in dem sich auch der PLAYBOY befindet, wenn er eine Prominente zum zweiten Mal auszieht – wie macht man schmackhaft, was jeder schon gesehen hat? Ich habe vor fast 20 Jahren drüber geschrieben.
Also die Kritiker (zu denen ich mich auch zähle). Sind die schuld? Na ja, wie heute überall getönt wird, hatte ACADEMY mittlerweile 87 Prozent bei Rotten Tomatoes. Eine Zahl, die ich übrigens nicht glaube, weil ich überzeugt bin, dass solche Werte auch bei Amazon und der IMDB großflächig manipuliert werden, sei es von den Anbietern selbst oder irgendwelchen depperten Hater-Bots.
An den Kritikern kann es nicht liegen. Kritik ist legitim, und wenn das Publikum sich von einer Kritik davon abhalten lässt, eine Sendung zu schauen, dann hat es keinen Respekt verdient. Jeder soll(te) sich seine eigene Meinung bilden. BAYWATCH hatte mehr als 240 Folgen, FIREFLY hingegen nur 14 – in einer gerechten Welt wäre es umgekehrt. Das kann man nicht den Kritiken ankreiden.
Bleiben die Fans und dem, was viele von ihnen nicht verstehen: it’s a numbers game. STARFLEET ACADEMY hat von Anfang eben nicht nur ein paar harsche Kritiken einstecken müssen, sondern diese nicht mit potenten Abrufzahlen neutralisieren können. Die kostenlos bei YouTube hochgeladenen ersten Episoden zogen ebenso wenig ein massives Publikum an wie die erste Staffel beim Streamer: die Top10 der neu gestarteten Serien konnte ACADEMY nicht knacken, und das wäre bei dem extrem hohen Budget und dem Renommee der Serie eigentlich eine Mindestanforderung gewesen. Es muss sich rechnen – und es rechnete sich nicht.
Hätte die breite Front der Trekker und/oder womöglich eine neu erschlossene Zielgruppe ACADEMY begeistert verfolgt, wären Paramount die miserablen Kritiken völlig egal gewesen. Mit guten Kritiken wird kein Geld verdient, mit hohen Quoten schon. BABYLON 5 ist ein frustrierend gutes Beispiel dafür.
Aus diesen Gründen glaube ich, dass wieder mal beide Seiten falsch liegen. Die schadenfrohen Bewahrer, die nun brüllen "ich habe ja gleich gesagt, dass die Serie scheiße ist!" ebenso wie kritiklosen Mitläufer, die "ihr habt mit euren Gemeinheiten unser Trek kaputt gemacht!". Geht zurück in den Sandkasten, beide.
Soviel zum Ist-Zustand der Franchise am Tag danach.
Was die Zukunft bringt? STAR TREK wird weitergehen, Kurtzman hin, ACADEMY her. Selbst wenn Paramount an die Borg verkauft würde. Die Franchise hat seit den 60er Jahren eine Milliarden-Rendite eingefahren. Sie gehört zu vielleicht fünf oder sechs IPs, die in jedem Jahrzehnt und für jede neue Generation reanimiert werden konnten: andere sind STAR WARS, JAMES BOND, SUPERMAN, SHERLOCK HOLMES. STAR TREK verdient Geld nur, wenn es lebt. Darum wird es ewig leben.
Was ein vernünftiger nächster Schritt wäre? Die Frage kann ich nur subjektiv und für mich beantworten. Ich würde mich freuen, wenn die Showrunner aus SNW lernen und sich weiter am Spagat üben: STAR TREK kann für neue UND für alte Fans funktionieren. Die neuen mögen besser mit social media umgehen können und Potenzial für die nächsten 30 Jahre bieten, aber wir "alten Säcke" sind treuer und haben einen Haufen Geld, den wir für unnützen Schnickschnack auszugeben bereit sind. Bring on STAR TREK: ENTERPRISE: YEAR ONE (#notmyKirk)!
Dem Fandom würde ich ins Stammbuch schreiben: hört doch mal mit den albernen Grabenkriegen auf. Nicht jeder, der STAR TREK kritisiert, ist euer Feind oder "hat es einfach nicht kapiert". Erklärt euren Fetisch nicht zum Fakt. Man kann an STAR TREK nicht die proklamierte Toleranz feiern und gleichzeitig auf jeden schießen, der nicht sofort begeistert Konfetti wirft.
Vielleicht feiern wir die nächste Trek-Serie wieder begeistert und zusammen…
Okay, das war jetzt alles mit extrem heißer Nadel gestrickt. Nicht jeder Gedanke ist ausformuliert, nicht jede Argumentation stringent. Vielleicht habe ich mich da auch in was verrannt. Aber ich wollte es zeitnah loswerden. Jetzt seid ihr dran.
Als Außenstehender fand ich die Fangemeinde bei Star Trek immer schon recht unangenehm, vielleicht sorgt Social Media da einfach nur für eine größere Bühne und damit einhergehende Verschärfung von Ton und Positionen. Das eigentliche Problem scheint mir auch recht banal zu sein. Serien müssen Zuschauer haben und sich rechnen. Passiert das nicht, wird die Serie eben eingestellt.
Genau so.
Ich hatte eigentlich ebenfalls vor, eine Kolumne zur Absetzung von "Starfleet Academy" – und den Reaktion in Fankreisen dazu – zu schreiben, kann mir das aber glaub ich sparen, weil ich mit deinen Worten zu 100% übereinstimme. Im Gegensatz zu dir habe ich mir STSA zuletzt dann doch noch tatsächlich angesehen, und nachdem ich mir mit der ersten Hälfte noch sehr schwer tat, fand sie in der zweiten Hälfte (von Ko’Zeine abgesehen) in meinen Augen zunehmend zu sich, und begann ich eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen. So gesehen war (und bin) ich auf die zweite Staffel durchaus neugierig. Zugleich haben sich aber bis zuletzt die üblichen Fehler gezeigt, die mich halt insbesondere bei "New Trek" so stören (ich lege z.B. mehr Wert auf Kanon als du; einerseits, weil ich meine Universen gerne in sich stimmig habe, weil es mich sonst rauswirft, und andererseits, weil es für mich eine Frage des Respekts gegenüber denen ist, die das Franchise begründet/geprägt haben, und ohne die die ganzen neuen Namen in dieser großen Sandkiste nicht spielen könnten – und dafür auch noch gut bezahlt werden). Sei es Schwächen im Drehbuch, was Logik, bequeme Zufälle usw. betrifft, oder Kontinuitätsfehler wie die auf einmal nur mehr empathischen statt telepathischen Betazoiden. Sprich: Ja, die zweite Hälfte war ganz ok, dennoch weine ich der Serie keine Träne nach.
Aber: Die Schadenfreude all jener, die ja schon immer gewusst haben, dass die Serie scheiße ist, ohne sich auch nur eine Folge angesehen zu haben (damit bist, nur um das klarzustellen, eben nicht du gemeint), ist ebenso albern wie die verständlicherweise enttäuschten Fans, die nun den "Hatern" vorwerfen, die Serie kaputtgeschrieben zu haben. Letztendlich haben halt einfach, wie du richtig schreibst, nicht genug Leute "eingeschaltet" (bzw. abgerufen) – aus welchen Gründen auch immer. Ich sehe hier neben dem schwierigen Konzept (da ich "Star Trek" und "Starfleet Academy" für einen inhärenten Widerspruch halte) und einer furchtbaren Marketingkampagne (die mich als lebenslanger "Star Trek"-Fan überhaupt nicht abgeholt hat) vor allem auch darin begründet, dass die Serie nicht wusste, für wen sie sein soll – Old Trekkies, New Trekkies, oder überhaupt völlige Newbies – und das Endergebnis damit sehr schizophren und in meinen Augen wohl für einen Großteil dieser Gruppen nur sehr bedingt befriedigend war.
Dennoch tun mir die Fans leid; umso mehr, als die zweite Staffel in einem Cliffhanger münden wird (was ich von Seiten der Serienmacher für unverantwortlich und den Fans gegenüber extrem unfair halte; wie man es besser macht, hat SNW vorgemacht, wo das Finale von Season 3 ganz offensichtlich auch als potentielles Serienfinale geplant war, für den Fall, dass keine vierte Staffel mehr bestellt wird). Aber es ist eben nun mal so, dass letztendlich das Geld regiert. Und, wie du richtig sagst: Star Trek wird – irgendwie, irgendwann – weitergehen.
Grundsätzlich halte ich das Ende der Kurtzman-Ära ja für einen Segen; andererseits hätte ich mir auch nie gedacht, dass ich mir jemals Berman & Braga zurückwünschen würde. Sprich: Schlimmer geht immer. Es bleibt zu hoffen, dass das Franchise mit dem Neustart zu alter Größe zurückfindet, und das zuletzt sehr gespaltene Fandom wieder vereinen kann. Und falls "Newer Trek" nun tatsächlich noch schlimmer werden sollte als "New Trek", werde ich es auch überleben. Das von mir trotz aller Schwächen geliebte "Old Trek" (und ja, natürlich schwingt hier auch viel Nostalgie mit, das will ich gar nicht bestreiten) wird immer für mich da sein, wenn ich dorthin zurückkehren will. Was auch der Grund war, warum ich "New Trek" nie "böse" war. Es war halt nur einfach nicht mehr für mich. Und das ist ok.
In zehn Jahren wird TOS mit KI-Versionen von Kirk, Spock & Co. fortgesetzt, dann bin ich wieder mit dabei.
In zehn Jahren wird es ein "Picard"-ähnliches Spinoff geben: "Kirk", der aus dem Nexus ausgespuckt wurde, um das Universum erneut zu retten. Shatner spielt natürlich selbst. 😉 Alle anderen werden KI-erzeugt.
Und jetzt alle zusammen: The prime directive is to dance!
https://www.youtube.com/watch?v=XYoKtmYJ5YY
Nett, aber hatten wir im verlinkten Artikel zu ACADEMY schon.
"Sie gehört zu vielleicht fünf oder sechs IPs, die in jedem Jahrzehnt und für jede neue Generation reanimiert werden konnten: andere sind STAR WARS, JAMES BOND, SUPERMAN, SHERLOCK HOLMES."
Sherlock Holmes, Superman ja (Dracula, Frankenstein, Drei Musketiere wären mMn auch Kandidaten), bei Star Wars und James Bond wird es die nahe Zukunft zeigen. Im Kern macht Bond mMn aus, daß der Held jede Frau aufreißen kann, an exotische Orte reist, die coolsten Gadgets besitzt und den Superschurken fast im Alleingang besiegt – mittlerweile zweifle ich daran, ob ein "moderner" Bond im Zeitalter von Metoo, Fernreisen und Mobiltelefonen das noch erfüllen kann.
Was ist dann "echter Trek"? TOS ist für mich persönlich Wild West im Weltraum – nicht umsonst heißt es "the final frontier". Die Serie spielt sich jenseits der etablierten Zivilisation ab. Schon z.T. mit den Filmen aber definitiv mit TNG hat man dieses Kernelement dann eliminiert. Alles geht mMn zivilisierter zu – die Uniformen wirken weniger militärisch, die Brücke wie ein Wohnzimmer, Phaser sehen statt Revolver wie Fernbedienungen aus. Erkundung weicht großteils Diplomatie. TNG ist dann mit TOS verglichen ganz eng betrachtet auch kein "echtes Trek".
Was Trek für mich ausmacht ist eine optimistische Zukunft, wo die Menschheit ihre Probleme (großteils) gelöst hat und eine kompetente Crew, die externe Probleme löst, wo u.a. philosophische Probleme behandelt werden, dessen Beantwortung dem Zuschauer überlassen werden.
D.h. keine dystopische Zukunft, es müssen keine Probleme gelöst werden (ob technischer oder menschlicher Natur), die die Crew selbst heraufbeschwört, und Leute machen ihren Job, ohne in Extase zu verfallen, weil sie etwas hinbekommen haben.
Kann man so sehen. Es gibt in meinen Augen kein "echtes Trek", weil Trek sich immer auch am Zeitgeist orientieren muss. Ein paar Eckpfeiler, inklusive der Optik, sind natürlich vorausgesetzt.
ich bin halt groß geworden mit einem Sir Patrick Stewart und habe als Junge gedacht, das wäre Standard-Schauspielkunst…
Wenn du mit ihm groß geworden bist, solltest du ihn richtig schreiben können 😉
verdammt 😀
danke, ist korrigiert
Du hättest ein Rebell sein und jetzt "Patric Stuart" draus machen sollen.
ach, besser den Schauspielernamen falsch getippt und sich mit d und t vertan als nachher noch "Standart-Schaupielerkunst" geschrieben zu haben 😀
Also von allem. Was die kurtzman Ära hervorbracht hat mir prodigy tatsächlich am besten gefallen, die Serie hat das herz am rechten Fleck.
Ich würde zu den starken Marken auch noch Asterix, Spider-Man, Batman, Die Schlümpfe, Der Planet der Affen, Law and Order, Pokemon, Supermario, Scooby Doo hinzufügen, vielleicht auch Got, Harry Potter.
Starke Marken, ja – aber keine Mega-Franchises, die Generationen überdauern.
Die meisten von mir genannten Produkte haben schon mehrere Generationsbrüche hinter sich. Ich finde Spider-Man und Batman sogar stärker als Superman.
GoT und Harry Potter sind vielleicht noch zu jung.
Na ja, wenn wir alle mal ehrlich sind, hat Baywatch nicht wegen der Haselnuss so viele Folgen gehabt… *zwinker*
Und ja, das Trek Fandom ist leider kaum auszuhalten. Nur das Star Wars Fandom ist noch schlimmer.
Apropos…. um mal zu fragen, was aktuell klappt:
Was sind eigentlich die aktuellen TOP 5 in Sachen TV Sci-Fi der letzten 10 Jahre?
Oh und eine Sache noch:
Die Trek-ehrenhalber Serie "The Orville" bekommt möglicherweise doch noch eine 4. Staffel. (Drehbücher sind fertig, McFarlane braucht nur noch Zeit…)
OMG, ich habe von Star Trek: Scouts wirklich noch nie gehört :O
(erinnere mich nur dunkel an damals noch namenlose Star Trek Nickelodeon Pläne)
Okay, zur Hauptsache: Ja, schade. In meinen Augen neben SNW (und im Vergleich zu SNW S3 sogar klar davor) nicht nur die beste Serie, sondern vor allem auch die beste Star-Trek-Serie, die New Trek hervorgebracht hat. Und das sag ich als jemand, der recht skeptisch war, und der den Sprung ins 31. Jh nach wie vor völlig unnötig, undurchdacht und destruktiv findet. Der aber auch schon seit Jahrzehnten sagte, Star Trek biete so ein breites playing field, dass da viel mehr Platz ist als nur für Space Operas.
Die Frage, woran hat’s gelegen und wie kann man es besser machen, lässt mich leider ratlos zurück. SFA war kein erzählerischer Clusterfuck wie Picard, kein Altfans-Retrogedöns wie SNW (liebevoll gemeint), kein harter Genresprung wie Lower Decks. Es war nicht mal so „woke“, dass es sich wirklich zu einem Kulturkampf hätte eignen dürfen. Und noch dazu geprägt von einem wirklich wertschätzenden Umgang mit der Trek-Historie.
Lag’s also am vorauseilenden Hate? Das kann eh nix werden! Kurtzman raus! Reichte das schon, um eine ganze Serie zu killen?
Was nun? Wieder Space Operas. Star Trek: Year One? Star Trek: Legacy? Raumschiff Enterprise forever? Irgendwie ernüchternde Aussichten.
"Lag’s also am vorauseilenden Hate?" – mein Artikel sollte sehr deutlich gemacht haben, dass das nicht sein kann.
Star Trek Year One wäre die logische Konsequenz von SNW gewesen, weil die Serie offensichtlich darauf hinarbeitet und entsprechend die Crew einführt.
Ich rechne persönlich aber eher damit, daß die nicht kommt – im Prinzip hat Skydance tabula rasa gemacht.
Die neue Ära wird wohl der neue Kinofilm von den D&D Regisseuren Daley & Goldstein einläuten.
Für "heiße Nadel" sehr lesenswert, danke für diesen gelungenen Beitrag.
"Na ja, wie heute überall getönt wird, hatte ACADEMY mittlerweile 87 Prozent bei Rotten Tomatoes. Eine Zahl, die ich übrigens nicht glaube, weil ich überzeugt bin, dass solche Werte auch bei Amazon und der IMDB großflächig manipuliert werden"
RT 87% Kritiker um die 50% beim Publikum – RT hat Probleme v.a. bei Serien. Review der Pilotepisode zählt oft als einer der ganzen Serie (kaum ein Kritiker begleitet eine ganze Staffel oder gar Serie) und was als "rotten" oder "fresh" zählt. Man kann eine Kritik schreiben, die sich knapp "rotten" liest, aber dann ein "fresh" vergeben, um den Verantwortlichen nicht auf den Schlips zu treten.
IMDB liegt bei 4.4 – ist für mich klares Reviewbombing, weil eine Serie, die handwerklich ordentlich gemacht wurde, nie deutlich unter 6 fallen sollte.
"IMDB liegt bei 4.4 – ist für mich klares Reviewbombing, weil eine Serie, die handwerklich ordentlich gemacht wurde, nie deutlich unter 6 fallen sollte." – steile These, durch nix gedeckt.
Sehr tiefe IMDB Scores sind nur durch eine hohe Anzahl an Ein- oder Zweisternratings erklärbar. Academy z.B. hat 39% Einsternratings. Für mich muß für ein objektiv vergebenes Einsternrating fast gar nix passen, d.h. der Film oder die Serie muß auch handwerklich schlecht gemacht sein.
Die IMDB Scores für die einzelnen Episoden bei Academy sind auch z.T. deutlich höher, was in meinen Augen ein weiteres Indiz für mögliches Reviewbombing ist…
Das ist bestenfalls ein Indiz, aber kein Beleg. Vor allem aber ist die Aussage "weil eine Serie, die handwerklich ordentlich gemacht wurde, nie deutlich unter 6 fallen sollte" barer Unfug.
Habe mal der KI (Claude) meine Theorie unterbreitet
Give me a list of tv shows (scripted serialized TV) with an IMDB rating below 5.5 that ran on a major network/streamer, had a decent budget, known actors and were generally competently made.
Als verifizierte Antworten kamen dann The Acolyte (2024) – 4.3, The Idol (2023) – 4.4, Marvel’s Inhumans (2017) – 4.9, Viva Laughlin (2007) – 3.1, Cop Rock (1990) – 4.6, Supertrain (1979) – 4.5
dazu meinte die KI:
"The honest truth is that the original question is harder to answer than I implied — most big-budget, professionally-made network shows with known talent tend to land in the 5.5–7.5 range even when considered failures, because IMDb audiences still reward production values and recognizable faces. Getting a well-resourced show below 5.5 usually requires something truly special in its awfulness."
Confirmation bias der KI?
Damit ist deine These widerlegt. Lass gut sein.
Erstmals wurde eine "Star Trek"-Serie abgesetzt, ohne dass für diese Serie ein Finale gedreht werden konnte. Alex Kurtzman sprach sogar von einem Cliffhanger, mit dem Staffel 2 enden soll.
Meine Befürchtung ist, dass "Star Trek" damit zu sowas Jämmerlichem verkommt wie "Babylon 5", das einst großmäulig als durchgeplante und ich sich geschlossene Serie angepriesen wurde, die sich dann aber schon in der Hauptserie verzettelte, und dem danach noch allerlei unabgeschlossene "Spin-Offs", "Lost-Tale-Reboots", "Animationsfilme" sowie im Sande verlaufende Romanreihen und Comics hinterhergeschoben wurden.
Ich muss das Finale von TOS verpasst haben. Zum Thema Babylon 5: Halt die Klappe, wenn du von einer Sache nix verstehst. In Sachen Babylon 5 kenne ich keine Gnade und keine Gefangenen.
"Erstmals wurde eine "Star Trek"-Serie abgesetzt, ohne dass für diese Serie ein Finale gedreht werden konnte."
Das TOS Finale war definitiv kein reguläres Serienfinale und soll eine der schlechtesten Trek Folgen überhaupt sein.
Zitat: "armer weißer cis mann fühlt seine bedürfnisse nicht mehr genügend brücksichtigt. möchte alles gerne wieder wie in den 60ern haben. frauen böse, männer gut. wein, wein.
janeway war scheiße weil frau. früher war alles besser.
eehhh der klingon trägt nen rock! WOKE!"
Ist das ein Ausdruck einer narzisstischen Kränkung? Das folgen auch immer Beschimpfungen, wenn Narzissten sich nicht genügend gewürdigt fühlen. Die Wahl des Themas ist meiner Erfahrung nach eher nebensächlich; hauptsache, man bekommt Aufmerksamkeit.
Zitat: "jetzt wirst du mich blocken, aber ich find dein fragiles ego einfach lächerlich."
Laut einer psychologischen Theorie sind Vorwürfe unbewusste Geständnisse.
Als Nicht-Trekki ist hauptsächlich eine Sache bei mir hängen geblieben: Das Bild von der eingemotteten Enterprise impliziert, dass da 20 Meter große Spinnen in dem Hangar herumkrabbeln. Amazing!!