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März 2026

Let’s talk about pop, baby: Goddesses of the 80s

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich habe gerade einen wirklich guten Lauf, was meine Blog-Produktivität angeht. Beiträge für einen ganzen Monat sind praktisch fertig, kaum einer unter 10.000 Zeichen. Das mag für euch teilweise sehr anstrengend sein – früher hat der Wortvogel ja schließlich auch mal bloß ein Foto veröffentlicht oder eine BILD-Schlagzeile kommentiert. Aber nichts ist so beständig wie der Wandel und ich fühle mich heute wohler damit, Essays und Recherchen zu schreiben.

Weil Sonntag ist und wir alle angesichts der weltpolitischen Ereignisse eine Pause verdient haben, gibt es heute nur einen kurzen Beitrag mit viel Schauwert(en).

Ich hatte bereits über die Sängerinnen geschrieben, die in den 80ern primär über ihre zu Markte getragene Sexualität verkauft wurden – Sabrina, Samantha Fox, etc.

Viel prägender waren (zumindest für den pubertierenden Wortvogel) die Chanteusen, die eher niedlich als sexy waren. Die gleichzeitig cute und cool sein konnten. Die, die wir auf dem Schulhof vor den bösen Jungs beschützt hätten, damit sie auf dem Raucher-Klo eine Zigarette mit uns teilen. Was nie passierte.

Wundert euch nicht – dieser weiße Mittelklasse-Junge hatte einen weißen Mittelklasse-Geschmack und stand auf weiße Mittelklasse-Mädchen.

So war Clare Grogan niemals ein Star vom Format Nena oder Kylie Minogue – was womöglich ihren Status als "new wave girl crush" zementierte. Mit ihrer mädchenhaften Stimme und dem zeitgemäßen Kurzhaarschnitt sorgte die Schottin gerade bei den smarteren Jungs für Herzklopfen. Bonuspunkte für ihre spätere Mitwirkung an der legendären Science Fiction-Sitcom RED DWARF:

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Tatsächlich scheint es diverse kuriose Überschneidungen bei vielen der hier präsentierten Sängerinnen zu geben, die mir erst jetzt klar werden: Kurzhaarfrisuren und die Doppel-Karriere als Sängerin und Schauspielerin.

Es gibt etwas, das ich "definierende Gesichter der 80er" nenne. Frauen, deren Look und Ausstrahlung das Jahrzehnt geprägt haben. Nastassja Kinski gehörte dazu, Brooke Shields sowieso, Michelle Pfeiffer auch. Ganz oben mit dabei – Sheena Easton, die erste Bond-Sängerin, deren Model-Schönheit ihr einen Auftritt im 007-Vorspann sicherte und die stimmlich stark genug war, auch live zu überzeugen:

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Deutlich mehr aus der mädchenhaften Ecke kam Patsy Kensit, die ich ebenfalls zu den Style-Queens der 80er zähle und die in meinen Augen das vorweg nahm, was Gwen Stefani in den 90ern wiederholen sollte. Man muss weder die Musik mögen noch die Stimme von Patsy – aber ein echter Hingucker war sie schon:

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Bei der heute noch aktiven Kim Wilde finde ich vor allem den Zielgruppenwechsel spannend – war sie mit "Kids in America" und "Cambodia" anfangs noch ein feuchter Traum für die rebellischen Jungs in abgetragenen Jeansjacken, wurde sie im Verlauf ihrer (vermutlich auch deshalb) erstaunlich langen Karriere weiblicher, wärmer, und massenkompatibler. Sie alterte mit den Männern, die sie anbeteten. Eine Pop-Monroe fast, über deren frappierende Ähnlichkeit mit Kim Basinger zu selten gesprochen wird:

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Und schließlich die Definition des Begriffes "tiny queen" – Kylie Minogue ist die Meg Ryan den 80er-Pops. Unmöglich, sie nicht bezaubernd zu finden, auch wenn man mit der Musik nichts anfangen kann.

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Es ist kein Zufall, dass es sich bei den Chart-Schönheiten fast immer um Britinnen handelte – die Amerikaner verkauften in den 80ern deutlich mehr Sex und Show, woran die deutschen Fans nur schwer andocken konnten. Klar fand man Madonna geil, aber wollte man so eine wirklich zur Freundin haben?

Eine Ausnahme mache ich für Belinda Carlisle, die ehemalige Sängerin der Go-Go’s, die einen Großteil ihres Lebens an Exzesse und Drogen verschwendet (?) hat. Unbestreitbar bezaubernd und in der frühen Phase ihrer Karriere mit einigen echten Pop-Perlen aufwartend, sofern man das unerträgliche "Heaven is a place on earth" ausklammert:

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Als Bonus obendrauf – die kürzlich verstorbene Olivia Newton-John, wohl die perfekteste Pop-Prinzessin der weißen Mittelklasse, die nach ihrer mellow & country-Phase der 70er in den 80ern zur Göttin aufgewertet wurde:

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Das waren die Sängerinnen, bei denen mir in den 80ern das Herz aufgegangen ist. Da habe ich genau so gerne hingeschaut wie zugehört. Und weil das eine sehr subjektive Auflistung ist, seid nun ihr dran.

Doch lieber Doro Pesch? Nena? Sade? Toyah? Annie Lennox? Gianna Nannini?



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44 Kommentare
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McCluskey
McCluskey
1. März, 2026 11:27

Nun ja, als Teenager in der DDR hatte man es vor allem auf eine spätere "Bauer sucht Frau"-Moderatorin abgesehen…

https://youtu.be/AdEwycbjMDw?si=PJaE7iEVt4bUmOtK

McCluskey
McCluskey
1. März, 2026 11:38
Reply to  Torsten Dewi

Musikalisch war das natürlich indiskutabel. Aber wenn der Vater der erfolgreichste Schlagerkomponist des Landes ist…

McCluskey
McCluskey
1. März, 2026 11:47
Reply to  Torsten Dewi

Absolut.

Marcus
Marcus
1. März, 2026 11:29

Zur Produktivität: so muss das sein. Wofür bezahl ich hier schließlich kein Geld?

Zu Belinda Carlisle muss ich mal kurz abnerden: einen Großteil ihrer Solokarriere finde ich zwar arg verkitscht (nur "La Luna" mag ich, gerade weil der Text komplett durchgeknallt ist. Und dann übersingt sie den auch noch so juchzend/schluchzend. Bringt mich immer zum Lachen).
Aber dafür war sie vorher Sängerin von The Go-Gos und hat mit deren Debutalbum "Beauty and the Beat" das erste #1-Album einer reinen Frauenband in den US-Charts hingelegt. Tolle Platte, und darauf ist auch "Our Lips Are Sealed", was deren Gitarristin Jane Wiedlin zusammen mit deinem Sophistipop-Helden Terry Hall geschrieben hat. Der hat das dann auch mit Fun Boy Three parallel aufgenommen, und ich könnte nicht sagen, welche Version mir besser gefällt.
Bonus: wer Belinda Carlisle sexy findet, dem empfehle ich als Gegenmittel das Video zum Go-Gos-Song "Head over Heels", in dem die ganze Band furchtbare 80s-Hausfrauenklamotten aufträgt und Carlisle mit ihrem Lesben-Igelhaarschnitt aussieht wie Marcy aus "Married with Children".

McCluskey
McCluskey
1. März, 2026 11:33

Ach ja und bei den Bangles konnte ich mich nie zwischen Susanna Hoffs und Michael Steele entscheiden.

Thomas Bunzenthal
Thomas Bunzenthal
1. März, 2026 13:48
Reply to  McCluskey

Das war einfach… definitiv Susanna.

McCluskey
McCluskey
1. März, 2026 14:11

Von der hab ich vor wenigen Tagen auf Facebook ein Video gesehen – die Dame ist 67!

https://www.facebook.com/share/r/18Mhu9xmdX/

Edin Basic
Edin Basic
2. März, 2026 21:00

Nein.Michael Steele mit ihrem Schmollmund.

noyse
noyse
1. März, 2026 11:49

Zeitweise fand ich Wendy James (Transvision Vamp) sehr interessant. auch Susanne Freytag von Propaganda

Alex
Alex
1. März, 2026 12:00

Herrlich, als bekennender Fan von "allem 80er", insbesondere der Musik (mit Ausnahmen!) könnte ich jetzt endlos kommentieren.. toll das mal jemand (wenn auch nur im Schlusssatz) TOYAH erwähnt, die meisten halten das für eine Sushiplatte oder einen japanischen Kriegsfilm. Es gab ja auch noch unendliche viele "One Hit Wonder" wie Valerie Dore usw. Könnte man ganze Bücher schreiben, zu dem Thema.

Nummer Neun
1. März, 2026 12:22

Nach dem Intro hätte ich viel auf eine Erwähnung von Vanessa Paradis gesetzt, aber ihre sexy Zahnlücke erschien wohl eher erst in den 1990ern auf der Bildfläche.

Und Patsy Kensit hatte ich primär als Ex-Frau von Liam Gallagher und als Schauspielerin abgespeichert (in dieser Reihenfolge). Ich wusste nicht, dass sie auch gesungen hatte!

Jörg Krömer
1. März, 2026 14:18

Mir fällt da spontan Mylène Farmer ein, die inzwischen auf eine lange Karriere zurückblicken kann. Ihre Musikvideos waren kleine Spielfilme und sie hat sich darin sehr sexy präsentiert.

Andy Simon
Andy Simon
1. März, 2026 16:13

Das mit Kim unterschreibe ich, für alle Phasen passte das bei mir ziemlich genau. Das Singlecover von "Chequered Love" (und das Video) hatte auf mich eine annähernd ähnliche Wirkung wie bei Dir das Vicky Principal-Poster. Eine Zeitlang hoch im Kurs stand bei uns in der Klasse Viktor Lazlo.

Reini
Reini
1. März, 2026 18:50

Debbie Harry würde mir noch einfallen, wobei sie für „süß“ immer eine Nummer zu cool war… und tatsächlich konnte ich mich damals neben Patsy Kensit auch für Sade begeistern…

Marko
1. März, 2026 20:07

Ich fand Tuesday Knight cute. Die hatte zwar nur einen Song (glaube ich), aber der war extra für "A Nightmare on Elm Street IV", in dem sie auch die Hauptrolle hatte.

heino
heino
2. März, 2026 06:36

Aus dieser Liste fand ich immer nur Kim Wilde und in sehr schmalen, rein optischen Grenzen Patsy Kensit erträglich. Kylie Minogue ging für mich damals gar nicht. Und was deine Kriterien "weiß, niedlich" angeht, fehlt trotz der völlig grausamen Musik noch die bayerische Hupfdohle Nicki

2KopfPuffin
2KopfPuffin
2. März, 2026 08:19

Patsy Kensit ist mir letztens bei Death in Paradise über den Weg gelaufen. Hatte sie schon fast vergessen und doch direkt wiedererkannt. Die Dame hat sich auch gut gehalten.

2KopfPuffin
2KopfPuffin
2. März, 2026 13:47
Reply to  2KopfPuffin

Und ich stelle gerade fest, ich wusste gar nicht, dass sie auch Sängerin ist, ich kannte sie eigentlich nur (?) aus Lethal Weapon 2 und das war 1989. Kinder wie die Zeit vergeht.

Andy
Andy
2. März, 2026 14:28

Whitney, Nena, Sade, Patsy, Alison Moyet, Banarama, Kylie und Madonna waren meine Göttinen der 80er… vielleicht noch die junge Sinead o Connor wegen ihrer wunderschönen Augen

Dry Cleaner
Dry Cleaner
2. März, 2026 15:52

Auweia, als ähnlicher Jahrgang war meine Vorliebe aber eine völlig andere. Bei Kim Wilde gehe ich noch mit – diese verletzliche Zerbrechlichkeit um die Mundwinkel, während sie „Cambodia“ sang, das hatte etwas.

Der Rest? Das waren die Idole jener Jungs, die ich in den Mülleimer gesteckt habe. Die Jungs wohlgemerkt, nicht die Damen. Debbie Harry zähle ich zu den 70ern – Blondie war 1979 mit „Heart of Glass“ bereits auf dem Höhepunkt. Nastassja Kinski ebenso: „Reifezeugnis“ lief 1977, der legendäre Playboy-Auftritt 1978. Aus den 80ern bleibt nur „Paris, Texas“ (1984) erwähnenswert. Einzig Olivia Newton-John kann man mit gutem Willen noch den 80ern zurechnen – „Xanadu“ (1980) und das schweißtriefende „Physical“ (1981) waren ihre letzten großen Momente.

Nena, Doro und Nannini? Alle drei sahen aus, als wäre Körperhygiene eine sekundäre Tugend. Ich hingegen war ein sauberer Rocker – denn nur solche bekamen die Mädels mit Klasse. Der übrige Mainstream ließ mich kalt: Madonna mit ihrer kalkulierten Provokation, Whitney Houstons Stimmakrobatik, Tina Turners Bühnenpräsenz – alles respektabel, nichts für mich. Aus dieser kommerziellen Riege mochte ich allenfalls Cyndi Lauper („Time after Time“ berührt mich noch heute) und The Bangles (die wenigstens selbst ihre Instrumente spielten).

Die Damen meiner Wahl waren andere: Annette Humpe (Ideal, Spliff und solo), Kate Bush (deren „Running Up That Hill“ erst 2022 die Welt wiederentdeckte), Sade („Smooth Operator“ – Eleganz statt Glitter), Annie Lennox (Eurythmics, androgyner als jeder Mann und trotzdem sowas von scharf), Anne Clark („Our Darkness“ – Spoken Word als Kunstform) und Siouxsie Sioux (Siouxsie and the Banshees, „Cities in Dust“ – Gothic, bevor es zum Klischee verkam).

Das war meine Welt – weit weg vom klassischen Anschmachten.

Dry,
bekennender AC/DC-Fan, der am 1. September 79 auf dem Zeppelinfeld von Bon Scotts Bong einen Zug nehmen durfte (ich war zwar erst 13, aber damals schon größer als Bon).

Last edited 6 Tage zuvor by Torsten Dewi
Dry Cleaner
Dry Cleaner
2. März, 2026 16:46
Reply to  Torsten Dewi

Danke für die Chance. Dass mein Geschmack und meine Erlebnisse nicht in dein Schema von ‚niedlich‘ passen, war mir klar. Dass dich das so triggert, hingegen nicht. Wer seine Leser so tituliert, braucht meinen Input nicht. Viel Spaß noch in deiner Nostalgie-Blase.

Marko
2. März, 2026 16:25
Reply to  Dry Cleaner

Um Himmels Willen 😂😂

Andy Simon
Andy Simon
2. März, 2026 16:25

Nachtrag: Kate Bush, deren Stimme ich damals gewöhnungsbedürftig fand (Babooshka), die aber wirklich gut aussah. Nicht nur im "Running Up…"-Video, sondern auch auf dem Autobus-Foto.

Edin Basic
Edin Basic
2. März, 2026 21:16

Mein absoluter Crush in den 80ern war Michelle Pfeiffer.Was hatte diese Frau einen Run von 1983-ca.Mitte der 90er.
Die besten Kurzhaar-Frisuren in LADYHAWKE und INTO THE NIGHT.

Franz
Franz
2. März, 2026 22:56

Für mich immer schon und für immer Marie Fredriksson.

Die kurzen Haare waren sicher nicht jedermans Fall, aber die Frau hatte ein wunderschönes Gesicht und eine fantastische Ausstrahlung.

Stefan
3. März, 2026 15:04

Komisch, bisher hat ja niemand Lisa Stansfield erwähnt.

Thomas Bunzenthal
Thomas Bunzenthal
5. März, 2026 15:47

Ich muß gestehen, daß Doro Pesch zu Warlock-Zeiten auf mich 11-jährigen Spritzkuchen eine verwirrende Faszination ausgeübt hat.