19
März 2026

Kino Kritik: SHELTER

Themen: Film, TV & Presse |

Großbritannien, USA 2026. Regie: Ric Roman Waugh Darsteller: Jason Statham, Bodhi Rae Breathnach, Naomi Ackie, Daniel Mays, Bill Nighy, Harriet Walter, Céline Buckens, Tom Wu u.a.

Offizielle Synopsis: Michael Mason, ein untergetauchter Elite-Agent, lebt auf einer abgelegenen Insel in Schottland. Als er in einem schweren Sturm ein Mädchen vor dem Ertrinken rettet, setzt er damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Versteck enttarnen und ihn zurück in die Welt zwingen. Dort muss er um das Überleben der Teenagerin kämpfen und sich auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen…

Kritik: Es lohnt sich, in Vorbereitung der Lektüre dieser Kritik mein Statham-Triple von 2015 zu lesen. Damals schrieb ich:

Statham will nicht mehr unten mit den Schmuddelkindern spielen, obwohl er noch längst nicht oben angekommen ist (wie auch die unbefriedigenden Einspielergebnisse aller drei Filme belegen). "Safe", "Parker", "Wild Card" – alles primär Statham-Showcases nach dem immer gleichen Strickmuster. Die Locations wechseln, aber nicht die Abläufe. Harter Kerl spielt nach eigenen Regeln, wird aufs Kreuz gelegt, gerne auch verprügelt und angeschossen, baut eine Bindung zu einem schwachen Charakter auf (Frau/Kind/Weichei), räumt gnadenlos unter den Gangstern ab, humpelt in den Sonnenuntergang.

Seit zehn Jahren hat sich nichts geändert. Auch in SHELTER ist Statham wieder der knurrige Einzelgänger von obskurer Vergangenheit, der mit niemandem was zu tun haben will, durch die Ereignisse aber gezwungen wird, ein letztes Mal richtig aufzuräumen. Statham is as Statham does.

In diesem eng gesetzten und ausgelutschten Rahmen ist SHELTER zumindest Oberliga – hier wurde richtig Geld in die Stunts, die Kameraarbeit, und die Locations investiert. Das bewegt sich – wie alle besseren Stathams – in einer seltsamen Twilight Zone zwischen DVD-Actioner und Kinofilm, für die es vor zehn, fünfzehn Jahren kein passendes Outlet gab, mittlerweile aber schon: das hier ist perfektes Streamer-Futter, ordentlich gemacht, ohne Ecken und Kanten.

Das ist aber auch gleichzeitig das Problem: kennste einen, kennste alle. Statham zeigt wirklich gar kein Interesse, etwas anderes zu spielen als Jason Statham, bestenfalls mit wechselnder Bartlänge. Und auch aus seinem Genre mag er nicht raus. Dazu schrieb ich ebenfalls vor über 10 Jahren schon:

Das kann man einmal schauen, zweimal, dreimal. Aber irgendwann wünscht man sich, das Mädchen in "Safe" wäre ein Alien, "Parker" hätte einen bösen Zwilling oder "Wild Card" handele von einem Casino in Vegas, das illegale Kampfturniere veranstaltet. So’n Scheiß halt, über den man sich bei B-Movies freut, wie Statham sie augenscheinlich nicht drehen mag.

Mittlerweile wäre ich soweit, dass ich mich über einen WESTERN mit Statham freuen würde. Es kann doch nicht angehen, dass seine mutigste Rolle die in Uwe Bolls SCHWERTER DES KÖNIGS war!

So ist das Urteil letztlich vorhersehbar und unbefriedigend: Ein Statham-Film.

Fazit: Inhaltlich strikt Statham nach Vorschrift, profitiert SHELTER in der ersten Hälfte von seiner rustikalen Umgebung der schottischen Provinz, biegt aber dann zu sehr in die Statham-Standards ab. Gutes Futter für einen Streaming-Abend.

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12 Kommentare
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heino
19. März, 2026 07:53

Ich hatte den Trailer zuletzt vor "Good luck, have fun, don`t die" gesehen und sofort gedacht, das wäre ein neuer "Transporter"-Film, von dem ich nichts wusste

Rudi Ratlos
20. März, 2026 10:50
Reply to  heino

Hahaha, same – gestern ebenfalls als Vor-Trailer gesehen und mir noch gedacht „die Handlung mit dem Mädel gab es doch schon mal in den letzten Jahren mit ihm“ 😅
Naja, dümmer als Beekeeper wird es schon nicht sein, da kann man den zum Kinodienstag ruhig mitnehmen und das generische Action-Kino noch ein wenig unterstützen.

19. März, 2026 08:21

Ich hab den noch auf der Liste für einen Streaming Abend demnächst. In die Liste der Filme passt auch noch Cash Truck rein (Beekeeper und Working Man sowieso, aber die waren eher schlecht). Was rausfallen tut dann aber schon "Operation Fortune", den ich gar nicht so schlecht fand. Kann aber auch an Guy Ritchie liegen, wobei der auch schon deutlich bessere Filme gemacht hat.

Silke König-Bär
19. März, 2026 09:54

Ich dachte erst, Facebook hätte mir deinen Post vor 3 Jahren wieder in die timeliness geschickt

jimmy1138
19. März, 2026 10:25

Hab erst neulich wieder Stathams erste "Rolle" im "The Shamen" Musikvideo gesehen (siehe Special Guest Star(s): Musikvideos mit (heute) bekannten Schauspielern – Wortvogel) – auf seine frühe Karriere angesprochen meinte der mal "Hab alles gemacht, was die Miete bezahlt hat." Der Ethos "Geld vor Kunst" dürfte ihm erhalten geblieben sein und ich kreide ihm das auch nicht an. Statham ist kein Schauspieler sondern Filmstar und spielt quasi immer den "Statham" (und im kommenden Film "Jason Statham stole my bike" offensichtlich auch im wahrsten Sinne des Wortes).

jimmy1138
19. März, 2026 11:43
Reply to  Torsten Dewi

Ich erinnere mich (aber vielleicht spielt mir hier AI einen Streich), daß Statham selbst gemeint hat, "I’m not really an actor", bzw daß er davor diverse andere Jobs (Athlet, Straßenhändler, Model) hatte. Eventuell sieht er sich als jemand, der richtig viel Glück hatte, die Karriereleiter hinaufgefallen zu sein, und keine großen künstlerischen Ansprüche stellt.
Ich meine gewisse Variationen seiner Standardrolle hat er ja drauf (Spy wäre da ein Beispiel) – aber welcher (Action)star, der eine bestimmte "persona" hat, geht dann in eine andere Richtung? Stallone (Cop Land), van Damme (JCVD) haben das ja auch erst so wirklich gemacht, als die Karriere den Bach runtergegangen ist. Dwayne Johnsons Versuch, mit "The Smashing Machine" einen Oscar einzuheimsen, ist ja auch nicht wirklich aufgegangen.
Prinzipiell würde ich ja zustimmen, daß Statham einen höheren Anspruch stellen könnte, aber andererseits – wie sagt Dirty Harry:"a man’s got to know his limitations."

19. März, 2026 10:53

Jason Statham ist wie Charles Bronson.