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März 2026

Kino Kritik: READY OR NOT 2: HERE I COME

Themen: Film, TV & Presse |

USA 2026. Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett. Darsteller: Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, David Cronenberg, Elijah Wood, Néstor Carbonell, Kevin Durand u.a.

Offizielle Synopsis: Nur Momente nach dem brutalen Angriff der Familie Le Domas erkennt Grace, dass ihr Überleben sie in die nächste Stufe des albtraumhaften Spiels katapultiert hat – diesmal jedoch mit ihrer entfremdeten Schwester Faith an ihrer Seite. Grace hat nur eine Chance: selbst zu überleben, ihre Schwester zu beschützen und den Hohen Rat zu stürzen, der im Verborgenen die Geschicke der Welt lenkt. Vier rivalisierende Familien jagen sie gnadenlos, um den Thron zu erobern. Und am Ende gilt: wer gewinnt, kontrolliert alles.

Kritik: Scheiße, ist der erste Teil auch schon wieder fast sieben Jahre her?! Die Zeit verfliegt und dem Wortvogel wird zunehmend das Gefieder grau.

READY OR NOT war 2019 eine erfreuliche Abwechslung – ein rüder Haudrauf von einem Film, in dem die bezaubernde Samara Weaving blutig mit der Sippe ihres Gatten abrechnen durfte. Ein B-Cast und B-Locations wiesen den Streifen als B-Movie aus, das mit Eifer wettmachte, was an Aufwand und Anspruch fehlte.

READY OR NOT 2: HERE I COME ist eine ganz andere Hausmarke. Man ist augenscheinlich der Meinung, dass der Erfolg des Erstlings nicht nur eine Fortsetzung rechtfertigt, sondern eine ganze Franchise. Also investiert man ordentlich nach dem Motto: same procedure as every year, but bigger, better, bloodier. Aus dem Satanisten-Clan wird eine weltumspannende Kabale des Gehörnten, die nach strengen Regeln und in Familien unterteilt die Strippen zieht. Und da Grace den Rest ihrer Sippschaft beseitigt hat, ist sie zwangsläufig in die Machenschaften des Hohen Rats involviert.

Das ist… JOHN WICK. Mit Satanisten statt Profikillern. Mit Samara Weaving statt Keanu Reeves. Aber JOHN WICK. Ständig werden neue archaische Gesetze zitiert, an die sich alle Beteiligten halten müssen, immer wieder verschieben sich die Machtverhältnisse, und am Ende geht es nur darum, die Schattengesellschaft aus dem Licht der Öffentlichkeit zu halten.

Erfreulich, dass dabei die zerrüttete Beziehung der Schwestern einen gewichtigen Teil der Dynamik ausmacht. Weaving und Newton sind mehr als nur Frauen in typischen Männerrollen – gerade ihre feminine Verletzlichkeit verleiht dem Film beträchtlich Charme zwischen den wuchtig inszenierten Actionszenen.

Man merkt den unbedingten Willen der Macher, den respektablen Erfolg des Vorgängers in eine Geldmaschine umzumünzen, die beliebig viele Fortsetzungen und sogar Spinoffs ermöglicht. Was Grace und Faith erleben, ist erkennbar wieder nur ein Etappensieg und es würde mich nicht wundern, wenn READY OR NOT 3 erneut direkt daran anknüpft.

Um den Film deutlich größer vermarkten zu können, hat man in "mehr" investiert: der Splatter exzessiver, die Location größer, die Besetzung namhafter. Sarah Michelle Gellar, David Cronenberg, Elijah Wood und Néstor Carbonell sind sichtlich mit Spaß bei der Sache – und das überträgt sich auf die Zuschauer.

Und damit sind wir eigentlich auch schon beim Kern des Films: er soll Spaß machen. Er ist so brutal wie lustig, so rasant wie absurd. Maximum entertainment. Dafür muss und kann man in Kauf nehmen, dass er natürlich dumm wie Stulle ist und zu Gunsten des Vorwärtsdrangs auf jede Form von Logik verzichtet. Was egal ist: READY OR NOT 2 ist die Sorte Film, bei dem man sich zufrieden im Kinosessel zurücklehnt und Popcorn mampfend "fuck yeah…" murmelt.

Fazit: READY OR NOT 2 nimmt den vergleichsweise bescheidenen Erstling und dreht ihn auf 11, in dem er die Mythologie um die Satanisten erweitert, als ginge es darum, eine weibliche JOHN WICK-Franchise in die Welt zu zwingen. Sehr splatterig, sehr witzig, sehr hanebüchen – ein fetziger Kino-Comic.

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2 Kommentare
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heino
16. März, 2026 06:49

Da freue ich mich schon total drauf. Der erste war richtig gut und die Trailer hierzu sehen auch nach großem, blutigem Spass aus

Rudi Ratlos
17. März, 2026 13:59

„ Er ist so brutal wie lustig, so rasant wie absurd. Maximum entertainment. Dafür muss und kann man in Kauf nehmen, dass er natürlich dumm wie Stulle ist und zu Gunsten des Vorwärtsdrangs auf jede Form von Logik verzichtet.“ Das wäre auch mein Fazit vom Erstling, den ich damals noch im firmeneigenen Kino sichten durfte. Klingt für die Fortsetzung auf jeden Fall gut, count me in