06
März 2026

Die gefährlich verlogenen neuen Hollywood-Held*Innen

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Es ist Segen und Fluch zugleich, selber mal Drehbücher geschrieben zu haben. Man kann Filme nicht mehr "neutral" sehen. Man kennt die Mechanismen. Man sieht die Brüche und Sprünge, hat aber auch Respekt vor gelungenem Foreshadowing und sauber gesetzten "wants and needs".

So kam es vor ein paar Tagen bei einer Miniserie zu einer Konfrontation eines geläuterten Bösewichts mit seiner immer noch bösen rechten Hand.

LvA: Der wird den jetzt umbringen.

Ich: Nein. Der ist jetzt ein "Guter" und der andere wehrlos. Das geht nicht. Er wird es lassen, der andere wird ihn hinterrücks noch einmal angreifen – DANN erst ist die Kugel moralisch gerechtfertigt.

Und genau so kam es auch.

Sieht man das über Jahrzehnte, dann bekommt man nicht nur die Spielregeln innerhalb der Filme mit, sondern die Spielregeln der ganzen Branche. Was geht, was nicht mehr geht, was erst jetzt geht. Die tumbe Brutalität der 80er ist abgemeldet, die plakative Nutzung von Minderheiten-Klischees als "Humor" ebenso. In den meisten Fällen begrüße ich das, manchmal vermisse ich aber auch die pubertäre Frechheit der früheren Jahre.

Nur leider: Ein Pendel – wenn wir dieses Bild gebrauchen wollen – hat die Angewohnheit, über den Ruhepunkt hinaus zur anderen Seite zu schwenken. Es wird nicht gut, was gestern schlecht war, es ändert nur die Vorzeichen.

Meine Arbeitsthese: Die Dominanz des weißen Mannes als Held und moralisch unwidersprochener Bewahrer der gesellschaftlichen Grundwerte ist nicht nur in Frage, sondern auf den Kopf gestellt worden. Stattdessen ist er als grundsätzlich "toxischer" Mann das Problem – und als Problem hat er keinen Anspruch mehr auf die Gleichstellung, die den Verlust seiner Machtposition ausgelöst hat.

Es ist kein fairer Ausgleich zwischen den Geschlechtern geschaffen worden, lediglich wurde der Mann als Figur und als Konzept zum Abschuss freigegeben. Wie der arabische Terrorist im Schwarzenegger-Blockbuster ist der Mann eine entmenschlichte Chiffre, die per Definition jede Bestrafung verdient, die ihr zugedacht wird.

Das ist kein neues Thema. Wie diverse linksliberale Strömungen "verdanken" wir die Entwicklung den letzten 15, 20 Jahren. Ich nehme immer stärker die Mechanismen wahr, die sich langsam, aber selbstverständlich in das Storytelling einschleichen. Die Konstellationen der Figuren sind etabliert genug, dass man aus ihnen ablesen kann, wessen Leben zum Nachspann keinen Pfifferling wert ist.

Ich habe das Thema auch schon mehrfach im Einzelfall ausformuliert:

So schrieb ich 2020 über BIRDS OF PREY:

Machen wir uns nichts vor: das hier ist ein Feminazi-Propagandafilm jenseits aller Logik, Vernunft oder Plausibilität, in dem wirkliche jede Dreckigkeit der Protagonistinnen von der Blanko-Weltsicht gedeckt wird, dass alle Männer eben NOCH aggressiver, böser und vor allem frauenfeindlich sind. Was im Kontext des Films auch stimmt. Das Universum von BIRDS OF PREY ist ein Sammelbecken aus Vergewaltigern, Psychopathen und korrupten Mitläufern, und der Widerstand der "Heldinnen" ist der Aufstand der Wutbürgerinnen.

BIRDS OF PREY ist ein hässlicher Film, der gar nicht den Versuch macht, Harley Quinn irgendwie zu rehabilitieren. Wie sollte das auch gehen? Sie ist eine psychopathische Killerin. Erlösung wäre langweilig – sie SOLL ja so sein, weil das durch die feministische Linse irgendwie empowered ist, weil Beine brechen eine gerechtfertigte "fuck yeah!"-Reaktion auf einen blöden Chauvi-Spruch ist, und weil das alles ja auch irgendwie total witzig ist.

Über den Film VIOLATION schrieb ich 2021 mal sehr knapp:

Einmal als Opfer identifiziert, ist die Frau frei von jeder moralischen Verantwortung und bei jeder Grausamkeit dem Mann gegenüber automatisch im Recht. Sämtliche Mechanismen von Moral und Rechtsstaat sind augenblicklich außer Kraft gesetzt.

Oder nehmen wir die Miniserie SHE-HULK von 2022:

Zur ersten Folge hatte ich geschrieben, dass die Serie gut aus den Startlöchern kommt, aber immer diesen Unterton hat "Frauen sind permanente Opfer in einer Welt aus toxischen Männern". Das wirft eine Sackladung Fragen auf: Sind Frauen wirklich erst stark, wenn sie (dank eines Mannes!) Superkräfte haben und zwei Meter groß sind? Reicht "Frau sein" als das inhärente Trauma, das die auch moralische Überlegenheit des Superhelden zementiert? Ist ein solches Weltbild überhaupt Gleichberechtigung oder Gleichstellung und nicht einfach nur die Umkehrung der geschlechtlichen Vorzeichen?

(…)

Jede Szene, jeder Beat der Folge ist nur dafür da, Jennifer Walters als kluge Frau in einer Welt aus geilen, dummen und oder skrupellosen Männern zu verkaufen.

Das Thema zog sich 2024 auch durch LOVE LIES BLEEDING:

Etwas aufgestoßen ist mir auch die immer mehr normalisierte Idee, dass die Protagonistinnen durch ihre Außenseiter-Stellung irgendwie sakrosankt sind, ihre lesbische Liebe in der hässlichen Männerwelt einer moralischen Freikarte entspricht. Das wird nicht mehr reflektiert und auch am Ende nicht gesühnt.

SLANTED bediente 2025 diese Mechanismen nicht im Bezug auf Gender, sondern auf ethnische Zugehörigkeit:

Um die intelligente und attraktive Joan als Opfer zu zeichnen, müssen wieder mal alle Weißen die absoluten Drecksäue sein: dumm, geil, grausam, stinkreich, faul, und damit jedes Schicksal verdienend, das der Film ihnen zuteilt. Man kann zudem monieren, dass der Film es sich mit "brave und fleißige asiatische Einwanderer" vs. "parasitäre weiße Mittelschicht" ein wenig zu einfach macht.

Generell scheint es gerade bei Superhelden en vogue, die männliche Heldenrolle zu demontieren, um den Frauen einen inhärenten Machtanspruch zu zu gestehen, den sich die Penisträger des Genres noch hart erarbeiten mussten:

  • In der Serie BATWOMAN erklärt die erste Darstellerin der Figur, die Bat-Technik wäre erst dann perfekt, wenn sie für eine Frau geschaffen wird
  • Die zweite BATWOMAN-Darstellerin hat keinerlei nennenswertes Kampftraining, ist aber angeblich Bruce Wayne ebenbürtig
  • Mystique scheißt bei den X-MEN auf einmal grundlos Charles Xavier zusammen, dass er den Frauen mehr Raum geben müsse
  • Die Ankunft der weiblichen Heldinnen in AVENGERS: ENDGAME wird groß inszeniert, ohne irgendeine Auswirkung zu haben
  • Die Serie SUPERGIRL etabliert eindeutig, dass Supergirl ihrem Cousin Superman im direkten Zweikampf körperlich überlegen ist
  • Die perfekte Kampfmaschine T’Challa kann in WAKANDA FOREVER relativ problemlos durch seine kleine Schwester (!) ersetzt werden

Nun kann man das für albernes "pandering" halten, für die Machtbesoffenheit einer neuen Generation von Drehbuchautoren, die Verleiher und Networks hinter sich wissen, wenn sie hanebüchenen Quatsch um der Diversität willen raushauen. Mussten die Männer ihre Machtstellung noch erkämpfen und rechtfertigen, können die Frauen sie einfach fordern. This is the way now, apparently.

Problematischer finde ich allerdings, dass diese Entwicklung auch moralische Grundlagen korrodiert, die in meinen Augen wichtig sind. Unsere Helden definieren nicht nur ihr eigenes Universum – bis zu einem gewissen Grad sagen sie uns, was wir dürfen, was wir sind, wonach wir streben sollten.

"Gut" und "böse" sind verbindliche, universelle Werte. Was böse ist, ist böse. Es wird nicht mehr oder weniger böse, wenn die handelnde Person weiß, schwarz, heterosexuell, homosexuell, reich, arm, Mann, Frau ist. Unsere Rollen und Eigenschaften verleihen uns keine a priori-Überlegenheit – und Unterlegenheit auch nicht. Auch wenn man – wie ich – nicht an objektive, sondern nur an subjektive Moral als gesellschaftlicher Konsens glaubt, kann man nicht weg schauen, wenn dieser Konsens je nach Befindlichkeit radikal neu definiert wird.

Wenn wir an diesen Stellschrauben oder Hebeln fummeln, weil es dem Zeitgeist gemäß gerecht(fertigt) erscheint, dass wir nicht mehr Opfer und Täter nivellieren, sondern einfach die Rollen tauschen lassen, dann erweisen wir dem gesellschaftlichen Kitt einen Bärendienst.

Anhand vier aktueller Beispiele möchte ich das mal illustrieren.

HERE BE SPOILERS!

HOUSEMAID

Ein guter Film, keine Frage. Suspense der alten Schule mit großartigen Darstellern und vielen Twists. Nur leider hat die letzte Szene für mich das gesamte moralische Konstrukt des Films torpediert.

Zur Erinnerung: Millie wird in eine Anstellung bei den Winchesters gelockt, weil Nina Winchester hofft, dass Millie mittelfristig ihre Rolle beim psychopathischen Ehemann Andrew einnehmen wird. Am Ende tun sich Nina und Millie zusammen und Andrew muss sterben.

Das ist gut und richtig und Standard für einen Hollywood-Thriller.

Dann kommt der Epilog: Millie heuert bei einer neuen reichen Hausfrau an, die von den Geschehnissen bei den Winchesters gehört hat. Die Implikation ist klar: Millie wird den nächsten "Tyrannen" beseitigen.

Das Ergebnis: Millie ist vom Opfer, das sein Leben verteidigt, zur eiskalten Auftragskillerin "aufgestiegen". Das wird als heroische Weiterentwicklung verkauft, als sarkastisches "jetzt kriegen die Kerle ihr Fett weg". Tatsächlich ist es eine moralische Bankrotterklärung, auch weil klar wird, dass wir der neuen Auftraggeberin glauben müssen, dass ihr Mann den Tod verdient hat. Dafür wird es vermutlich reichen, dass er irgendwie "ein Schwein" ist.

Ich bin gespannt, wie das in den Sequels weiter erzählt wird.

SEND HELP

Auch Sam Raimis neuer Film hat mir sehr gut gefallen. Wieder geht es um eine geschundene Frau, die sich gegen einen dominanten Mann durchsetzen muss. Und das ist in Ordnung, auch wenn ich die Präsentation der beiden Figuren um der billigen Effekte willen etwas überzogen finde.

Dann kommen das Finale und der Epilog: Linda hat Bradley die Existenz einer Villa auf der Insel verschwiegen, was allein schon (s)eine Attacke auf sie rechtfertigen würde. Man sollte nicht vergessen, dass Lindas Versuch, Bradley zu "erziehen", durch nichts gerechtfertigt ist. Sie ist nicht seine Mutter, seine Chefin, seine Richterin. Aber sie wird all das für sich in Anspruch nehmen.

Was bekommt sie für den als Selbstverteidigung verbrämten Mord? Mediale Begeisterung, ein Leben im Luxus, eine Verfilmung ihres "Schicksals". Jede ihrer Dreckigkeiten wird reingewaschen und belohnt. Weil die Aussage des Films nicht ist "die Heldin gewinnt", sondern "die Frau gewinnt". Und das scheint eine Rechtfertigung an und für sich zu sein.

FABIAN UND DIE MÖRDERISCHE HOCHZEIT

Es müssen aber nicht immer die Frauen sein, für die alle Maßstäbe verschoben werden. Jede Minderheit hat aktuell das Recht, sich am "weißen Mann" und allen mit ihm assoziierten Befindlichkeiten schadlos zu halten. Das kriecht sogar (wenn auch in geringem Maße) in harmlose Komödien wie diese Pastewka-Farce hinein.

So sitzt einer der Verdächtigen im Rollstuhl. Als es daran geht, den potenziellen Täter zu entlarven, wird die vage Erklärung, seine Familie sei mit seinem Schicksal nicht angemessen empathisch umgegangen, nicht nur als mögliches Motiv genannt – es wird sogar explizit als Rechtfertigung angesehen nach dem Motto "wenn er es war, dann kann man ihm das wahrlich nicht verübeln":

"Ihr seht nur den Rollstuhl, den Schandfleck in eurer Bilderbuch-Familie. Draußen spielst du die Inklusionsheldin – und Zuhause? Zuhause organisierst du mich weg. Steckst mich in ein Internat, engagierst Pfleger für mich. Und du? Früher warst du mal für mich da. Aber seitdem du in Berlin wohnst, bin ich abgeschrieben. Für euch alle wäre es doch am Besten, wenn ich gar nicht mehr da wäre."

Der Mann ist ein reicher Astrophysiker! Er gibt zu, dass seine Familie alles getan hat, sein Schicksal erträglich zu machen. Und seine Schwester darf nicht nach Berlin ziehen und ein eigenständiges Leben führen? Alder… das nennt man "entitlement" – und es klingt schmerzhaft nach von Amazon eingeforderter Diversität.

Dieser suppige und wehleidige Insert ist genau so belehrend und unpassend wie die Epiloge in HOUSEMAID, SEND HELP und …

BLOOD & SINNERS

Im für mich massiv überbewerteten Südstaaaten-Horrorfilm von Ryan Coogler ist es wieder mal der Epilog, der um der Katzbuckelei vor den "neuen Werten" komplett unnötig die Schuld beim weißen Establishment sucht.

Der ganze Film handelt von einer schwarzen Minderheit in den Südstaaten, die sich plötzlich von irisch-stämmigen Vampiren bedroht sieht. Eine schöne Metapher über den Kampf um die Zukunft der noch jungen Nation, um den Platz im kulturellen Erbe, um Aneignung, Enteignung, Anspruch.

Das Problem? Damit würde ja eine Minderheit gegen eine andere kämpfen. Man würde sogar etablieren, dass es gar keinen "weißen Teufel" braucht, um die Minderheiten in einen zerstörerischen Krieg zu locken. Was übrigens auch einer meiner Kritikpunkte an Cooglers WAKANDA FOREVER war:

Man könnte (…) argumentieren, dass der Film alle rassistischen Klischees erfüllt, weil die "exotischen Stämme" sich grundlos und begeistert abmurksen, während der "weiße Mann" sich raushält und die Kriegsbeute einheimst.

Also zieht man nach dem Finale ein paar richtig fette, schmierige, reiche Weiße aus dem Hut, die hinter allem stecken und dann niedergemäht werden. Damit das Publikum weiß, wer "wirklich" Schuld ist und den Tod verdient.

Klar kann man jetzt argumentieren "das ist doch nur ein gerechter Ausgleich für 100 Jahre Hollywood-Dominanz des weißen Mannes". Ich verstehe sogar bis zu einem gewissen Grad den Wunsch nach Befreiungsschlägen, nach Anprangerung, nach hemmungslosem "jetzt sind wir an der Macht!".

Aber anders als in der Mathematik ergeben zweimal Minus kein Plus.

Ich kann es auf einen einfachen Nenner bringen:

Wenn deine Qualifikation als Held darin besteht, lange genug Opfer gewesen zu sein, wirst du nie ein echter Held sein. Du zementierst nur deine Rolle als ewiges Opfer.

Es wird nicht jeder die Sache so sehen wie ich. Ich bin mittlerweile sehr sensibel für das Thema, vielleicht zu leicht zu "triggern". Man kann legitim einwenden, dass Männer immer noch "Schwein genug" sind, um sie in einen Sack zu stecken und mit dem Knüppel drauf zu hauen.

Aber das Bild des Pendels lehrt uns ja auch: solange das Pendel schwingt, wird es immer wieder zurück schwingen. Ich glaube, dass viele der aktuellen gesellschaftlichen Probleme in den USA darauf basieren, dass beide Seiten das Pendel für sich beanspruchen, ohne es beeinflussen zu können.

Und vermutlich ist es schon so weit – das Pendel schwingt zurück. Die Männer der Gen Z sind laut einer Studie wieder deutlich restriktiver und rückständiger.

Das Pendel muss angehalten werden, wenn sich etwas ändern soll. Oder um es mit Hollywood selbst zu sagen – the only winning move is not to play:

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6. März, 2026 08:55

Pendel aufhalten? Ach… Menschen (als Gruppe) sind ziemlich dämliche Idioten – wir machen das mit, halten das aus, lernen nix draus und fangen wieder von vorne an. Star Trek mit seiner erwachsen gewordenen Gesellschaft ist ja nur deshalb so verführerisch, weil wir tief in uns drin wissen, das wir das nie haben werden.

Als nicht ganz so weißer mittelalter Mann hab ich irgendwie weniger ein Problem damit, dass irgendwelche blonden Typen nicht automatisch die Guten sind. Ist mal ganz erfrischend.

Apropos Perspektive: Wenn ich sehe, wie meine Tochter es wahrnimmt, wenn Mädels die großen starken Heldinnen sind, dann kann mir das nur gefallen. Es ist nur Unterhaltung. Da draußen haben die alten weiße Säcke den Laden doch noch im Griff. From their cold dead hands und so.

6. März, 2026 10:32
Reply to  Torsten Dewi

Wenn man Leute provoziert, die sich provozieren lassen, kommt sowas halt dabei rum. Frauen waren ja früher handlungstechnisch oft genug gar nicht wichtig genug, als das irgendwas auf ihre Kosten hätte gehen können. Also doch, tat es. Aber es war egal, solange nicht der Held Anstoß daran nahm. Und das ist ja nicht weg, solche Geschichten gib es ja immer noch.

Aber grundsätzlich sehe ich keine strukturelle Dämonisierung der Männer in aktuellen Filmen. Schon gar keine, die über den Film hinaus irgendwelche Auswirkungen hätte. Bei aller obsessiven Liebe zu Filmen, die ich habe, erachte ich sie auch nicht als wirkmächtig genug, diese Rolle zu spielen. Es ist nur Unterhaltung, über die sich zwar vortrefflich und ausufernd streiten lässt, aber davon fällt er mir schon nicht ab. Ich bin da im Laufe der Jahrzehnte extrem entspannt geworden.

Ich reg mich lieber über die Leute auf, die "ein" mit "nen" ersetzen. 😀

6. März, 2026 10:43
Reply to  Torsten Dewi

"belegfrei"
Es ist nur ein Kommentar.

Andreas Arimont
6. März, 2026 09:43

In dem Zusammenhang muss ich BlinkTwice erwähnen.
Ich furchtbarer Film über den ich mich furchtbar geärgert habe. Nichts stimmt.
Hast du den vielleicht gesehen?

Andreas arimont
6. März, 2026 19:56
Reply to  Torsten Dewi

Indem Film sind explizit ALLE Männer Vergewaltiger- wohingegen die Frauen erst in die Situation kommen, weil sie sich einen männlichen Milliardär angeln wollen, um ihr Leben zu verbessern. WTF?

S-Man
6. März, 2026 11:17

Ich habe vor zwei Jahren etwas sehr ähnliches geschrieben, damals über den Paradefilm dessen, was du hier beschreibst.

Meine Filmkritik zu Barbie: https://ruminarium.de/2024/01/27/filmkritik-barbie/

Marcus
7. März, 2026 13:07
Reply to  S-Man

Du bist nicht nur nicht die Zielgruppe von "Barbie", du hast den Film auch nicht verstanden. Oder die Überdosis Pink hat deine Aufmerksamkeit zerschreddert. 😉

Vineyard
6. März, 2026 12:11

Am Schimmsten war ja der letzte 3 Engel für Charlie Film. DER hat RICHTIG weh getan.

Was Birds of Prey betrifft…… da bleibe ich lieber bei meinen 20 Jahre alten Comics. (Gail Simone Run.)

jimmy1138
6. März, 2026 13:01

"Die Serie SUPERGIRL etabliert eindeutig, dass Supergirl ihrem Cousin Superman im direkten Zweikampf körperlich überlegen ist"

Das wurde doch so erklärt, daß sie länger unter der roten Sonne Kryptons gelebt hat (dann muß aber General Zod auch klar stärker als Superman sein)

Ein anderer Aspekt sind auch weibliche Bösewichte, wo sich in den letzten Jahren das Trope der tragisch mißverstandenen weiblichen Antagonistin festgesetzt hat. Der Höhepunkt für mich war da "The Acolyte".

Last edited 1 Monat zuvor by jimmy1138
Vineyard
6. März, 2026 19:26
Reply to  Torsten Dewi

Ah ja, die ich so zusammenfassen würde:

Ich bin so was von böse.

*5 Minuten später*

Hab ich schonmal erwähnt wie BÖSE ich bin?

*5 Minuten später*

Ich bin BÖSE, sagte ich das schon?

Und die Frau hat den Oskar gewonnen. (Gut, hat Cate Blanchett auch und dann hat man sie also Klicheerussin in Indy 4 verheizt…)

Marcus
7. März, 2026 13:08
Reply to  Torsten Dewi

Karli Morgenthau… wer war das noch…

*erinnert sich*

AAAAAAAAAAAAAAAAARGH!!!!

Feivel
6. März, 2026 20:28

Was mich dabei immer wieder verwundert: diese Besetzungen und kreativen Entscheidungen sind ja ganz offensichtlich nicht kapitalismus-, sondern Ideologie-getrieben. Die Produkte floppen überwiegend – Prey of Birds hat sein Geld nicht wieder eingespielt (was laut Cathy Yan daran lag, dass die böse Männerwelt einfach noch nicht bereit war, hahaha). She-Hulk hat nach der ersten Folge (meines Wissens nach) keine Zuschauerzahlen mehr veröffentlicht. Star Wars' Mary Sue Rey hatte auch ihren wesentlichen Anteil, das franchise zu killen.
Aber sie lernen es nicht oder nur sehr langsam. Sind die Vertriebswege mittlerweile zu komplex geworden, sodass finanzielle Fiaskos zu lange brauchen, um Konsequenzen zu tragen? Oder säuft man sich das in den Studios schön, bis das Geld alle ist?

Ich vermisse das US-Kino, das mich einfach nur unterhalten wollte, um an mein Geld zu kommen. Wenn ich moralisch belehrt werden will, kann ich ja immer noch deutsche Filme gucken.. (jaja, grobe Vereinfachung, ich weiß.)

Last edited 1 Monat zuvor by Feivel
Feivel
6. März, 2026 21:48
Reply to  Torsten Dewi

Naja, ich glaube den Kathleen Kennedys dieser Welt schon, dass sie davon ausgehen, dass ihre Machwerke voll geil beim Publikum ankommen (wurde ja schließlich von Den Guten™ gemacht). Meine Frage zielt eher ab auf: Warum lassen das die Auftraggeber mit sich machen? Am Ende muss den Bumms ja jemand bezahlen – blicken die einfach nicht mehr durch, was erfolgreich ist und was nicht?

Last edited 1 Monat zuvor by Feivel
Feivel
7. März, 2026 00:11
Reply to  Torsten Dewi

Hmm ne, das mag ich nicht so einfach glauben. Wenn die die Wahl haben zwischen "Geld" und "mehr Geld", dann wird da doch keiner bei "Geld" hängen bleiben – dächte ich. Aber scheinbar ja schon, sonst wäre uns das Ghost Busters remake erspart geblieben. Ich beziehe mich ja explizit auf die Konzernchefs, die ihren Auktionären (und ihrer dritten Yacht) verpflichtet sind.

"Diese Großkonzerne machen tonnenweise Geld" – dem würde ich entgegen: noch. Und: es ist ja nicht ohne Grund, dass Warner Bros verkauft wird. Und die wollten uns doch vor gar nicht so langer Zeit einen schwarzen Superman verkaufen, oder erinnere ich mich falsch?

Wakanda Forever, den ich übrigens (nicht nur wegen dem was du oben anführst) für einen der rassistischsten Filme überhaupt halte – wie sich dort alle wie eine Horde Affen aufführen.. fällt ein wenig aus der Reihe, denke ich, weil er eine sehr große Zielgruppe bedient. Die nur ~20% weißen Zuschauer in den USA sind schon enorm niedrig. Jetzt könnte man sagen "Jahaa, aber Frauen sind ja auch zahlreich" – die haben aber zum Gück nicht zu einem relevanten Anteil seit 20 Jahren das Gefühl, es wäre endlich mal an der Zeit, den alten weißen Männern eins auf die Schnautze zu hauen.

Ich will da aber auch gar nicht streiten, denke nur laut nach…

Alex
7. März, 2026 13:34
Reply to  Feivel

Danke für diesen Kommentar, genau so sehe ich es auch. Vor 40 Jahren wurden Filme "einfach nur gemacht" und häufig damit auch Geld verdient. HEUTE versucht man irgendwelche Botschaften und eine politische Form der Erziehung unterzubringen und kopiert ansonsten das, was schon mal Kohle brachte.

noyse
6. März, 2026 22:32

Mich nervt viel mehr, dass diese Emanzipation in den neuen Frauenrollen sich darauf beschränkt, grundsätzlich jedwede Hilfe oder Tipps von Männern als mensplaining zu titulieren und dann zu ignorieren. Was dann meist dazu führt, dass völlig unnötig Leichen ihren Weg pflastern, sie sich aber keiner Schuld bewusst sind.
Besonders aufgefallen ist mir das beim letzten Hellraiser, oder sogar bei Disneys Teenserien wie "the last bus".
die schlimmste Szene für mich dort ist, wo die weiblichen Protagonistin so lange einen männlichen Teen drangsaliert und mehr oder weniger ihm sagt, dass er für seinen Vater immer ein looser bleiben wird usw., bis er, sich nicht anders zu wehren weiß und kurz handgreiflich wird, was einen Unfall zur Folge hat. Im Ganzen Rest der Serie sind sich alle, die dabei waren, einig dass nur der Junge Schuld hat, das Unangebrachte Verhalten des Mädchens steht niemals zur Diskussion.

PabloD
6. März, 2026 23:34
Reply to  Torsten Dewi

Der billige Kalauer wäre an dieser Stelle:
"… Viele kennen das ja aus ihrer Beziehung."

7. März, 2026 10:59
Reply to  noyse

Entschuldigung, aber es heißt: Mansplaining – mit A – ein Kofferwort aus "man" und "explaininig".

(Diese Belehrung konnte man ja nun wirklich nicht auf der Straße liegen lassen!)

Noyse
7. März, 2026 12:32

Grundsätzlich finde ich es sehr schade. Es gibt ja genug Studien das Frauen in bestimmten Situationen anders reagieren und andere Entscheidungen treffen als Männer. Deswegen würde mich schon ein action oder Spionagefilm interessieren in dem ein weiblicher agent die Hauptrolle spielt. Vermutlich müsste da ja eine Frau vom Fach mal das Drehbuch verfassen, so aber tun die Frauen immer dasselbe was auch die Männer tun in der Regel mit der Axt durch die Tür. Mich würde ja auch interessieren ob dann Verführung eine Rolle spielen würde. Was es ja bei Männern irgendwie immer tut. Na ja. Wenigstens dürfen weibliche homosexuelle relativ normal sein. Bei männlichen homosexuellen paaren ist in der Regel einer 120% testosteron und Der der andere meist etwas Komisch sehr feinfühlig macht was mit Kunst und kocht. Da gibt’s nie normale Leute, so wie ich sie aber kenne

Endstille
9. März, 2026 12:35
Reply to  Torsten Dewi

"Atomic Blonde" fällt mir dazu ein

8. März, 2026 20:32

Ich stimme Deiner Beobachtung zu. Deine Arbeitsthese ist valide.
Meine Antwort auf die Frage "Warum?" lautet: 50 Jahre Feminismus haben erreicht, dass man nichts Schlechtes über Frauen und nichts Gutes über Männer sagen darf.
Würdest Du deutsche Filme schauen, wärest du schockiert, wie weitverbreitet dort Misandrie ist. Offen oder unterschwellig.