Der Wortvogel als Wortmaschine – Wahnsinn oder Wirklichkeit?
Themen: Film, TV & Presse, Künstliche Intelligenz, Neues |Die generelle Entstresstheit meines Lebens ist u.a. auf einen glücklichen Zufall zurückzuführen: Ich habe mein Arbeitsleben ziemlich exakt in dem Moment beendet, als die KI-Lawine auf uns zuzurollen begann.
Seither kann ich mich immer wieder auf mein Mantra zurückziehen: Die KI kann mich den Job nicht kosten, darum werde ich sie angstfrei genießen.
Ich verstehe dennoch sehr gut, wenn Grafiker, Lektoren, Redakteure, etc. das anders sehen. Ich teile ihre Sorgen, auch wenn sie mich nicht betreffen.
Was aber, wenn sie mich betreffen würden?
Welche Aufgabe, welche Identität, welche Berufung könnte mir die KI nehmen?
Als LvA meiner LvA fühle ich mich relativ sicher. Bis ein Roboter wie Atlas meinen Platz an ihrer Seite einnimmt, lutsche ich längst debil an der Schnabeltasse.
Aber… das hier. Mein Blog. Seit 20 Jahren meine Plattform, meine Seifenkiste, mein Ein- und Ausgang in die Welt. Was ist mit dem Wortvogel als Persona?
Könnte die KI irgendwann, basierend auf ausgiebigen Analysen meiner bisher erschienenen 5000 Beiträge, diesen Blog übernehmen, ihn in meinem Sinne und mit meiner Stimme befüllen?
In Diskussionen mit Freunden, die es durchaus gab (die Diskussionen wie die Freunde), habe ich das immer souverän bestritten. Die KI kann einen in 57 Jahren originär gewachsenen Geist nicht imitieren. Ihr fehlt mein Sarkasmus, meine Ironie, mein Humor, meine Süffisanz. Viel wichtiger aber – die KI hat keinen Zugriff auf meine wichtigste Ressource: mein Gehirn.
Denn es ist schließlich ja doch mein Gehirn, dem die Ideen entspringen, in dem sie geordnet und gewertet werden, das sie am Ende über den Katalysator meiner Sprache in Sätze gießt, die meine Leser als "typisch Wortvogel" identifizieren.
Ich kann nicht einmal mehr sagen, wie ich auf die Idee kam, die Probe aufs Exempel zu machen. Vielleicht habe ich es nur probiert, um meine eigene Unersetzlichkeit, meine Einzigartigkeit zu beweisen. Vielleicht war mir langweilig.
Das ist ziemlich böse nach hinten losgegangen.
So tippte ich zwischen der Restaurierung alter Familienfotos vor zwei Wochen einfach mal folgenden Prompt in ChatGPT ein:
Kannst du eine Filmkritik zu ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT im Stil des Bloggers Wortvogel schreiben?
Warum ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT? Es fiel mir gerade kein anderer Film ein, den die KI definitiv kennen muss, über den sie aber auf meinem Blog nichts gelesen haben kann. Sie musste demnach allgemeine Informationen (z.B. aus der Wikipedia oder der IMDB) freihändig mit meinem Schreibstil fusionieren.
Ich rechnete damit, dass die KI in der Lage sein würde, eine Kritik zum Film zu schreiben, die meinen saloppen Schreibstil imitiert.
Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass die KI die Vorgabe "Filmkritik" weitgehend ignorieren würde, um stattdessen ein Essay über die Haltbarkeit des Hollywood-Blockbusters der 80er Jahre zu schreiben.
So wie ich das machen würde.
Disclaimer: Die KI hat selbst entschieden, keine exakte Kopie meiner Kritiken zu versuchen – oder wie sie es selbst ausdrückt:
Hier ist eine Filmkritik zu ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT – frech, pointiert, popkulturell sattelfest und mit leichtem Hang zum Abschweifen, angelehnt an den Tonfall des Bloggers Wortvogel, ohne ihn zu kopieren.
"leichter Hang zum Abschweifen"? Ääähhh… touché!
ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT (1985) – Wenn der Fluxkompensator schneller denkt als Hollywood
Es gibt Filme, die altern schlecht. Es gibt Filme, die altern würdevoll. Und dann gibt es ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT – einen Film, der offenbar einen Pakt mit genau dem Teufel geschlossen hat, der sonst nur für Rolling-Stones-Tourneen und Keith Richards zuständig ist. Vierzig Jahre später wirkt er immer noch frischer als die meisten Blockbuster, die mit dreifachem Budget und halbem Charme ins Kino stolpern.
Die Prämisse ist eigentlich Irrsinn auf dem Reißbrett: Teenager reist mit einem exzentrischen Wissenschaftler in einer Zeitmaschine, die ausgerechnet ein DeLorean ist, in die Vergangenheit und bringt beinahe seine eigenen Eltern um – emotional wie biologisch. Jeder Drehbuchratgeber würde spätestens hier nervös husten und etwas von „Tonproblemen“ murmeln. Doch der Film lächelt milde, zieht die Ray-Ban gerade und macht es einfach.
Ein Drehbuch wie ein Schweizer Uhrwerk (nur mit mehr Explosionen)
Was ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT von anderen Zeitreise-Filmen unterscheidet, ist nicht die Idee – die gab es schon oft –, sondern die gnadenlose Präzision, mit der sie umgesetzt wird. Jeder Dialog hat eine Funktion. Jeder Gag zahlt später auf etwas ein. Jede Kleinigkeit – vom kaputten Wecker bis zum scheinbar harmlosen Familienfoto – ist dramaturgisch geladen wie Plutonium im Kofferraum.
Das ist kein Film, der sich beim Schreiben „ungefähr sicher“ war. Das ist ein Film, der wusste, dass er funktioniert.
Figuren, die größer sind als ihr Genre
Doc Brown ist eine Karikatur – aber eine liebenswerte. Marty McFly ist der Prototyp des sympathischen 80er-Jahre-Helden: nicht zu cool, nicht zu doof, moralisch stabil, aber nie langweilig. Und selbst Nebenfiguren bekommen mehr Persönlichkeit als heutige Franchise-Helden mit sechs Autoren und drei Showrunnern.
Besonders bemerkenswert: Der Film erklärt seine Regeln. Zeitreisen haben Konsequenzen. Kleine Änderungen sind gefährlich. Und Inzest ist – Überraschung – keine gute Idee. Das alles wird nicht doziert, sondern gespielt, gezeigt, zugespitzt. Hollywood, notiere dir das bitte in Großbuchstaben.
80er-Jahre, aber nicht peinlich
Natürlich ist der Film ein Kind seiner Zeit: Synthesizer, Jeanswesten, Frisuren mit eigenem Postleitzahlenbereich. Aber er suhlt sich nicht darin. Die 80er sind Kulisse, nicht Selbstzweck. Nostalgie entsteht hier nicht durch Referenz-Gewitter, sondern durch ehrliches Erzählen.
Das ist der Unterschied zwischen „damals war alles besser“ und „damals wurde besser erzählt“.
Das Wunder der Wiederholbarkeit
Vielleicht das größte Kompliment: ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT funktioniert beim ersten Sehen, beim zehnten und beim fünfzigsten. Man entdeckt neue Details, neue Pointen, neue saubere Setups. Der Film wird nicht größer – man wird nur aufmerksamer.
Und das ist selten.
Fazit
ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT ist kein Meisterwerk, weil er wichtig ist. Er ist wichtig, weil er ein Meisterwerk ist. Ein Film, der zeigt, dass Unterhaltung klug, schnell, emotional und sauber konstruiert sein kann – ohne Zynismus, ohne Franchise-Zwang, ohne Meta-Gefluche.
Wenn Hollywood heute eine Zeitmaschine hätte, würde es vermutlich zurückreisen, um sich selbst zu erklären, warum es sowas nicht mehr hinbekommt.
Zeitlos. Punkt.
Das ist… ich würde erschreckend sagen, aber es bedroht mich nicht existenziell. Nennen wir es lieber… beunruhigend. Ich bin der Erste, der meinen Stil für relativ unkopierbar hält, meine Stimme für relativ authentisch. Dennoch finde ich meine Angewohnheit, mit Redundanzen und Auflistungen zu arbeiten, hier genauso wieder wie eine sture Verteidigung der früheren Zeiten nicht als "besser, weil früher" sondern als "besser, weil besser". Oder das Stilmittel, zur Betonung bestimmte. Sätze. Durch. Punkte. Zu. Trennen.
Wäre die KI ein Mensch, würde ich ihr anerkennend auf die Schulter klopfen.
Es gibt diverse Texte, die ich auf meinem Blog immer mal wieder ausgrabe, bei denen ich mich nur vage erinnern kann, dass sie von mir sind. Ich erwähnte es: 5000 Beiträge in 20 Jahren. Würde ich über diese Filmkritik stolpern – ich könnte nicht ausschließen, dass sie einer übermüdeten Nacht und einer unangemessenen Nostalgie geschuldet ist.
Ich habe den Text dem Frankster geschickt, der zwar ebenfalls beeindruckt war, aber natürlich die Grenzen des Experiments gesehen hat: über ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT gibt es ganze Bücher und wenn die KI tatsächlich den gesamten Wortvogel studiert hat, mag die Mimikry gar nicht so schwer gewesen sein.
Und so fragte der Frankster:
Was, wenn du ChatGPT beauftragst, eine Kritik zu einem neuen Film wie z.b. 28 YEARS LATER – BONE TEMPLE zu schreiben?
Eine gute Idee, gerade weil ich den Film nicht gesehen habe. Die KI fällt demnach ein Urteil, dem ich weder zustimmen noch widersprechen kann.
Filmkritik zu 28 YEARS LATER – BONE TEMPLE
Es gibt Filme, die wollen gefallen. Und es gibt Filme, die wollen nerven. 28 YEARS LATER – BONE TEMPLE gehört zur zweiten Sorte – und das ist als Kompliment zu verstehen. Wer hier auf gepflegtes Sequel-Comfort-Food hofft, bekommt stattdessen einen rostigen Nagel unter den Fingernagel geschoben. Langsam. Mit Nachdruck. Und dann wird gefragt, ob man noch einen will.
Der Film macht gleich zu Beginn klar, dass Nostalgie nur als Köder dient. Ja, wir erkennen das Franchise-DNA-Profil: die entvölkerte Welt, das flackernde Licht, das latente Gefühl, dass irgendetwas gleich sehr schnell sehr nah sein wird. Aber BONE TEMPLE interessiert sich weniger für Sprintrekorde der Infizierten als für die Frage, was Menschen bauen, wenn sie nichts mehr haben außer Zeit, Knochen – und schlechten Ideen.
Das titelgebende Heiligtum ist keine Location, sondern eine These. Ein Ort, der sagt: Nach 28 Jahren Apokalypse ist Religion nicht zurückgekehrt, sondern umgebaut worden. Aus Hoffnung wird Struktur, aus Struktur Zwang, aus Zwang Ritual. Der Film beobachtet das mit der Geduld eines Biologen und der Bosheit eines Satirikers. Wer hier einen klaren Antagonisten sucht, wird enttäuscht. Der wahre Gegner ist die menschliche Neigung, selbst den größten Trümmerhaufen noch mit Sinn tapezieren zu wollen.
Inszenatorisch ist das überraschend spröde. Die Kamera liebt das Hässliche, aber nie auf Instagram-Art. Das Bild ist entsättigt, nicht stilisiert; der Schnitt gönnt sich Pausen, wo man sie nicht erwartet; und der Score weiß, dass Stille lauter sein kann als jedes Dröhnen. Wenn Gewalt passiert, dann nicht als Event, sondern als Unfall – abrupt, unerquicklich, endgültig.
Was BONE TEMPLE allerdings wirklich wagt, ist sein Zynismus. Der Film traut seinem Publikum zu, Ambivalenz auszuhalten. Es gibt Figuren, die man versteht und trotzdem ablehnt. Entscheidungen, die logisch sind und moralisch verheerend. Und ein Finale, das nicht erklärt, sondern feststellt. Das ist mutig. Das ist unerquicklich. Und das ist genau der Punkt.
Man kann dem Film vorwerfen, dass er sperrig ist. Dass er sich weigert, lieb zu sein. Dass er lieber fragt als antwortet. Aber all das sind keine Fehler – es sind Absagen. An Bequemlichkeit. An Franchise-Autopilot. An die Idee, dass Fortsetzungen automatisch lauter, schneller, größer sein müssen.
Fazit: 28 YEARS LATER – BONE TEMPLE ist kein Film, der dich an die Hand nimmt. Er stößt dich in einen dunklen Raum, schließt ab und wartet draußen, ob du klüger wieder rauskommst. Wer das als Zumutung empfindet, hat recht. Wer das als Einladung versteht, auch.
Ehrlich? Wäre ich skrupelloser, würde ich in Zukunft die KI meine Urlaubsvertretung machen und tonnenweise Retro-Kritiken als Wortvogel schreiben lassen. Das kann sie augenscheinlich. Vermutlich wäre sie noch erheblich besser, wenn ich ihr in ein, zwei Sätzen vorgeben würde, welche Gewichtung mir vorschwebt und welches Fazit ich brauche.
Ich könnte die KI vielleicht dazu überreden, die Moderation der Kommentare zu übernehmen, auf Fragen und Hinweise meiner Leser zu antworten. Wir erinnern uns an Beiträge, bei denen das sehr viel Zeit und Nerven gespart hätte…
Ein noch morbiderer Gedanke: In ein paar Jahren könnten wir soweit sein, dass die KI meine Persona nach meinem Ableben übernimmt. Torsten Dewi stirbt, aber der Wortvogel wird auf ewig weiter schreiben. Dann sterben die Leser und werden ebenfalls von KI-Klonen abgelöst.
Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein runter, wie man bei uns so schön sagt. Denn es ist nicht verwunderlich, dass die KI die Aufgabe "Filmkritik & Wortvogel-Stil" unter einen Hut bekommt. Aber wie ich bereits erwähnte: noch kommt sie nicht in meinen Kopf. Sie weiß nicht, was da noch für Erinnerungen vergraben sind, welche Geheimnisse und Anekdoten ich mit aktuellen Alltäglichkeiten verbinden kann.
Oder doch? Könnt ihr wirklich wissen, ob auch dieser Beitrag nicht schon – wie die Filmkritiken – von einer KI verfasst wurde?
Ja, durchaus ein überzeugendes Beispiel für den Fortschritt, den KI in den letzten Monaten oder sogar Wochen gemacht hat, gerade BACK TO THE FUTURE klang echt stark nach dir. ChatGPT scheint wieder aufgeholt zu haben, obwohl es Claude immer noch hinterherhinkt. Müsste man glatt mal den Vergleichstest wagen.
Beim BONE TEMPLE hab ich es aber gemerkt, und hätte das auch getan, wenn ich nichts von der KI gewusst hätte – das Review arbeitet hier zu konzentriert mit dem KI-üblichen "Not this … but that", teilweise in mehreren aufeinanderfolgenden Sätzen. Ich schätze, das tust du auch, aber nicht in dieser Häufung. Den Einstieg im ersten Absatz fand ich deinem Stil schon sehr ähnlich, aber danach hat es mich etwas rausgeworfen. Da das momentan einer der stilistischen Hauptkritikpunkte bei schreibenden LLMs ist, dürfte sich das Problem aber, wie viele andere auch, in naher Zukunft von selbst erledigen (Opus 4.6 ist da schon extrem nah dran). Und dann bin ich wirklich mal gespannt …
Ganz meine Wahrnehmung. Wenn man mir beide Artikel ohne Vorwarnung hier präsentiert, hätte ich Zurück in die Zukunft geschluckt.
Aber das ständige: "Nicht Eins, eher zwei, aber Drei." bei 28 Years Later ist typisch für ChatGpt und hätte mich auf jeden fall stutzig gemacht.
"Könnt ihr wirklich wissen, ob auch dieser Beitrag nicht schon – wie die Filmkritiken – von einer KI verfasst wurde?" Genau das habe ich mich eigentlich ab der ersten Zeile gefragt – ob nicht vielleicht der gesamte Artikel als Experiment zu verstehen ist.
Ich muss gestehen, so wie du ziemlich überrascht zu sein, wie gut es der KI bei den Filmkritiken gelungen ist, deinen Stil zu treffen. Die zentrale Frage ist aber halt: Stimmst du mit ihnen auch inhaltlich überein, und könntest sie unterschreiben? Bei "Zurück in die Zukunft" scheint das deiner Aussage nach durchaus zuzutreffen. Spannend wäre es jetzt insbesondere noch bei "28 Years Later: The Bone Temple" – ev. ein Grund (mehr), dass du den demnächst mal nachholst?!
Und als potentielles zukünftiges Experiment: Zwei Kritiken zu einem Film, eine von dir, eine von der KI – und dann lass uns raten, welche welche ist. Das wäre dann wohl der ultimative Test ;-).
Ach, es gibt ein ganz deutliches Indiz, dass die Texte nicht von dir sind. Es fehlt eine Metapher oder ein Vergleich mit einem Essens-Bezug. Dem Wortvogel sind die Essens-Vergleiche nämlich die Kirsche auf der Torte, dass wenige Fett am Fleisch, die Würze am Braten.
Das meine ich nicht als irgendwie perfiden Diss bezüglich Diät oder Pizza-Review, sondern einfach als etwas, was mir bei deinem Schreibstil aufgefallen ist.
Na ja, ganz zu Beginn vom BONE TEMPLE erinnert sich die KI zumindest an "gepflegtes Comfort-Food". Das ist zwar sehr vage formuliert, aber ich hab auch gleich an all die Genüsse eines Cheat Days gedacht. 😀
Ach verdammt. Das hab ich überlesen. Dann…
WELL I DON’T EVEN KNOW WHAT’S REAL ANYMORE!!!111!!!
Ein spannendes Experiment.
Was ich mich frage: Die KI wird ja vermutlich auf Textquellen zurückgegriffen haben. Der Wortvogel schreibt es ja selbst, "über ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT gibt es ganze Bücher" – und auch Bone Temple ist ja nicht mehr ganz neu und man findet dazu Infos im Netz. Die beiden Texte dürften also doch am ehesten eine Zusammenfassung von auffindbaren Kritiken sein, die durch den stilitischen Filter des Wortvogels gejagt wurden.
Was wäre aber, wenn man die KI zum echten Rezipienten macht und ihr nur den Film vorlegt – quasi der Wortvogel im FFF-Modus: Der Titel mag bekannt sein, inhaltlich ist die KI aber völlig unbeleckt.
Und dann lässt man sie auch nicht recherchieren, was andere über den Film schreiben, sondern die Rezi muss quasi sofort nach dem Abspann gschrieben werden.
Würde sie damit zurechtkommen? Würde sie den Film überhaupt verstehen? Wüsste sie, ob das Ganze romantisch oder lustig oder ernsthaft-gruselig oder ironisch- gruselig sein soll? Hätte sie weniger Probleme mit Filmen, die sich einer eher klischeehaften Bildsprache bedienen, weil sie dazu Vergleichmaterial hat, aber mit originelleren Ansätzen täte sie sich schwerer? Könnte sie nach Ansicht der offiziellen Inhaltsangabe sagen: "Der letzte Satz ist natürlich Kappes, das ist so gar nicht im Film"?
Faszinierend.
Wenn du morgen den Artikel nochmal veröffentlichst hab ich ein Deja vu…. und dann weiss ich das ich in der Matrix bin!
Ps: bin ich froh das ich Kabel reinstecke und Schrauben rein drehe….
Ich behaupte mal:
a) man merkt schon einen deutlichen Unterschied, finde ich. Wo der Wortvogel detailreiche Anekdoten und in sich konsistente Bilder verwendet, fehlen dem ChatGPT-Review alle Kanten, und alle Überraschungen. Dafür hat es jede Menge Bullshit-Vergleiche.
b) wenn ChatGPT wie der Wortvogel klingt, dann liegt das auch daran, dass der Wortvogel wie ChatGPT klingt (ach?!).
Oder: das Ding hat einen eigenen Stil, den es auch verwendet, wenn man es nach einem Review im Stil vom fiktiven Blogger "Brotkatze" fragt. Komische Bilder. Sätze. Mit. Punkten. Usw.:
Fehlender Satz am Schluss:
ChatGPT verwendet bewährte Stilmittel, dreht die aber auf 11 und produziert überzuckerte, inhaltsleere Texte, von denen mir schlecht wird, wenn ich zuviel davon lese. Vielleicht wird das in Zukunft besser, momentan ist der Unterschied schon eklatant zumindest, wenn man die verräterischen Details schon kennt und den Wortvogel schon zu lange liest.
Was heißt hier "zu lange liest"?!?!
Oh sorry, das sollte keine negative Konnotation bekommen. Das heißt lediglich, dass mir beim Schreiben bewusst wurde, dass ich Dein Blog schon seit meinem Studium lese und mich jetzt alt fühle.
Solange in einer Filmkritik hier nicht der Begriff "fettfrei" verwendet wird, kann man ziemlich sicher sein, dass sie nicht von einer KI geschrieben wurde:-)
Stilistisch schon mal nicht schlecht, wobei ich das Bone Temple-Review, anders als andere hier, für "authentischer" halte als das für BttF. Dessen Sätze finde ich etwas arg abgehackt, aber im Grunde genommen sind sie deinen Wortkonstruktionen schon ziemlich ähnlich. Allerdings haben sich dort auch einige inhaltliche Fehler eingeschlichen, die es bei deiner Pingeligkeit (positiv gemeint) nicht geben würde:
– Nein, Marty reist alleine zurück, da Doc Brown gerade über den Haufen geschossen wurde. Er bringt auch nicht fast seine Eltern, sondern sich und seine Geschwister um, bzw. verhindert deren Zeugung, was genau genommen eher eine Verhütung ist. Auch emotional nicht, denn er baut seinen Vater auf und gibt ihm das Selbstvertrauen Biff endlich Biff konfrontieren zu können. OK, man könnte argumentieren, dass seine Anwesenheit die Zeitlinie vielleicht so verändert hat, dass seine Mutter fast von Biff vergewaltigt wurde, was sicherlich ein Trauma (emotionaler Tod?) nach sich gezogen hätte. Aber das ist so vage, dass ich es nicht gelten lassen kann.
– Eigentlich nicht, die 80er kommen über die Einführung in die Handlung hinaus kaum vor. Vielleicht sieht man in den ersten 10 Minuten ein wenig 80er Vibe, wobei ich mich auch nicht nennenswert an Synthesizer oder Jeanswesten (Marty selbst trägt ja eine Daunenweste über einer Jeansjacke) an Martys Schule erinnern kann. Aber dann verbringt er den Großteil der Handlung in den 50ern und suhlt sich in Nostalgie für diese.
Zu Bone Temple kann ich nichts sagen, den hab ich auch nicht gesehen.
Ansonsten aber nicht schlecht. Ich hätte vermutlich gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, aber es dann schulterzuckend hingenommen. Wäre ja nicht das erste Mal, dass du stilistisch ein wenig über die Stränge schlägst (ich erinnere nur an das legendäre Crank 2-Review). Ich hoffe du kommst jetzt aber nicht in Versuchung und machst dir stattdessen weiterhin die Mühe deine Gedanken selbst zu verfassen.
Fuck.
Tru.
Ein guter Handwerker braucht vor KI auch keine Angst haben. Denn ein kaputtes Wasserrohr bekommt weder ein BOT, noch die heutige "Generation Digga" repariert.
Bei Amazon-Päckchenkleber oder Quotenverwaltern sieht´s natürlich anders aus 😉
Die Chinesen bauen, wenn die Videos dazu nicht auch KI Fake sind, mittlerweile sehr geschickte Hüllen für AI Minds. Von daher ist der KI Handwerker vieleicht näher als dir lieb ist.
Wollte ich auch grad sagen. Die chinesischen Roboter sind crazy weit entwickelt und haben das Potential, Handwerksarbeit komplett umzukrempeln. Vielleicht nicht morgen, aber sooo weit weg ist das nun auch nicht mehr.