05
Feb. 2026

Ninja Creami oder: Wenn aus dem Test- ein Schadensbericht wird…

Themen: Neues |

Wir haben uns im August 2025 wieder mal eine neue Maschine angeschafft:

Mich faszinierte die Idee, dass man damit hochwertiges Eis herstellen kann, ohne einen Kompressor zu brauchen oder die Masse eine Stunde eiskalt rühren zu müssen. Man bereitet die Grundmischung zu, friert sie ein, und bei Bedarf frisst/rührt sich der Creamizer ((c) Ninja) so massiv durch, dass Eis draus wird.

Tatsächlich ist die Ninja ein beeindruckendes Stück "hightech engineering". Auch ohne Anleitung problemlos zu bedienen, leicht zu reinigen, leistungsstark und formschön. Wir nutzen das Gerät einmal bis zweimal die Woche – in meinem Fall aktuell nur für Bananeneis, der Diät wegen.

So weit, so gut.

Heute morgen bricht die Ninja den Fräsvorgang durch meine gefrorenen Bananen allerdings ab, bevor die Eismasse überhaupt erreicht ist. Ich checke: das Paddel (der bereits erwähnte Creamizer) hat sich gelöst. Kann passieren (?). Ich stecke es wieder auf und versuche es erneut. Gleiches Problem. Nochmal. Gleiches Problem.

Ich schaue genauer hin und erkenne: An der Stelle, an der der Creamizer in eine Art umgestülptes Bohrfutter greift, ist das Metall unschön beschädigt:

Das ist ärgerlich, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass die schiere Kraft der Maschine die einzelnen Teile ziemlich fordert.

Ich bin mit dem Problem nicht allein. Googelt man "Ninja Paddel beschädigt", stößt man auf viele Leidensgenossen.

Ein Fall für eine Reklamation, klar. Das nervt mich schon, bevor ich den Vorgang anstoße, denn so etwas ist selten vorbildlich gelöst. Amazon wird an Ninja verweisen, Ninja darauf verweisen, dass man ja bei Amazon gekauft hat, können Sie mal Bilder schicken, wir werden das prüfen, vielleicht hören sie von uns, etc.

Das mit Amazon schenke ich mir gleich und rufe die Webseite von Ninja auf. Dort finde ich die Option, mein Gerät zu registrieren, um die volle Garantie von immerhin zwei Jahren in Anspruch nehmen zu können. Besser spät als nie, also registriere ich. Positiv: ich kann explizit angeben, dass ich die Maschine bei Amazon gekauft habe. Kein Problem. Dann eine Email an den Kundendienst mit einer Fehlerbeschreibung und dem obigen Foto. Ich schlage vor, einfach das Paddel zu ersetzen.

Kurz darauf kommt eine Bestätigung, dass man meine Mail erhalten hat und sich kümmern wird. Kann aber bis zu 10 Tagen dauern. In dringenden Fällen könne ich die telefonische Hotline kontaktieren.

Ich rufe die Hotline an. Zu meiner Überraschung: keine KI, keine Warteschleife. Stattdessen eine griechische Mitarbeiterin, die hervorragend deutsch spricht. Sie fragt, ob ich das Gerät bei Ninja registriert habe. Ich bejahe. Sie finde mich in der Datenbank und lässt sich den Fehler beschreiben. Ich schlage erneut vor, dass Ninja mir ein neues Paddel schickt. Ich kann sie förmlich den Kopf schütteln hören.

"Kann ja auch sein, dass das Futter nicht richtig greift. Wären Sie mit einem Austausch der ganzen Maschine einverstanden?"

Ich finde das zwar einen Tacken Overkill, aber wenn die mir eine neue Maschine schicken wollen, will ich nicht so sein. Sie schaut in die Registrierung und stutzt:

"Sie haben die NC300EU gekauft, die führen wir nicht mehr. Darf ich Ihnen das verbesserte neue Modell NC302EU schicken?"

Klar doch. Nicht nur neu, auch verbessert. Da bin ich dabei.

Sie fragt noch, ob ich das Modell mit zwei oder vier verschließbaren Eisbechern hatte. Kurioserweise drei. Sie winkt ab – ist sowieso egal, die Becher brauche ich nicht zurück schicken. Die kann ich behalten.

Eine Stunde später habe ich die Versandbestätigung für die neue NC302EU. Was mich besonders freut: die kostet 100 Euro mehr als unser bisheriges Gerät.

Was lernen wir daraus? Ninja hat einen hervorragenden, kompetenten und wirklich service-orientierten Kundendienst. Vorbildlich. Aber ich habe nun ein teures Gerät hier stehen, das nach nicht mal einem halben Jahr schon Elektroschrott ist. Nachhaltig ist anders.

Voraussichtlich werde ich das "kaputte" Gerät über Kleinanzeigen verschenken. Es mag jemandem als Ersatzteillager oder als Bastelprojekt dienen.

Eure Erfahrungen mit Ninjas, Kundendiensten und Ersatzteilen?

P.S.: Kundendienst können durchaus auch die Chinesen. Eine Schutzhülle für mein neues Macbook Air vom letzten Oktober zeigte grundlos einen Riss in der Ecke, gestern brach die Ecke dann vollständig ab:

Über Amazon zum Verkäufer weitergeleitet, schrieb ich eine Email auf englisch. Zwei Stunden später die Antwort: ob ich ein Foto des Problems schicken könnte? Konnte ich. 10 Minuten später: Wir schicken Ihnen sofort einen Ersatz, suchen Sie sich einfach nochmal die Wunschfarbe aus. Auch das: vorbildlich.



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Baumi
5. Februar, 2026 16:54

Apple: Gut und schlecht gleichzeitig beim selben Reparaturfall.

War ein Problem mit einer Apple Watch knapp außerhalb der Garantie, bei der sich der Fehler erst offenbarte, als eine neue OS-Version neue Funktionen freischaltete. Der Telefon-Support war herausragend gut, und der Mitarbeiter offenbar komplett auf Kundenzufriedenheit gepolt. Er suchte mit mir sehr ausführlich nach der Ursache des Fehlers und setzte sich sehr dafür ein, dass die Uhr in diesem Spezialfall trotzdem ausgetauscht wurde, weil ich ja keine Chance gehabt hätte, den Fehler vor dem Erscheinen der neuen Software zu melden.

Leider konnte er das nicht direkt entscheiden, weil ich die Uhr im örtlichen Apple Store gekauft hatte: Die gehören zu einer anderen Tochterfirma als die Online-Bereiche, und von daher musste ich mit meiner Fallnummer in den Laden gehen und da um Austausch bitten.
Dort kam dann die schlechte Erfahrung: Die Mitarbeiter dort gingen stumpf nach Vorschrift: Garantie abgelaufen, Pech gehabt. Dass der Mitarbeiter an der Hotline eine andere Meinung hatte, war denen wurscht. Sicherlich juristisch unangreifbar, aber schon enttäuschend, nachdem der Support vorher so zuvorkommend gewesen war.

Der Telefon-Mitarbeiter riss das dann aber wieder raus: Er hatte mich gebeten, ihn auf dem Laufenden zu halten, und als ich ihm erzählte, dass der Store einen Umtausch verweigerte, setzte er irgendwelche Hebel im Hintergrund in Bewegung, und am Ende bekam ich dann von Apple Online trotz abgelaufener Garantie ein besseres Modell als Austauschgerät – obwohl die Variante, die ich vorher hatte, noch im Angebot war.

Mein Fazit daraus war, dass ich seitdem möglichst nicht mehr im physischen Apple Store kaufe, damit ich es im Supportfall direkt mit der Online-Abteilung zu tun habe.

Last edited 5 Tage zuvor by Baumi