23
Feb. 2026

India supreme: SWAAD

Themen: Neues |

Ich gehe gerne in neue Restaurants. Ich habe aber auch Stamm-Restaurants. Es ist die Mischung, die den Unterschied ausmacht. Stamm-Restaurants sind im wahrsten Sinne des Wortes "comfort food" und sollen mich nicht überraschen oder begeistern, sondern beruhigen und entspannen.

Über die Jahre und diversen Umzügen geschuldet ändern sich die Präferenzen natürlich. Ich würde immer noch behaupten, dass es in der VILLA DANTE die beste Pizza in München gibt. Das Problem: seit einer Renovierung sind die kleinen Tische immer enger gepackt aufgestellt worden und ich finde es einfach nicht mehr gemütlich. Außerdem wohnen wir nun am anderen Ende der Stadt und 45 Minuten Fahrtzeit nimmt dem Restaurantbesuch jede Spontanität.

Im Dezember war ich noch einmal mit unserer guten Freundin, der Autorin Diane Duane, vor Ort. Die Pizza bleibt unangefochten:

Wir haben allerdings in Haar eine hervorragende Alternative gefunden: Das AMICI auf dem Gelände der alten Nervenheilanstalt kann mit einer exzellenten Speisekarte, sehr freundlichen Kellnern, und ausreichend Platz aufwarten, um auch bei Vollbesetzung noch angenehme Tischgespräche zu ermöglichen. Die Pizza ist qualitativ knapp genug an der von der VILLA DANTE, um mich zu begeistern. Einen Bonuspunkt gibt es für die Steinwurfweite zum KLEINEN THEATER HAAR, das wir gerne besuchen.

Ähnlich verhält es sich bei den indischen Restaurants. Da haben wir unsere Favoriten… auf Ibiza. In München war das SANGAM 15 Jahre lang mein "Inder of choice", aber mit seinem Wegzug aus Schwabing verlor das Restaurant deutlich an Atmosphäre und war mir auch zu weit ab vom Schuss. Hier in Trudering fanden wir nach Corona mit dem GURU eine sehr gute Alternative.

Dann aber kam es zu einer Verkettung von glücklichen unglücklichen Umständen. Wir hatten kurz nach Corona 2022 im neugebauten Viertel Macherei das mondäne, aber völlig überteuerte Edel-Fleischrestaurant Cutlerei besucht. Das Konzept konnte sich keine zwei Jahre halten und indische Gastronomen, die bereits das SWAAD in Pasing betreiben, übernahmen die Location.

Das Ergebnis: Ein indisches Restaurant mit erstaunlich fairen Preisen in einer Premium-Atmosphäre wie in London oder New York:

Da gehen wir gerne hin, auch mit guten Freunden.

Nun hat das SWAAD eine dritte "Filiale" eröffnet, direkt im angesagten Schwabinger Tor-Viertel neben dem Andaz-Hotel. Und das haben wir letzte Woche mal ausprobiert – Auslöser für diesen Beitrag.

Weil es sich anbot, sind wir vorher auf einen Drink in die Skybar des Andaz-Hotels gegangen. Sehr posh, sehr gemütlich, auch wenn wir wegen der Dunkelheit und des schlechten Wetters die Aussicht auf die Stadt nicht genießen konnten. Aber die imposante Wand hinter der Bar ist auch nicht schlecht:

Wir bestellten Cocktails. Die LvA war mit dem Pornstar Martini ganz zufrieden, mein "signature drink" in bunt war allerdings etwas wässerig:

Egal, in so eine Bar geht man aus Gründen des Lifestyles, nicht um sich zu besaufen. Als Vorglüher für das SWAAD kamen uns die Drinks gerade recht.

Euer Wortvogel war sichtlich und hellauf begeistert:

Danach gingen wir nur ein paar Schritte ins neue SWAAD und wahrlich – auch hier hat man bei der prächtigen Inneneinrichtung keine Gefangenen gemacht:

Trotzdem – und gerade für Schwabing erstaunlich – sind die Preise absolut in Ordnung. Da ich keinen Fastentag hatte, konnte ich entsprechend reinhauen und entschied mich, den Abend mit einer Auswahl an Vorspeisen rumzubringen, die ich schon von der Filiale in Berg am Laim zu schätzen wusste:

Onion Pakora (unten links), Vada Paav (Mitte), und Paper Chicken Fry (oben rechts). Die LvA bestellte ein Tandoori-Gericht mit Reis.

Wahrlich, so schaut das gute (und leckere) Leben aus! Die Bedienung war wieder fehlerfrei, das Lokal nicht zu voll, und bei der Rechnung bekam ich auch keinen Herzinfarkt. Wir werden zwar weiter das erheblich nähere SWAAD in Berg am Laim präferieren, aber wenn wir uns mit Freunden "aus der Stadt" treffen, ist die Filiale in Schwabing der perfekte Kompromiss.

Soviel zu meinen neusten "Gastro-Tipps eines Currywurst-Junkies".

Wie sieht’s bei euch aus? Geht ihr primär weg, um Neues zu probieren? Um nicht kochen zu müssen? Um Freunde zu treffen? Was nervt?

P.S.: Ich wollte schon immer mal in höchsten Tönen, das Steakhaus BELL’S in Aschheim loben, das tolle Einrichtung, viel Platz und gutes Essen verbindet:

Da haben wir in den letzten Jahren schon häufiger hervorragend gespeist:

Die geerdete Bedienung sei ebenfalls ausdrücklich gelobt – es kam mal zu folgendem Dialog, den ich aus dem Gedächtnis wiedergebe:

Ich: Ich hätte gerne einen Burger, kann Ihnen die Bestellung aber leider nicht einfach machen, denn ich habe Sonderwünsche. Ich möchte nichts auf dem Burger, was nach Vitaminen aussieht. Keinen Salat, keine Gurke, keine Tomate.

Kellnerin: Kann ich verstehen – Sie wollen in einen Burger und nicht in ein Gemüsebeet beißen.



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heino
heino
23. Februar, 2026 12:38

Wir gehen auch sehr gerne essen, besonders natürlich im Urlaub, aber hauptsächlich mit der Familie. Das darf auch gerne mal ausgefallen sein, wir haben z.B. in Barcelona pakistanisch, israelisch und marrokanisch gegessen. Mit der Familie ist es eher gutbürgerlich (liegt an der älteren Verwandschaft). Besonders empfehlen kann ich das Restaurant Panorama in Bremerhaven, so gutes Essen mit so hervorragendem Service habe ich bisher noch nirgendwo erlebt.

heino
heino
23. Februar, 2026 14:55
Reply to  Torsten Dewi

Tja, du wärst überrascht. Das Columbus-Center ist ziemlich tot, aber es gibt ein nettes Outlet mit ein paar ordentlichen Restaurants und das Panorama ist direkt am Deich. Und die Museen sind der Hammer

heino
heino
23. Februar, 2026 17:46
Reply to  Torsten Dewi

Die Stadt selbst ist ziemlich reizlos und laut Wiki wohl wirtschaftlich ziemlich gebeutelt, aber die Havenwelten sind toll und die Menschen dort sensationell nett

Nummer Neun
23. Februar, 2026 15:31

Vom Pasinger Swaad lass ich gerne mal was liefern! Mir war jedoch nicht klar, dass die Restaurants so schick sind – würde ich bei indischer Küche nicht erwarten.
Mittlerweile geht bei mir die Tendenz eher leicht in Richtung Restaurants, die ich bereits kenne (da ich zuletzt wieder zwei mal dort war, kann ich das Banyan in der Innenstadt für vietnamesisches Essen empfehlen) und spare mir die Experimente – auch wenn man sie natürlich trotzdem noch macht. In durchmischten Runden bleibt das ja nicht aus.
Die Einrichtung vom Bells könnte auch aus der Lobby von einem Motel One stammen!

Stefan
23. Februar, 2026 17:53

Wir haben in Heidelberg einen guten Inder in Laufweite, von indischen Freunden bestätigt. In der Altstadt gehen wir gerne in die Alte Gundtei, da gibt es authentische türkische Küche. Pizza essen wir gerne etwas außerhalb bei Pfeiffers Pizza in Schriesheim. Dort gibt es ausschließlich Pizza.

Stefan
24. Februar, 2026 00:16
Reply to  Torsten Dewi

Da meinst du wahrscheinlich Mandy’s Railway Dinner. Ja so urige Läden, die noch aus der US-Garnisonszeit stammen, gibt es noch einige. Ist ja auch noch nicht so lange her.

Shah
Shah
23. Februar, 2026 20:01

Same here, es sind hauptsächlich die erprobten und für gut befundenen Läden, die mein Geld häufiger bekommen. Außerdem ist die Gastro-Fluktuation in München so hoch, dass man eh kaum alles ausprobieren kann (oder überhaupt will)
Aber deine Lobeshymnen auf das Swaad nötigen mich, die Freundin endlich da mal hinzuführen.

Mark
Mark
24. Februar, 2026 00:28

Sorry, das ist zwar ziemlich off topic, aber ist das Diane Duane, die Star Trek-Autorin, die in ihren Romanen den Begriff Rihannsu für die Romulaner prägte? Das war noch vor the Next Generation in Zeiten, wo man neues Star Trek-Material nur durch die Bücher erhielt. Jetzt komme ich mir wirklich sehr alt vor…