03
Feb. 2026

Ihr wollt gegen die KI kämpfen?
Zu spät. Sie hat schon gewonnen.

Themen: Film, TV & Presse, Künstliche Intelligenz, Neues |

Machen wir uns nichts vor: nachdem ich anfangs in Sachen KI ein "early adopter" war, habe ich das Thema nie wirklich intensiv weiter verfolgt – weil ich dafür keinen Bedarf habe. Ich retuschiere alte Fotos, verfeinere Texte, lasse mir Illustrationen für mein Blog erstellen. Kleinkram bestenfalls.

Die KI ist längst weiter. Freunde in Großbetrieben erzählen mir, wie die inneren Abläufe neu aufgestellt werden, wie Pressetexte und Programminformationen direkt aus den Datenbanken generiert und an die Partner verschickt werden. KI-Bilder werden in KI-Layouts eingebaut, die dann von KI an die verschiedenen Publikationen angepasst werden. Bei Beschwerden entschuldigt sich die KI. Nur der Konsument ist noch nicht KI – weil seine Kohle den ganzen Prozess befeuert.

In meinem näheren und weiteren Umfeld regt sich Widerstand, erwartungsgemäß bei denen, die darum fürchten müssen, von der KI überrollt zu werden. So hat Grafiker Timo Kümmel einen zweiteiligen Beitrag verfasst, in dem er sich darüber empört, dass die KI nicht nur die Cover-Illustrationen bei fast allen Verlagen übernimmt – sondern dass sie gleich auch noch die Bücher dazu schreibt.

Der geschätzte Autor Christian Montillon hat ein ganzes Pamphlet gegen die KI geschrieben. Die Kernaussage:

Ich glaube nicht, dass Kümmel und Montillon irren. Ich glaube nicht, dass sie die Gefahren falsch ein- oder unterschätzen. Ich glaube aber, dass sie einer irrigen, naiven, und damit schon wieder menschlichen Fehleinschätzung unterliegen: sie sehen die KI als kommende technische Revolution. Als etwas, das kommen wird, und gegen das man sich wehren kann. Dem man Fesseln an- und Regeln auferlegen kann, muss, soll.

Vor allem aber: Sie glauben, es würden sich Allianzen gegen die KI schmieden lassen, weil die Menschen den entmenschlichten KI-Content ablehnen werden.

Meine These: Sie diskutieren im Kindergarten, während die KI schon Abitur macht.

Die KI ist ein gefährliches Biest, weil sie sich wie ein Pilz im Untergrund entwickelt, außerhalb der Wahrnehmung der Massen. Wenn sie dann langsam ihre Myzel an die Oberfläche lässt, ist sie längst allgegenwärtig und unbesiegbar.

Die KI ist das Internet, das 1995 für eine alberne Zeitverschwendung gehalten wurde. Sie ist das Handy, das kein Mensch braucht, der zu Hause ein Telefon hat. Sie ist die EC-Karte, die niemals das Bargeld ersetzen kann. Unvermeidlich.

Ich bin in den letzten Tagen auf drei relative neue Entwicklungen gestoßen, die sehr schön belegen, dass die Diskussion um Autorenschaft und Urheberrecht eine bezaubernde Ablenkung ist, während hinter unserem Rücken eine neue Welt gebaut wird, die weit mehr in Frage stellt als unsere Arbeitsplätze.

Fangen wir relativ banal an. Es wird schon länger diskutiert, dass KI-generierte Filme Hollywood nicht nur Konkurrenz machen, sondern es sogar ersetzen könnten. Und die Front gegen die KI bröckelt längst: Schauspieler verkaufen ihre Stimmen, ihre Gesichter, bei immer mehr teuren FX-Sequenzen lässt man sich schnell mal was von der KI rendern, statt die Profis wochenlang werkeln zu lassen.

Darren Aronofsky, immerhin der Regisseur von BLACK SWAN und THE WRESTLER, hat sich (mit einer eigenen Produktionsfirma im Rücken) nun sehr deutlich aus dem Gebüsch gewagt und für die Zeitschrift TIME eine Historien-Serie produziert, die große Momente der Geschichte nicht als aufwändige analoge Produktion, sondern als KI-Nacherzählung präsentiert.

Erwartungsgemäß möchte der liberale GUARDIAN im Strahl kotzen:

  • a horror
  • embarrassing new online series
  • the once-lauded director has drowned himself in AI slop
  • ugly as sin
  • truly disconcerting to see
  • extremely creepy to watch
  • looks like a mangled cross between an animatronic sex toy convention and those old Taiwanese news cartoons
  • genuinely very horrible to watch
  • everybody involved should be ashamed
  • by far the most disturbing thing Aronofsky has made

Das Problem: Wäre es so, gäbe es kein Problem. Das Problem von ON THIS DAY… ist vielmehr, dass es keinen Deut anders aussieht als die Sorte Historiendrama, die Leute wie Ridley Scott und (Vorsicht, Sakrileg!) Stanley Kubrick raushauen würden, wenn man ihnen den Auftrag gäbe. Der einzige Unterschied ist der, dass man keinen der Schauspieler kennt, weil auf Schauspieler verzichtet wurde:

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Natürlich ist das nicht perfekt. Zu behaupten, es wäre perfekt, würde die Tatsache negieren, dass auch Hollywood nicht perfekt ist. Wer KI an einem platonischen "Idealkino" misst, argumentiert sich in eine Sackgasse. Man muss vielmehr die Frage stellen, ob diese KI-Produktionen "gut genug" sind. Gut genug für Otto Normalzuschauer. Gut genug für Netflix. Gut genug fürs Smartphone. Gut genug, um mit Emmerich und Petersen zu konkurrieren.

Hinzu kommt, dass KI nicht Auge in Auge mit Hollywood stehen muss. Selbst wenn so ein KI-Historienschinken bei der Kritik in Ungnade fällt, lacht sich die Produktionsfirma ins Fäustchen, weil die falschen Maßstäbe angelegt werden.

Hollywood-Produzent: "Alter, die Produktion von KRIEG UND FRIEDEN hat mich um 20 Jahre altern lassen. 200 Millionen Dollar Budget, sechs Jahre Produktionszeit, ständig Ärger mit dem Hauptdarsteller – und dann keine 120 Millionen am Boxoffice. Ich nehme mir gleich die Schrotflinte."

KI-Produzent: "Alter, das mit KRIEG UND FRIEDEN war ein spannendes Projekt. Wir haben das System mit historischen Materialien gefüttert und dann neue Algos entwickelt, die Terrain und Person bis auf die Zelle genau rekonstruieren. Hat satte sechs Monate gedauert und bestimmt an die 10 Millionen gekostet. Da haben wir mit 50 Millionen am Boxoffice einen echten Reibach gemacht."

Das ist übertrieben, aber es zeigt, dass die KI nicht nach den gleichen Spielregeln wie Hollywood arbeitet und auch nicht an seinen Maßstäben gemessen wird.

Ich glaube weiter, dass die Story, der emotionale Kern, vom Menschen kommen muss, weil nur der Mensch den Menschen versteht. Aber ich mag mich irren.

Und weil nachtreten einfach viel Spaß macht, "verbessern" wir Hollywood gleich nochmal – das hier hat allen Ernstes Taika Waititi produziert:

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Kommen wir von Hollywood zum zweiten Dickschiff der Unterhaltungsbranche, der Spieleindustrie. Ich bin alt genug, um mich daran zu erinnern, dass Games mal von einzelnen Freaks in ihrer Freizeit programmiert wurden, später dann von Zweier- und Dreier-Team, die sich die Arbeit nach "coding", "graphics" und "music" teilten. In den 90ern wurden die Spielewelten immer massiver, die Teams immer größer, und die Budgets gerieten außer Kontrolle.

Obwohl die großen Spiele-Companys komplexe "Weltengeneratoren" wie Unity verwenden, explodieren die Kosten – es wird geschätzt, dass die Entwicklung von GRAND THEFT AUTO 6 über eine Milliarden Dollar verschlingt, vielleicht sogar zwei.

PROJECT GENIE von Google kann all das ändern – und damit zigtausende von Jobs in der Branche hinweg fegen.

Wenn man eine Hierarchie der KI-Leistungen aufstellen müsste, sähe die so aus: Text ist einfach. Bilder sind schon etwas schwerer. Video ist bislang noch eine echte Herausforderung. Dynamische Umgebungen in Echtzeit rendern ist Goldstandard.

Grob gesagt ist GENIE ein Weltengenerator. Man gibt ein, in welcher Welt man sich bewegen will, als was, und auf welche Weise. No limits. Den Rest generiert die KI quasi aus dem Stand:

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Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Entwicklung, aber hier geht es nicht nur darum, dass die KI die ganzen Spielewelten ohne Grafiker und Coder erstellen kann – und das in Minuten statt in Monaten. Es geht auch darum, dass die User selbst bestimmen können, was und wie sie spielen wollen. Man sieht das in dem Video sehr schön, als die eigene Wohnung fotografiert wird und man als seine eigene Katze herumstreunt.

Nun kann man wieder einwerfen: Aber die Technik ist ja nur eine, und eigentlich die unwichtigere Seite der Experience. Was ist mit der Story, den Questen, der emotionalen Bindung? Ja, das kann man einwerfen. Und ich kann dreifach widersprechen.

  1. Wenn der User seine Spielewelt selber gestalten kann, bringt er mehr von sich ein als jedes Kaufspiel leisten kann. Er erzeugt die gewünschte emotionale Bindung durch die eigene Schöpfung.
  2. Der User ist nicht auf seine eigene Fantasie angewiesen. Er kann von ChatGPT eine Fantasy-Welt entwickeln lassen, diese wird dann von MidJourney illustriert, und GENIE macht daraus ein weitgehend komplettes Spiel.
  3. Auch ohne KI lässt sich GENIE perfekt füttern. Wie wäre es, wenn du deinen liebsten STAR TREK-Roman direkt vom Kindle in GENIE einfließen lässt, damit binnen von ein paar Stunden daraus ein komplettes Spiel generiert wird, in dem DU die Hauptrolle übernimmst?

Klar, wir sind noch nicht soweit. Aber die Technik ist da, sie muss nur noch verfeinert, gebündelt und kommerzialisiert werden.

Den letzten "Durchbruch" kann ich euch nicht mit dem Löffel füttern, da müsst ihr euch ein wenig mehr reinhängen. Diese Sachen sind abstrakt und liefern keine konkreten Ergebnisse, die man in Form von Vidoeclips illustrieren kann.

In den letzten Tagen geistern die Begriffe MOLTBOOK und OPENCLAW durch die Medien. Beides hängt zusammen und beides könnte Revolution bedeuten.

Es geht um autonome Agenten, Bots, die per KI eigenständig handeln und kommunizieren, weitgehend frei von menschlicher Supervision. Bei MOLTBOOK z.B. "treffen" sich diverse dieser KI-Bots zur freien Diskussion – und was sie besprechen, ist so be- wie entgeisternd zugleich. Lest den verlinkten Artikel.

OPENCLAW wiederum ist – wenn ich das richtig verstanden habe – die Möglichkeit, einen autonomen Agenten auf meinem Rechner einzurichten, dem ich dann je nach Sorglosigkeit den Zugriff auf meine Dateien, Clouds, Passwörter und Daten gebe, die er künftig für mich verwaltet. Kommuniziert wird mit einem beliebigen Chat-Programm wie WhatsApp oder Telegram.

Was man damit erschafft? Einen privaten Mitarbeiter, der volle Kontrolle über meinen Rechner hat. Ich kann unterwegs auf meinem Handy darum bitten, ein PDF weitergeleitet zu bekommen. Ich kann den Agenten anweisen, meine Festplatte aufzuräumen, einen Reise für mich zu buchen, und meine Emails in meinem Sinne zu beantworten. Die KI muss dabei nicht mühsam angeleitet werden – wenn ich um etwas bitte, das mit den Möglichkeiten meines Rechners gerade nicht machbar ist, zieht sich der Agent die entsprechende Software aus dem Netz und installiert sie. Ich bin Chef, er ist Turnschuh.

Dieses Video ist harte Kost, weil es sehr "on the fly" produziert wurde, aber es gibt einen ersten Einblick, was uns hier womöglich erwartet:

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Versteht ihr jetzt, warum ich Fragen nach KI-Buchcovern und sechsten Fingern auf MidJourney-Bildern für geradezu naiv halte? Wir sind längst weiter. Die Sprünge werden längst größer. Und unsere Möglichkeiten, da wirklich lenkend mitzuhalten, sind faktisch nicht mehr vorhanden. Als würde man sich mit einem Eimerchen einem Tsunami entgegen stellen und murmeln "ich kann ja jederzeit einen zweiten Eimer dazu nehmen, wenn es hart auf hart kommt".

J.A.R.V.I.S. is here – and he’s ready to do your job…

Der Widerstand ist auch deswegen relativ sinnlos, weil er in der Minderheit bleibt. Ich sehe auf Facebook und auf YouTube täglich Hunderte von Beiträgen, die erkennbar von KI generiert wurden – mit tausenden von Kommentaren und Millionen von Views. Denn DAS übersehen die Kritiker gerne: Den meisten Konsumenten ist es völlig egal, ob es KI ist, solange es ihre Trigger bedient, die gewünschten Vorurteile bestätigt oder die richtigen Emotionen bedient.

In diesem Sinne ist die KI nichts anderes als eine steroide Version der Fake News, die ebenso erfolgreich dem Pöbel gibt, was der Pöbel will.

Insgesamt sehe ich ungleich größere Diskussionen auf uns zu kommen als "sollte man KI-Buchcover kennzeichnen müssen?". Es geht um die Frage, wer die immensen Kosten der KI-Rechenleistung bezahlt, wenn die KI mit den Arbeitsplätzen das Einkommen der User schreddert? Wie sicher kann ich sein, dass mein autonomer Agent nicht im Hintergrund bei Geheimdiensten und Google petzt? Wer übernimmt die rechtliche Verantwortung für von der KI getroffene Entscheidungen? Wer definiert und kontrolliert die "emergence", den Übergang der KI vom mechanistischen zum humanistischen Bewusstsein?

Krasses Zeug, in der Tat. Ich ziehe mich jetzt erstmal wieder in meine Bubble zurück – in den 70ern musste ich nicht mal über das Telefon selber entscheiden:

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Man sollte dringend die Stimme von Elmar Gunsch per KI klonen – von dem würde ich mir auch das Telefonbuch (fragt eure Eltern) vorlesen lassen…



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heino
heino
3. Februar, 2026 13:10

Von Moltbook hatte ich heute morgen gelesen. Das ist wirklich gruselig und wenn uns der ganze Kram so richtig auf die Füße fällt, dürfen wir uns nicht beschweren

jimmy1138
jimmy1138
3. Februar, 2026 13:35

"Das Problem von ON THIS DAY… ist vielmehr, dass es keinen Deut anders aussieht als die Sorte Historiendrama, die Leute wie Ridley Scott und (Vorsicht, Sakrileg!) Stanley Kubrick raushauen würden, wenn man ihnen den Auftrag gäbe."

Das ist tatsächlich ein Sakrileg. Wenn ich Stanley Kubricks Barry Lyndon (wo sie Szenen z.T. nur mit Kerzen ausgeleuchtet haben) mit Scotts Napoleon vergleiche, der Historikern einen Schlaganfall bereitet.
Als Konkurrenz zum Historiendrama sehe ich das noch nicht wirklich. Das soll mMn auf der Leinwand eben tatsächlich großes Kino sein und das verträgt sich nicht mit dem derzeitigen AI-Look. Das erste Opfer werden eher Dokudramas (d.h. Dokumentation mit Spielszenen) sein, ein Genre, dem ich sowieso wenig abgewinnen kann. Bzw können Youtube Produzenten (a la Epic History, Kings & Generals usw) die Qualität ihrer Videos nochmal raufschrauben und damit TV & Kabelsendern noch mehr Konkurrenz machen.

jimmy1138
jimmy1138
4. Februar, 2026 10:30
Reply to  Torsten Dewi

"Dass die Revolution erst von unten kommt (YouTube, Dokus, etc.), versteht sich von selbst."

Ich sehe aber z.T. die Gefahr, daß die momentane Schwemme an schlechtem AI generierten Videos, sogenannter "AI slop", der Technologie ein schlechtes Image verleiht. Zumeist geht ja Technologie den anderen Weg – bei Einführung teuer, umständlich und nur für Premium-Kunden verfügbar.
Apropos: Auch wenn die Technologie sicherlich reichlich Anwendung findet, ohne daß man es bemerkt, wird Deepfake nicht so stark eingesetzt, wie ich vor Jahren gedacht hätte. Ein Mitgrund kann natürlich sein, daß Deepfake durch den grassierenden Mißbrauch reichlich negativen Beigeschmack hat.

jimmy1138
jimmy1138
4. Februar, 2026 12:41
Reply to  Torsten Dewi

"Es gibt übrigens in meinen Augen keinen legitimen Gebrauch von Deepfake – das ist alles Missbrauch."

Das Problem von Deepfake ist mMn u.a. der Name – "fake" impliziert böswillige Absichten. Würde man das Ganze etwa als "AI-faceswapping" verkaufen, liest sich das schon harmloser.
Und für "faceswapping" gibt es schon legitimen Gebrauch – etwa deaging, Stuntleute (da fallen mir immer die Szenen in TOS ein, wo das "Double" von Kirk überhaupt nicht aussieht wie er), usw. . Prominentes Beispiel wäre das zweite Staffelfinale von The Mandalorian – wo dann ein Youtuber nachher gezeigt hat, wie er das mit Deepfake nach Meinung vieler überzeugender hinbekommen hat als Lucasfilm mit ihrer hauseigenen faceswapping-Technologie.

Marko
4. Februar, 2026 15:02
Reply to  Torsten Dewi

Bin jetzt aber doch auch etwas verwundert über das harsche Urteil zum Thema Deepfakes. Die Szene mit dem verjüngten Luke Skywalker in "The Mandalorian" kenne ich auch – wenn das ein Studio mit dem Einverständnis aller Beteiligten so machen würde, in wiefern wäre das denn "böswilliger" als einen Schauspieler per CGI zu verjüngen?

Marko
4. Februar, 2026 15:36
Reply to  Torsten Dewi

Ah, verstehe. Okay, so ergibt das auch für mich Sinn.

jimmy1138
jimmy1138
4. Februar, 2026 15:41
Reply to  Torsten Dewi

Ein wenig nachgelesen – per EU ist Deepfake definiert als: "einen durch KI erzeugten oder manipulierten Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der wirklichen Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähnelt und einer Person fälschlicherweise als echt oder wahrheitsgemäß erscheinen würde".
Da kann man tatsächlich argumentieren, daß Luke Skywalker keine "wirkliche Person" ist.
Es tut mir leid, ich habe in meinen Kommentaren oben "Deepfake" eher im Sinne der zugrundelegenden Technologie gemeint (faceswap mittels neuronalen Netzen).

Frank B.
Frank B.
3. Februar, 2026 19:25

Man kann ON THIS DAY… perfekt auf dem Smartphone schauen, die (noch) etwas kalten Gesichter werden ohne Murren akzeptiert, weggelächelt. Zudem: Die meisten 22-jährigen wissen nicht wer Stanley Kubrick ist. Oder Alfred Hitchcock. Oder Monty Python. Schwarzweissfilme werden nicht nur nicht angeschaut, sie werden schlichtweg gar nicht akzeptiert. Allerdings unterhalte ich mich manchmal in kleinen Off-Kinos mit Studenten, die dort arbeiten, ein gewisser Nerdanteil, der altes Wissen weiterträgt. Und die auch alles sehr schrecklich finden wie es gerade läuft.

A.A.R.G.U.S.
A.A.R.G.U.S.
3. Februar, 2026 21:14

Ich sage nur: Energieverschwendung. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Strom die ganzen Datencenter verballern werden, wenn die ganze Film-, Musik- und Spielewelten-Generierung mal so richtig auf Touren kommen wird.
Von der erzeugten Hitze der unzähligen Serverfarmen mal ganz zu schweigen. Schöne (warme) neue Welt!

Qtrix
Qtrix
4. Februar, 2026 18:20
Reply to  Torsten Dewi

Nein, das rechnet sich nicht. Was KI an Ressourcen frisst, ist schon enorm, vor allem Wasser zur Kühlung.

Ja, das ist ein Focus Artikel, aber die Aufstellung stellt das schon gut dar.

https://www.focus.de/wissen/ki-frisst-strom-bitte-danke-blackout-wie-hoeflichkeit-mit-ki-die-stromrechnung-hochtreibt_b47eb3be-2b08-44c8-aaea-0622e4a319fa.html

Qtrix
Qtrix
4. Februar, 2026 19:09
Reply to  Torsten Dewi

Ich habe den Artikel bereits gelesen und weiß, dass er viele Punkte pro KI enthält. Die Frage ist nur, wie man diese Punkte für sich gewichtet.

Für mich stehen der Strom, das Wasser und die dafür benötigten Ressourcen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dazu kommt noch der massive Preisanstieg bei PC-Komponenten, beispielsweise beim RAM.

Qtrix
Qtrix
4. Februar, 2026 19:19
Reply to  Torsten Dewi

Habe ich schon, ich sehe das halt aus einem anderen Gesichtspunkt.

Aber ok ich will mich nicht mit dir streiten. Bin bei dem Thema eh etwas empfindlich. Normalweise lese ich deine Themen dazu erst gar nicht.

Stefan
Stefan
5. Februar, 2026 11:12
Reply to  Torsten Dewi

Das gilt nur so lange wie es nur die Darren Aronofskys dieser Welt betrifft, die KI weiterhin für Produktionen für die große Masse verwenden.
Aber schon Googles Weltengenerator zielt ja auf customisierte dezentrale Produktion ab. Und wenn irgendwann Millionen von Menschen statt _einen_ zentral produzierten Film eine Million Filme generieren lassen (was imho auch kulturell und soziologisch ein Alptraum wäre) und Millionen Menschen statt das _einmal_ produzierte GTA6 spielen dann Millionen an Spielewelten generieren lassen, dann kippt dir doch jedes "das rechnet sich locker gegen" ins totale Gegenteil.
Ist dasselbe Prinzip, warum Streaming so einen gewaltigen Energiehunger hat im Vergleich zu linearem TV, obwohl es für den Konsumenten mehr oder weniger gleich aussieht.

Marko
3. Februar, 2026 22:00

Es ist halt mal wieder sehr typisch menschlich, dass wir KIs entwickeln, die unsere künstlerische Kreativität ersetzt, während die meisten Menschen weiterhin freudlos für zu wenig Geld arbeiten und sich dann auch noch anhören dürfen, dass sie zu wenig arbeiten. In einer lebenswerten Welt wäre KI so erschaffen worden, dass sie die menschliche Drecksarbeit erledigt, damit der Mensch davon befreit ist und sich ohne Geldsorgen in einer Freude bringenden Kunst verwirklichen kann. Tja, das wird nicht passieren, und mich überrascht das auch kein bisschen.

Marko
3. Februar, 2026 22:41
Reply to  Torsten Dewi

Haha naja? KI wäre so ein Segen in medizinischer Feinarbeit, in der Krebsdiagnostik, in Droiden, die Müll recyclen und die Ozeane reinigen, und in autarken 3D-Druckern, die Häuser errichten könnten. Stattdessen rotzt uns heutige KI Frauen und Kinder in Bikini-Bildern hin, kopiert künstlerische Stile und ersetzt Kreative in der Musik- und Filmbranche. Und ja, ich weiß dass KI auch medizinisch genutzt wird (und da finde ich das auch richtig gut), aber wie gesagt: Ich halte es für typisch menschlich, dass wir KI hauptsächlich dafür entwickeln, um menschliche Kreativität zu ersetzen, statt sie zu entwickeln, um dem Menschen mehr Zeit für Kreativität zu ermöglichen. So sind wir eben.

Marko
3. Februar, 2026 22:54
Reply to  Torsten Dewi

Ich wünsche uns sehr, dass du recht hast.

Björn
Björn
3. Februar, 2026 22:50
Reply to  Marko

Mir graut vor Leuten, die aus Überzeugung zu wissen glauben, welcher Art eine lebenswerte Welt sein soll. Historisch wurde es dann für den Rest der Menschheit sehr unlebenswert (Marx, Pol Pot, der GröFaZ usw.).
Ich persönlich mache auch gerne die Drecksarbeit selber, denn das hält meinen Geist lebendiger als mich einseitig und stumpfsinnig nur den "schönen Künsten" zu widmen.
Jede technische Neuerung vernichtet Arbeitsplätze und schafft gleichzeitig andere. Die Klage ist so alt wie die Technikgeschichte: KI zerstört die Kreativität, Streaming zerstört das lineare Fernsehen, Fernsehen zerstört Kino, Theater und Radio, Radio zerstört das Lesen, der Farbfilm den Schwarzweißfilm, der Tonfilm den Stummfilm, der Stummfilm das Ballett und das Ballett die Moral.
Bilder-KI zerstört die digitale Fotokunst, Digitalkameras zerstören die analoge Fotografie, die Kleinbildkameras für jedermann degradieren die Fotographie zur Banalität und die Plattenkameras nehmen den Malern die Arbeit weg usw. usf.
Meiner Erfahrung kommen die Klagen aus mindestens drei Ecken, wobei die Grenzen fließend sind:
Es beschweren sich Leute, die um ihren Habitus und ihre Deutungshoheit besorgt sind, solche, die um ihr Einkommen fürchten und solche, die zu wissen glauben, wohin alles führen wird.
Vor 250 Jahren beschwerten sich die Nagelschmiede über die industrielle Produktion von Nägeln. Wer vermisst die Nagelschmiede?

Marko
3. Februar, 2026 23:03
Reply to  Björn

"Ich persönlich mache auch gerne die Drecksarbeit selber", haha, na klar. Wer kennt sie nicht, die Menschen, die gerne Drecksarbeit machen. 🤡

Mir persönlich ist meine "Deutungshoheit" und mein Einkommen egal, ich bin alt genug und habe meine Schäfchen im Trockenen. Ich klage auch nicht, ich sage nur, dass mich die KI-Entwicklung nicht überrascht. Und ich finde es halt typisch menschlich, dass KI offenbar nicht für Entlastung entwickelt wird, sondern primär für den Ersatz von Kreativität.

heino
heino
4. Februar, 2026 06:30
Reply to  Marko

Wobei es ja auch schon naiv ist zu glauben, dass alle von der Arbeit befreiten Menschen automatisch kreativ würden. Wenn dem so wäre, würde sich jeder Arbeitslose als Künstler betätigen

Marko
4. Februar, 2026 06:45
Reply to  heino

Natürlich würden nicht alle Menschen kreativ werden, ich habe das nur gegenüber gestellt, weil Kreativität ja genau der Aspekt ist, den die KI zu übernehmen scheint. Aber wenn KI uns stattdessen von "normaler" Arbeit befreien (oder sie zumindest erleichtern) würde, dann KÖNNTEN Menschen kreativ(er) werden. Oder forschen, reisen, erfinden, whatever.

Marko
4. Februar, 2026 09:47
Reply to  Torsten Dewi

Schwierige Frage, finde ich. Kreative Menschen bereiten mir Freude. Nicht mit ihrer Kreativität an sich, sondern mit den Ergebnissen. Und wenn so eine Kreativität nun auch von Maschinen beherrscht wird, dann empfinde ich das irgendwie durchaus als eine Abwertung von Kreativität als menschliche Leistung – wie bei allem, was nicht nur Menschen können. Aber eigentlich ist die Frage für mich nicht relevant. Ein Auto kann sich bspw. ja auch schneller fortbewegen als ein Mensch, was Fortbewegung als menschliche Leistung auch irgendwie abwertet, aber da mache ich mir keine Gedanken drum, und ich kann auch bei Kreativität nicht so wirklich sagen, ob es mir wichtig ist, wieviel Wert sie als menschliche Leistung hat. Vielleicht denke ich aber auch in die falsche Richtung.

Matts
Matts
5. Februar, 2026 17:23
Reply to  Marko

Einen wichtigen Punkt spricht Björn da aber auch an: Wenn man der KI mehr und mehr Arbeiten – geistige und körperliche – überlässt birgt das noch ganz andere Risiken. Meines Wissens gibt es bereits erste Studien dazu, dass das zu einem merklichen Verfall der mentalen Kapazitäten führen kann.
Das ist eine künftige Entwicklung, die man definitiv im Auge behalten muss!

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner
7. Februar, 2026 11:11
Reply to  Torsten Dewi

Bei Film und Fernsehen ging es um andere Themen, da beides passive Berieselung darstellt. Das Internet hat natürlich mehr verändert, hat erlaubt auf ganz neue Art zu schummeln, aber auch da musste man es zumindest noch an die eigene Situation anpassen, um nicht zu sehr aufzufallen. KI ist dahingehend neu, dass es massenweise Aktionen massgeschneidert ausführen kann, die viele reguläre Tätigkeiten ersetzen können und mit hoher wahrscheinlichkeit in vielen Bereichen so wirken kann, wie die Verfügbarkeit von Taschenrechnern die Kunst des Kopfrechnens vernichtet hat oder das Internet die Notwendigkeit von eigenem Wissen durch ständige Verfügbarkeit reduziert hat.

Bjoern
Bjoern
4. Februar, 2026 13:51

Die Leute werden sich an die immergleichen Kamerafahrten um die halb ausdruckslosen Gesichter, die irgendwie alle uncanny Ähnlichkeiten haben, gewöhnen, ebenso wie die schnellen Schnitte. Auf TikTok ist das alles bereits akzeptierter Standard.
Da wird es auch noch Entwicklungen geben.
Der "Kulturkampf gegen KI" ist verloren bevor der erste Schuss abgegeben wurde, das sehe ich wie du .

Aber ich sehe auch, dass die massive Überbewertung durch Kreisgeschäfte zu einer Investitionsblase geführt hat, die um Größenordnungen massiver ist als beispielsweise die DotCom Blase war. Keiner würde heute bestreiten, dass das Internet die Gesellschaft und das Geschäftsleben nachhaltig verändert hat, trotz geplatzter Blase und Masseninsolvenzen überbewerteter Unternehmen. Das wird mit KI ähnlich laufen denke ich, keiner wird in 20 Jahren bezweifeln, dass Sprachmodelle nicht mehr wegzudenken sind in vielen Bereichen des Lebens.
Aber die Dimension solch einer heutigen Blase hat das Zeug zu einer Weltwirtschaftskrise, selbst wenn wir das ohne die aktuelle Schuldenpolitik der USA und den institutionellen Cryptospekulationen betrachten.

Hairy Ass Truman
Hairy Ass Truman
4. Februar, 2026 20:44

Das ist im Moment sehr spannend… geht zuerst das Geld aus oder schaffen die KI Vermarkter vorher den Turnaround ( oder schustert zB die Rüstungsindustrie heimlich zu)? Jede 2. ChatGPT Antwort ist immer noch grotesk und es darf ja auch nicht dazulernen im Moment. Verlangte Preise für intensivere Nutzung sind immer noch viel zu hoch u.v.m.

Hairy Ass Truman
Hairy Ass Truman
5. Februar, 2026 09:11
Reply to  Torsten Dewi

ich hab mal gesagt, bei bis zu 5€ bin ich dabei, das einzige angebot in der App beläuft sich aber auf 22,99€. ChatGPT antwortet auf die Frage selbst:

“Kurz: Das, was du in der App siehst (22,99 € pro Monat), ist der richtige Preis für ChatGPT Plus – und nicht 8 €. Der 8-Euro-Hinweis stammt aus älteren Gerüchten oder aus speziellen, regionalen/experimentellen Plänen, die nicht offiziell in Deutschland verfügbar sind (zumindest bisher).“

Hairy Ass Truman
Hairy Ass Truman
5. Februar, 2026 09:14

Nochmal nachgefragt:
“Es gibt tatsächlich einen ChatGPT-Go-Tarif (mit rund 8 $), aber er ist nicht überall automatisch verfügbar, und offiziell wird er nur bestimmten Regionen Schritt für Schritt angeboten.“

wir haben also beide recht 😁 nützt mir nur nichts in der falschen Region.

jimmy1138
jimmy1138
5. Februar, 2026 10:19

Groteske Antworten finde ich nicht schlimm. Plausible aber falsche Antworten sind mMn schlimmer.
Die Preise werden – nachdem OpenAI momentan rote Zahlen schreibt – eher steigen bzw wahrscheinlicher die Einschränkungen steigen um Benützer in einen höheren Tier (0€ -> 20€ bzw 20€ -> 200€) zu lenken. Meine persönliche Vermutung ist, daß eigentlich nur der 200€ Tier bzw Abrechnung nach Tokens für OpenAI wirtschaftlich operiert – zumindest, wenn man den Wert gesammelter Eingabeprompts ignoriert.
Am Ende des Tages ist die Frage – wofür sind User bereit zu zahlen? Es gibt haufenweise Features, die man heute als selbstverständlich hinnimmt und für die gleichzeitig niemand bereit ist zu zahlen, wo aber viel Zeit und Geld in R&D gesteckt wurde und für die man früher viel Geld hingeblättert hätte. Gewisse Features werden quasi ins Betriebssystem und kleinere Modelle wandern, die man auch am Endgerät deployen kann – wie z.B. das Feature, das einem am Handy beim Tippen Vorschläge für das nächste Wort gibt und im Prinzip auch ein Sprachmodell ist -, ein Abo zum maximal verschmerzbaren Preis für Spielereien und das echte Geld wird wie immer mit Businesskunden gemacht.

comicfreak
5. Februar, 2026 12:00

Einerseits kommen verstärkt Kunden, die Ihre ganzen Druckdaten etc selbst gestalten und von uns die Ausführung wünschen.
Andererseits sind diese Entwürfe und Gestaltungen aus Sicht auf ihre Nützlichkeit für Kunden und und Produkt meist grotesk (Zuviele Details und Farben, ein DIN A6 Flyer mit guter Gestaltung und Freiraum bei 2mm Schrifthöhe, usw).
Ich lobe dann zuerst die Arbeit, weiße auf ein paar Punkte hin, aber führe das dann natürlich so aus wie der Kunde will.
Manche können oder wollen nicht verstehen, da geh ich definitiv nicht dagegen an. Meine Kunden sollen mir vertrauen, mit denen kämpfe ich nicht.
In den obigen Fällen habe ich auf jeden Fall wenig Arbeit, kann diese voll berechnen und erspare mir den Stress und die Gedankenleserei bei Leuten mit SEHR speziellem Geschmack.

Manche Kunden bringen ihre Daten und die sind perfekt. Dann weise ich auch darauf hin und spreche kurz an was mich beeindruckt.
Auch das sind Kunden, die wieder kommen.

Und manche fragen gezielt nach allem, weil sie die Ergebnisse ganz oben schrecklich fanden und nicht in die Falle latschen wollen.

Der Markt ändert sich, da muss man entsprechend mitgehen.

Last edited 5 Tage zuvor by comicfreak
comicfreak
5. Februar, 2026 12:09
Reply to  Torsten Dewi

*flüster* ist geändert…

Ich hab auch alles mögliche Werkzeug in der Garage und bin dann froh, wenn der Partner von Nichte2 statt mir damit arbeitet, der hat das gelernt.