Eilmeldung: Hollywood hat/ist verloren
Themen: Film, TV & Presse, Künstliche Intelligenz |Irgendwie passend, dass heute Freitag der 13. ist …
Ich poste ungern mehr als einen Beitrag am Tag, aber das hier hat eine Priorität, der man sich einfach nicht verschließen kann…
Eben kam mir ein Artikel von Variety.com unter die Augen, in dem es um ein neues chinesisches KI-Videomodell namens Seedance 2.0 geht.
Neue KI-Modelle werden aktuell ja im Wochentakt rausgehauen, aber DAS hat eine neue, beängstigende Qualität. Während wir noch darüber diskutieren, mit welchen Daten die KI gefüttert werden darf, ist die KI längst zum Monster gewachsen, das sich keine Grenzen mehr setzen lässt.
Ihr wollt einen epischen Kampf zwischen Tom Cruise und Brad Pitt sehen? Seedance 2.0 braucht dafür nur einen Prompt aus zwei Zeilen:
Die Szene hätte "in echt" mehrere Millionen Dollar allein an Star-Gagen gekostet, ein paar hunderttausend für die Inszenierung, und eine Woche für die Vorbereitungen, Choreographie und Drehzeit.
Genauso teuer, aber wesentlich aufwändiger, zeitintensiver, und aufgrund der Rechtslage illegaler wäre es, Optimus Prime von den TRANSFORMERS gegen das Kaiju-Dickschiff GODZILLA antreten zu lassen. Seedance 2.0?
Und mal Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon oft und heiß davon geträumt, Folgen von FRIENDS mit Ottern in den Hauptrollen zu sehen?
So viele Gedanken, so viel Be- wie Entgeisterung.
Die Verwendung realer Schauspieler und Franchises ist nicht legal, beziehungsweise immer noch nicht ausreichend genug geregelt und kontrolliert. Wird Hollywood massiv zurück schlagen? Oder wird man sich die Werkzeuge zeitnah zu eigen machen?
Wären Tom Cruise (63) und Brad Pitt (62) womöglich froh, nicht mehr in echt tagelang aufeinander eindreschen zu müssen?
Warum sollte ein Studio 150 Millionen für CGI-Roboter raushauen, die man für 10 Millionen in zwei Wochen von der KI generieren lassen kann?
Könnten die Rechteinhaber von FRIENDS nicht z.B. zusätzlich Geld generieren, in dem sie die alten Episoden in Zeichentrick umwandeln lassen?
Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen. Bildet euch eine eigene Meinung. Oder lasst sie euch von ChatGPT generieren.
Wenn das so weitergeht, dann suchen wir in einigen Jahren nicht mehr auf Netflix, Prime und Co aus dem bestehenden Angebote was wir sehen möchten, sondern sagen worauf wir Lust haben und das dann gerade aktuelle KI-System erstellt einfach eine Story und das Video dazu …
Für mich ist das eine (gar nicht so unwahrscheinliche) Dystopie, die damit vergleichbar ist, die Menschen in ihrer Freizeit einfach mit Glückshormonen zu sedieren.
Personalisierte Filme heißt: keine Kultur mehr, kein Austausch, kein Social TV, kein Werk, über das sich nachzudenken lohnt (weil keine Gedanken außer dem eigenen Zweizeiler dahinter steckten). Konsum zum reinen Lebenszeitvertreib, der endgültige und totale Disconnect von der Gesellschaft.
Das halte ich zwar nicht für zwingend, aber für denkbar.
Heißt das nicht Seedance 2.0? Seh ich auf Twitter schon seit Tagen Beispiele. Sehr beeindruckend, teilweise aber halt noch nicht 100% da und eventuell im uncanny valley.
Was das definitiv beeinflussen wird: Fan-Filme und im Profibereich Pre-Viz/Storyboarding und Hintergrundelemente. Ob die großen CGI-Set-Pieces durch AI ersetzt werden können, wird sich eventuell daran entscheiden, ob die letzten paar Prozente, die AI noch nicht perfekt hinbekommt, etwa durch manuelles Nachretouchieren billiger zu fixen sind als CGI kosten würde. Wobei z.B. Godzilla Minus One ein gutes Beispiel dafür war, wie man Effekte wesentlich billiger hinbekommt, wenn man schon genau weiß, was man will und wie man es hinbekommt – während es von Marvel Horrorgeschichten gab, daß Effektshots ohne Ende geordert wurden. Im Animationsbereich hat Flow etwa wesentlich weniger gekostet als diverse Disney/Pixar Produktionen.
Was die Legalität betrifft – Disney hat ja mit OpenAI schon eine Abmachung getroffen. Wie sieht es hier bisher mit Fanfilmen aus? Die darf man ja auch nur begrenzt (oder überhaupt?) monetarisieren.
Schreibfehler sind korrigiert.
10 Sekunden Clips sind natürlich OK für Generation TikTok, aber ich zweifle noch dran. Grade der Godzilla Kampf hat regelmäßige Maßstabsprobleme. Natürlich geht das einfacher und kostengünstiger, aber das Problem ist halt das alles kohärent zu bekommen. Das sehe ich auch bei meinem Code, da wird dann lustig einfach ein Teil des Codes, der funktionierte versucht wieder weg zu löschen.
Bei Filmen bekommt man so natürlich immer noch ein viel viel günstigeres Produkt heraus. Aber bisher hat das immer noch noch keiner Versucht, selbst Aronofskys 1776 ist noch immer voller klarer Fehler. Ich würde schon gerne ein echtes Produkt sehen wollen, aber aktuell zB Aronofsky das gleiche Problem wie der 0815 CEO – sie verstehen null von dem, was die anderen Mitarbeiter machen.
Wenn das mal ordentlich durchgesetzt wird, kommt imo auch ein gutes Produkt raus. Aber dafür benötigt man halt Leute, die ihre Jobs verstehen und sich gegenseitig pushen. Tom Cruise Filme sind halt oft auch so wie sie sind, weil Cruise selbst voll mitmacht – etwas, was man bei Goldblum und Murray zB nicht immer behaupten kann. Als CGI Entwickler wäre ich allerdings echt besorgt, auch Zeichner. Aber Rektoskopie wird imo viel viel länger noch benutzt werden.
Ich sehe hier einen grundlegenden Denkfehler und zitiere mich aus dem letzten KI-Beitrag:
"Wer KI an einem platonischen "Idealkino" misst, argumentiert sich in eine Sackgasse. Man muss vielmehr die Frage stellen, ob diese KI-Produktionen "gut genug" sind. Gut genug für Otto Normalzuschauer. Gut genug für Netflix. Gut genug fürs Smartphone. Gut genug, um mit Emmerich und Petersen zu konkurrieren."
Aber wenn das "gut genug" ist, warum war es früher nicht "gut genug"? Warum haben wir überall so penible Script/Continuity, wenn man schon immer hätte sagen können "Otto Normalzuschauer merkt das eh nicht"? Vielleicht ist da doch ein bisschen Künstlerehre in Hollywood. Oder einfach Angst, dass einem das um die Ohren fliegt, wenn Otto Oberkritiker die schlampige Machart verreißt.
"Aber wenn das "gut genug" ist, warum war es früher nicht "gut genug"?" – das war es. Genau das ist mein Argument. Die Maßstäbe, mit denen die KI-Clips beurteilt werden, sind erheblich höher angesetzt als die Maßstäbe, die wir bei Hollywoodfilmen anlegen. Nimm z.B. den vorgestern besprochenen COLD STORAGE: hätte man die Clips mit den CGI-Rentieren genauso kritisch beäugt wie heute die KI-Clips, hätte man lachend abgewunken.
Muss man hier Charakterschauspieler ausklammern?
Filme mit Tom Hanks, Robert de Niro, Kevin Spacey, Christoph Waltz oder Michael Fassbender( ich bestehe hier natürlich nicht auf Korrektheit der Liste) wären doch mit "gut genug" nicht annähernde so gut geworden wie sie es geworden sind.
Oder denkst du, dass auch das nur eine Frage der Zeit und Ressourcen ist?
Das vermag ich wirklich nicht zu sagen. Ich beziehe mich grundsätzlich erstmal auf den Aufwand, die Sets, die Effekte, die Stunts. Inwieweit KI-Schauspieler funktionieren, wird man sehen. Zumindest bei den Fights (siehe Clip Pitt/Cruise) fällt es nicht weiter auf. Dazu gehört auch die Frage, ob wir von kopierten Personen (Pitt, Cruise) oder genuin erschaffenen KI-Darstellern reden (Tilly Norwood). Das wird die Zeit zeigen.
Mein Lieblingsbeispiel – die Fights in Star Trek TOS. Da sind oft zwei Stuntleute, die bis aufs Outfit nicht annähernd so aussehen, wie die zwei Personen, die sie darstellen sollen. Das war "gut genug" weil die Auflösung der Fernseher furchtbar war und obendrein haben das geschätzt 80% oder so eh in Schwarzweiß geschaut.
Die KI im von mir verwendetem Browser beantwortet die Frage "killt Seedance 2.0 hollywood" so:
Seedance 2.0 ist eine neue KI-Video-Generator-Technologie aus China, entwickelt von ByteDance, dem Eigentümer von TikTok. Diese KI kann realistische Videos erzeugen, die Hollywood-Persönlichkeiten und -Inhalte imitieren, was zu großer Besorgnis in der Filmindustrie führt. Die Motion Picture Association (MPA) hat Seedance 2.0 wegen massiver Urheberrechtsverletzungen scharf kritisiert, da die KI urheberrechtlich geschützte Hollywood-Inhalte in großem Umfang reproduziert.
Besonders viral ging ein Deepfake-Video, das Tom Cruise und Brad Pitt in einem Kampf zeigt, was die Debatte um die Gefahren und Herausforderungen von KI-generierten Inhalten in Hollywood neu entfacht hat. Die Technologie von Seedance 2.0 wird als Bedrohung für die traditionelle Filmindustrie gesehen, da sie es ermöglicht, bekannte Schauspieler und Szenen ohne deren Zustimmung realistisch nachzubilden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Seedance 2.0 Hollywood "killt" im Sinne einer disruptiven Technologie, die Urheberrechte verletzt und die Kontrolle über filmische Inhalte erschwert, was die Branche stark beunruhigt.
Ich glaube, die wirkliche Revolution wird nicht darin liegen, bestehende Formate billiger anzubieten sondern völlig neue, individualisierte zu schaffen. Das Werk muss nicht mehr alle gleichzeitig ansprechen sondern kann, nicht nur aber vor allem in den Dingen, die nicht zur Haupthandlung gehören, die persönlichen Vorlieben völlig frei kombinieren: Splatter oder diskret wegschwenken? Mit oder ohne Sex-Szene? Rainer-Brandt-Sprüche oder Bierernst? Schwarzer Lord am Hofe Victorias? Ehrenvoller Held oder doch eher zwiespältiger Antiheld? Zur Not auch randomisiert. und warum soll der Held nicht wie ich aussehen? Die Grenze zwischen klassischen Filmen und aufwändigen interaktiven Formaten, heute vor allem Spiele wie GTA oder Red Dead Redemption ist sowieso schon an vielen Stellen verwischt und KI könnte auf das Lineare endgültig den Deckel draufmachen.
Genau das halte ich für einen Irrglauben. Der Menschen BRAUCHT von Unterhaltung einen Input, den er nicht erwartet, mit dem er sich auseinander setzen muss. Kunst, die nur das Erwartete und Erwünschte erschafft, verliert jede Bedeutung. Darum glaube ich auch nicht an die "jeder kann dann seine eigenen Filme machen"-These.
Jo, ich stimme dir in beidem zu, sehe aber nicht den Widerspruch. Ich glaube nicht, dass wir uns unsere Filme zusammen konfigurieren und auch nicht, dass der interaktive Film endlich seinen Durchbruch schafft. Ich glaube, dass Inhalte für uns personalisiert werden. Schon heute sieht meine Frau bei Netflix komplett andere Vorschaubilder wie ich für den gleichen Film, jeweils an unsere Gewohnheiten und Präferenzen angepasst. Warum sollte nicht der ganze Inhalt auf diese Präferenzen hin angepasst sein? Und, wie du selber geschrieben hast, nicht alles muss Kunst sein, für vieles reicht auch "gut genug".
"Der Menschen BRAUCHT von Unterhaltung einen Input, den er nicht erwartet, mit dem er sich auseinander setzen muss."
Nö. Hauptsache Faustkämpfe zur Rettung des Universums, viel Geballere, ob Schrotflinte oder Laserdings, und viele Explosionen von irgendwas.
Dafür ist KI doch hervorragend geeignet.
Will wer Kunst?
Eine gleichzeitig rhetorische und dumme Frage.
Das würde bedeuten, dass dir KI nur das Erwartete und Erwünschte schafft. Daran wird es nicht scheitern.
Die allermeisten Menschen würden in diesem Szenario ja keinen ausgefeilten Plot reingeben, den sie dann schon kennen. Die sagen "bitte neue Folge von Big Bang Theory!". Oder eine beliebige andere Serie/Film, die sie ohnehin schon kennen. Eine halbwegs gut abgestimmte KI liefert dann sicher nicht weniger Unerwartetes als wenn der Mensch neue Folgen dreht. Auch "nach einen spannenden Film!" wird funktionieren. Die Anfragen werden so generisch sein, dass das Resultat erwartet unerwartet sein dürfte.
Wenn es scheitert, dann daran, dass das Produkt keinen sozialen Wert hat. Niemanden wird es interessieren, was für einen tollen KI Film ich gestern gesehen habe, den ich nur für mich generiert habe. Niemand wird ihn mit mir diskutieren. Niemandem werde ich den schmackhaft machen. Niemand wird mein Review dazu lesen. Ich fühle mich keiner Community zugehörig, wenn ich ihn sehe und empfinde keinen Respekt, keine Demut vor seinem Schöpfer.
Dieser Film hätte auch ein Teller Spaghetti sein können, den ich allein auf dem Sofa verputze.
Aber es gibt eben auch genug Menschen, die ihr Leben mit einem Teller Spaghetti auf den Sofa verbringen, daher bin ich wie erwähnt nicht so optimistisch.
DafürDagegen muss es doch was von Ratiopharm geben. Bitte…Bei deinen Videoschnippseln oben, denke ich mir: Jau, das sieht auch nicht schlechter aus als das, was momentan in Hollywood am Computer generiert wird. Weil: Die Modelle wurden ja auch damit trainiert. Wenn jetzt aber alle großen Produktionen solche AI-Modelle einsetzen, frieren wir beim visuellen Eindruck die Zeit ein, weil neue Modelle dann in einem Kreislauf mit AI-Daten trainiert werden – was zum Zerfall der Modelle führen kann. Dadurch werden dann neue "traditionell gedrehte" Filme immer wichtiger, weil sie die Modelle stabilisieren und damit die Ästhetik für zukünftige Filme festlegen.
Die Frage wird dann sein, wie sehr man in Zukunft spüren wird, ob da noch ziemlich buchstäblich "out of the box" (also ohne AI) gedreht wurde – und ob es sich frisch genug anfühlt, dass man dafür (mehr) Geld ausgibt.
Oder Effekt-Experten generieren nur noch Vorlagen fürs KI-Training.
Wo kann ich mich als Experte zur Generierung von "blowing up random things"-Trainings-Daten bewerben?
Ich möchte aber noch etwas zu bedenken geben.
Zur Zeit wird jede sogenannte KI massiv durch Investoren finanziert. Die zu zahlenden Beträge entsprechen noch lange nicht dem was als Kosten deckend oder gar Gewinn bringend nötig wäre.
Sollte es irgendwann dazu kommen, dass tatsächlich Gewinn erwirtschaftet werden muss, werden die Kosten rasant steigen und für Privatpersonen werden die ganzen "Filme nach Wunsch" wieder in ganz weite Ferne rücken.
Einem Studio in Hollywood mag das egal sein, aber der Otto Normalbürger wird schlichtweg Konsument bleiben.
Ich zitiere nochmal Focus aus dem letzten KI-Beitrag:
"Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für nachhaltige Digitalisierung. Unternehmen wie Google, Amazon und Microsoft investieren massiv in grüne Rechenzentren und KI-Energieoptimierung. So hat Microsoft 2023 angekündigt, bis 2030 klimaneutral zu arbeiten und KI-gestützte Modelle zu entwickeln, die den Energieeinsatz beim Training um bis zu 90 % reduzieren sollen. Auch Startups wie Hugging Face oder Aleph Alpha setzen zunehmend auf energieeffiziente Modellarchitekturen und nutzen grüne Infrastruktur.
KI kann auch selbst zur Lösung des Problems beitragen: In der industriellen Produktion reguliert sie Heiz- und Kühlprozesse, in der Energieversorgung steuert sie Stromnetze effizienter, in der Gebäudetechnik hilft sie, den Energieverbrauch zu senken. Das zeigt, wie relevant KI für nachhaltige Energielösungen sein kann."
Ich entsinne mich.
Leider muss ich zugeben, dass ich das für Greenwashing halte. Eventuell bin ich da zu sehr desillusioniert.
Allerdings gibt es schlichtweg noch die immensen Kosten für die Errichtung der Anlage. Die Planung, der Bau, die Hardware, die Installation…..das alles muss bezahlt werden.
Die benötigte Energie ist da nur ein Teil.
Um damit so viel Gewinn zu erwitschaften, dass auch die Investoren ausgezahlt werden können muss VIEL Geld fließen.
Ich muss gestehen, dass ich selten so ratlos war wie heute in Bezug auf KI. Das mp3-Format, digitale Fotos, Flachbildschirme, all das hab ich vorausgesehen (also, im abstrakten Sinne), und deswegen konnte mich all das auch nicht überraschen. Im Gegenteil, ich hatte all das erwartet.
Bei KI ist das nicht so. Deren Entwicklung war für mich die letzten Jahre so chaotisch, so unberechenbar, so irre, dass ich meine Erwartungen dazu aufgegeben habe. Ich staune, was heute möglich ist und hätte sowas vor 30 Jahren nicht für möglich gehalten (im Gegensatz zu Flachbildschirmen und dem anderen Krams). Und es macht mir heute auch durchaus Spaß, selbst mit AI und KI rumzuspielen, aber am Ende vom Tag weiß ich aktuell einfach nicht, ob mir diese Entwicklung Angst oder Spaß machen soll. Vielleicht beides.
KI ermöglicht auch in der Filmproduktion völlig neue Möglichkeiten. Man benötigt keine Schauspieler mehr wie z.B. ArnoId Schwarzenegger oder Jonny Depp, – die irre hohe Gagen verlangen.
Inzwischen kann man jeden normalen Statisten in einen Anzug voller Sensoren stecken, auf denen dann später der Avatar von Jack Sparrow drauf gerendert wird. Früher mussten noch richtige Modelle mit Animatronik gebaut werden (z.B. "Bruce" aus "Der weiße Hai"). Inzwischen kann man den kompletten Film in einer großen Halle mit grünen Wänden erstellen. James Cameron hat "Avatar" ja auch in einem Wassertank gedreht und nicht an einem tropischen Strand oder Dschungel.
Die Schattenseite von KI ist natürlich die schier grenzenlose Möglichkeit für DeepFake. Man kann heute ohne Probleme ein Video vom Papst erstellen, indem er zu einer Sünde aufruft. Es existieren auch Videos von Selensky, indenen er die Ukrainer zur Kapitulation auffordert und solchen Quatsch. YouTube wird seit Monaten regelrecht überflutet davon….
Es geht los.
https://www.heise.de/news/Disney-geht-nach-KI-generierten-Star-Wars-und-Marvel-Clips-gegen-Bytedance-vor-11177055.html
Es kam ja auch das hier raus:
Bytedance hat versprochen, daß man dagegen etwas macht, angeblich wurden gewisse "Guardrails" hochgezogen – ich nehme mal an, man checkt den Prompt auf gewisse Begriffe. Disney mußte das auch tun, denn wenn man Markenrechte nicht verteidigt, dann gehen die mWn flöten.
Obendrein hätte man Probleme mit den Schauspielern bekommen. Beim Disney-OpenAI Deal sind explizit Schauspieler nicht inkludiert. D.h. nur animierte Charaktere bzw animierte Versionen von Disney/Marvel Live Action Charakteren.
Ich denke aber, irgendwann werden die Studios auch das Likeness ihrer Schauspieler verwerten wollen und diese deshalb exklusiv an sich binden in einer Art neuem Studio System.
Das ist nur ein Übergangsproblem. Im Zweifelsfall werden Menschen ihre "likeness" verkaufen und das System wird "neue" Stars digital erschaffen. Wir sind ja auch schon wieder einen Schritt weiter:
https://www.youtube.com/watch?v=V5AFQaEbHQU
Endlich. Wir werden das Rap-Battle zwischen Chevy Chase und Rick Moranis sehen. Das Warten wird bald ein Ende haben.
https://www.youtube.com/watch?v=uMboDekgvz0&t=284s