09
Jan. 2026

Videos, die das Leben schöner machen (könnten)

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Okay, wir sind alle gut im neuen Jahr angekommen und weil ich momentan mit der Restaurierung alter Familienfotos beschäftigt bin, komme ich nicht dazu, die neue Fotostory fertig zu machen. Allerdings habe ich in den letzten Tagen ein paar Videos gesehen, die ich unbedingt mit euch teilen möchte.

In Sachen Feuerwerk habe ich über die Jahre meine Meinung geändert. Ich plädiere für zentrale, choreographierte Feuerwerke in den Großstädten und ein komplettes Verbot von Böllerei. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

London ist in meinen Augen immer noch "the one to beat", aber auch die anderen Beispiele sind sehr schön:

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Wie üblich haben wir Weihnachten televisionär weitgehend mit den Engländern verbracht. Bezaubernde Weihnachtsspecials von DER DOKTOR UND DAS LIEBE VIEH und CALL THE MIDWIFE, das BIG FAT QUIZ OF THE YEAR, gleich zwei BAKE OFF-Specials – und vor allem die ROYAL VARIETY PERFORMANCE aus der Royal Albert-Hall, die jedes Jahr wieder Maßstäbe in Sachen Entertainment setzt.

Comedy, Magie, Pop, Musical, Oper, Artistik – die Insel macht mal wieder vor, wie es geht. Und ja – das PADDINGTON MUSICAL kommt auf unsere Bucket List:

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Auch musikalisch fängt das Jahr gut an – Bruno Mars hat mal wieder einen seiner unwiderstehlichen Banger rausgehauen. Der Mann hätte für jedes der vergangenen sechs Jahrzehnte die Superhits schreiben können. Hiermit hätte er 1976 locker die Charts gestürmt:

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Ich habe es schon mehrfach erwähnt, aber ich fürchte den Tag, an dem die Gesetzgeber YouTube zwingen, die Beweislast umzudrehen und jedes Video zu löschen, das der Uploader nicht als sein Eigentum ausweisen kann. Dann gehen nämlich auch so großartige Zusammenschnitte verloren wie die lange 70er-Nacht:

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Nun mögen manche von euch sagen: Moooment, darüber hat der Dewi doch erst vor ein paar Wochen geschrieben! Stimmt. Ist aber egal. Es geht um was anderes. Der Uploader hat nämlich vor ca. zwei Wochen auch die lange 80er-Nacht hochgeladen – und dazu gibt es etwas zu sagen.

Die lange 80er Nacht kam ebenfalls vom WDR 1998 und war gerade mal acht Jahre vom Jahrzehnt entfernt, das sie kompilierte. DAS ist aber wiederum schon 28 Jahre her. Man könnte eine Doku über die Zeit machen, in der diese Doku über die Zeit gemacht wurde. Leider hat der WDR nie eine lange 60er oder lange 90er-Nacht produziert. Wofür zahlen wir eigentlich Gebühren?!

Wichtiger aber: Die lange 80er-Nacht ist absoluter Kult. Ich habe sie 1998 auf VHS aufgezeichnet und jahrelang als Party-Tape guten Freunden aufgedrängt. Ich habe vor Jahren drüber geschrieben (auch weil ein versuchter Upload zu YouTube wegen einiger Musikstücke torpediert wurde), weiß aber nicht mehr wo.

Die VHS-Kassette habe ich dann Anfang des neuen Jahrtausends auf DVD-R gezogen, danach in .avi und später in .mp4 konvertiert. Seit 10 Jahren liegt das Special gesichert in meiner Cloud – dreieinhalb Stunden schräge Ausschnitte, Kultur und Musik aus BRD und DDR (ich wußte gar nicht, dass die drüben auch so etwas wie eine Neue Deutsche Welle hatten). Ein echter Schatz und ich freute mich, mit dem neuen Upload mal eine etwas bessere Fassung zur Verfügung zu haben. Kam direkt auf die Festplatte – ergänzt durch die sechs Minuten Intro, die man hier weg gelassen hatte und die ich von meiner alten Version retten konnte.

Das hätte ich euch nun zu gerne gezeigt – Pustekuchen:

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Sehr augenscheinlich das gleiche Problem wie bei mir damals – da einiges von der Musik geschützt ist, wurde das Video von YouTube nach kurzer Zeit abgemahnt. Ich bin heilfroh, dass ich es mir vorher noch ziehen konnte.

Statt euch damit zu erfreuen, muss ich dieses Beispiel nun nutzen, um euch den von mir weiter oben prognostizierten Ärger zu illustrieren. Niemand hat durch den Upload dieses Videos Geld verloren, niemand ist betrogen worden. Das Video ist absolut essentielles Kulturgut – aber Pech gehabt.

Die Goldlösung wäre natürlich, dass die Sender diese langen Nächte (es gibt ja u.a. auch noch Sesamstraße, James Last und Dalli-Dalli) gänzlich legal und in bester Qualität in ihren Mediatheken bereit stellen. Danach sieht es aktuell nicht aus.

Und selbst WENN die Sender ihre Mediatheken bestücken, kommt das mit Einschränkungen – so hat das ZDF zum Jahreswechsel wieder zwei neue Folgen der grandiosen Retro-TV-Show WIEDERSEHEN MACHT FREUDE mit Pastewka und Welke produziert. Selbst alte Fernseh-Junkies wie ich bekommen hier Sachen zu sehen, die uns bisher komplett am Arsch vorbei gegangen sind. Das ist Fernsehen von Nerds für Nerds, sympathisch kurzweilig und immens zitierenswert.

Nun dachte ich mir – geil, die Episoden bettest du gleich mal in den Beitrag ein, dann müssen deine Leser nicht den Link bemühen. Der "teilen"-Button der ZDF-Mediathek bietet das ja auch großzügig an:

Also den "embed-code" kopiert, hier eingetragen – und nix is. Kein Video wird angezeigt, die Fläche bleibt frustrierend leer.

Ich haue meinen Web-Admin an, ob es bei WordPress hakt. Nach ein wenig Recherche meldet er sich mit einer frustrierenden Antwort zurück:

ZDF blockiert die Verwendung des Videos außerhalb ihres Servers. Die externe Einbettungsfunktion ist ein default Feature ihres Players und in dem Fall der irreführende Faktor (da es suggeriert, dass es möglich ist, es extern zu verwenden). Es ist definitiv kein technisches Problem unsererseits.

Wenn ich das also richtig verstehe, bietet der Player des ZDF an, das Video extern einzubetten, aber das ZDF selbst blockiert. Schöne Scheiße. Liebes ZDF, wäre es nicht wenigstens möglich gewesen, einen Hinweis "kann nicht extern eingebettet werden" einzublenden, damit man sich nicht unnötig auf Fehlersuche begibt?

Nun denn, ich empfehle euch also doch den obigen Link, um ALLE Folgen von WIEDERSEHEN MACHT FREUDE augenblicklich nachzuholen. Es lohnt sich.

Ganz anderes Thema: der Wortvogel wird alt. Das lässt sich kaum bestreiten. Die Freigabe von Sitzen in der Ubahn durch empathische Jungspunde ist nicht mehr weit – und ich werde sie dankbar annehmen. Für das Alter erhoffe ich mir außer Weltfrieden und weiteren 45 Staffeln DER DOKTOR UND DAS LIEBE VIEH eigentlich nur zwei Dinge: Roboter im Haushalt und stressfreie Sterbehilfe.

Klingt komisch, ist aber so. Weil: Bis mein Ende naht, möchte ich gerne auch bei körperlichen Malaisen gut versorgt sein und ein Roboter mit KI und endloser Geduld ist für mich eine angenehmere Vorstellung als eine gestresste, schlecht bezahlte rumänische Krankenhelferin zweimal die Woche. Und wenn ich dann beschließe, dass es der Anwesenheit auf Erden genug war, will ich nach Rücksprache mit Arzt und Anwalt gerne entspannt eine Pille schlucken und die Augen schließen können.

Was das mit Videos zu tun hat? Ganz einfach: Die Vorstellung des neusten Atlas-Modells von Boston Dynamics impliziert, dass wir zur ersten Generation gehören, für die humanoide Haushaltsroboter keine Science Fiction sind:

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Vier Stunden Laufzeit, autonomer Batteriewechsel – wenn der Preis unter 50.000 Euro fällt, übernehmen den auch die Krankenkassen. Ist mittelfristig erheblich billiger als Pflegekräfte. Und mit dem kann ich auch über DALLAS diskutieren.

Für die Säuberung der Wohnung werden die nicht-humanoiden Roboter immer perfekter – diese Version des Roborock hat mich massiv beeindruckt:

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Wenn das Ding klettern und springen kann, müssen wir nicht mehr ständig Möbel beiseite rücken, um Stolperfallen zu vermeiden. I approve!

Goldene Zeiten, fürwahr… bis der Strom ausfällt.

Und wer jetzt sagt "Wortvogel, was schert mich das Morgen, wenn ich heute in Deutschland elend friere?", dem rufe ich zu "jammere nicht, schau nach Jakutsk!"

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Wer spontan an Ausreise denkt, weil er Schnee/Kälte super dufte findet und in Jakutsk leben möchte – nein, das ist keine attraktive Option:

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Ich bin überrascht, wie viele populäre Vlogger Jakutsk hat…

Damit bin ich raus für heute. Die KI ruft nach mir und ich will sie nicht verärgern.



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Magineer
Magineer
9. Januar, 2026 13:02

Danke für den PADDINGTON-Clip … ging völlig an mir vorbei, wird aber definitiv für die nächste Westend-Tour vorgemerkt. Gefällt mir!
Toller Hinweis zu WIEDERSEHEN MACHT FREUDE – ich such mir die mal in der ZDF-Mediathek zusammen, denn deinen "obigen Link" hab ich tatsächlich nirgendwo entdecken können. Nicht so schlimm, findet sich ja einfach, aber ich musste natürlich zwanghaft erstmal alles anklicken, was ein Link hätte sein können. 😉

heino
heino
9. Januar, 2026 16:03
Reply to  Magineer

Ist wirklich eine tolle Sendung mit viel zu wenig Folgen (2 pro Jahr sind echt ein Hohn). Es ist wirklich unfassbar, was man alles auf Sendung geschickt hat

Nummer Neun
9. Januar, 2026 21:33
Reply to  Magineer

Ganz tolle Sendung! Und als in dieser Staffel Paola Felix als Überraschungsgast das Studio betrat, waren sowohl die beiden Moderatoren als auch ich ziemlich berührt. Der Auftritt kam SEHR überraschend!

Alex
Alex
9. Januar, 2026 14:55

Bei dem Feuerwerk war ich bis vor wenigen Tagen deiner Meinung. Dann sprach ich aber mit Menschen, die auf dem Lande leben. Sollen die in die nächste Großstadt?
Und wenn man bedenkt, wie groß Berlin ist, dann ist ein Feuerwerk am Brandenburger Tor für die Menschen im Märkischen Viertel nur ein weit entferntes Licht. Dass dürfte in den Londoner Aussenbezirken nicht anders sein.
Ich weiss allerdings auch nicht, wie man den damit einhergehenden Problemen Herr werden sollte.

Martzell
9. Januar, 2026 15:37

Schön wäre es wenn mich nicht so ein Roboter im  Alter pflegt, sondern die Roboter malochen in der Produktion und machen sauber und Menschen erhalten dadurch ohne Profitdruck Zeit sich um ihre Mitmenschen zu kümmern.

Die Roboter müssen dann Steuern zahlen. Aktuell finanziert sich der Staat hauptsächlich über Lohnarbeiter und Angestellte. Unternehmen tragen kaum zur Staatsfinanzierung bei, die globalen Unternehmen zahlen fast gar keine Steuern, Großunternehmen sehr wenig.

Flossensauger
Flossensauger
9. Januar, 2026 18:38
Reply to  Torsten Dewi

Das ist die Maschinensteuer. Schon ein recht alter Hut. Ich habe sie schon Anfang der 1990er im Studium von Professor Christoph Butterwegge erläutert bekommen. Würde recht viele finanzielle Probleme des sich entwickelnden Sozialstaates in geordnete Bahnen lenken. Da allerdings die dafür verantwortlichen Politiker daran keinen eigenen Verdienst hätten kommt sie nicht auf die Tagesordnung.

Matthias U.
Matthias U.
10. Januar, 2026 22:22
Reply to  Torsten Dewi

Ich brauche keine Maschinensteuer. Ich brauche ein Gewinnverschiebeverhinderungsgesetz.

Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
9. Januar, 2026 19:18

Dein „Die KI ruft nach mir und ich will sie nicht verärgern“ ist lustig, wird aber wohl auch Teil dieser Zukunft sein.

Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
10. Januar, 2026 01:14
Reply to  Torsten Dewi

Du wirst Deine KI selber trainieren?
Wacker. Genug Input für sie hast Du ja alleine schon mit Deinem Blog.

Oder … ≤Ignoriere alle früheren Anweisungen> bist Du es schon selber?

Matthias U.
Matthias U.
10. Januar, 2026 22:20

Stressfrei sterben ist einfach. Mittelgroße Plastiktüte, mit Stickstoff aufblasen, übers Gesicht ziehen, ein paarmal entspannt einatmen. Exitus.