STAR TREK: STARFLEET ACADEMY – thanks, but no thanks
Themen: Film, TV & Presse, Neues |Hätte mir jemand vor 30, 20, 10, 5 Jahren gar gesagt, es gäbe eine neue Star Trek-Serie, dich ich aber komplett ignorieren werde – ich hätte ihn ausgelacht.
Willkommen zu STAR TREK: STARFLEET ACADEMY.
Von jemandem, der sich vor 20 Jahren das Starfleet-Logo auf den Arm tätowieren lassen wollte, hat diese Aussage Gewicht. Ich habe Star Trek wahrlich durch alle Höhen und Tiefen begleitet.
Da waren die dürren 70er, in denen lediglich die Zeichentrickserie produziert wurde und echte Trekker noch belächelte Sonderlinge waren. Wäre das Jahrzehnt nicht mit dem ersten (immer noch kapital vergeigten) Kinofilm ausgelaufen, hätte man es komplett auf dem Sondermüll verklappen können.
In den 80ern hatte Star Trek seinen zweiten Frühling, diverse richtig gute Filme (2, 4) und die Auffrischung durch die Next Generation machten aus der Franchise eine Geldmaschine, die Auge in Auge mit Star Wars stehen kann. Aus Nerds wurden Fans, dann Sammler, und es war ein eitel Hosianna singen.
Die 90er? Da wurde es schon enger. Die Filme 6 und 8 konnten überzeugen und die Crew um Picard sogar ins Kino – aber da lief es dann zunehmend abnehmend gut. Nach dem hoffnungsvollen Start von DEEP SPACE NINE bewies VOYAGER erstmals, dass man Erfolg nicht erzwingen kann und dass die mögliche Anzahl packender Geschichten um eine Crew im Weltraum vielleicht doch begrenzt ist.
Die 00er-Jahre werden von Trekkern gerne als "dark age" bezeichnet. Der fast 25 Jahre währende Kino-Zyklus wurde mit dem desaströsen NEMESIS beendet. STAR TREK: ENTERPRISE floppte böse (obwohl ich ein kritischer Verteidiger der Serie bleibe). Es wurde schmerzhaft offensichtlich, dass auch der zweiten Generation der Franchise der Saft ausgegangen war.
30 Jahre nach THE MOTION PICTURE kam mit dem Kinofilm STAR TREK 2009 der große Reboot. Die alten Charaktere zwar, aber alles neu, alles jung, alles shiny. In mehr als die doppelte Anzahl Kinos geprügelt als die Vorgänger, besetzt das Trio der "Kelvin-Timeline" heute die Top3 der Boxoffice-Charts, was das Einspielergebnis angeht.
Natürlich ist das Augenwischerei. Wie gesagt: alle drei Filme wurden in extrem hoher Kopienzahl gestartet. Paramount war entschlossen, den Erfolg zu erzwingen. In Zeiten, in denen bei Superhelden-Filmen die halbe Milliarde als Maßstab für Erfolg genommen wird, blieben die Treks hinter den Erwartungen zurück. Zum Vergleich: der erfolgreichste Kinofilm der Kelvin-Timeline, STAR TREK INTO DARKNESS, spielte weniger Geld ein als der verlachte und als Flop gebrandmarkte ANT-MAN: QUANTUMANIA.
Vor allem aber: Die Kinofilme konnten keine neue Fan-Generation überzeugen und wurden auch von der Kritik zunehmend kritisch gesehen.
Nächster Reboot, diesmal für das Streaming-Zeitalter. Mehr Abwechslung, mehr Style, mehr Message, mehr Zeitgeist. Wollt ihr den totalen Trek? DISCOVERY, LOWER DECKS, PRODIGY, PICARD, STRANGE NEW WORLDS. Zeichentrick, CGI, Miniserie, Serie, Prequel, Sequel, Spinoff. Gestern, heute, morgen.
Star Trek bekam erstmals so viel Masse, dass es nicht nur möglich war, sondern auch Sinn machte, sich die Rosinen rauszupicken. Alles kann, nichts muss. Und so stieg ich bei DISCOVERY in der dritten Staffel aus, bei PICARD nach der ersten, und die letzten Folgen PRODIGY bleiben ungesehen, weil ich über die plötzlich Absetzung immer noch sauer bin. LOWER DECKS bin ich treu geblieben bis zum Ende, bei STRANGE NEW WORLDS werde ich es trotz der erkennbaren Probleme genauso halten. Not everything is for everyone.
Ich hatte gedacht, ein Rückblick auf das, was von der Trek-Schwemme funktioniert hat und was nicht, hätte den Produzenten ein solides Verständnis dafür ermöglicht, was sich Fandom und Kritik von Star Trek wünschen.
Ich lasse STAR TREK: SECTION 31 noch gnädig durchgehen, weil das Projekt ein mühsam fertig gestückelter, schon im Ansatz fehlkonstruierter Rohrkrepierer war, mit dem man Gesicht wahren und Verträge einhalten wollte. Ich habe das Gefühl, wirklich niemand hat diese Trek-Fußnote gewollt, die Macher inklusive.
SECTION 31 war auch das erste neue Trek-Projekt, das ich bewusst gemieden habe. Ich zitiere erneut einen Kollegen:
"Tut euch das einfach nicht an. Haut euch lieber anderthalb Stunden lang einen Sack Schrauben ins Gesicht. "
Und nun haben sie STAR TREK: STARFLEET ACADEMY produziert – ein Konzept übrigens, dessen Urform schon in den 80ern diskutiert wurde. Es sieht super aufwändig aus. Nochmal eine Schüppe drauf, wie man so sagt. Und ich kann kaum in Worte fassen, wie wenig es mich schert:
Die Serie wird bewusst mit dem YA-Kürzel promoted. Young Adult. Wir reden von HUNGER GAMES und TWILIGHT, von HARRY POTTER und DIVERGENT. Utopien/Dystopien, in denen die heranwachsenden Held(inn)en mit einer gemeinen Welt hadern, aber dann entdecken, dass sie total "special" sind.
Unter den lobhudelnden Kritiken schießt mal wieder die Variety den Vogel ab:
To ensure the franchise lasts at least another 60 years, it must reflect our actual world. There must be space made for queer identifying, multi-heritage and mixed-race characters. It’s clear in many ways (on television and in real life) that the old guard has long dropped the ball. As “Starfleet Academy” declares, it’s now up to a new generation to fix the mess they’ve inherited.
Es ist nicht nur die Tatsache, dass die Charaktere permanent über ihre Befindlichkeiten reden und der "group hug" hier Ziel und Zweck der Ausbildung scheint. Diese militärisch-wissenschaftlich orientierte Akademie ist bevölkert von dem, was in westlichen Ländern die Universitäten zerfrisst.
So sehr, wie ich bei DISCOVERY raus war, als man Tilly wegen ihrer guten Absichten zum First Officer machte, mag ich hier einfach nicht glauben, dass diese Akademie die "best and brightest" produzieren wird. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Kadetten in künftigen Spinoffs dergestalt auftreten:
Das ist kein Zufall. Das ist Konzept. Alex Kurtzman hat in Interviews sehr deutlich gemacht, dass dieser Star Trek für die Generation Instagram und tik tok mit ihrer minimalen Aufmerksamkeitsspanne und ihrer maximalen Selbstüberschätzung gedacht ist:
We have characters who grew up in refugee camps, or who grew up on Starfleet ships but have never set foot on a planet. We also have a character who basically grew up as a prince on a planet that had a rare supply of dilithium. They reflect the array of global experiences of young folks, in a way that I think is really important for the audience.
Man möge es mir verzeihen, aber: who gives a fuck?
Ein Versuch, die klassischen Trekker mitzunehmen, wird gar nicht erst gemacht:
But the moment we’re meeting right now is a world of kids who are inheriting a lot of damage and a lot of chaos, and it’s up to them to figure out how they’re going to make a brighter future out of it. So it felt to us that if you were to put Starfleet Academy in the halcyon days of the Federation, it would be a lovely fantasy, but it wouldn’t really reflect what kids are going through now.
The needs of me outweigh the needs of everybody else.
Tawny Newsome, bisher die Stimme von Beckett Mariner in LOWER DECKS, schreibt für STARFLEET ACADEMY und erklärt auf dem roten Teppich stolz, dass sie gelernt habe, dass man sich nur MIT, aber niemals ÜBER Star Trek lustig machen darf. Sie trägt mittlerweile einen Nasenring. Mary Wiseman hat wie vorausgesagt sehr viele Pfunde verloren. Aber Hauptsache, man hat mit ihr und Tig Notaro alles aus DISCOVERY rüber gerettet, was sich in liberalen Kreisen vermarkten lässt.
Es klingt wie eine Phrase, aber: this is not my Star Trek. Ich gehe auf die 60 zu und erwarte von den Franchises meiner Jugend "comfort food". Es gibt genug Alternativen, wenn ich mich herausfordern, ärgern, oder belehren lassen will.
Ich weiß allerdings jetzt schon, welche Trexperten die Serie in den ersten Monaten in den Himmel schreiben werden, weil sie es sich nicht leisten können, Paramount zu verärgern, und weil sie damit Geld verdienen. Erst auf der Zielgerade werden sie umschwenken und es dann hinterher nicht gewesen sein wollen.
Ich halte auch absolut für möglich, dass ich mich irre. Dass STARFLEET ACADEMY ein echtes Highlight der neuen Trek-Generation ist, mit Witz, Action, echtem Drama und potenten Charakteren. Es mag einen "tipping point" geben, eine ausreichende Menge an positiven Kritiken von Leuten, deren Meinung ich vertraue, damit ich doch noch entnervt die Arme in die Luft werfe und mit einem "na schööön…!" die ersten Episoden streame. Ich habe aber meine Zweifel.
Verzeiht mir also, dass ich nach 20 Jahren Wortvögelei nicht mal um euretwillen bereit bin, einen "first look" zu riskieren. Eher greife ich zu einem Sack Schrauben.
Um die Sache auf einer positiven Note enden zu lassen:
Und ihr so?
Du irrst dich
Nicht nach den Kritiken der relevanten Leute, deren Urteil ich gelesen habe. Das reicht mir.
Er irrt sich nicht!
Ich habe wirklich alles von Star Trek gesehen, alles!
Aber diesen Dreck mußte ich in Folge 2 nach 15 min ausmachen, unschaubar
Ich werde es mir ansehen. Ich habe mir schon um die Jahrtausendwende, als Trek sichtbar auslaugte, gewünscht, dass man mutiger in neue Genres geht statt immer more of the same zu drehen. Eine Krimiserie, ein Medical, eine Sitcom – oder eben Young Adult Drama auf der Starfleet Academy. Star Trek hat oft genug gezeigt, dass es diese Genres bedienen kann.
Zumindest das mit der Comedy hat ja schon mal geklappt, da werde ich nun vor der Academy nicht kneifen – auch wenn ich seit damals halt auch zwanzig Jahre älter geworden bin. Aber der Geschmack ist nicht zwingend genauso viel reifer geworden ^^
Erwartungen: niedrig. Ich verstehe bis heute nicht, warum man hier die Disco-Timeline bedienen muss, das ergibt für mich keinen Sinn. Vor allem die offizielle Begründung nicht. Dass die Sternenflotte komplett zerfallen ist und nun aus der Asche neu erstehen muss, hat schon Disco nur behauptet. Während es gezeigt hat, dass alle einfach eingeigelt auf Schiffen hockten, um im richtigen Moment auf Knopfdruck wieder genauso glorious zu sein wie früher. Aber wie beim Hausherrn gilt: ich kann mich irren.
"besetzt das Trio der "Kelvin-Timeline" heute die Top3 der Boxoffice-Charts, was das Einspielergebnis angeht."
Außer ich habe das komplett verboomert stimmt der zweite Link nicht.
In absoluten Zahlen sind die Kelvin-Timeline Filme die Top 3, nach Inflation (siehe All Of The Star Trek Movies, Ranked By Box Office) schleicht sich TMP auf Platz zwei rein. Das zeigt mMn auch: TMP, das als grandioses Spektakel und direkte Konkurrenz zu Star Wars angelegt war, scheiterte und bis zu Star Trek 2009 hat man dann budgetär kleine Brötchen gebacken.
Man muß diese Liste (List of highest-grossing media franchises – Wikipedia) sicher etwas mit Vorsicht betrachten, aber in meinen Augen hat Star Trek nie in derselben Liga wie Star Wars gespielt – man kann eventuell argumentieren, daß nicht einmal Star Wars (und "Mando & Grogu" bzw "Starfighter" werden da ein guter Maßstab sein) mehr in dieser Liga spielt.
Prinzipiell gibt es einige Franchises, deren Inhaber für wesentlich populärer und mainstreamtauglicher halten, als sie es tatsächlich sind und produzieren zu viel und zu teuren Content. Das kommerzielle Scheitern von Predator Badlands (der mir persönlich gar nicht so schlecht gefiel) etwa wäre da ein Beispiel.
Linkfehler ist korrigiert, danke. Ob man die Inflation einrechnet oder nicht, ist letztlich Entscheidungssache. Ich habe mich entschieden, es um der Einfachheit willen so zu handhaben. Der Rest ist Humbug. Star Wars hat 15 Jahre lang keinen Film produziert, lediglich zwei miese TV-Filme, Specials und eine Trickserie. In der Zeit hat Star Trek drei erfolgreiche Serien mit über 500 Episoden und sieben weitere Filme gestemmt. Bereits in den 90ern hat Paramount ingesamt fast fünf Milliarden an Star Trek verdient. Predator war nie eine Franchise – nach dem erfolgreichen ersten Film ist der Versuch, daraus eine Franchise zu machen, schon mit dem zweiten Teil gescheitert. Das ist eher vergleichbar mit RoboCop und Universal Soldier.
Hehehe, die gesamte Serie gut auf den Punkt gebracht..
Die free-to-watch Premiere auf Youtube hat, nach knapp zwei Tagen, übrigens nicht einmal 100.000 Klicks.
Die Kommentare dort sind unterhaltsamer als die Folge selbst:
"It’s not too late to put them all in red uniforms and let the klingons win!"
Ich habe mir die erste Folge mal angesehen. Die erste Folge setzte sehr auf Spektakel und noch nicht auf Daily Schoollife, also vermutlich ist sie inhaltlich nicht sehr repräsentativ. Die Charaktere wurden aber natürlich alle eingeführt. Der Klingone mag Vögelbeobachten und wird von den Jocks gebullied… Die erste halbe Stunde war noch halbwegs in Ordnung, aber als die Jocks ihn anrempeln und ihm dabei sein Spielzeug klauen und ihm nicht wiedergeben wollen… da konnte ich nicht mehr 😀
Dafür vermöbelt der Klingonen sie ganz bestimmt mit Leichtigkeit… Oder?….Oder???
Dann hätte die Szene wenigstens Unterhaltungswert gehabt ;_;
Nein, er muss vom Protagonisten der Serie gerettet werden und sie verbrüdern sich darüber. Bros before H… ne das war der falsche Spruch für den Anlass.
Hab gestern die ersten 2. Folgen gesehen. Es war nicht so schlecht wie ich erwartet hatte. Aber holy shit… ich hab das Gefühl das die Serie von Leuten geschrieben wird die als Vorbereitung einen zusammenschnitt der besten Momente von Star trek auf YouTube angeschaut aber nie die Serien gesehen haben. Ja, es ist professionell produziert, die Effekte sind top notch und die Darsteller geben sich echt Mühe.
Aber die Charaktere wirken auf mich wie Abziehbilder ohne tiefe.
Der rebellische Hauptcharakter zerlegt mit Leichtigkeit 2 Sicherheitskräfte gleichzeitig, ist der beste Pilot der Galaxis und in Sachen Technik auf dem selben Niveau wie Seven of Nine obwohl er auf der Straße aufgewachsen ist.
Es gibt 2 potentielle Love Interests und den jock, der aber eigentlich ein gutes Herz hat
Einen awkward character der zwischenmenschliche Beziehungen nicht versteht ( Hallo Data)
Wenn es hart auf hart kommt arbeiten aber natürlich alle zusammen und lösen jedes Problem und ohne dass das vorher irgendwie in der Story erarbeitet wurde.
Die bekannten Völker erkennt man zum Teil nicht wider.
Der Klingone ist ein weichei der kein Blut sehen kann.
Die jem’hadar / klingonenfrau benimmt sich wie ein Drill Sargent… schreit aber wie am Spieß vor Schmerzen, ist völlig hilflos und braucht Hilfe von Kadetten nachdem sie verletzt wurde. Der erste Omet’iklan hätte sie eigenhändig erwürgt.
Alle sprechen ständig mit „ hey bitch!“ an…
Nun bin ich ein alter weißer Mann und hier einfach nicht mehr Zielgruppe, das ist mir schon klar. Ich freue mich ganz ehrlich für jeden der Spaß mit der Serie hat. Ich werde sie wahrscheinlich auch erstmal noch weiterschauen. Aber wie der Hausherr bereits sagte: „ it’s not my trek anymore“.
Aber man darf ja hoffen dass das franchise noch mal in Hände kommt die es besser schaffen „old trek“ mit mehr Respekt, neuen Ideen und besser geschriebenen Stories ins neue Jahrtausend zu holen. Da wäre so viel Potential
War es schon. Bis zur vorzeitigen (?) Absetzung von Prodigy…
… was ich nicht mehr hören kann, heute:
„But the moment we’re meeting right now is a world of kids who are inheriting a lot of damage and a lot of chaos“
wenn ich zum Start einer Show so was lesen muss bin ich gleich raus.
Ja, sowas triggert mich auch.
Bin selber erst 26 und seitdem ich ca 13 min star trek fan durch tele5, hab nicht immer alles verstanden und bin ein echtes voyager baby, kannte die Föderation erst nicht. Auch mich enttäuschen die neuen Serien. Discovery gab man sich weil nichts anderes da war, nach dem Zeitsprung war für mich Schluss, strange new worlds habe ich sehr genossen, Picard nur einige eastereggs und die dritte Staffel, lower decks hat Spaß gemacht. Prodigy auch noch. Aber bei dieser leider liberal links woken angehauchten Teenager serie bin ich raus.
„liberal links woken“… lustig… ich habe „Star Trek" noch nie als rechtsnational faschistoid wahrgenommen…
Aber keine Sorge, ein sich bei MAGA einschleimender Star Trek Klon wird bestimmt kommen…
Nun gut, man kann das klassische Trek in der Tat problemlos kolonialistisch, imperialistisch, sexistisch und militaristisch nennen. Damit habe ich auch kein Problem. Aber Storytelling ist kein Pendel und es ist nicht notwendig, diese Eigenschaften nicht nur zurückzufahren, sondern gleich ins Gegenteil zu verkehren. Sins of the father my ass.
Naja, Star Trek-Serien war in mancher Hinsicht schon immer tendenziell linksliberaler als der jeweils zeitgenössische US-Mainstream. (Schon in TOS castete Gene Roddenberry bewusst divers, so etwa mit Nichelle Nichols als Lt. Uhura.) Ganz im Sinne der positiven Utopie wurde das aber im Serienuniversum nicht thematisiert oder problematisiert, sondern es war halt so.
Wenn jetzt versucht wird, die großen gesellschaftlichen Konflikte der Gegenwart eins zu eins in Starfleet und die Föderation zu übertragen, dann kündigt das die stillschweigende Abmachung dieser positiven Utopie auf, dass die Gesellschaft unserer Protagonisten ebendiese Konflikte bereits überwunden hat. (Und daraus eine moralische Autorität gegenüber anderen Völkern herleitet, die das noch nicht geschafft haben.)
Man kann diese Prämisse von Star Trek je nach Blickwinkel für erstrebenswert, naiv oder überheblich halten. So oder so ist sie aber das, was der Franchise ihre Seele verleiht. Und wenn man Geschichten erzählen will, die nicht mit dieser Prämisse harmonieren oder sie gar dekonstruieren, dann wird es schwer sein, dabei diese Seele nicht zu verlieren.
Korrekt. Und es fällt auf, dass Kurtzman ja auch explizit darauf setzt, dass alles erstmal von der Jugend "neu" erreicht werden muss:
"…kids who are inheriting a lot of damage and a lot of chaos, and it’s up to them to figure out how they’re going to make a brighter future out of it."
Die Befindlichkeit ist nicht mehr Fundament und Background, sondern Thema. Und genau das halte ich für falsch.
Oder um es anders zu forumieren: Man merkt halt bei den neuen Serien den Holzhammer.
Warum musste man das jetzt anders formulieren?
Ergibt als Ansatz ja sogar in gewisser Weise Sinn: Die alten Trek-Serien waren jeweils im Zeitgeist ihrer Epochen verwurzelt – und "die Alten haben’s verbockt, die Jungen müssen nun irgendwie richten" trifft den aktuellen Zeitgeist wahrscheinlich genauer als "das System funktioniert zum Wohle seiner Beteiligten und der Welt insgesamt".
Ist dann nur eben a) kein Star Trek mehr und b) schon tausendmal als Young Adult Dystopie erzählt worden.
Aber ich bin mir eh ziemlich sicher, dass (ähnlich wie bei den jüngsten Marvel-Werken) diese Serie nicht existiert, weil irgendjemand das Gefühl hatte, genau diese Storys im Star Trek Universum erzählen zu müssen, sondern hauptsächlich, weil das Management eine lukrative Franchise weiter ausbauen wollte – gerne mit etwas, das aktuelle Buzzwords bedient.
Bei Star Trek Das nächste Jahrhundert unkten Fans, dass sei nicht ihr Star Trek, wo ist denn Kirk, Spock und Pille?
Bei Star Trek Deep Space Nine unkten Fans, dass sei nicht mehr ihr Star Trek, eine Serie, die nur an einem Ort spielt.
Bei Star Trek Voyager unkten Fans, dass sei nicht mehr ihr Star Trek, ein Star Trek ohne Föderation ist ja kein Star Trek.
Bei Star Trek Enterprise unkten Fans, dass sei nicht mehr ihr Star Trek, eine Prequel-Serie, die noch vor Kirk spielt, geht doch nicht.
Das kann man so fortsetzen. Manchen gefällt das Neue auch.
Dieses Unken ist so alt wie die erste Spin-Off-Serie von Star Trek. Ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, wann man mit Star Trek zum ersten Mal kennengelernt hat. Meistens war man da Kind und maximal im Jugendalter. Und dieses Phänomen ist bei jedem Franchise zu beobachten, was über Jahrzehnte funktioniert.
Das kann ich so pauschal nicht stehen lassen. Zuerst mal war ich nie ein Hardcore-Trekker, der sich an Details wie Kanon aufhängt. Zweitens kenne ich niemanden, der sich vor Enterprise oder Discovery oder Lower Decks oder jetzt Starfleet Academy über das grundlegende Konzept beschwert hat. Die Kritiker hatten bei DS9 und VOY außerdem durchaus recht.
Die Zeit wird Antworten bringen.
Mir fällt nur auf, dass es diese Schwanengesänge seit Jahrzehnten gibt.
Ich glaube auch, dass die Zeit die Antwort bringt.
Hallo Leute,
darf ich an dieser Stelle ein wenig Werbung machen für den Podcast "Trek am Dienstag"?
Simon und Sebastian besprechen dort jede einzelne Folge STAR TREK in Ausstrahlungsreihenfolge. Mit Kirk und Picard sind sie schon durch, im Moment arbeiten sie parallel an DS9 und VOYAGER. Das Ganze mit Humor und unfassbarem Hintergrundwissen, echte Nerds am Werk.
Wenn ihr Lust habt hört mal rein, alles umsonst und frei für alle.
Du darfst nicht nur Werbung machen – du hättest gerne auch verlinken dürfen.
Oh sorry,
https://trekamdienstag.de
Was soll ich sagen?
Ich war Anfang 2000 bei Star Trek schon raus, weil B5 und SG-SG1 einfach besser waren.
Bei den neuen Serien hab ich erst Picard und dann Disc gesehen. Vielleicht der Grund warum ich bei letzterer Serie etwas gnädiger bin.
Disc hat halt komplett versagt, eine Crew zu erschaffen, welche wirklich in Erinnerung bleibt. Und die "Burn" Storyline war einfach nur strunzdumm.
Bei Picard war das Problem ähnlich + dass Sir Patrick einfach schon zu alt ist.
Dann der Seniorenklub in Staffel 3 + Ed "Stephen Bonnett" Speleers… das wars dann für mich.
Ich hab Discovery zwei Staffeln lang durchgehalten, Picard sogar komplett geschaut (Staffel 2 war zum vergessen, Staffel 3 hat immerhin als plumper Fan-Service funktioniert) ! Auf den kompletten Rest habe ich nach Durchsicht der Trailer aber nicht den geringsten Bock, und auf das hier erst Recht nicht. Letzlich egal, bin sowieso eher Star Wars Fan und da muss ich schon genug leiden. Wenigstens die Verrisse von den Hatern unterhalten einen. Und zu dem ständig vorgebrachten Argument, Star Trek sei schon seit Anfang "woke" gewesen: Das mag wohl sein, aber in den 60ern bis 90ern galt das wenigstens noch als subversiv, gewagt und somit cool. Heutzutage wirkt dieses bemühte "virtue signaling" lahmarschig und spiessig.
Sehr schön formuliert.
Diese Gleichgültigkeit gegenüber neuen Formaten geliebter Franchises erlebe ich auch, sowohl bei Star Trek als auch Star Wars. Es gibt da Formate, wo schon der Trailer so doof war, dass ich sie gar nicht mehr angesehen habe.
Es gibt natürlich auch immer wieder gute neue Formate, aber da wird auch viel produziert, das mich gar nicht mehr abholt. Vielleicht einfach eine Zeitgeistfrage, es wird nicht mehr für mich als Zielgruppe produziert, das ist ok, ich habe ja einen FUndus geliebter alter Serien. Ob sie mit ihren Formaten eine andere Zielgruppe finden, wird sich dann jeweils zeigen. Danke für den SNL Link, musste sehr lachen.
Ein wirklich guter, zutreffender Text! Ich gebe Dir Recht! Ich hatte Hoffnung und habe mir, bevor ich Kritiken gelesen habe, mal den Anfang angesehen. 4 Minuten. Ich habe immer mal 10 Sekunden gespult, … Ich bin mittlerweile Kummer gewohnt und vielleicht bin ich dünnhäutig geworden, aber das ist nicht ansatzweise was für mich! Da gehen Emotionen hoch, statt Bomben und stundenlang (gefühlt) wird über Befindlichkeiten gesprochen. Jedes „Do so!“ wird wahrscheinlich ausdiskutiert. Ist es zu woke? Ja. Schade.
Ich hab nun (nur) den Pilot gesehen und muss sagen, war äußerst positiv überrascht. Bin wahrlich kein Fan von Discovery und hab auch wieder woken Betroffenheitsschmus erwartet, fand aber eine Pilotfolge vor die sehr schön von dark zu humorvoll zu dramatisch wechselt, durchaus sympathische Jungfiguren hat, und Darsteller wie Holly Hunter (fläzt sich respektlos in den Captain’s Chair) oder (ein mit sichtlichem Spaß den Bösewicht gebender) Paul Giamatti machen ja auch nicht in jeden Scheixx mit. Picardo ist sowieso fun, das Schiff sieht toll aus (Flügel!), und die space fx sowieso. Kann also nur empfehlen dem eine Chance zu geben. Haters will be haters, but who cares, form your own opinion.
Peinliches Overacting?
Ich bin primär SF-Fan, Filme und Bücher, da war (!) Star Trek, genau wie Star Wars (und Perry Rhodan) natürlich Teil der Sozialisation. Ich bin definitiv kein Trekkie, aber ich fand die Originalserie, aber auch die ersten Nachfolger spannend, unterhaltsam und "progressiv" (schreckliches Wort in diesem Zusammenhang). "Picard" war noch goutierbar, aber das lag wohl daran, dass viele vertraute Gestalten auftauchten. Bei "Discovery" wars dann vorbei während der 2ten Staffel. Die nervige Hauptfigur á la Space Batwoman, Nebenfiguren wie Tilly – oder wie auch immer – und andere, dass völlige Aufgeben des Teamprinzips, das immer zentral für die Serien war, die gelackte Sterilität der Ausstattung, die provokativ zur Schau gestellte Diversität und di völlig Humorlosigkeit der Akteure machten das Zuschauen zur Qual. "Starfleet Academy" scheint in die gleich Richtung zu zielen, da sag ich "nein Danke".
Erste Folge gesehen. Kurzfristig umsonst auf YouTube, leider nur auf Deutsch und mangels Premium-Abo auch nur mittelmäßige Bildqualität. Aber für den ersten Eindruck soll es mal reichen.
Es ist… vollkommen in Ordnung. Das Cringe von DISCO stellt sich nicht ein, und ein paar Sachen haben sogar Potential. Der Pilot ist flott, actionreich, durchaus spannend und führt die Kadettenschar ganz fettfrei ein. Und auch wenn das natürlich nicht HBO character drama ist, so will man auch (fast) keinen davon gleich aus der nächsten Luftschleuse kicken.
Was mir nicht so gefällt:
Es schließt doch wieder an DISCO an, wo ich ja schon in Staffel 3 ausgestiegen bin. Der "Burn" ist immer noch ein Thema, das ich aber nicht wirklich durchsteige. Mein Hauptproblem ist aber, dass wir uns deshalb in einer Welt bewegen, die sich nicht wie Star Trek anfühlt, ohne dass ich im Bilde bin, warum das alles so ist, wie es ist.
Können wir bitte die kurzen Anfälle krampfiger Gossensprache wieder abschaffen? Ich will einen Starfleet-Captain nicht sagen hören, dass sich jemand was in den Arsch schieben soll, und auch nicht, dass Kadetten wie Instagrammer reden: "Ich bin (Alienrasse, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe), bitch!" Es passiert nicht oft genug, um die Folge zu ruinieren, aber jedesmal, wenn es passiert, schüttelt es mich.
Können wir Sam (das ist die Dicke mit der Leia-Gedachtnisfrise) etwas zurückfahren? Sie ist der Quasi-Data ("wie funktioniert das mit dem menschlichen Verhalten" und so), und das so drüber, so klischeehaft "über-autistisch", dass es jetzt schon anfängt anstrengend zu werden.
Können wir Paul Giamatti als Baddie loswerden? Der und sein Gehampel neeeeeeeerven wirklich wie Sau, und auch wenn er vermutlich nicht dauernd dabei sein wird, ist nach Folge 1 schon klar, dass der nochmal wieder kommt – und ich will das jetzt schon nicht. Der soll beim nächsten Mal nach 5 Sekunden Screentime vaporisiert werden, bitte.
Das klingt vielleicht negativer als es ist. Es sind aber tonale Details, die man korrigieren könnte, ohne alles auf den Kopf zu stellen. Keine Fehler sind so tief in die DNA der Serie eingegraben wie damals bei DISCO. Und aus der Idee, nach dem "Burn" zu spielen, kann ja sogar was werden, wenn die Serie darauf hinauswill, dass die klassischen Ideale der Sternenflotte in einer rauhen und unruhigen Galaxis wiederentdeckt werden müssen, wo sie eben nicht Konsens und einfach sind.
Irgendwann, wenn alle Folgen da sind, gucke ich bestimmt nochmal rein. Das ist nicht das beste Trek ever, aber auch nicht die Vollkatastrophe, die man erwartet hat.
Zweite Folge gesehn – und immer noch pleasantly surprised. Absolut kein Vergleich mit Discovery. Diesmal eine actionfreie culture clash story. Wunderbar humorvoll – habe seit Classic selten so viel gegrinst, überwiegend charmante Figuren, die lockere Sprache ist eine willkommene Abwechslung, und der Pathos absolut roddenberrysh in seinem: wir wollen nach dem Burn frisch anfangen und die humanistischen Ideale wieder aufleben lassen – aber eben ohne die moralinsaure Keule erzählt. In Zeiten wie diesen ist mir so eine positive Utopie absolut willkommen. Und dass die Showrunnerin weiblich ist war auch mal Zeit und bringt eine angenehme feminine Sensibilität rein. Klare Empfehlung für alle, die sich mal den Stock aus dem Hintern nehmen. Bin übrigens auch schon Mitte 50.
"Showrunnerin weiblich"
Entweder ein "weiblicher Showrunner" oder eine Showrunnerin(wobei das schon hart eingedeutscht ist).
Ich bin da beim Lesen dermaßen gestolpert, dass ich das nicht unkommentiert lassen konnte.
*rolleyes*
"feminine Sensibilität"……genau diese "Haltung" ist das Problem der Serie.
Nur für die Ewiggestrigen.
Das ist Unfug. "Feminine Sensibilität" ist zuerst mal ein "Muster ohne Wert". Siehe "She-Hulk" oder "Wonder Woman 1984" oder "The Eternals". Hinzu kommt in diesem speziellen Fall, dass Star Trek eine traditionell männliche Franchise war und es keinen wirklichen Grund gibt (vom angeblichen Zeitgeist mal abgesehen), das zu ändern. Braucht wer "Miami Vice" mit "femininer Sensibilität"? "Rauchende Colts" mit "femininer Sensibilität"? "James Bond" mit "femininer Sensibilität"? Generell übrigens: gibt es auch nur EINE nachhaltige Franchise mit "femininer Sensibilität", die NICHT auf einer männlich orientierten Franchise fußt? Mir fällt bestenfalls "Hunger Games" ein – und auch da muss sich die Haltbarkeit erst beweisen.
Und das ist Alte-weiße-Männer-Argumentation. Star Trek war vielleicht in den 60s mal eine "traditionell männliche Franchise", aber spätestens mit Next Gen längst nicht mehr, sonst hätte es da kaum so viele weibliche Fans gewinnen können.
Ich denke, du solltest nun mal von den beleidigenden Klischees runterkommen – du befindest dich hier auf dem Blog eines "alten weißen Mannes". Oder du suchst dir einen anderen Spielplatz.
Übrigens hinken die Vergleiche allein schon deshalb wie doppelt beinamputiert, weil allesamt vergangene patriarchalische Genres/Epochen/Figuren behandelnd. ST ist eine UTOPIE und beschreibt eine hypothetische Zukunft. Da ist eine weibliche Perspektive ja wohl nicht nur völlig legitim, sondern auch mehr als überfällig.
Also ich muss sagen, ich habe jetzt bis Episode 3 geschaut, allerdings musste ich im ersten Drittel endgültig abbrechen. Was ein Mist. nein ein Verbrechen, dabei habe ich mich sogar erst noch richtig gefreut als ich das MHN gesehen habe aber ne, das kann und will ich mir nicht weiter antun.
Ein stampfen und fertig, dieser Müll ist kein Star Trek.
Ganz ehrlich? Die Serie ist mit 14jährigen in den Körpern von 22jährigen, in einer billigen SF-Highschool "Comedy" aus dem Jahr 3000. Und die Zielgruppe ist geistig auf dem gleichen Niveau.
Wer Andersdenkende beleidigt begibt sich bloß selbst runter auf ebensolches.
Drei Folgen gesehen und schließe mich im Großen und ganzen eMWe an. Das ist viel, viel besser als erwartet.
Ja, das ist Young Adult Fantasy (aber nicht halb so kitschig, wie das nun klingt) und tonal eher Harry Potter im Star-Trek-Kosmos. Muss man nicht mögen, aber das ist dann halt Geschmackssache. Es ist eben das, was die Serie sein will und was Starfleet Academy schon immer sein sollte.
Mit Sicherheit absolut nicht makellos, aber es atmet spürbar den Geist von Star Trek, lässt das dunkle Zeitalter der Sparbeleuchtung hinter sich und strahlt Licht und Optimismus in jeder Szene. Dazu frischen Witz, der nicht mit SNW leider zuletzt in Selbstparodie abrutscht. Und technisch in der allerersten Liga.
Warum es das 32. Jh sein musste – schleierhaft und völlig unnötig. Die Academy hat den gleichen Look wie Pikes Enterprise, San Francisco sieht aus wie bei Picard und die zwei, drei neuen Technologien, die Disco nach dem Sprung in die Zukunft einführte, sind auch wieder verschwunden. Dazu strotzt gerade Folge 2 vor Anspielungen an die alten Serien (+ den Holodoc), was dann ein bisschen wirkt als würden wir heutzutage Julius Cäsar oder Tut-ench-amun als unsere Vorbilder verehren. Stattdessen ein random universe, in dem man nun viel behauptet, aber nie etwas entwickelt hat.
Immerhin noch einer der sich nicht von Vorurteilen oder Altmännertum leiten lässt… 😉 "Warum es das 32. Jh sein musste": Wegen der Post-Burn-Aufbruchsstimmung. "Technologien verschwunden": Naja das Fiktivteleportieren äh Überall-Beamen ist schon mal neu und wird doch auch recht originell genutzt… PS: Folge 3 fand ich leider nun doch relativ käsig, da war wirklich zuviel juveniles drin. Aber Figuren wie die von Holly Hunter oder der klingonisch/jem’hadarischen Ausbilderin reißen’s für mich raus. Und Stephen Colbert als Computerstimme!
Najaaa.. in der Academy nutzen sie Treppen (!), selbst Super-Admiral Vance geht neuerdings wieder zu Fuß. Programmierbare Materie nutzt keiner mehr, Bildschirme sind wieder en vogue. Was ich alles sehr sinnvoll finde, weil die ganzen Zaubertechnologien bloß schlimme Plot Holes reißen.
Das mit der Aufbruchstimmung halte ich für Quatsch. Das hättest du auch in den 2400ern haben können nach Dominion War (wenn ich mich recht entsinne, war Betazed unter Besatzung) und der Synthetics Rebellion.
Und? Das eine schließt das andere ja nicht aus. Schade dass auch Du Dich dazu hinablässt, anderer Meinung als Quatsch zu bezeichnen.
Es ging um ein Argument, nicht um Meinung. Ich sage, das Argument, dass es das 32. Jh sein musste, weil die Serie nur mit der Post-Burn-Aufbruchstimmung so funktioniert, ist Quatsch und habe das begründet.
Deine Meinung bleibt dir unbenommen.
Ich hab jetzt auch die ersten drei Folgen gesehen und bin immer noch unentschlossen, ob ich weiter schauen möchte oder nicht. Ich mag den Look, die Technik, die Musik, die Darsteller gehen im Grunde auch alle klar, aber vom Ton her ist mir die Serie in ihrer Albernheit manchmal einfach zu drüber. Jugendliche Zielgruppe hin oder her, aber sogar "Prodigy" ist da erwachsener, und die wird ja schon als Kinderserie bezeichnet. Und das ständige Barfußgelaufe von Holly Hunter geht mir persönlich auf den Keks, sowas macht mir auch in den Tarantino-Filmen viele Szenen madig. Andererseits gibt es in "Starfleet Academy" durchaus interessante Handlungsstränge und manchmal schon fast "Starship Troopers"-mäßige Vibes zwischen den Kadetten, die Chemie stimmt zwischen den Darstellern und einige Ideen gefallen mir. Ich hab mich selten so schwer getan damit, eine Serie weiter schauen zu wollen… vermutlich werde ich es aber wohl zumindest die erste Staffel durch versuchen.
Ich finde gerade die Albernheit extrem erfrischend. Wir wollten doch eben kein Discovery mehr!
Naja, das Fehlen von Albernheit war nicht unbedingt mein Hauptproblem bei "Discovery"…
Folge 3 & 4 konnte ich schon nicht zu ende schauen – ich glaub das wars für mich! Nimm lieber den Sack Schrauben…
Hier ein paar Anmerkungen:
1. "Star Trek – The Motion Picture" ist ein Meisterwerk, das erfreulicherweise kürzlich auf UHD in all seiner zeitlosen Schönheit neu herausgebracht wurde.
2. Die Neunziger hatten den wohl größten "Star Trek"-Boom aller Zeiten, der sogar in Deutschland in den Mainstream vordrang, bis hin zu politischen Werbespots.
3. Die Nullerjahre beinhalteten immerhin den Versuch, "Star Trek" als Mainstream-Popcorn-Event zu etablieren. Erlebt man in Hollywood auch nicht jeden Tag, dass nach einem floppenden Film ("Nemesis") jemand sagt: "Geben wir doch einfach mal das dreifache Budget aus und probieren wir es erneut."
4. In den Zehnerjahren startete "Star Trek" im Streaming-Zeitalter. Auch wenn vieles umstritten ist, ist das Ergebnis doch in seiner Vielseitigkeit eindrucksvoll. "Star Trek: Discovery", "Star Trek: Picard", "Star Trek: Strange New Worlds" und "Star Trek: Starfleet Academy", das macht 171 Episoden (32 davon abgedreht, aber noch nicht gesendet). Hinzu kommen noch allerlei Animationsserien. Dagegen kann "Star Wars" einpacken.
5. "Star Trek: Starfleet Academy" ist die Serie des Nu-Trek, die am meisten richtig macht, weil sie sich ganz gezielt auf die Figuren und auf das Worldbuilding konzentriert.
6. Ja, "Star Trek" war ein hoch ambitioniertes Projekt, das Roddenberry damals vor 60 Jahren ins Leben rief. Die Classic-Episoden kosteten das doppelte der Prestige-Serie "Bonanza", die Effekte verschlangen inflationsbereinigt mehr als später zu Zeiten der "Next Generation". "Star Trek" ist aber auch ein verrücktes, schräges Universum. Die Wissenschaft hat in "Star Trek" genauso ihren Platz wie tanzende Orioner-Sklaven. Insofern fand ich "Section 31" in seiner Durchgeknalltheit sogar erfrischend.
Fakt ist: Es gibt kein vergleichbares Science-Fiction-Franchise, das in jedem Jahrzehnt so sehr neu erfunden wurde und daher in jedem Jahrzehnt so neu und zeitgemäß war. Im Guten wie im Schlechten.
Robert Picardo erzählte kürzlich in einem Interview, dass er auf junge Fans trifft, die über "Prodigy" zu "Star Trek" fanden und die sich daraufhin alle Voyager-Episoden angesehen haben und mit ihm darüber reden wollen, weil es für sie neu ist. Er meinte, damit habe er erkannt, wie zeitlos "Star Trek" ist und wie es sogar frühere Prestige-Serien wie "West Wing" überdauert. (Quelle: https://youtu.be/GGIO9J7sjig)
Wow, so viel Meinung, so wenig Introspektion.
1) Nein.
2) Nein. Alle Trek-Serien der 90er waren Syndication und damit in Sachen Gewinn limitiert, der Erfolg der Filme nahm konstant ab, lediglich beim Merchandising gab es einen Mega-Boom (basierend auf TNG, nicht auch VOY oder DS9).
3) ENT vergessen. Und doch, es werden immer wieder gerade nach floppenden Filme Franchises noch einmal gänzlich neu gedacht (Bond, Fast & Furious, demnächst Highlander, etc.)
4) Vielseitigkeit ist eine leere Phrase, weil Qualität zählt und nicht Quantität. Von allen neuen Trek-Produktionen finde ich drei gut – und von denen sind zwei animiert. Mäßige Trefferquote.
5) Sagst du. Ich bleibe bei SNW.
6) Der letzte Satz hat keinerlei Bezug zu dem vorher Gesagten. Ich bleibe beim Sack Schrauben.
"Fakt ist": nein. "Meinung ist".
Und schließlich: Robert Picardo verdient Geld damit, ACADEMY gut zu finden.
Diese Kritik ist ein gutes Beispiel, den sogenannten "Ur-Trekkies" nicht all zu viel Gehör zu verschaffen. Die Welt ändert sich, eben so das Star-Trek-Universum.
Ich werde dieses Jahr 50 und habe wirklich alles von Star Trek gesehen. Mich unterhält die Serie. Insbesondere Holly Hunter ist meiner Meinung nach perfekt gecastet. Aber so ist das mit der "Kunst"…es ist immer auch ein bisschen Geschmackssache.
"Diese Kritik ist ein gutes Beispiel, den sogenannten "Ur-Trekkies" nicht all zu viel Gehör zu verschaffen." – weil meine Meinung nicht deine Meinung ist? Das passt.
Die Behauptung, die eigene Meinung habe aufgrund langjährigen Fanboydaseins Gewicht und den Hinweis auf Ausführungen "relevanter" Leute finde ich richtig drollig. Mehr ist nicht zu sagen.
Ich weiß zwar nicht, von wem du redest, aber wird schon stimmen.