Reden wir über Trump: Warum ich nicht über Trump rede
Themen: Neues |Es ist kein Geheimnis, dass ich früher auf diesem Blog sehr gerne über Politik geschrieben habe. Meistens waren Schlagzeilen in der BILD der Aufhänger, manchmal auch intellektuell fehlgeleitete Essays im SPIEGEL oder depperte Aussagen irgendwelcher Lokalpolitiker.
Das ist vorbei. Und es liegt alles am orangenen Donald.
Meine Entscheidung, die Weltpolitik aus meinem Leben heraus zu halten, ist deutlich weitreichender, als den meisten Lesern bewusst sein dürfe. Ich schreibe nicht nur hier kein Wort mehr über Trump, auch auf Facebook halte ich mich aus allen diesen Diskussionen raus. Mehr noch: In unserer Privatsphäre zählt es seit der ersten Amtszeit von Trump zum Anstand, weder ihn noch seine Politik zu erwähnen. Sein Verhalten während der Amtszeit von Biden und seine Wiederwahl haben dazu geführt, dass diese Hausregel nicht aufgehoben wird.
Donald Trump findet im Haushalt Dewi schlicht nicht statt.
Es geht um mentale Hygiene. Was seit 2016 passiert, schneidet so tief in meine Seele, greift so sehr mein Verständnis an, was die westliche Zivilisation erreicht hat und was sie stabilisiert, dass jedes Gespräch über Trump ob unserer schieren Ohnmacht ausschließlich destruktive Gefühle provoziert: Wut, Angst, Hass, Empörung, Verzweiflung, Weltschmerz, Hoffnungslosigkeit.
Ich sehe es an so vielen Freunden, die auf Facebook jeden Tag die neusten Schrauben posten, die Trump aus dem Fundament der US-Demokratie gelöst hat. Und dann zeigen sie mit dem Finger drauf und lassen sich bestätigen, wie furchtbar das alles ist. Aber es ist eine Empörung ohne Katharsis. Weil sie nichts tun können und den Mann scheinbar nichts aufhält.
Schlimmer noch: our hate is his fuel.
Das tue ich mir nicht an. Das tue ich der LvA nicht an. Das tue ich uns nicht an.
Ich rede nicht über Trump.
Ich schreibe nicht über Trump.
Ich denke nicht an Trump.
Dennoch ist in letzter Zeit der Drang gewachsen, mich ein einziges Mal zum Thema zu erklären, weil ich nicht möchte, dass mein Schweigen als Feigheit vor dem Feind missverstanden wird, als "Vogel Strauß-Politik", vergleichbar mit dem Versagen der Alliierten vor dem Ausbruch des Zweite Weltkriegs.
Gehen wir es also an…
Die Amerikaner haben einen Fehler gemacht, als sie Trump 2016 zum Präsidenten wählten. Sie haben versagt, als sie es zum zweiten Mal taten. Sie haben ihre Väter und Großväter verraten, die gestorben sind für das, was sie damit auf den Müll geworfen haben. Die amerikanische Demokratie, die sich in festgemauerter Hybris immer für die stärkste der Welt hielt, hat mit wehenden Fähnchen und roten Kappen ihre eigene Demontage gewählt.
Die Schweine haben dem Metzger das Messer gegeben und immer noch zu wenige von ihnen wundern sich, warum sie nun bluten.
Trump hat die Fehler seiner ersten Amtszeit nicht wiederholt. Er versucht gar nicht mehr, Politiker zu spielen und in seinem Umfeld ein paar Leute zu dulden, für die man sich auf dem internationalen Parkett nicht schämen muss. Er hat mit beeindruckender Geschwindigkeit und Konsequenz ein Netzwerk aus skrupellosen Karrieristen ohne Rückgrat und Moral installiert, die ihn wie einen Paten verehren und den Umbau der Demokratie in eine plündernde Diktatur als "Rückkehr zu traditionellen Werten" feiern.
Ebenfalls anders als 2016-2020: Das System leistet keinen Widerstand mehr. Die Tech-Konzerne, die Behörden, die Medien, die Hollywood-Elite – ihnen allen ist der Boden zu heiß geworden. Den rechten Echokammern wird nur noch ein Deckung suchendes "wir machen so gut es geht unsere Arbeit" entgegen gehalten. Die Öffentlichkeit schaltet sich selbst gleich, die Lüge wird der Standard – hingenommen, akzeptiert, abgehakt.
Ich bin erschüttert, wie schwach das starke Amerika auf dem Weg in die Selbstaufgabe war, wie wenig Stolz und Kraft es im Widerstand zeigte. Es mag sein, dass wir es missverstanden haben. Wenn Amerikaner "Stolz" und "Kraft" sagen, meinen sie "Machtgier" und "Selbstherrlichkeit". Ihre Stärke ist Gewalt. Man gewinnt nicht, in dem man kooperiert, sondern nur, in dem man siegt. Man biegt sich die Welt zurecht, und was sich nicht biegen lässt, wird gebrochen.
Pax americana.
Vielleicht war das unser aller Denkfehler. Die liberalen Präsidenten der USA, Clinton, Obama, Biden, sie haben den Amerikanern Werte verkauft, die den Amerikanern nie in die Wiege gelegt wurden. Und sie haben den Amerikanern gesagt, dass man nicht einfach um sich schlagen darf, wenn man nicht bekommt, was man haben will. Wir haben gedacht, Amerika würde daran er-wachsen. Stattdessen hat die Schläger-Seele des Volkes einfach nur leise gekocht, bis Trump den Deckel öffnete.
Trump ist nicht die Ursache der Probleme, nur ihr Katalysator.
Amerika hat sich vielleicht gar nicht verändert. Amerika ist vielleicht einfach wieder das, was es immer sein wollte. Der Großkotz der Weltpolitik. Kriege anfangen, Regime stürzen, Territorien besetzen, Rohstoffe stehlen. Might makes right. Das ist so unendlich viel einfacher als verhandeln oder sich erklären müssen.
Nehmen wir United Fruit, die Schweinebucht, MKUltra, Guatemala und den Tonkin-Zwischenfall als Maßstab, dann kehrt Amerika vielleicht gerade wirklich zu den Werten der 50er und 60er Jahre zurück.
In den letzten Jahren wurde in Deutschland gerne geraunt, angesichts der Stärke der AfD befänden wir uns in einem zweiten "Weimar 1933". Ich mag das nicht glauben. Auch, weil schon der Gedanke unerträglich ist und der AfD ihr Hitler fehlt. Man sollte die Unabdingbarkeit eines "großen Führers" nicht unterschätzen.
Aber die USA sind näher am zweiten "Weimar 1933", als uns allen lieb sein kann. Und wir sollten gut hinschauen, wie bisher "saubere Demokraten" auf einmal zu Stiefel leckenden Sykophanten werden, die die Ermordung der eigenen Mutter durch Trump folgendermaßen kommentieren würden: "Natürlich ist das tragisch und meine Familie nimmt den Vorfall sehr ernst, aber ich bin überzeugt, dass der Präsident seine Gründe hatte und sehe keinen Anlass, ihn dafür zu kritisieren."
Keine diktatorische Clique kann gegen das System regieren. Und darin liegt die Gefahr von Trumps zweiter Amtszeit: das System hat sich ihm gebeugt. Wir sollten alle gelernt haben, dass er nichts auslassen wird, um seine Macht und deren Erhalt zu sichern. Sämtliche Regeln sind gebrochen und wer heute noch meint, Trump würde irgendeine rote Linie nicht überschreiten, der hat nicht aufgepasst.
Die Midterm-Wahlen werden aus den ganz falschen Gründen sehr spannend.
Warum ich also meine, dass es möglich oder auch nur opportun ist, Trump zu ignorieren? Weil es die einzige Stellschraube ist, die ich habe. Ich konnte Trump nicht verhindern, ich kann ihn nicht aufhalten, ich kann den Diskurs nicht beeinflussen. Ich bin in jeder Beziehung machtlos. Nur in einer nicht: Ich kann ihm den Eintritt in meinen Kopf verwehren, in unseren Haushalt, in meine Seele.
Trump regiert Amerika, aber bei Dewis hat er nichts zu sagen.
Ein kleiner Sieg, kaum ein Trost, aber alles, was (momentan) bleibt.
Wie es weitergehen wird? Ich bin notorisch schlecht darin, Voraussagen zu treffen, weil ich irrigerweise immer von einem Sieg der Vernunft auf der Zielgeraden ausgehe. Damit hole ich mir seit 20 Jahren regelmäßig eine blutige Nase.
Ich habe aber keine Alternative. Wenn ich nicht glaube, dass es besser wird, kann ich mir auch gleich einen Strick nehmen. Der Mensch lebt von Hoffnung, alles andere wäre wider unsere Natur. Und wenn ich den ganz großen Bogen spanne, dann klammere ich mich daran fest, dass die Menschheit sich am Ende eben doch immer positiv entwickelt hat. Wo wir heute stehen, ist nicht das "Verdienst" von Beulenpest, Hexenverbrennung, Hitler, oder meinetwegen auch der dritten Staffel STAR TREK DISCOVERY. We have come a long way, baby.
Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte der Resilienz – und Trump ist eine ihrer größten Herausforderungen.
Es mag ein naives Szenario sein, aber wenn ich überhaupt auf etwas hoffe, dann auf das: Trump wird dieses Jahr 80 und er ist körperlich wie mental erkennbar malade. Wenn der Schnitter seinen Job richtig macht, können wir auf eine neue Zeitenwende hoffen, bevor die amerikanische Demokratie endgültig verschrottet und an eine Elite verkauft wird, die das Geschehen(d)e unumkehrbar macht.
Und damit mache ich das Thema wieder zu. Deckel drauf, Schlüssel umgedreht.
Vollstes Verständnis. Es zieht einen wirklich nur noch runter.
Nur in einem Punkt kann ich deinen Optimismus nicht teilen: Trump war vielleicht mal der Katalysator, mittlerweile ist er m.E. nur noch Maskottchen. Ein beinahe-dementer alter Mann, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht und nebenher alles ungelesen unterschreibt, was die echten Strippenzieher wollen. Und deshalb bin ich nicht optimistisch, dass Trumps Tod irgendein Problem lösen wird.
Ein legitimer Gedanke, den ich auch hatte. Wie Bush ist Trump eine Marionette – allerdings eine mit einem monströsen Ego und vielen Rachephantasien, weshalb ich eben nicht glaube, dass der beliebig steuerbar ist. Und wie bei vielen Diktaturen können die Netzwerke nicht funktionieren, wenn ihre Galionsfigur wegfällt. Darauf hoffe ich. Vielleicht naiverweise.
Späte Antwort, aber:
Inwie weit er wirklich eine Marionette ist, ist umstritten. Viel sieht nach dem guten alten "Dem Führer entgegen arbeiten" aus, um es mit Kershaw zu sagen.
Was nach ihm kommen könnte:
Ein Ex-Libertärer aus den USA hat dazu etwas Interessantes geschrieben:
https://www.notesfromthecircus.com/p/revenge-of-the-technocrats-could
Ich halte mich nicht fern von den Inhalten und den ewig gleichen Diskussionen – ich kann nicht anders. Ich muss meine Frustration verbalisieren, vielleicht ist das meine Art der Verarbeitung. Ich bin so tief enttäuscht. In meiner Jugend waren die USA das Paradies; Essen, Kino, Sport, Landschaft, Mentalität – ich hab wirklich nahezu alles daran geliebt. Ich hatte immer den Traum gehabt, das Land lange zu bereisen – es hat nie geklappt, aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen. Und jetzt könnte ich einen Flug dorthin nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.
Ich befürchte auch, dass es erstmal nicht besser wird – dieser verquere Egoismus (ich mach erst was, wenn es mich direkt und unmittelbar betrifft) sitzt tief. Die Farmer, die durch die Tariffs vielleicht ihre Existenz verloren haben, wählen vielleicht kurzfristig anders. Aber im Endeffekt geht’s halt doch um Abtreibung, Ausländer oder Waffengesetze
Du hast Homosexuelle vergessen.
Bei aller Kritik an Trump: ich halte ihn nicht für homophob. Wie kommst du darauf?
Trump ist nicht homophob (zumindest nicht offen). Aber seine Basis, seine Sykophanten, sein Unterbau in allen non-urbanen Bereichen ist es. Um die geht es.
Ich teile deine Einschätzung dazu zum größten Teil. Mein Eindruck ist, dass die meisten republicans kein Problem mehr haben mit Homosexuellen. Seitdem die democrats das Thema mit Transgender vermischen, nimmt die Akzeptanz tatsächlich aber sehr stark ab. Das ist wirklich sehr bedauerlich (und ich würde die Schuld dafür den democrats geben, siehe ausschweifender Kommentar unten von mir).
Vance wird vom erzkonservativen Lager getragen, aber ist klug genug, das nicht so offen zu zeigen / auszusprechen. Sollte er 2028 gewählt werden, dann rechne ich tatsächlich damit, dass er die Gelegenheit nutzt, Homosexuellenrechte zusammen mit den Trans-Thema wegzuwischen.
Mich beeindruckt bei deinen Kommentaren, dass du sehr klarsichtig auch die Verantwortlichkeit der Demokraten siehst. Dennoch muss man da vorsichtig sein. Verantwortlich für Trump sind erstmal Trump und seine Wähler. SPD und KPD waren auch nicht schuld an Hitler und Chamberlain nicht am Zweiten Weltkrieg.
Ach, das ist bei mir nur die Frustration, weil ich im Herzen doch eigentlich ein democrat sein will.. und ich an die daher höhere Ansprüche stelle.
Aber point taken: wenn die USA Grönland annektieren, dann darf sich hier keiner mit "Protestwähler" oder "not my president" herausreden, sondern das ist dann eine gesamtamerikanische Schande.
Trump II ist das Produkt der Verschmelzung von Politik und Entertainment. Die USA haben nun einen Präsidenten, der jahrelang in einer "Reality" Show eine vermutlich hochgradig fiktive Version von sich selbst gespielt hat, und einen Vizepräsidenten, dessen Leben bereits vor dessen Einstieg in die Politik verfilmt wurde – d.h. die öffentliche Wahrnehmung von Politikern wurde durch die Unterhaltungsindustrie programmiert. Die Auseinandersetzung zwischen den politischen Lagern erinnert oft mehr an Sportrivalitäten, d.h. Fans von "Team Rot" gegen jene von "Team Blau" – ohne jeglichen inhaltlichen Tiefgang.
Ich halte das für komplett daher gefaselten Unfug.
Ich will an dieser Stelle auch gar nichts zu Trump schreiben. Für mich ist das eine Shitshow, die ich in erster Linie als Entertainment neutral aus der Ferne betrachte (ähnlich wie die Politik in Deutschland). Ich will nur sagen, wie unfassbar ich es finde, dass seine versammelte Gegnerschaft in einem Volk von mehr als 300 Millionen niemanden geigneteres als Joe Biden und Kamala Harris finden konnte, um ihm Paroli zu bieten. Das ist es, was ich einfach nicht verstehen kann. Jemand mit halb so viel Charisma wie Obama hätte schon ausgereicht.
Handhabe ich auch so. Wichtiger als Trump und Amerika ist mir allerdings die EU und was wir aus der Situation machen werden.
Legitime Frage. Momentan sehe ich weder die Einigkeit noch die Stärke, sich als Macht zwischen den Supermächten zu platzieren. Wäre schön, wenn Europa Trump gegenüber die gleiche Konsequent besitzen würde wie gegenüber Putin.
Die 13 und 10 Truppen aus F und D nach Grönland sind nicht viel, aber für die Optik ein wichtiger erster Schritt. Und wenn es unter denen beim Einmarsch Tote oder Verletzte gibt, ist das ein wichtiger Kristallisationspunkt.
Kann ich sehr gut nachvollziehen – angesichts von Peter Thiel und JD Vance tu ich mir mit der Hoffnung, dass ohne Trump wieder etwas "besser", mittlerweile aber etwas schwer…
Thiel, Vance und Miller haben so viel Charisma wie bleiche Vampire, die sind nicht mehrheitsfähig, und deswegen ist deren Hoffnung, dass die Diktatur installiert ist, bevor eine neue Wahl ansteht. Wenn es gelingt, dass die Midterms noch legal über die Bühne gehen, besteht Hoffnung. Wenn aber neben dem "wartime president" mit dem Insurrection Act in MN oder CA "Aufstände" niedergeknüppelt und Wahlen "aus Sicherheitsgründen" abgesagt werden, sehe ich den Zug als durchgefahren, und die USA brauchen nicht mehr großäugig zu fragen "wie konntet ihr Deutschen denn Hitler so viel Macht geben?"
Um einen klugen Kommentar von weiter oben zu zitieren: "Ich halte das für komplett daher gefaselten Unfug."
Und ich entgegne: "wer solche Sätze mit Argumenten unterlegen kann, ist klar im Vorteil".
Amen. Habe mich aus den Diskussionen auch nahezu komplett zurückgezogen. Die Radikalisierung hat immerhin den Vorteil, dass die meisten Stimmen, die in der ersten Amtszeit noch alles als Witz kommentieren mussten und erwarteten, dass man die Situation genauso belustigend fand, es mittlerweile genauso handhaben.
Jackie Cogan (B.Pitt) in "Killing them Softly": "America is not a country, America is a business. No give me my f*** money!" ist die beste Zusammenfassung.
Ob Indianer, Schwarze, Japaner, Frauen, Umwelt… , die Geschichte ist voll mit Gräueltaten dieser Nation unter dem Mantel der "Freiheit", die wie aktuell die "Meinung" nur frei ist, wenn es die eigene ist oder dem eigenen Geldbeutel dient.
Hat halt lange Jahre funktioniert, weil alle Burger, Football und Simpsons geil finden. Mich eingeschlossen, hab da drei tolle Jahre verbracht. Zum Heulen.
Provokativ: wer die Apples, Googles, Facebooks fleissig nutzt, lügt sich mit "Trump findet nicht statt bei mir" selber an. Über Elons Güllebude will ich gar nicht reden.
Ich kann das gut verstehen, aber leider selbst nicht so handhaben. Wenn es auch "nur" die USA wären, würde mir das vielleicht leichter fallen, aber der Zustand weiter Teile der Welt ist momentan so desolat, dass es schwer ist, die Hoffnung aufrecht zu halten. Auf unsere Regierung und die EU gebe ich inzwischen auch nichts mehr, die sind beide von gandenlosen Opportunisten durchsetzt, von denen nicht wenige Trump gerne nacheifern würden.
,,Computer! Holodeckprogramm ,Dystopie 21. Jahrhundert' beenden!"
…
..
,,Computer? …"
"I’m afraid I can’t do that, Dave."
Also ich finde diese ganzen Kätzchen hier im Artikel auch so super süß!
Ich will die beiden nicht mal ansatzweise gleichsetzen, aber wir halten das mit Merz genauso. Als der im Bundestag gewählt wurde, waren wir im Urlaub und haben uns überlegt, dass wir das halt einfach nicht mitbekommen haben.
Der Hausherr wird es vielleicht an meiner IP sehen können: ich bin mittendrin statt nur dabei.
Meine persönliche Einschätzung: Die Leute wählen Trump nicht wegen Trump, sondern wegen der democrats. Und da die democrats das nicht einsehen (können), wird Vance 2028 immer wahrscheinlicher.
Die Analogie in Deutschland ist bestechend: Es glaubt doch fast niemand aufrichtig, dass die AfD gute Antworten hat. Aber man ist enttäuscht vom "weiter so" der Politik, auf der Friedrich Merz draufsteht aber immer noch sehr viel abgewägltes Grüne-SPD drin steckt.
Die democrats verbeißen sich in den USA – immer noch – in Ideologien, die von einem Großteil der Bevölkerung abgelehnt werden: Identitätspolitik, transgender, "Sozialismus" (in Anführungszeichen, weil hier ja schon gratis parken als Kommunismus angesehen wird). Trump ist dabei sehr gut darin, die democrats noch bescheuerter dastehen zu lassen, als sie sowieso schon sind. zwei Beispiele
Solange die democrats damit beschäftigt sind, sich selbst innerparteilich links zu überholen statt Antworten auf Probleme zu geben, die auf "white man bad & republicans are bigots" hinausgehen, wird das nichts mit der nächsten Wahl. Interessanterweise sind es die republicans, die sich in den letzten Jahren modernisiert haben: Abtreibungen sind bei denen kein Tabuthema mehr, und es sind nur noch einzelne hardcore Staaten, die es rundheraus ablehnen.
Was heißt das für die Zukunft? Viele democrats sind der Meinung, Vance 2028 ist nicht realistisch. Er sei nicht charismatisch genug, habe nicht genug Rückhalt, … Ich teile diesen Optimismus nicht. Im Gegensatz zu Harris, die während Bidens Amtszeit systematisch kleingehalten wurde (im Nachhinein muss man sagen: aus gutem Grund), wird Vance als Nachfolger aufgebaut. Rubio hingegen, eigentlich ein sehr intelligenter Mann, hat aus Anbiederung an Trump zu oft seine Meinung geändert. Mein Geld wäre also auf Vance gewettet – und mit ihm wird es dann aber ganz düster – weil Vance religiöse Ansichten hat, die Abtreibung und Homosexuellenrechte tatsächlich 20 Jahre zurückwerfen (Trump sind die beiden Themen absolut egal).
Das einzig Fettnäpfchen, in das sich Trump gerade setzt, ist Grönland. Der geplante Angriff auf einen Nato-Partner könnte tatsächlich etwas sein, über das er stolpern wird. Wenn die republicans ihre Karten richtig spielen..
Okay, viel Text, viel Meinung. Seht es als Zeitzeugenbericht eines locals.. 😉
Ich finde das alles sehr spannend und stimme weitgehend zu. Man wird sehen – ob leider oder Gottseidank, bleibt abzuwarten.
Was gäbe ich dafür nicht überzeugt sein zu müssen, daß es hier mit der AfD genau das Selbe ist. Sie werden (von der Masse) nicht für ihre Ziele gewählt, sondern gegen die Entwicklung in den letzten 20-30 Jahren bei den Etablierten, gegen Gendern, gegen das weiter so.
Niemand erwartet von denen Erfolg, gar Vernunft.
Auch hier sieht die andere Seite das nicht und erstickt in der enttäuschten Hoffnung.
Wer ist der charismatische Führer der AfD? Wer ist ihr Trump, wer ist ihr Putin?
Ich weiss echt nicht, ob ich hier den schwarzen Peter nur den Demokraten zuschieben würde. Ja, die haben einige grobe Fehler im Umgang mit Trump gemacht – und sicher auch in der Regierung in den Jahren davor.
Aber ich bin auch eher geneigt, dem Wortvogel zuzustimmen: Das Problem hinter der Sache ist, dass einer signifikanter Anteil der Amis schon immer Assis waren. Und dass diese Leute jetzt wieder Aufwind haben. Das ist der Grund warum die soviel Angst vor Immigration haben, und warum wir noch mehr Immigration brauchen: Damit diese Gruppe endgülitg irrelevant wird.
Und was den Einsatz der Demokraten für "Ideologien" betrifft: Soll man aufhören, für die moralisch richtige Sache zu kämpfen, nur weil es grade nicht opportun ist? Dann stünde auf Homosexualität heute immer noch die Todesstrafe…
""Ich weiss echt nicht, ob ich hier den schwarzen Peter nur den Demokraten zuschieben würde." – das hat auch niemand getan.
"Soll man aufhören, für die moralisch richtige Sache zu kämpfen, nur weil es grade nicht opportun ist?" – was einfach ist, wenn man genau weiß, was die "moralisch richtige Sache" ist.
Was soll man zu so etwas sagen.. Das ist so an der Lebensrealität vorbei geschrieben, gesuhlt in der eigenen moralischen Überlegenheit, mit so viel Verachtung für die Probleme, die viele Menschen in Deutschland haben.
Es ist auch intrinstisch rassistisch, weil du damit Immigranten die Fähigkeit, Assis zu sein, absprichst. Wie war das damals noch mit den noble savages? Und was wäre, wenn wir mehr Immigration aus den USA hätten – da beißt sich dein "Argument" in den Hintern.
Quatsch.
edit: überpolitischen Teil rausgelöscht.
Ich würde ja gern noch weiter diskutieren, aber weiss nicht wie sinnvoll das bei jemandem ist, der weiter oben geschrieben hat, dass er die Nationalgarde in Städte schicken will, weil da Leute Meth nehmen…
Ich weiss nicht genau, wo du in den Staaten lebst (nach dem Kommentar scheint der pazifische Nordwesten wahrscheinlich), aber ich kann mir langsam denken, welche "Ideologien" du da aufgesogen hast.
Ergo: Ich hab meinen Teil zu der ganzen Misere gesagt und bin wieder raus.
Matts, ich würde dich bitten, den Ball flach zu halten. Wir gehen hier respektvoll miteinander um. Feivel hat "first hand knowledge" in dieser Sache. Und ich kann aus eigenen Erlebnissen bestätigen, dass die Drogen/Obdachlosigkeit-Situation in Städten wie Los Angeles und San Francisco in einem Maße außer Kontrolle geraten ist, dass der Ruf nach dem Eingriff durch Bundestruppen zumindest nachvollziehbar ist, auch wenn man ihn nicht teilt.
Ganz aufrichtig gemeint: ich kann dir das noch nicht einmal übel nehmen, dass du mich da für verrückt erklärst. Man muss es glaube ich erlebt haben, um wirklich zu verstehen, wie schlimm die Situation ist.
Es ist eben nicht einfach nur "Da sind ein paar arme Obdachlose, die drogensüchtig sind.", wie man es vielleicht von deutschen Bahnhöfen leider gewohnt ist. Sondern es ist "Es gibt eine nicht unwesentliche Chance, dass der Typ, der da auf der Straße liegt, gleich aufspringt und mich in seiner Drogenpsychose angreift. Oder er ist halbwegs klar bei Verstand und bricht stattdessen später mein Auto auf, um Geld für Meth zu kriegen." Und von solchen Typen liegen downtown an jeder Straßenecke fünf. Selbst so niedergeschrieben ist das alles viel zu abstrakt.
Die örtliche Polizei macht (aus vielfältigen Gründen, aber hauptsächtlich aus falscher Toleranz und fehlendem politischen Rückhalt): nichts. Ja, da wünsche ich mir dann tatäschlich, dass mal jemand kommt, und wieder für Sicherheit sorgt.
Die USA sind ein third world country with a gucci belt. Man muss da aufpassen, nicht einfach Hollywood-Filme für bare Münze zu nehmen, und/oder die Amis als dicke Deutsche mit Waffen und ohne Gesundheitsversorgung zu verklären.
Ich hoffe du bekommst wegen diesem Beitrag keine Probleme bei einer zukünftigen USA-Reise.
Es gibt doch die Vorgaben seine Social-Media-Aktivitäten offen zu legen .
Glaubst du ernsthaft, ich würde meine Meinungsfreiheit selbst beschneiden, um der Trump-Administration zu gefallen?
Ich kann dich definitiv gut verstehen. Manchmal möchte ich am liebsten auch nicht drüber nachdenken.
Ich denke auch, dass Trump jetzt nach dem ersten Jahr seiner zweiten Amstzeit kaum mehr als eine leere Hülle ist und eine Marionette für die Oligarchen, die die USA gerne in Russland verwandeln wollen.
Zumindest im Moment gestatte ich mir doch noch die optimistische Aussicht, dass das Verfallsdatum der Marionette immer deutlicher sichtbar wird. Und ich sehe auch nicht, dass die Strippenzieher im Hintergrund gegenwärtig jemanden hätten, der seinen Platz einnehmen kann.
Dazu kommt noch, dass der mometane Widerstand gegen ICE meiner Meinung nach auch zeigt, dass es doch noch eine Menge Leute gibt, die bereit sind, Trump paroli zu bieten – vielleicht nicht auf der politischen oder medialen Ebene, aber auf der breiteren Bevölkerungsebene.
Wer sind denn die Strippenzieher im Hintergrund? Von welchen Oligarchen redest du? Du scheinst da ja einer großen Sache auf der Spur zu sein.
Thiel, Musk, Ronald Lauder, Larry Ellison, Bezos. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Fakt.
Elon Musk, Peter Thiel… das sind so die ersten, die einem in den Sinn kommen. Der Sumpf und der Deep State sind meiner Meinung nach absolut real – allerdings nicht das was Trump und die Republikaner behaupten.
@Markus, Matts: Ja, natürlich, Musk zieht die Strippen bei Trump. Musk, der Trump öffentlich als Pädophilen bezeichnet hat und auf Twitter ein temper tantrum hatte, weil Trump seinen DOGE-Plan nicht umgesetzt hat.
Moment, das war bestimmt alles nur Show und Teil des großen Plans, um die Strippenzieher im Hintergrund zu verschleiern. Leider sind sie erst jetzt darauf gekommen, geheim zu agieren, und nicht die letzten 40 Jahre, in denen Lauder und Ellison mit Trump befreundet waren. Ihr habt recht, das sind definitiv Fakten und klingt nicht nach einer irren Verschwörungstheorie.
Ich hoffe ich kann diesen Kommentar abschicken, bevor mich die Strippenzieher entdecken und von der Tastatur we
Dass Trump und Musk zusammen arbeiten, wann immer es opportun ist, glaube ich allerdings sofort. Siehe auch die Einbindung von Grok in sensible US-Behördensysteme. Und auch für dich gilt: bitte keinen so provozierenden Tonfall. We can do better.
Aber "zusammenarbeiten wenn opportun" ist ja nochmal eine ganz andere Hausnummer als "die Regierung besteht nur aus Marionetten und die Entscheidungen treffen die
JudenOligarchen im Hintergrund". Letzteres spricht Mmn dem gesamten demokratischen System, bei all seinen Schwächen, die Legitimität ab, und das ist fatal. Darum mein scharfer Tonfall, den ich aber selbstverständlich mäßigen werde. Sorry dafür.(edit: Musk ist ja ein Thema für sich, aber die Vorstellung, er wäre das Genie im Hintergrund, dass die Strippen zieht, ist.. skuril. Selbst seine Befürworter sehen ihn eher als man child denn als geopolitischen Strategen.)
Bei uns geht es noch einen Schritt weiter: gar keine Politik mehr. Nur noch wir, ein paar Freunde, die es so sehen wie wir. Und wenn im Sportverein jemand mit Politik anfängt, hören wir weg.
Wir wählen noch. Eine Partei aus dem demokratischen Spektrum, die unsere Grundausrichtung vertritt, aber letztlich nur als Stimme gegen die AfD.
Wer da was sagt oder tut, wir bekommen es nicht mehr mit.
Das ist fatal(istisch), aber ich habe Verständnis.