Kino Kritik: THE HOUSEMAID
Themen: Film, TV & Presse |
Offizielle Synopsis: Nicht jeder Neuanfang bietet eine zweite Chance. Die 27-jährige Millie hofft nach der Entlassung aus dem Gefängnis als Hausmädchen bei einem wohlhabenden Ehepaar neu anzufangen. Doch schon bald merkt sie, dass sich hinter der Fassade aus Luxus und Eleganz eine dunkle Wahrheit verbirgt, die weitaus gefährlicher ist als ihre eigene. Ein verführerisches Spiel um Geheimnisse, Skandale und Macht beginnt…
Kritik: Ich gestehe, dass ich manche Pressevorführungen eher aus Langeweile als aus echtem Interesse besuche. Aber man muss bereit sein, sich – wie beim Fantasy Filmfest – überraschen zu lassen. Also ein Catfight zwischen den sehr ansehnlichen Damen Amanda Seyfried und Sydney Sweeney.
Es gilt das Motto: Erwartense nix, werdense auch nicht enttäuscht.
Tatsächlich aber ist THE HOUSEMAID die Sorte komplexer Thriller, die zur Jahrtausendwende in den großen Kinos aus der Mode gekommen ist und die eigentlich nur noch von den Koreanern, Chinesen und Japanern bedient wird.
Jede Frage, die der Zuschauer stellen könnte, jeden Zweifel an der Plausibilität des Geschehens greift THE HOUSEMAID augenblicklich auf, um sich zu erklären. Millie ist eine Gefangene weniger des Hauses Winchester, als ihrer eigenen verkorksten Umstände. Doch was sie in diese bedrohliche Lage zwingt, ist genau das, was ihr Überleben sichern kann.
Und Nina? Vielleicht schizophren. Vielleicht eine Bitch. Aber vielleicht auch nur eine Frau, die einen hoch komplexen Plan verfolgt, den wir durch die Augen Millies nicht durchschauen können. Es gibt keine Loyalität ohne Vertrauen – und kein Vertrauen ohne Wahrheit. Nichts davon ist bei den Winchesters selbstverständlich.
Mehr zu erzählen, würde die Handlung unangemessen spoilern. THE HOUSEMAID ist klassisches Spannungskino, in das sich die beiden Hauptdarstellerinnen verbeißen wie einst Joan Crawford und Bette Davis in WAS GESCHAH WIRKLICH MIT BABY JANE? Sie stacheln sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und der Zuschauer kann sich mit einem großen Eimer Popcorn zurück lehnen und den sehr unterhaltsamen "bitch fight" kauend genießen.
Dass dabei der psychologische Background des Geschehens etwas unterentwickelt bleibt und erwartungsgemäß die "girl power" als das Allheilmittel gefeiert wird? Geschenkt. Das versendet sich. Etwas mehr Probleme hatte ich allerdings mit der letzten Szene des Films, die zur Befriedigung der Rachegelüste der Zuschauerinnen sehr zynisch die Figuren korrumpiert. Hier hätte ich zehn Sekunden geschnitten und es gut sein lassen.
Dennoch: ein bemerkenswerter Einstieg in das Kinojahr 2026, den man sich gut mit der Partnerin anschauend und hinterher diskutieren kann.
They don’t make 'em like they used to – oder eben doch, wie man hier sieht.
Fazit: Ein hitchcock-esker Thriller, der Twists aus dem Handgelenk zieht wie Bühnenzauberer bunte Tücher und dabei ständig mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Großartige Oldschool-Suspense, getragen von zwei großartigen Darstellerinnen.
Sydney Sweeney has good genes of silicone (sillycone?).
Abgesehen davon, dass das albern sexistisch und nicht witzig ist, braucht die junge Dame kein Silikon.
Wer ist denn der Sexist, wenn er auf das Aussehen von "jungen Damen" abzielt?
Okay, dieser Spielplatz ist nun für dich geschlossen.
Wenn schon dann „great genes“.
The greatest.
Ich finde ja interessant, daß das öffentliche Image von Sydney Sweeney von ihrem Äußeren geprägt ist, sie auch selbst in Auftritten bewußt mit ihren körperlichen Vorzügen spielt, aber sich das meiner Meinung nach so gar nicht in ihrer Rollenwahl (siehe Christy) niederschlägt, was ich karrieretechnisch eher riskant, wenn nicht sogar dumm halte.
Ihr bislang erfolgreichster Film war eine RomCom mit Anyone but you, seither eher zumeist Flops, wobei The Maid so wie ich das verstanden habe wohl Gewinn schreiben wird, weil Lionsgate den international vorab verkauft hat.
Ich denke, es wird interessant, wie Sweeney künftig ihre Rollen wählt. Sie hat das Scarlett Johannsen-Problem, dass es heutzutage verpönt ist, damit zu punkten, was in den 80ern noch die Karriere befeuert hätte. Auch in THE HOUSEMAID wird durchaus nicht weggeblendet, wenn es was zu sehen gibt. Aber sie will ja nicht ewig darauf reduziert werden.
Oha, dachte der wäre schon wieder aus dem Kino raus (Anfang Dezember bereits in Irland dafür Werbung gesehen) – liest sich aber überraschend interessant.
Sehr guter Film,absolut sehenswert!