26
Jan. 2026

Fantasy Filmfest White Nights 2026 (9): DEATHGASM: GOREMAGEDDON

Themen: FF White Nights 2026, FFF: rot, Film, TV & Presse, Neues |

KANADA, NEUSEELAND 2025. REGIE: Jason Lei Howden

DARSTELLER: Milo Cawthorne, Kimberley Crossman, James Joshua Blake, Sam Berkley, Daniel Cresswell

OFFIZIELLE SYNOPSIS: 2015 krachte die Heavy-Metal-Splatterkomödie DEATHGASM über die Festivals: blutig, witzig, laut. Zehn Jahre später ist Brodie noch derselbe Versager. Kein Geld, kein Job, die Gitarre zerschmettert. Und das Schlimmste: Ex-Freundin Medina screamt jetzt ausgerechnet bei einer Emo-Gruppe! Bei einem Bandbattle wittert Brodie nun die Chance, das Ruder umzureißen. Nur weilt seine halbe Deathgasm-Truppe seit Teil 1 unter der Erde. Doch Moment mal… da war doch dieses Okkult-Notenblatt, das Tote zum Leben erweckt! Gut, beim letzten Mal hat das fast zum Untergang der Menschheit geführt. Aber was kann beim zweiten Versuch schon schiefgehen?

KRITIK: Ähnlich wie der folgende SHELBY OAKS ist DEATHGASM: GOREMAGEDDON primär den Filmfans zu verdanken, die dieses Sequel durch Crowdfunding möglich gemacht haben. Nun bin ich ein erklärter Gegner solcher Finanzierungen, weil ich wie beim Selfpublishing der Meinung bin, dass damit wichtige Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt werden und die professionelle Trennung von Spreu und Weizen nicht mehr stattfindet.

Ich bin allerdings beeindruckt, dass so ziemlich alle Beteiligten des Originals wieder an Bord sind und wir nahtlos erzählt bekommen, was aus den Teenagern des Jahres 2015 geworden ist, die von Ruhm und Ehre als Metal-Götter träumten.

Das erwartete Ergebnis: nix. Brodie sieht mit 30 aus wie versiffte 50, Medina hat ihn fallen lassen, und "kein Bock auf Arbeit" resultiert auch in Neuseeland in einer Randexistenz auf Staatskosten in einer zugekotzten Alko-Bruchbude.

Das ist zuerst einmal deutlich ehrlicher und authentischer als das von mir etwas kritisch gesehene Original, dessen Metal-Attitüde aufgesetzt wirkte. Hier und heute wird erheblich authentischer und schmerzhafter gezeigt, dass der Traum vom harten Rock meistens in Siff und Suff endet.

Leider ist das aber nur der Ausgangspunkt und alles, was DEATHGASM: GOREMAGEDDON daraus macht, ist so stümperhaft und ziellos, als wären die Macher nie aus der Pubertät gekommen. Kotz- und Penis-Witze zuhauf, Gastauftritte verschiedener Metal-Größen (?), zu viel Krach, der laut Nachspann Musik sein wollte, und an keiner Stelle eine Ahnung, was für eine Geschichte erzählt werden soll. Authentische Emotionen werden nicht versucht und nicht erzeugt.

I am getting too old for this shit.

Ich möchte nur mal darauf hinweisen, dass die Story (Brodie uns seine Kumpel wollen einen Metal-Wettbewerb gewinnen, um aus der finanziellen Misere rauszukommen und Medina auf den rechten Weg zu bringen) nicht erst seit BLUES BROTHERS ein billiger Standard ist – zuletzt wurde genau dieser Plot bei MANTA MANTA 2 durchgekaut. Ich würde das nicht mal mehr eine Idee nennen. Es ist ein müdes Klischee, das endlich mal auf der Kino-Müllhalde verklappt gehört. Herrgott, ich habe das vor 20 Jahren schon als Parodie für die entsprechende ProSieben-Serie eingereicht!

Und so mäandert DEATHGASM: GOREMAGEDDON ohne Sinn und Verstand über 100 Minuten vor sich hin, ohne uns je für seine Figuren oder seine Ziele zu interessieren. Es wird gesplattert, was das Zeug hält – aber selbst das ermüdet irgendwann. Too much of a good thing ain’t a good thing.

Ich hege allerdings den Verdacht, dass viele Zuschauer das anders gesehen haben oder sehen wollen – es gab ja auch welche, die aus TOXIC AVENGER begeistert rauskamen. "Wat dem een sien Uhl is dem annern sien Nachtigall"…

FAZIT: Rotzig-rüde Fortsetzung, die man wegen der Musik und dem handgemachten Gematsche anschaut – oder eben nicht. Horror für Dosenbier-Trinker, die in den 80ern stehen geblieben sind, in denen dieser Krempel vermutlich selbst um 28 Minuten gekürzt auf VHS indiziert worden wäre. 3 von 10 Punkten – Metalheads und Gorebauern mögen das nach eigenem Gutdünken aufstocken.

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2 Kommentare
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Martzell
26. Januar, 2026 17:25

Danke dass ich mir den nicht anschauen muss.

Marcus
Marcus
26. Januar, 2026 23:54

Ich mochte den ersten ja ganz gerne, aber auf "jetzt machen wir 10 Jahre später dasselbe nochmal" hab ich auch nicht gewartet.

Nur bei deinem Hinweis auf "Krach, der Musik sein sollte", fehlt (ohne dass ich sie gehört hätte) der Disclaimer, dass derjenige, der das schreibt, auf Chris de Burgh-Konzerte geht und auch sonst Thrash Metal nicht von Baustellenlärm unterscheiden kann. 😝