Fantasy Filmfest White Nights 2026 (5): DOLLY
Themen: FF White Nights 2026, FFF: rot, Film, TV & Presse, Neues |
DARSTELLER: Fabianne Therese, Seann William Scott, Ethan Suplee, Max the Impaler
OFFIZIELLE SYNOPSIS: „Dolly“! Klingt niedlich? Weit entfernt! Denn es handelt sich um ein zentnerschweres Monstrum, das am liebsten mit Menschenpuppen spielt. Besonderen Spaß hat es daran, wenn sie panisch schreien und ihnen schon das eine oder andere Körperteil fehlt! Als Chase und seine große Liebe Macy bei einer Wanderung versehentlich sein Revier betreten, bricht das Scheusal wie eine Naturgewalt über die beiden herab. Es verschleppt Macy zu sich nach Hause, wo ein Albtraum aus Schmerzen und Demütigungen auf sie wartet. Und aus Dollys dunklem Puppenhaus kam bisher noch niemand lebend heraus.
KRITIK: Manchmal entlarvt sich das Programmheft selbst:
"DOLLY ist eine schmutzige, blutrünstige Hommage ans US-Grindhouse-Kino der 1970er Jahre, gepaart mit der nihilistischen Kälte des französischen Extrem-Horrors der frühen 2000er Jahre. Definitiv humorfrei."
Das stimmt. DOLLY ist die Kombination zweier Subgenres, die ich weitgehend schon konzeptionell und aus humanistischen Gründen ablehne, die Hardcore-Gore feiert und das ohne jeglichen Humor tut. Ein schmutziger Film, der keine Logik braucht und dessen vom Regisseur behauptete Alptraum-Realität lediglich die komplette Abwesenheit von Sinn und Verstand darstellt. Ein billig im Wald gedrehter Rotz, der sich erwachsen gibt, aber erzählerisch kaum die Pubertät erreicht hat.
Nun kann so etwas funktionieren. Wenn die Schocks sitzen, der Splatter erschreckt, die schiere Ausweglosigkeit des Terrors Gänsehaut verursacht.
In DOLLY? Leider nein.
Ich hätte dem Film die überzogenen Performances ebenso verziehen wie das erkennbar magere Budget. Ich hätte weder gefragt, woher "Dolly" kommt oder warum sie in der Lage ist, erwachsene Männer hochzuheben wie Barbie-Puppen.
Was aber gar nicht geht: dass DOLLY dumm wie Stulle ist. Und das nicht auf diese "hier haben halt Gorebauern ihren Traum vom Filmemachen ausgelebt, die können das nicht besser"-Art. DOLLY ist aggressiv dumm und schafft die begrenzte Laufzeit nur, weil sich sämtliche Personen verhalten, als habe man ihnen das Gehirn vorab ausgelöffelt – vor und hinter der Kamera. Die Entscheidungen in jeder Szene sind so hanebüchen und offensichtlich falsch, dass das Publikum immer wieder zu lachen begann, wenn die Protagonistin die hundertste Chance, locker aus der Gefangenschaft zu spazieren, mit kopfpatschender Dämlichkeit ignoriert.
Ich mache das nur an einer Tatsache fest, die den ganzen Film durchzieht wie Schimmel ein acht Wochen altes Graubrot: Die "Heldin" ist gefangen in einem Haus, zu dessen verrammelter Tür sie verzweifelt den Schlüssel sucht, um zu fliehen. Ein Haus mit circa einem Dutzend Fenster in allen Etagen. Mehreren Türen. Einer Küche voller Messer und anderer Werkzeuge. Und die "verrammelte Tür"? Hat über dem Holzbalken große Glasscheiben, die man vermutlich mit einer Kuchengabel einschlagen könnte.
Das ist ein Level, auf dem man den Machern schon nicht mehr Nonchalance vorwerfen kann – die sind schlicht so merkbefreit wie ihre Figuren.
Ui, SWS ist aber echt tief gesunken
1. Das mit der Tür beschwört Erinnerungen an frühe Resident Evil – Spiele hervor, wo man auch von Zombies zerlegt wurde, weil man auf dem Weg durch den Garten nicht über die hüfthohe Hecke steigen oder den langsam auf einen zuschlurfenden Ghoul nicht einfach mal umschubsen konnte.
2. Es gibt einen Darsteller namens "Vlad the Impaler"? Niedlich.
3. Sonst danke für das Review, ich bleibe weg. Aus dem Alter bin ich auch raus.
"Max the Impaler". Nicht dem guten alten Vlad Unrecht tun;-)
Und ist im echten Leben im Wrestling unterwegs:
https://en.wikipedia.org/wiki/Max_the_Impaler