Fantasy Filmfest White Nights 2026 (4): DUST BUNNY
Themen: FF White Nights 2026, FFF: grün, Film, TV & Presse, Neues |DARSTELLER: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver, David Dastmalchian
OFFIZIELLE SYNOPSIS: „Ich will, dass Sie das Monster unter meinem Bett töten!“ Die kleine Aurora setzt ihre letzte Hoffnung in den Nachbarn aus 5B. Sie konnte schon beobachten, wie er nachts auf den Dächern furchtlos mit Drachen kämpft. Nachdem ihre Pflegeeltern bereits der bestialischen Kreatur zum Opfer gefallen sind, lebt das Mädchen allein in dem heruntergekommenen Art Déco-Wohnkomplex am Rande von New Yorks Chinatown. Doch 5B ist kein Mann, der sich mit Hirngespinsten abgibt. Seine sehr reale Mission ist es, die Straßen von Feinden zu säubern, und seine Vorgesetzte Laverne erwartet eine hohe Erfolgsquote. Doch was, wenn das Monster unter Auroras Bett tatsächlich existiert?
KRITIK: DUNST BUNNY ist genau der Film, den ich nach dem nüchternen und ernüchternden THE HOLY BOY gebraucht habe – ein verschwenderisch ausgestattetes Märchen für Auge und Herz, eine Huldigung an das Kino als Flucht und Traum, als Kunst und Kitsch. Kritisiere ich das Artifizielle von Ausstattung und Effekten sonst gerne – hier ist es Sinn und Zweck, gewollt und triumphierend.
AMELIE, DELICATESSEN, MOULIN ROUGE – diese Sorte Film ist perfekt, wenn sie funktioniert. Unerträglich, wenn sie es nicht tut.
Man könnte DUST BUNNY sehr leicht als "LÉON – DER PROFI, gedreht von Guillermo del Toro" bezeichnen, die herzerwärmende Freundschaft eines Killers mit einem kleinen Mädchen, von der beide profitieren. Tatsächlich ist die stilistische und erzählerische Traumreise aber auf eine erheblich klarere Grundlage zurück zu führen – TV-Edelautor Bryan Fuller setzt fort, was er vor fast 20 Jahren mit der leider gescheiterten Serie PUSHING DAISIES begann:
Auch hier sind die Menschen bezaubernd oder süffisant böse, die Welt wie aus Illustrationen schöner alter Bücher herbei gezaubert, die Macht der Fantasie allgegenwärtig – und das Sein Wollen wiegt schwerer als das Sein.
Man könnte leicht den Fehler machen, die schiere Präsenz von Mads Mikkelsen und Sigourney Weaver zu loben, und dabei die sensationelle Performance von Sophie Sloan zu übersehen, die als Aurora eine perfekte Verkörperung der Protagonistinnen von Roald Dahl, Dr. Seuss, und Frank L. Baum darstellt.
Ich zitiere eine uralte Satire (aus der SZ?), in der man aus dem Saal kommt und einem Radio-Lokalreporter seine Meinung ins Mikro sagen soll. Man sagt einfach nur "Das ist Kino" – und es ist dabei nicht notwendig, mit dem Daumen hinter sich zu zeigen.
Oh Maaaaan, ich habe so sehr auf einen Verriss gehofft… Habe keine Karten mehr dafür bekommen!
Es wäre sehr einfach den Film zu verreisen, weil er inhaltlich so viel Fleisch am Knochen hat, wie ein Spatz Fleisch an der Kniescheibe. Aber er macht dabei so viel Spaß das man drüber wegsieht. Von mir gab es 7.5 Punkte.
Startet wohl im Februar auch regulär im Kino – hätte mich bei der Besetzung auch gewundert, wenn der nur auf dem FFF ausgewertet werden würde 😀
Ist gebucht wenn er im Kino auftaucht.Letzte Woche habe ich DEAD LIKE ME von Bryan Fuller wieder neu entdeckt.Sie ist wunderbar gealtert und immer noch bewegend.
Der dürfte was für mich sein. Danke, ich halte Ausschau.
Dito!