25
Jan. 2026

Fantasy Filmfest White Nights 2026 (2): EVERY HEAVY THING

Themen: FF White Nights 2026, FFF: gelb, Film, TV & Presse, Neues |

USA 2025. REGIE: Mickey Reece

DARSTELLER: Josh Fadem, James Urbaniak, Tipper Newton, John Ennis, Barbara Crampton, Ben Hall, Vera Drew u.a.

OFFIZIELLE SYNOPSIS:

Ein brutaler Serienmörder geht um in Hightown City, doch die Stadt drückt beide Augen zu: Schließlich hofft man darauf, ein zweites Silicon Valley zu werden. Auch Anzeigenmann Joe möchte den Fall am liebsten ignorieren – aber mit dem Blut des jüngsten Opfers im Gesicht ist das schwer. Als der Killer ihm mit dem Tod droht, wenn er ihn verpfeift, und Joes neue Kollegin bei der Zeitung zu recherchieren beginnt, gerät er immer mehr in die Enge.

KRITIK: "Ein wilder, völlig unvorhersehbarer Thriller, der zwischen schmutzigem 1980er-Look und psychedelischen Licht- und Farbeffekt-Sequenzen wechselt. EVERY HEAVY THING ist ein Zwitter aus analogem Surrealismus und kaputter Digital-Ästhetik."

Wenn das Programmheft derart schwurbelt, dann weiß man – hier muss verkauft werden, was keiner freiwillig nehmen würde. Man muss es auch nicht verstehen oder die Beschreibung irgendwie hinterfragen. Filme wie EVERY HEAVY THING sind von Cliquen inszeniert, die sich in urbanen Clubs treffen und unter Zuhilfenahme von bewusstseinserweiternden Drogen darüber schwafeln, was "echte" Kunst ist und warum der kommerzielle Pöbel das sowieso nie kapieren wird.

Und so ist EVERY HEAVY THING auch nur oberflächlich ein Film über einen Journalisten, der einem Serienkiller auf die Spur kommt, von diesem aber erpresst wird, die Klappe zu halten.

Tatsächlich ist der Film ein urbaner Alptraum, ein "slice of life" aus einer anonymen Metropole, in der Menschen sich unsicher umkreisen, Paranoia und Isolation echte Beziehungen im Keim ersticken, und die Wirklichkeit mühsam und lustlos konstruiert wirkt, immer unterbrochen von Einblicken in eine analogisierte Digitalmatrix, die vielleicht die tatsächliche Realität oder die Hölle hinter den Kulissen darstellt.

Das kann man nicht mit herkömmlichen Maßstäben bewerten und letztlich muss der Film eher als "experience" gesehen werden, idealerweise im gleichen Zustand und mit der gleichen zynisch-selbstbesoffenen Haltung der Macher. Wer nach einem Plot sucht, einem Kontext oder interessanten Figuren, der ist hier falsch.

Ich bin sicher, dass Mickey Reece sich freuen würde, wenn ich EVERY HEAVY THING mit Cronenbergs VIDEODROM und Lynchs ERASERHEAD vergleiche – aber diese Schuhe wären dann doch ein paar Nummer zu groß. Ich würde ihn eher den sperrigen Großstadt-Portrait der deutschen New Wave zurechnen, deren Vertreter man auf diesem großartigen YouTube-Kanal zuhauf findet.

FAZIT: Ein wirrer urbaner Techno-Alptraum, der mit vielen technischen Sperenzchen zu übertünchen versucht, dass er sehr wenig zu erzählen hat. Mit limitierten Mitteln für eine limitierte Zielgruppe, zu der ich nicht gehöre. Bonus-Punkt für Barbara Crampton – "60 is the new 40". 4 von 10 Punkten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

0 Kommentare
Älteste
Neueste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen