13
Dez. 2025

KI pervers: Vokuhila in Full HD!

Themen: Film, TV & Presse, Fotostory, Künstliche Intelligenz |

Ich arbeite an einer neuen Fotostory und kann nur die Werbezeile von David Cronenbergs DIE FLIEGE zitieren: Be afraid. Be very afraid.

Your taste will be tested, your limits, your patience, your sanity even.

Weil es sich um den Rip von einer extrem seltenen VHS-Kassette handelt, sind Bild und Ton natürlich bestenfalls akzeptabel. Nachdem ich fast 400 Screenshots auf handhabbare 160 reduziert habe, komme ich auf die Idee, die KI mal mit einer Aufhübschung des Materials zu beauftragen. Die Ergebnisse sind… interessant.

Das ist hier ist das Ausgangsmaterial – etwas zu farbsatt, verrauscht, niedrig aufgelöst und mit kaum noch lesbaren Texteinblendungen:

Ich werfe Gemini an, lade den Screenshot hoch und prompte wie folgt:

Please de-noise and sharpen the picture

Tatsächlich gibt sich die KI mit der Restaurierung mehr Mühe als erwartet:

Nicht nur ist das Bild rauschfreier, höher aufgelöst und in Sachen Farbbalance ausgeglichener – Gemini hat das Motiv zu beiden Seiten ergänzt und das, was als ein unschöner Farbblock identifiziert wurde, durch einen neu generierten Hintergrund ergänzt.

Übererfüllung des Plansolls nannte man das in der DDR.

Einziges Manko: Wegen eines Fleckens auf dem Ausgangsmaterial wird das zweite "a" in "Tankautomat" zu einem "b" umgerechnet:

Davon abgesehen bin ich ziemlich beeindruckt und beschließe, die KI noch ein wenig mehr zaubern zu lassen. Ich prompte diesmal auf deutsch:

Sehr gut – kannst du auch noch die beiden eingeblendeten Namen entfernen?

Klar kann die KI das – Sekunden später ist das Bild streifenfrei und sauber:

Weil Konkurrenz das Geschäft belebt, lade ich den ursprünglichen Screenshot auch noch mal in ChatGPT hoch und gebe die gleichen Anweisungen wie bei Gemini. Das Ergebnis haut mich um, was die Bildschärfe und die Details angeht:

Allerdings kann ChatGPT noch weniger mit den Schildern anfangen:

Für eine Stapelverarbeitung eignet sich diese händische KI-Retusche noch nicht, aber alles in allem bin ich sehr zufrieden mit diesem "proof of concept" – hier noch einmal im side by side-Vergleich:

Andererseits: brauchen so hässliche Filme wirklich schöne Bilder?!

NACHTRAG: Diesen Beitrag habe ich vor einer Woche geschrieben und der nächste "game changer" in Sachen KI ist bereits veröffentlich worden – ChatGPT kann nun direkt auf Photoshop zugreifen. Wem das zu abstrakt formuliert ist: Wenn man bei ChatGPT ein Bild hochlädt und dem Prompt ein "Photoshop" vorsetzt, dann kann das Bild direkt über die Adobe-Server mit Photoshop-Funktionalität bearbeitet werden.

Zum Test habe ich gestern Abend mal das Bild des Stuntmans Scott Leva hochgeladen, der vor 35 Jahren als Hauptdarsteller des Spider-Man-Films von Cannon vorgesehen war. Dann habe ich ChatGPT mit dem Präfix "Photoshop" gebeten, den Hintergrund des Bildes komplett zu entfernen und es in schwarzweiß zu konvertieren:

Ja, leck mich fett!



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

5 Kommentare
Älteste
Neueste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Ein Leser
Ein Leser
13. Dezember, 2025 21:16

Bildqualität im Vordergrund ist tatsächlich beeindruckend – aber… aus Automat wird Butemat, aus Nacht wird Hacnt, da ist noch Luft nach Oben.

Solus
Solus
14. Dezember, 2025 11:16
Reply to  Ein Leser

Das ist tatsächlich seltsam. Technisch wäre es für die KI überhaupt kein Problem zu überlegen, was für sinnvolle Wörter da stehen und diese dann als Vorlage zu nehmen. Aber bei der Bildbearbeitung haben die scheinbar immer noch keine Textanalyse mit eingebaut. Obwohl gerade das (und hässliche Finger) immer wieder ein Thema ist, wenn K.I. im professionellen Bereich angewendet wird.

Ralph
Ralph
15. Dezember, 2025 15:15

Oops, Kommentare werden wohl gleich freigeschaltet. Spoiler gelöscht.

Last edited 1 Monat zuvor by Ralph