Ibiza Pizza und andere Sachen, die Italiener rundweg ablehnen
Themen: Neues |Ich hatte schon berichtet, dass es mich massiv beeindruckt, wie viele Sorten Pizza auf Ibiza nicht tiefgekühlt, sondern lediglich gekühlt angeboten werden:
Ziemlich üppig belegt und mit 2,90 Euro wahrlich nicht zu teuer, hat man hier zumindest das Gefühl, eine etwas wertigere Pizza auf den Teller zu bekommen.
Da die LvA und ich im Urlaub gerne Abende im Restaurant und Abende in der Ferienwohnung abwechseln, nahmen wir diese beiden Exemplare mit:
Tatsächlich habe ich die Backzeit etwas zu lang eingeschätzt und die Pizzen kamen nach gerade mal 8-10 Minuten schon erstaunlich kross aus dem Backofen:
Fazit des Geschmackstests? Geht so. Sieht besser aus, als es mundet. Die Menge des Belags überzeugt, der Geschmack nicht. Alles eher fade und unkonkret. Es ist angebracht, wie bei den deutschen Tiefkühlpizzen mit Gewürzen und Saucen nachzuhelfen, um dem Erlebnis etwas auf die Sprünge zu helfen.
Kein Vergleich mit den großartigen Pizzen, die man in unserem Herzensrestaurant "Seventeen" in Siesta serviert bekommt:
Trotzdem: Für 2,90 Euro "frisch" ist das allemal ein preiswertes Abendessen.
Die "frischen" Pizzen aus dem Supermarkt (die es hierzulande nur sehr begrenzt gibt) sind aber nicht die einzige Pizza-Anomalie, die ich auf Ibiza entdeckt habe – es gibt an einer Tankstelle tatsächlich einen Pizza-Automaten:
"Best Pizza in town"? I have my doubts.
Einen ähnlichen Automaten hatte ich ja schon andernorts getestet.
But wait – there’s more! Zu meiner Überraschung gibt es bei LIDL auf der spanischen Insel "Gourmet"-Pizzen, die ich bei uns noch nicht gesehen habe:
Die "Pizza bianca" klingt sehr lecker und die LvA hätte sich sicher zu einer "Feigen & Käse"-Version überreden lassen. Leider hatten wir keine Gelegenheit zum Test.
Beim ALDI in Ibiza-Stadt stolperte ich allerdings über etwas, das mich geradezu zum Kauf zwang – eine scharfe Honigsauce für alle möglichen Gerichte:
Tatsächlich gab es drei verschiedene scharfe Honigsaucen des Herstellers:
Veteranen des Blogs werden sich erinnern, dass ich die Zugabe von Chili-Honig sowohl in Stockholm als auch auf der SUPREMA extrem lecker fand, weil sie selbst einer schwachbrüstigen Pizza einen mehrschichtigen Kick verleiht.
Da traf es sich gut, dass ich daheim noch eine "Pizza" für den Airfryer liegen hatte. Das ist kein Schreib- oder Denkfehler – Wagner (bekannt für seine Steinofen-Pizza) ist nun auch auf den Airfryer-Hypetrain aufgesprungen:
Absurd nur: Das Ding passt nicht in unseren Airfryer, obwohl wir ein echtes Standard-Modell von Philips besitzen. Der Snack ist wohl darauf ausgelegt, dass die Backschublade mindestens 20 Zentimeter Durchmesser aufweist. Bei uns sind es 19. Aber egal, man kann den Fladen auch zweiteilen.
Kein Foto. Lohnt sich nicht. Der Typ hier hat genau das Video gemacht, das ich gemacht hätte, wenn es mir die Sache wert gewesen wäre – mit dem Unterschied, dass ich besser aussehe und unsere Wohnung geschmackvoller eingerichtet ist:
Wie die Pizzen aus dem ibizenkischen Supermarkt sind die "Snacks" recht fad im Geschmack, wenn auch nicht so dominant brotig wie die allgegenwärtigen "Pizza Baguettes". Kann man bei akutem Heißhunger wegmampfen, aber es empfiehlt sich eine deutliche Nachwürzung.
Darum habe ich auf die zweite Hälfte etwas "Hot honey"-Sauce gequetscht.
Ich verwende den Begriff "Offenbarung" nicht oft oder leichtfertig, aber … Alter!
Ein paar Spritzer Sauce heben auch eine mittelmäßige Pizza auf ein neues Level. Spicy, herzhaft, aber eingebettet in die Süße des Honigs. Großartig. Man hört auf, die Pizza zu futtern – und fängt an, sie zu essen. Sie sättigt nicht nur, sie schmeckt.
Damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet.
Wer nun meint "kann man sich doch mit Honig und ein paar Chili-Flocken easy selber anmischen" – so einfach ist es dann doch nicht. Aber tatsächlich ist die Rezeptur für jeden halbwegs gut ausgestatteten Haushalt nachvollziehbar:
Viel Honig, fünf Prozent Chilipuder oder Flocken, etwas Meersalz und Apfelessig. Ich denke, das werde ich selber produzieren, sobald die Flasche leer ist.
Es wäre aber auch nicht schlecht, wenn ALDI das hierzulande ins Sortiment aufnehmen würde. Kann doch nicht sein, dass der Kunde im Heimatland der Kette darben muss! Wo bleibt denn da das Privileg?!
Ich habe in Italien tatsächlich mal eine "Pizza Wurstel" gegessen. Da waren aber neben dem kleingeschnittenen Wiener/Frankfurter noch Pommes drauf. Und vermutlich die verächtliche Spucke des Kochs.
Hat auch genauso "geschmeckt".
Das gabs in jeder Pizzeria, in der wir in Italien waren . und genug Italiener, die das bestellt haben 😉
Motion Cooking hat da ein Rezept für, das einleuchtend erscheint.
https://www.motioncooking.com/rezept/hot-honey/
Ansonsten, ja, ALDI wäre da auf jeden Fall eine günstige Alternative. Bei Amazon kann man zwar Chili Honey bekommen, und bei unseren netten Nachbarn von Heat Supply (die ja auch schon durch einige experimentelle Chili-Crisp-Varianten bekannt sind) sowieso, aber das sind natürlich … hust … schon ganz andere Preise. Leider.
Aber ich denke, Selbermachen ist hier eh die bessere Idee.
Das klingt auch SEHR lecker. Ich wußte nicht, dass das eine Trend-Sauce ist, aber ich verstehe es absolut. Sicher auf alle Fleischgerichte ein Knaller. Auf Brot probiere ich morgen gleich auch mal.
Und anscheinend ist noch niemand dort auf das Wortspiel "Ipizza" gekommen?
Nicht mal ich!
Wirklich nicht? Ich habe den ganzen Artikel auf ein Wortspiel dieser Art gewartet.
Wie schon Karl Dall gesungen hat: Itzi-Bitzi-Ipizza
Ich verneige mich.