A skeptic’s guide to YouTube
Themen: Film, TV & Presse, Neues |Vorab: Bei einigen der verlinkten Videos müsst ihr eventuell die in den Einstellungen aktivierte automatische (und fürchterliche) Übersetzung abschalten.
In den USA wird YouTube in Bälde der größte Anbieter von bezahltem Video-Content werden. Das ist allerdings ein etwas fischiger Maßstab, weil damit nicht das generelle Streaming gemeint ist – sämtliche großen Streamer wie Netflix und selbst HBO+ haben deutlich mehr Abonnenten.
Auf der anderen Seite ist YouTube die weltweit am meisten verbreitete und genutzte Video-Plattform – was umso beeindruckender ist, wenn man bedenkt, dass Google dafür kaum eigene Inhalte produzieren muss. Wir haben es hier ähnlich wie bei Facebook und tik tok mit einem System zu tun, bei dem die Kunden selbst den Content liefern, den sie konsumieren. Die Plattform ist nur die Schleuse, der Rahmen, das System.
Auch ich gehöre zu den YouTube-Junkies. Meine Affinität geht soweit, dass ich YouTube Premium abonniert habe und alle anderen Clip-Provider wie tik tok, Instagram und Twitch komplett ignoriere. YouTube ist nicht abendfüllend, aber es füllt alle Lücken in meinen Tagesablauf. Ich habe ungefähr 250 Kanäle abonniert. Natürlich sind die teilweise schon längst stillgelegt oder uninteressant geworden, aber wann immer ich "downtime" habe, hat sicher einer der "content creator" ein neues Video hochgeladen. Everything everywhere all at once.
Dabei bin ich auch in meinem Konsum sehr oldschool. Ich schaue YouTube auf meinem Macbook, das schon seit Jahren meinen Fernseher, das Kino und mein Smartphone als "primary screen" ersetzt hat. Ich mag Videos groß und detailfreudig. Querformat. Keine "Reels" oder "Stories". Ich schaue von Anfang bis Ende. Ideale Länge: 3-15 Minuten.
Was mich an der Kritik an YouTube – die in bestimmten Bereichen sicher berechtigt ist – am meisten stört, ist dies: YouTube ist nur die Plattform. Wie bei Fernsehsendern, Zeitschriften und Freundeskreisen gilt nämlich die oft ignorierte Faustregel: man bekommt den Gegenwert, den man sucht.
Klar quillt YouTube über vor "ai slop", degenerierten Religioten, Fundamentalisten, Schreihälsen, Scammern, Werbung, und genereller vorsätzlicher Zeittotschlägerei. Man kann sich belügen, beleidigen, anekeln, auslachen und ausnehmen lassen. YouTube kann Zeit, Geld, Nerven – und Seele kosten.
Wobei selbst "ai slop" großartig sein kann:
Das Thema wird dieser Tage noch einmal aufgegriffen, versprochen.
Und natürlich nervt die sehr amerikanisch geprägte Zensur der Plattform, die zwar jede Menge (auch verbaler) Gewalt erlaubt, bei einer weiblichen Brustwarze aber im Dreieck springt. Schlimmer noch: durchaus für die Diskussion relevante Begriffe führen sofort zur Demonetarisierung, weshalb "rape" nun "grape" heißt und "dead" mit "unalive" umschrieben werden muss. Es ist ein Kindergarten.
Aber das ist eben nur eine Seite. YouTube ist eine großartige Plattform für Musik und Musikvideos, läuft bei uns im Advent über den Fernseher im Hintergrund:
YouTube ist ein hervorragendes Retro-Portal, auf dem viele Freiwillige bewahren, was die Sender längst nicht mehr zur Verfügung stellen:
Randnotiz: Diese "lange Nacht" des WDR ist länger her, als das Jahr 1970 es bei der Ausstrahlung der Sendung war. Es bestätigt meine These, dass sich die Zeit nicht beschleunigt, sondern verlangsamt. Der Unterschied von 1970 zu 1980 war ungleich größer als der von 2015 zu 2025. Auch das wird irgendwann Thema sein.
Weiter im Text.
Man kann aus YouTube unendlich viele seltene Filme (wieder)entdecken – zum Beispiel dieses von mir 2012 besprochene Bio-Pic über Boy George:
Nun ist es nicht so, dass mich der "schmierige Rest" der digitalen Sphäre nicht scheren würde – ich bin ein Cyber-Gaffer wie viele andere auch und ergötze mich mitunter unangemessen gern an den Querelen und Melodramen des Internets. Allerdings habe ich weder die Kompetenz noch das Interesse, diese ausgiebig genug zu studieren, um sie auch einordnen zu können.
Das überlasse ich anderen. Ich mag Creator, Showrunner, die eine eigene Stimme und eine eigene Meinung haben. Und von denen erzähle ich heute.
Disclaimer: Ähnliche Beiträge habe ich vor drei und fünf Jahren schon einmal verfasst, dabei konzentrierte ich mich allerdings primär auf Retrospektiven.
Ray William Johnson ist ein YouTuber, der teilweise 20 Jahre alte Skandale ausgräbt, unterhaltsam zusammenfasst und mit KI-generierten Bildchen illustriert. Er hat dabei einen unverwechselbaren Stil ("uuuuuunnnnntil…!") und weiß genau, dass er die Geduld der Zuschauer nicht überstrapazieren darf. Kaum eines seiner Videos durchbricht die 10 Minuten-Marke. Vorbildlich:
Atozy macht etwas Ähnliches, aber er rekonstruiert vornehmlich aktuelle Dramen aus der Social Media-Sphäre, wenn z.B. betrügerische YouTuber endlich vor Gericht landen. Dass er nach so vielen Jahren immer noch Empörung aufbringen kann und nicht in lethargischem Sarkasmus versumpft, beeindruckt mich sehr:
Wer grundsätzlichere Kritik mag, der sollte sich August the Duck anschauen.
Will ich einen Einblick bekommen, wie diverse "coaches" und "entrepreneurs" ihre willig-doofen Follower abzocken, dann genieße ich die sehr offensichtliche Süffisanz von Spencer Cornelia, der das wunderbar auseinander puzzelt:
Aus der gleichen Ecke kommt der fast schon legendäre Coffeezilla, der regelmäßig skrupellose und fragwürdige Geschäftsmodelle zu Fall bringt – die visuelle Aufbereitung seiner Videos ist dabei technisch "through the roof":
Wer es mehr mit Wissenschaft und Technik hat, der kann sich bei "What if" an erfreulich sauber durchgerechneten, teilweise bizarren Szenarien erfreuen:
Auf ihren Kanal analysiert die Architektin Dami Lee in letzter Zeit die Plausibilität fiktionaler Bauten wie in DER WÜSTENPLANET oder DER HERR DER RINGE. Das finde ich schade, denn ich bevorzuge ihre Videos über tatsächliche architektonische Stile und die Vor- und Nachteile bestimmter baulicher Utopien:
Wer sich von neu aufkommenden Verschwörungstheorien und scheinbar seriösen Warnern nicht hibbelig machen lassen will, vertraut dem Skepchick:
In Sachen Debunking, wenn auch etwas handfester, ist die Australierin Ann Reardon ganz groß – bei ihr kommt kein TikToker mit Bullshit-"Lifehacks" durch:
Manchmal brauche ich keine ausführlichen Besprechungen oder Tests – es reicht, wenn wie hier einfach mal kurz ausgepackt und ausprobiert wird:
Natürlich darf auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen – der Kopf hinter der "Bad Movie Bible" zieht nicht nur (wie viele andere Kanäle) schlechte Filme durch den Kakao, er stellt auch sehr schöne Retrospektiven zu Subgenres zusammen. Wer in den 80ern in der Videothek begeistert die Cover der Ninja-Filme mit Richard Harris anglotzte, ist sich z.B. diese Übersicht schuldig:
Wenn ich wissen will, wie ich die aktuellen Kino-Charts verstehen muss, lasse ich mich von Dan Murrell aufklären:
Zugegeben, DoubleReelTV mangelt es mitunter an Tiefe, aber es ist immer noch sehr unterhaltsam, wie die Geschichte klassischer TV Serien aufgearbeitet wird:
Was mir da fehlt? Z.B. die Erwähnung der Tatsache, dass die Serie vor allem deshalb immer weiter produziert wurde, weil jede Episode gerade mal alberne 300.000 Dollar kostete. Das war preiswerter als eine Late Night Show und viele Wiederholungen.
Ich hatte schon erwähnt, dass erotischer Content auf YouTube ein no-go ist. Das macht es umso erstaunlicher, dass es mit Retro Glamor ein Kanal geschafft hat, klassische Pornofilme und die Superstars der Branche in einem exzellent recherchierten, absolut nicht schmierigen Format vorzustellen:
Ähnlich wie Pornographie sind Comics ein Thema, das mich mehr theoretisch als praktisch interessiert. Ich habe keine Zeit, stundenlang Heftchen zu lesen. Darum schätze ich Kanäle wie Durmon Comics, die exzellente und kompakte Übersichten produzieren – perfekt, um belesener zu wirken als man ist:
Linus ist in den letzten Jahren sehr viel kritisiert worden und ich kann verstehen warum. Ich schaue auch praktisch keines seiner Tech-Videos. Aber es ist unbestreitbar, dass er immer mal wieder Perlen produziert – wo sonst bekommt man einen "hands on"-Vergleich von RAMBO auf allen relevanten Formaten der letzten 50 Jahre?! Dive in:
Nun bin ich wahrlich keine Style-Ikone, aber ich habe mir den fehlenden Geschmack teilweise in den 90ern über diese Bibel anlesen können, die es in aktueller Auflage immer noch zu kaufen gibt – ein zeitloses Standardwerk:
Wer das multimedial aufbereitet sehen will, schaut die Gentlemen’s Gazette:
In Sachen Religiotentum bin ich in den letzten Jahren noch ungnädiger und radikaler geworden. Da präferiere ich mittlerweile Kanäle wie "Deconstruction Zone", in denen der Host keinerlei Rücksicht auf die intellektuellen Defizite der Anrufer nimmt. Im Stile von Mortal Kombat heißt es ganz entspannt "finish him!":
Die Frage sei erlaubt – schaue ich denn gar nix aus deutschen Landen?! Die Antwort: kaum. Mal eine Doku, mal eine alte Show oder Werbung. Das war es auch schon. Die deutschen YouTuber sind mir meistens zu wenig substanziell. Eine Ausnahme ist der Glotzbuster (früher "fetter Loser im Exil"), der seine Videos sehr liebevoll aufbereitet. Allerdings scheint er das Einbetten in andere Webseiten zu blockieren, weshalb ich euch ein schönes Beispiel seiner Arbeit nur verlinken kann.
Wenn nun jemand fragt, warum ich hier keine politisch orientierten Kanäle vorstelle, dann lautet die simple Antwort: weil ich keine schaue. Seit der Wiederwahl Trumps habe ich erneut meinen Konsum politischer Berichte, Analysen und Kommentare weitgehend eingestellt. Das hält meine Seele nicht aus, das muss ich aussitzen.
Das ist ein großer Teil der Kanäle, die mir die Welt erklären. Was lernen wir daraus? Letztlich gilt für YouTube der selbe Werbespruch wie in den 80er Jahren für Beton: es kommt darauf an, was man daraus macht. Seid ihr von der Auswahl überrascht und/oder empört? Habt ihr eigene Präferenzen? Tipps?
Bei uns lasse ich am Heiligabend Weisen aus dem Wohlfühl-Weste(r)n erklingen:
Die Heiligen Drei Könige – sie hießen Cartwright.
P.S.: Falls es wen interessiert – das hier sind meine YouTube-Abos.
Fredflix liebe ich.
Erinnert mich in seinen Videos an das Amerika das ich liebe und heute nicht mehr wieder erkenne.
Den habe ich 2018 auch schon mal empfohlen.
"GlotzBuster" hab ich auch abonniert. Liebe seine Beiträge. Leider wird der Kanal ab dem 01.01.26 runtergefahren, weil Hr. Ahlers leider gegen Hater aller Art SEHR allergisch reagiert und ihn deshalb (bis auf wenige Ausnahmen) nicht mehr bespielen wird.
Und hier noch eine Auswahl meiner bevorzugten YT-Kanäle:
Viel Spaß beim Stöbern!!
Oh, das klingt alle sehr interessant. Vielen Dank dafür!
Gern geschehen!! Und ein frohes Fest Euch Allen!!
Ich bin auch viel auf YT unterwegs, habe aber nicht so viele feste Kanäle, sondern lasse mich meist treiben. Die von weiter unten empfohlenen topfvollgold und Marti Fischer finde ich ebenfalls sehr gut, daneben die Filmkritiken von BeHaind und den Kanal felifromgermany (eine deutsche Auswanderin, die lange in den USA lebte und den Amerikanern und Deutschen mal die kulturellen Unterschiede erklärt hat). MaiLab fand ich auch super, aber da kommt fast nix mehr. Dann der Kanal "Nicht witzig" von dem autistischen Journalisten Manuel Stark, der sich von Comedians erklären lässt, was Humor ist und warum sie Comedians geworden sind. Dabei kommen oft sehr interessante und tiefsinnige Gespräche raus. Und durch das Format "Falsch aber lustig" vom RBB habe ich viele mir bisher unbekannte Comedians kennengelernt, die tatsächlich witzig sind.
"Linus ist in den letzten Jahren sehr viel kritisiert worden und ich kann verstehen warum."
Also da hab ich bei LTT einige Videos gesehen, da war ganz deutlich zu merken, daß da ein Sponsor dahinterstand.
Generell muß man sich immer bewußt sein, daß professionell betriebenes Youtube eben ein Business ist und die Leute entsprechend agieren.
Und wenn schon Streaming zu einer Fragmentierung des Entertainments und einem vielbeklagten Verlust eines gemeinsamen kulturellen Erlebnisses führt, ist dann Youtube das Ganze nochmal auf die Spitze getrieben. Es gibt immer wieder durchaus große Kanäle, die komplett unbekannt sind, wenn man nicht in einer gewissen Nische unterwegs ist.
Mit diesen Aussagen tue ich mich schwer – das Problem bei Linus ist ja eher, dass er mit einer Flut von Videos die notwendige Sorgfalt vermissen lässt und immer wieder falsche Aussagen macht. Darüber hinaus aber sucht man sich halt aus, was einen interessiert – hinter dem oben gezeigtem RAMBO-Video steckt keine Werbung. Und selbst wenn – was ist gegen Sponsoring zu sagen, solange es transparent ist?
Das mit der Fragmentierung durch YouTube sehe ich gar nicht. Es gab auch früher Sendungen, von denen wir nichts wussten, obwohl sie 100 Millionen Zuschauer hatten – weil sie in China liefen. Das ist kulturell immanent. YouTube hat dagegen den Vorteil, dass die Kanäle aufeinander verweisen, sich gegenseitig befruchten, kommentieren etc. – YouTube ist AUCH ein "social network", wie es TV-Sender und Streamer weder sein können noch sein wollen.
"was ist gegen Sponsoring zu sagen, solange es transparent ist?" – Prinzipiell nix. Konkret ist mir nur ein Video über einen Cloud Gaming Anbieter in Erinnerung geblieben, das quasi eine 14 minütige (und offensichtlich stark gescriptete) Werbung war. Am Ende ist jeer Zuschauer selbst verantwortlich, ab wann er einem Youtuber nicht mehr vertraut bzw jeder Creator, wo er eine Linie zieht – für mich persönlich waren "Raid Shadow Legends"-Promos immer ein recht zuverlässiger Gradmesser.
Was "Fragmentation" angeht – vielleicht ist es selektive Wahrnehmung oder Bias, aber in meinen Augen läßt sich nicht leugnen, daß z.B. die Zahl der TV Serien, die so ziemlich jedem ein Begriff sind und wo jeder mehr als eine Handvoll Folgen gesehen hat – was gibt es da heutzutage noch außer "Game of Thrones" oder "Stranger Things". Bei den US-Networks sind Serien "Hits", deren Quoten vor 20 Jahren zur Absetzung geführt hätten. Von Serien, über die dauernd irgendwo geredet wird wie "The Bear", "Succession", "Ted Lasso",… habe ich noch keine einzige Folge gesehen. Ich will auch nicht sagen, daß das schlecht ist. aber es ist mMn die Realität und Youtube da noch der nächste Schritt.
Ich frage mich ja auch, ob das Verlegen der Oscars auf Youtube der Anfang vom Ende der Preisverleihung ist.
Youtube war und ist (noch) toll ja, aber Google treibt die Enshittification stetig weiter voran.
Das beginnt bei der Frequenz von Werbung, ohne Adblocker ist das Ding eigentlich nicht mehr nutzbar. Fällt mir immer auf wenn ich mal auf ein irgendwo eingebettetes Video von meinem Handy aus drauf klicke und sich dass dann nicht in meinen entsprechend eingerichteten Browsern öffnet. Du umgehst das Problem mit YT Premium, ok kann man machen, aber ich persönlich gebe lieber Kanälen die ich wirklich mag einmal im Jahr einen Monat Patreon Mitgliedschaft oder ähnliches falls sie sowas haben. Da kommt das Geld bei den richtigen Personen an und nicht nur der trillionstel Prozent den Google abdrückt.
Dann sind da die bereits in deinem Artikel erwähnten Auto Übersetzungen. Ich bin des englischen mächtig und brauche und möchte die nicht. Auf der Webseite kann ich die mit ein paar klicks (die ich immer wieder machen muss) deaktivieren – aber in Embeds geht das z.B. nicht. Seit dem sind Embeds eigentlich auch nicht mehr benutzbar.
Des weiteren wäre das Damoklesschwert Copyright Strikes dass Google über alle Kanalbetreiber schwingen lässt. Kanalbetreiber haben hier fast 0 Rechte und Unternehmen wird es so einfach wie möglich gemacht Massenweise Kanäle zu striken. Man hört quasi wöchentlich von Kanälen die Videos aufgrund fragwürdiger Grundlage entfernen mussten oder komplett davor stehen den Kanal zu verlieren. Ich bin froh dass meine Existenz nicht von der Willkür von Google abhängig ist.
Apropos Willkür von Google, wie sensitiv der Erfolg von Videos von den in-transparenten Algorithmen von YT abhängt die sich auch mal ohne Vorwarnung von einem Tag auf den anderen ändern können ist auch nochmal ein Thema für sich (dazu gab es ja auch sehr viel bei Linus).
Und das waren jetzt alles eher technische Dinge und nicht inhaltliche. Immer mehr Kanäle mal mit echten Inhalten groß geworden sind machen mittlerweile nur noch Reaction Content weil es ohne jeden Aufwand genauso viel Klicks generiert (in Einzelfällen (?) sogar eher mehr). Weiter will ich dieses Fass gar nicht aufmachen.
Ich habe in meinem Leben sicher insgesamt tausende Stunden mit YT rumgebracht, aber in die Zukunft geblickt sehe ich schon eher dunkle Wolken aufziehen. Noch ist YT too big to fail. Die kommende AI-Slopocalypse wird sicher nichts zum besseren verändern.
Du bringst viele absolut valide Punkte. Den, der mir am meisten Sorgen macht, erwähnst du nebenbei – die Möglichkeit eines gigantischen "purge", bei dem YouTube die Spielregeln dreht und zukünftig verlangt, dass man ein Recht am Video nachweist, wenn man es hochlädt. Alles, was die Leute auf die Plattform gerettet haben, weil es in anderen Formaten nicht mehr existiert oder von Sendern nicht mehr angeboten wird, ist dann gefährdet. Man stelle sich vor, YouTube würde zur Besänftigung von SAT.1 automatisch alle Videos löschen, die in der oberen Ecke den Regenbogen-Ball zeigen – das würde dann auch tonnenweise Filme und Serien betreffen, die SAT.1 auch nur in Lizenz übernommen hatte und die nun als "Eigentum" des Senders identifiziert werden. Und das ist nur eine von vielen apokalyptischen Varianten.
Da würde ich YouTube Anti Translate empfehlen. Gibts auch für Firefox.