12
Nov. 2025

Filmverbrechen-Fotostory (NSFW): POMMES ROT-WEISS oder:
Porno-Prominenz im Pott (2)

Themen: Film, TV & Presse, Fotostory, Neues |

DISCLAIMER: Ich finde ganz unbescheiden, dass ich besonders für diesen zweiten Teil granatenstark recherchiert habe. Leider haben mich meine Recherchen immer wieder in zwielichtige Bereiche geführt, die zu berichten und zu illustrieren nackte Tatsachen erfordert. Der sensible Leser möge den Blick entsetzt abwenden!

Wo waren wir? Ach ja, Jonas geht erstaunlich locker mit der drohenden Deadline um und verbringt seine Zeit lieber in Lokalen, lokalen Damen, und damit, wirklich jedem dahergelaufenen Popanz von seiner geklauten Corvette vorzujammern.

Wird die Pommesbude Indizien liefern, wer die beiden Tangotänzer ermordet und den Sportwagen geklaut hat? Ich setze auf "nein".

Man achte drauf – Imbiß oben, Imbiss unten:

Jonas bestellt übrigens keine "Pommes rot-weiss" – schnöde Mayonnaise muss reichen. Damit kann der Mann mein Freund nicht sein. Ketchup geht noch, Currysauce wird präferiert, aber kalte Mayonnaise ist nix, was auf Pommes gehört. You heard me!

Eine junge Dame wirft Jonas ein paar interessierte Blicke zu und beißt sehr suggestiv in ihre Wurst. Die große Liebe wird daraus nicht, aber ich kann wenigstens mal wieder mit der Tiefe und Breite meiner Recherche angeben.

Ellen Hauffler war zwischen 1990 und 1992 auch bekannt als Ellen Haufler, Elly Pilly, Cornelia Fischer, Ellen Hof, Cornelia Zupf, Cornelia Zopf, Anika Berger und Anka Berger. Das lässt nur einen Rückschluss zu: sie war Geheimagentin!

Quatsch. Natürlich lässt die Namensvielfalt eher auf 00Sex als 006 schließen. In immerhin 41 "Filmen" in nur zwei Jahren hat sich die ostdeutsche junge Dame nach dem Ende des real existierenden Sozialismus dem Kapitalismus auf fleischliche Weise angedient. Vorwärts und nie vergessen!

Die Liste ihrer Filmtitel ist weitgehend nicht jugendfrei, aber ich kann nicht umhin, ein paar der unterhaltsameren Ergüsse (pun intended) zu listen:

  • Die Scham Spalt-Klinik
  • Dumm saugt gut
  • Das Sex-Horoskop
  • Der Ficker ist immer der Gärtner
  • Nackte & Kanone (Teil 1 UND 2!)
  • Schulmädchen: Harte Pinsel
  • Wenn der Postmann 2x spritzt
  • Mantafahrer geben Gas! (Teil 3)

In POMMES ROT-WEISS darf sie allerdings nur am Bratwürstchen lutschen und sich vom Curry-Casanova bieder anbaggern lassen:

Es ist Zeit, das Geheimnis zu lüften, warum wir überhaupt und mehrfach diesen Imbisswagen zu sehen bekommen – der Typ hinter dem Tresen ist nicht irgendwer, sondern the one and only Ährwin Weiss. So eine Art Ruhrpott-Achim Mentzel, an dem Kalkofe seinen Spaß gehabt hätte. Hat Zeit seines Lebens Karneval- und Stadionschlager über den Pott und den Fußball gesungen und ist hauptsächlich deshalb in Erinnerung, weil er Frauen jeden Alters notorisch "Mäusken" nannte:

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Genau deshalb sind wir hier – Michael Schey hielt es wohl für eine tolle Idee, dieses "Ruhrpott-Idol" jenseits aller Sinnfragen auch noch in den Cast zu dengeln. Und so darf Ährwin der Porno-Aktrice Ellen ein Ständchen bringen mit dem Titel "Ich bau mich mein Häusken nur an der Ruhr".

Irgendwie muss man ja auch die 85 Minuten Laufzeit rumbringen.

Jonas hat es derweil tatsächlich mal in die Redaktion geschafft. Renz ist nicht gerade begeistert, dass sein "bester Mann" sich mehr um sein gestohlenes Auto sorgt als um die Schlagzeilen der nächsten Ausgabe.

Sehe nur ich da eine gewisse Ähnlichkeit mit Michael Caine?!

Es kommt zu einer denkwürdigen Anweisung:

"Ich brauche eine Story von dir, einen Aufmacher. Es ist Saure Gurken-Zeit. Mit dem Mord in der Fabrikhalle können wir uns eine Woche über Wasser halten. Von mir aus strecken wir das Ganze auf 14 Tage. Lass uns einen Ritualmord daraus machen. Das liegt im Trend!"

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, Renz meint damit, dass die Zeitung die Frage stellt, ob es sich bei dem Doppelmord um eine kultisch motivierte Tat handeln könne. Mitnichten, wie wir bald sehen werden…

Sekretärin Lucy bittet nun darum, früher heimgehen zu dürfen. Darf sie.

Der Chef ist sowieso anderweitig beschäftigt. Im Schreibtisch hat er nämlich einen ordentlichen Vorrat an Kräuterlikör-Fläschchen (product placement?)…

und…

… Dessous- und Nacktfotos seiner Sekretärin Lucy, die er sich mit sichtlich masturbativem Interesse anschaut und dabei "meine Sekretärin" murmelt.

Das mag euch jetzt vielleicht seltsam vorkommen. Will der Film implizieren, dass "Lucy" in dieser filmischen Realität deckungsgleich mit dem Busenwunder Danuta Lato ist? Hat sich "Lucy" bei Renz mit diesen Fotos beworben? Hat Renz die Fotos gar von Katja schießen lassen, die habituell Nacktaufnahmen produziert?

Die Antwort ist erheblich profaner – wie bei Petra Jokisch sind diese Fotos der einzige echte "Schauwert", der uns von der Darstellerin gegönnt wird. Das bestätigt sich in der folgenden, aus jedem Kontext plumpsenden "Erotik-Fantasie", in der Danuta in einer Show-Kulisse diverse Reizwäsche zur Schau trägt…

… einen Strip nur andeutet….
… und dabei von zwei Clowns begafft wird:

Es sind diese Momente, für die ich lebe und meine Fotostorys produziere! Das ist so grandios sinnlos und entzieht sich jeder Analyse. Einzige Rechtfertigung für diese Szene scheint die Meinung von Michael Schey gewesen zu sein, man müsse auch Danuta zeigen, wenn man Danuta angeheuert hat. Über diese flüchtigen Momente hinaus ist sie nur zwei, dreimal Stichwortgeberin im Hintergrund.

Reden wir also über Danuta Lato.

Ihr offizieller Wikipedia-Eintrag verschweigt es, aber die von Mutter Natur übermäßig "gesegnete" Polin versuchte sich (damals noch brünett) zuerst in der Pornografie, bevor sie sich als blondes Busenwunder neu erfand und in den 80ern mit ihren Kalendern viele KFZ-Werkstätten und Baustellen-Container zierte. Ihre eher proletarische Erotik eignete sich mehr für PRALINE und WOCHENEND als für den PLAYBOY. Immerhin schaffte sie es sowohl auf die HIGH SOCIETY…

… als auch auf die Parodie der HIGH SOCIETY:

Weil Danuta keinerlei Talente jenseits ihrer Kurven mitbrachte, mühte sich die Presse redlich, immer neue Karriere-Ideen zu promoten, um den erneuten Abdruck ihrer nackten Tatsachen zu rechtfertigen. Ihren Versuch, als Sängerin neben Samantha Fox und Sabrina das Triple voll zu machen, hatten wir ja schon:

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So klingt Dieter Bohlen-Mucke, wenn man sie bei Temu bestellt.

Es wurde auch kolportiert, Danuta wolle in ihrer polnischen Heimat ins Parlament einziehen – als Kandidatin einer ominösen "Bier-Partei":

Versuche, als Schauspielerin Fuß zu fassen, scheiterten meistens an ihrem schweren Akzent und ja… am Mangel darstellerischen Talents. Sie brachte es nur zu ein paar Nebenrollen, fast zwangsweise auch für die LISA (coming soon).

Die Presse schämte sich seinerzeit für wirklich gar nix:

Zu der Zeit, als POMMES ROT-WEISS produziert wurde, hatte sich Danuta bereits entschieden, nicht mehr als Masturbationsvorlage zu arbeiten. Daraus erklärt sich vermutlich ihr "Verzicht" auf eine Nacktszene im Film, was Schey wirklich gefuchst haben muss. Sie heiratete dann und ging nach Polen zurück. Aktuelle Bilder auf Social Media zeigen, dass sie gut gealtert ist und sehr glücklich wirkt. Es sei ihr von Herzen gegönnt. Mir tun diese Frauen leid, die für Männer und Medien nur über die Schiene "mach dich nackig!" interessant sind. Was für eine leere Existenz.

Es gibt aber noch einen Nachklapp, der zeigt, dass die Schmierlinge auch bei den ach so anständigen Öffentlich-Rechtlichen saßen. 1997 kehrte Danuta noch einmal auf die deutschen Bildschirme zurück, als man bei EIN FALL FÜR ZWEI zwei Prostituierte brauchte. Da bekam der olle Matula echte Stielaugen:

Klar hätte die Produktionsfirma zwei attraktive "reguläre" Aktricen anheuern können, aber man castete lieber Danuta Lato und eine gewisse "Nicole Heyka":

Kenner der Erotik-Branche werden sie erkannt haben: "Nicole Heyka" ist Kelly Trump, eine der prominentesten Pornodarstellerinnen der frühen 90er.

Ich frage mich, wie die Produktionsfirma das dem braven ZDF verkauft hat – oder ob die Senderchefs in Mainz überhaupt wussten, wer da durchs Bild stöckelte?

Zurück zu Jonas. Was macht der Top-Reporter, wenn die Deadline drängt und der Tatort wartet? Er geht in einen Bumsschuppen, logo. Wir können uns darauf einigen, das Etablissement von"Romy" freundlich "Strip-Lokal" zu nennen, aber ich vermute eher, dass hier ein Ruhrpott-Puff als Kulisse gedient hat, vergleichbar mit der Playboy-Bar in GINA WILDKATZE.

Ich zeige euch das Lokal nicht nur, um die unfassbare Spießigkeit und das Rentenalter des Klientels zu dokumentieren:

Romy erzählt Jonas von ihrer brillanten neuen Idee: Ein Strip-Wettbewerb, mit dem neue Tänzerinnen vorgestellt werden sollen. Das wäre doch sicher was für die Zeitung! Und für Katja, die immer neue Models sucht!

Nur damit wir das richtig verstehen: Es geht darum, auf der Bühne des Strip-Lokals zu strippen, um hernach auf der Bühne des Strip-Lokals strippen zu dürfen.

Romy wird gespielt von Ingeborg Meyer, einer tatsächlichen Schauspielerin – was auch auffällt, denn im Gegensatz zum Großteil der restlichen Besetzung hält sie nicht nur stoisch das Gesicht in die Kamera, sondern füllt die Rolle der Bardame mit einem gewissen Charme. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Die Spreu ist diese dauergewellte Bardame, die mit steinernem Gesichtsausdruck zuschaut, wir Jonas sich die Kante gibt. Ihr wird keine einzige Textzeile gegönnt.

Passend, dass ich fast alle Abstecher hinter die Kulissen in diesen einen Beitrag packen kann, weil handlungstechnisch sowieso nix passiert. Die Bardame ist nämlich keine vom Duisburger Arbeitsamt vermittelte Statistin.

Es handelt sich um Angie van B(o)urg, die "Tochter" des legendären Showmasters Lou van Burg ("Der goldene Schuss"). Und in dieser Funktion musste sie in den 80ern natürlich auch für den PLAYBOY posieren:

Der widerliche Anreißer-Text ist übrigens vermutlich falsch – Angie war gar nicht die leibliche Tochter von Lou van Burg. Sie wurde von seiner Geliebten Marianne Krems, wegen der er damals seine Karriere beim ZDF beenden musste, mit in die Beziehung gebracht. Angie kann demnach weder "Entertainment im Blut" haben, noch einem "goldenen Schuss" von Lou entsprungen sein.

Dieser zeitgenössische Beitrag im SPIEGEL lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass Angie in einer sehr frühen Phase von van Burgs Seitensprung gezeugt wurde.

Mit der medialen Aufmerksamkeit versuchte Angie eine Karriere im niederländischen Pop-Biz à la Samantha Fox, ähnelte dabei aber eher Danuta:

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Sie steht heute übrigens immer noch auf der Bühne – da müsst ihr nun durch:

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Wahrlich, es ist eine Galerie komischer Gestalten, die Michael Schey für seinen Film versammelt hat, ohne sie wirklich brauchbar einsetzen zu können.

Romy ist zwar unerklärlicherweise selber spitz auf Jonas, ruft aber dennoch Katja an, damit sie den hackedichten Loverboy nach Hause bringt:

Katja sieht sich genötigt, Hand anzulegen, um Jonas ins Auto zu verfrachten:

Während Jonas bereits selig in Morpheus Arme sinkt, schockiert uns Katja mit der Erkenntnis, dass man ihm nicht böse sein könne – was ich vehement bestreite. Ich möchte dem Pfeifenaugust schon seit Minute 3 eine semmeln.

Katja berichtet außerdem, dass Heerhausen ihr von Banden erzählt hat, die geklaute Sportwagen in den Nahen Osten an Scheichs verkaufen – sollte das womöglich irgendeinen Zusammenhang mit dem geklauten Sportwagen von Jonas haben?! Leider könnte Katja genauso gut mit der Tapete reden. Jonas ist eingeschlafen. Star-Reporter, wir hatten das ja schon thematisiert.

Die nächste Redaktionskonferenz findet statt und die Volontärin macht sich gleich mal unbeliebt, weil sie nach einem Besuch von "Rheingold" das Thema "Ökologie in der Oper" als "wahnsinnig relevant" an den Mann bringen will:

Hier wird’s jetzt immer wilder. Wenn meine Recherche nicht täuscht, wird die Volontärin von einer gewissen Ute Meisenheimer gespielt, über die ihr auf dieser Webseite mehr erfahren könnt – u.a., dass sie über 30 Jahre lang zur "Kommune" des Skandalkünstlers Roland Reber gehörte, der in seinen letzten Jahren vor allem mit quasi-pornografischen Kunstfilmen Aufsehen erregte, in denen Antje Nikola Mönning vollen Körpereinsatz zeigte – was der BILD viele Schlagzeilen brachte, spielte sie doch vorher eine junge Nonne in der ARD-Serie UM HIMMELS WILLEN.

Marketing done right!

Mönning ist für ihre exhibitionistischen Abenteuer mehrfach verhaftet worden.

Können wir nun endlich wieder zum Film POMMES ROT-WEISS zurück?!

Genau SO musste man sich in den 80ern die Zeitungsredaktionen vorstellen:

Und Sekretärin Lucy läuft mit der 3 Liter-Pump-Thermoskanne Kaffee umher!

Renz macht Jonas ein Fass auf, das nun am Überlaufen ist – man hat SEINEN Benz gestohlen. Kackfrech! Eines Mannes Wagen ist schließlich sein Penis. Die Tat entspricht demnach einer Kastration und muss entsprechend geahndet werden!

"Du weißt, wie einem dabei zumute ist."

Keine Frage also, dass Renz den Autoschiebern mehr Aufmerksamkeit widmen möchte als dem Doppelmord an den Tangotänzern.

Jetzt ist es Jonas, der abwinkt. Er will nach gefühlten drei Wochen nun doch mal für die Schlagzeile des nächsten Tages sowas wie arbeiten. Die Idee, die grausige Tat als "Ritualmord" zu verkaufen, findet er in Ordnung:

"Das steigert die Auflage."

Eine steile These, die noch dazu alles über seine berufliche Integrität verrät, was wir wissen müssen. Kein Journalist – ein Schmierfink.

Und dieser Schmierfink sucht mit Katja nun zwecks Fotobeschaffung die Fabrik auf, in der die Tangotänzer erschossen wurden.

Man kann die Frage stellen, was das soll. Renz ist bereits im Besitz der sehr blutigen Polizeifotos, mit denen er aufmachen könnte. Der Tatort ist selbstverständlich bereits geräumt und somit als Motiv komplett wertlos.

Es steht auch die Frage im Raum, was das alte Fabrikgelände als Location soll. Warum waren die Tangotänzer hier? Was hat das mit den gestohlenen Autos zu tun? Warum befragt man weder Polizei noch eventuelle Zeugen? Keine Sorge, POMMES ROT-WEISS wird sich gar nicht erst an Antworten versuchen.

In dieser Szene hat man erneut das Gefühl, dass die Darsteller mangels Drehbuch und Regie ihre Szenen weitgehend improvisiert haben – oder eben nicht, denn Katja steht seltsam desorientiert rum und bekommt kein Wort raus:

Jetzt kommt’s: Jonas hat keine Probleme, die Mär vom "Ritualmord" nicht nur zu erzählen, sondern gleich zu inszenieren. Er zieht ein paar Trauerlichter aus der Tasche und stellt sie in Kreuzform am Tatort auf.

Meine Damen und Herren, der Held unserer Geschichte! Ein notgeiler und stinkfauler Hallodri mit Hang zum Quartalssuff und der Bereitschaft, polizeiliche Ermittlungen durch seine Inszenierung in die Irre zu führen. So stellte sich Schey den souveränen Top-Journalisten der 80er vor. Man möchte im Strahl kotzen.

Nicht grenzdebile Leser des Blattes könnten übrigens fragen, warum die Kerzen AUF dem erst von der Polizei gezeichneten Kreideumriss stehen und demnach nichts mit der eigentlichen Tat zu tun haben können.

Katja schießt lustlos ein Foto, für das man wahrlich keine professionelle Fotografin braucht. Danach schnüffelt das Paar noch ein wenig in der nie näher erklärten "Fabrik" herum – unterbrochen von ständigem geilen Gegrabbel aneinander:

Jonas und Katja stoßen überraschend auf eine Halle, in der mehrere Sportwagen unter Zentimeter dicken Staubschichten vor sich hin modern:

Was ist das? Das Lager der Autodiebe? Weder wird es erklärt, noch scheint es Jonas und Katja nennenswert zu interessieren. Polizei rufen ist auch keine Option – besonders, weil es mal wieder Beziehungsknatsch zu kauen gibt.

Dieses Streitgespräch ist so banane und ohne jeglichen roten Faden, dass ich es euch weitgehend vollständig wiedergeben muss.

Jonas: Wie findest du die Halle für ein Schäferstündchen? Ich habe Lust.

Katja: Weißt du noch, wie wir uns nach vier Monaten in Stockholm verlobt haben? An unserem Jahrestag wollten wir heiraten.

Jonas: Da war ich in den USA.

Katja: Und was ist mit jetzt? 

Jonas: Willst du in dieser Fabrik heiraten?

Katja: Du weißt, was ich meine! Jonas! Ich würde alles mit dir machen. 

Jonas: Alles? 

Katja: Alles – sogar heiraten. 

Jonas: Ich finde, wir sind zu jung für eine feste Bindung.

Katja: Du wirst 35, Jonas! Zu jung? Ha! Ich weiß nicht, wie das alles enden soll, aber ich muss ja auch ’ne Meise haben…

Und so…

I can’t. I can not. I have lost the ability to can.

Wird jetzt wenigstens – wie von der BILD angeprangert – "lustverzerrt" auf der Motorhaube geräkelt? Leider nein. Wir schauen stattdessen beim Autoschieber vorbei, der einen Wagen von seinen Handlangern umspritzen lässt:

Hier sind gleich zwei Dinge bemerkenswert. Zuerst einmal hält Schey das Gesicht des Bösewichts außerhalb des Kamera-Blickwinkels, als wüssten wir nicht, dass es sich dabei auch mangels Alternativen um Heerhausen handeln muss.

Und schließlich: Der blau bekittelte Lakai, dessen einzige Dialogzeile "bin dabei, Boss" lautet, ist niemand anderes als HENRY MASKE!

Der Boxer, damals noch nicht in die höheren Kreise der deutschen Medienprominenz aufgenommen, lässt sich in POMMES ROT-WEISS als Statist verheizen und steht in der Besetzungsliste an der letzten Stelle! Ohne letztere hätte man ihn nicht erkannt – eine Nahaufnahme bleibt uns nämlich erspart.

Immer wenn man denkt, der Film könne nicht noch eine Überraschung aus dem Hut ziehen. Henry Maske. Der Gentleman. In Ehrfurcht.

Jonas kultiviert weiter das Image des "coolen" Jungjournalisten, das allerdings von seinen Slippern und den weißen Tennissocken massiv torpediert wird. Wenigstens hat er einen batteriebetriebenen Rasierer in der Trenchcoat-Tasche:

In der Pizzeria von Enzo und Sylvia kommt es zu Vorgängen wie aus der Twilight Zone: in schwarz gekleidete Männer blockieren die Tische und bestellen nur Mineralwasser. Welch eine teuflische Methode, den italienischen Restaurantbetreiber zu ruinieren!

Katja geht derweil ihrer regulären Arbeit nach und fotografiert ein paar nackte Mädels hinter einer regenbogenfarben reflektierenden Folie:

Es waren die 80er, da hielt man solche Sperenzchen für frech und sexy.

Katja trägt wieder den Samtbody mit dem riesigen Gürtel. Berufsbekleidung oder ein Hinweis darauf, dass alle Szenen in der Location am gleichen Tag gedreht wurden?! Wir kommen noch darauf zurück.

Keine Sorge, es gibt noch weitere Indizien, wie "effizient" Schey seinen Film auf die Kassette seines Camcorders geprügelt hat…

Nach dem Shooting möchte man gemeinsam speisen. Aber alle Tische sind belegt. Auch Katja kann Enzo und Sylvia nicht helfen. Die sparsamen Besucher in schwarz tun ja nichts Illegales. Wahrlich – das perfekte Verbrechen!

Auf die Idee, dass diese Masche mit Heerhausens Frage bezüglich eines Lokals für seinen "italienischen Freund" zu tun habe könnte, kommt die smarte Fotografin allerdings nicht.

Jonas lungert inzwischen in der Redaktion rum. Romy ruft an und erinnert ihn an den Strip-Wettbewerb für die "neuen Talente". Mir fällt dabei primär auf, dass Jonas sich am Telefon tatsächlich als "Jonas" meldet. Hat der keinen Nachnamen? Oder heißt er womöglich Jonas Jonas?

Wir enden den zweiten Teil wie den ersten – an Ährwins Imbissbude. Diesmal ist es Katja, die sich gleich eine doppelte Portion "Pommes rot-weiss" (bei uns in Düsseldorf: Pommes Fortuna oder Pommes Schranke) bestellt hat.

Oder wie es der Kollege Brandon Tenold ausdrücken würde:

Schon wieder 19.000 Zeichen verschwendete Lebenszeit. Haltet durch, wir haben wenigstens schon die Hälfte der Laufzeit rum!



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Vineyard
Vineyard
12. November, 2025 08:15

Etwas spät aber:

Beim Nachrichtenclip im ersten Teil von der Hilgers dachte ich mir "Moment, die Stimme kenn ich doch".

Warum beschleicht mich das Gefühl, dass Schey/Morgan bei dem Dreh diverse Pornosets recylced hat?

Last edited 1 Monat zuvor by Torsten Dewi
Vineyard
Vineyard
12. November, 2025 09:31
Reply to  Torsten Dewi

Ok.^^

Man merkt übrigens, wie abgehärtet du schon durch anderes Zeug bist.

Wie oft hattest du übrigens den Eindruck, dass Schey/Morgan von jemanden erinnert werden mußte, dass er hier KEINEN Porno drehen soll?

Sergej
Sergej
12. November, 2025 10:03

Berufliche Integrität bei einem Schmierfink, die Tochter wollte ein Pony! 🐎

Und der besoffene Jonas wird, wenn ich das richtig sehe, in einen Käfer verfrachtet, wenn auch nicht der Lisa-Käfer.

Und Henry Maske war jung und brauchte das Geld (ob die Statisten überhaupt was bekommen haben?).

Tim
Tim
12. November, 2025 14:46

“Man achte drauf – Imbiß oben, Imbiss unten” – aber das war vor 1996 doch beides richtig? Heute wird bei all caps auch noch Doppel-S aus ß?

Marko
12. November, 2025 15:31

Kudos für "granatenstark". Volle Kanne Hoschi!

Und die Fotostory ist hinreißend. ✨

Matts
Matts
13. November, 2025 16:51

Da ist ja was los! Sudden Henry Maske und discount Michael Caine (ja, ich seh´s auch)!

Und auf der Liste von Frau Haufflers Filmen sind definitiv Kandidaten fürs Porno-Ping-Pong dabei.

FonZo
FonZo
17. November, 2025 15:50

Wäre ich je in der Situation, eine Pommesbude betreiben zu wollen, hiesse die
„Rot-Weiss Essen“
tsss-bumm
danke, ich finde selbst raus…