15
Sep. 2025

Wortvogel vs. Uwe Boll – FIGHT!!!

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich habe heute einen Fastentag. Das heißt: Ich esse 36 Stunden lang gar nichts. Das macht mich sehr hangry. And you wouldn’t like me when I’m hangry.

Also mache ich jetzt einfach mal das bodenlose Fass Uwe Boll auf.

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Uwe Boll hat nicht mehr alle Latten am Zaun, das ist bekannt. In seiner Zeit als Regisseur wurde er nicht selten (aber natürlich ungerechtfertigt) als "schlechtester Filmemacher aller Zeiten" bezeichnet – was in seinen Augen am korrumpierten System liegt, das Freidenker wie ihn unterdrückt und ausschließt:

"Dreht man in Deutschland einen Film über deutsche Helden wie Stauffenberg oder die Geschwister Scholl oder John Rabe, bekommt man Subventionen, TV-Gelder, Festivaleinladungen und Preise. (…) Und wenn dann jemand wie ich so was macht, wird man doppelt behindert und angegriffen! Der einzige Grund, warum mich alle deutschen Förderer und Festivalchefs ablehnen, ist, dass ich ihnen nie in den Arsch gekrochen bin“.

Weil er seine eigenen Filme nicht ausreichend gewürdigt sieht, tritt er mit Vorliebe und einem massiven Defizit an Rechtschreibung und Grammatik gegen andere:

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Die TITANIC hat sein filmisches Gebahren mal sehr schön zusammengefasst.

Mit großem Getöse hat er 2016 dann hingeschmissen und der Filmbranche den Rücken gekehrt. Ich prophezeite, dass es kein Abschied von Dauer sein würde.

Auch als Restaurateur mit dem BAUHAUS in Kanada ist er gescheitert – was in seinen Augen nur an der Gastronomie-Mafia liegen kann:

"That BAUHAUS is not on the list is the evidence of corruption. That list is dominated by David Hawksworth who is not even cooking anymore in his restaurant (what is actually a good thing)."

2019 habe ich mich erstmals mit seinen Thesen zur Besserung der Bundesrepublik beschäftigt – die waren meist gut gemeint, aber schlecht gedacht. Es war aber schon auffällig, dass Boll mit der Partei DAS HAUS DEUTSCHLAND liebäugelte. Was aus seiner Rolle als ihr "Bundessprecher" wurde? Unbekannt.

Wie von mir vorausgesagt, ist Boll ab 2022 zur Regie zurückgekehrt – mit den üblichen durchwachsenen Ergebnissen:

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Läuft eher so mittel bei ihm.

Das Problem: Er hat jetzt zu viel Zeit. Und wenn Boll zu viel Zeit hat, dann erklärt er dem Rest der Welt, was schief läuft und wie er alles besser machen würde. So, wie er ja auch als Regisseur und Restaurateur alles besser gemacht hat.

2024 hat er mit voller Inbrunst Donald Trump als den Systemsprenger gefeiert, der die kaputte USA vom Kopf wieder auf die Füße stellen werde und dem Kanada und Deutschland folgen sollten. Seither ist ihm aufgegangen, dass Trump genau das Gegenteil macht – was in seinen Augen nur an den Linken liegen kann, die den Amis keine andere Wahl bei der Wahl gelassen haben (Rechtschreibung seine):

the problem is that the woke left got crazy and let to much absurd policies happen ….that got trump in running on freedom, less rules, america first, no wars, less illegal migration – but as soon he is in power he enriches himself and his family and shuts down media, gets people fired and disallow press outlets …. he runned on he will release the epstein files but now where he is in it he keeps them secret / thats an admission of guilt and also that he is not holding up to his promises and loves to go full dictator.

Da musste ich mich dann doch mal zu Wort melden:

Den Versuch, den Linken eine rechte Diktatur in die Schuhe zu schieben, sollten sich gerade die Deutschen verkneifen. Nachdem Sie Trump aber lange begeistert nachgerannt sind, muss sich halt ein anderer Sündenbock finden, gelle?

Wir erkennen die zwei Denkmuster von Uwe Boll:

  • Er weiß besser, wie alles laufen müsste
  • Schuld sind immer die anderen

Das ist weder neu noch überraschend. Das ist "vintage Boll". Mich hat allerdings fast schon schockiert, wie wenig Wirbel seine wirren Ansichten mittlerweile erzeugen. Sein kürzliches Wochen-Vlog, um das es heute geht, hatte nach mehreren Tagen keine 500 Aufrufe, seine Facebook-Beiträge generieren gerade mal eine Handvoll Kommentare. Alle Versuche, mit Kickstarter-Kampagnen neue Filme zu finanzieren, sind krachend gescheitert:

Eigentlich hatte Uwe Boll vor, mit Hilfe einer Schwarm-Finanzierung den Film Rampage 3 zu drehen. Die entsprechende Kickstarter-Kampagne läuft allerdings nur noch drei Tage und ist noch weit von dem anvisierten Ziel von 50.000 Euro entfernt. Wohl aus Frust über das absehbare Scheitern des Projekts hat Boll nun ein Video veröffentlicht, in dem er sich in gewohnt cholerischer Manier in Rage redet und zum Generalschlag ausholt.

»Fickt euch selbst!« ist dabei die Botschaft, die er sowohl an alle Crowdfunding-Plattformen wie auch deren Benutzer sendet. Es sei einfach absurd, wie viel Geld Amateur-Idioten auf Webseiten wie Indiegogo oder Kickstarter einsammeln würden. Er hingegen wolle Rampage 3 nicht machen, um Geld zu verdienen, sondern weil er ihn für einen wichtigen Film halte. Geld genug, um bis ans Ende seines Lebens Golf zu spielen, habe er ohnehin schon.

Boll, der gerne mit "Dr. phil. Uwe Boll" unterschreibt, ist längst zur Non-Entität reduziert, sprichwörtlich der "old man yelling at clouds".

Aus diesem Grund habe ich mich auch weitgehend von ihm ferngehalten, obwohl viele meiner Kollegen aus der Filmkritiker-Szene sich seit Jahren um seine Rehabilitation bemühen und sein Werk plötzlich zu "Kult!" erklären, was genauso hanebüchener Unfug ist wie die Behauptung, Boll sei der schlechteste Regisseur aller Zeiten. Es ist schlimmer: Boll ist ein belangloser Regisseur, dessen Filme keine tiefere Auseinandersetzung rechtfertigen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

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Damit sollte der Graben zwischen Boll und mir gezogen sein und es gibt keinen Grund, sich über diesen die Hände zu reichen oder Beleidigungen zu rufen. Aber dann musste Boll natürlich was schreiben, was ich nicht stehenlassen konnte…

Das hier ist die erste Hälfte des Textes, danach wiederholt er sich weitgehend:

Was passiert mit uns, wenn die Ukraine und Russland keinen Frieden machen? Nehmen wir mal an, dass es jetzt keinen Frieden geben wird, da Selinskyj (angestachelt von Frankreich, England, Deutschland, Wadephul, Kiesewetter, Hofreiter, Strack-Zimmermann, Dunja Halali, Wolf Schmiese, Maischberger und wie sie alle heissen) darauf beharrt alle eroberten Territorien zurückzubekommen. Die USA läßt sich ab sofort alle Hilfe und auch Waffen und Munition von der EU und den einzelnen europäischen Ländern bezahlen. Wir sollten nicht vergessen, dass die USA den Ukrainern auch in der Vergangenheit kein Geld oder Waffen geschenkt haben, sondern diese immer nur als Kredite gegeben haben. 50% der seltenen Erden und anderer Bodenschätze hat die USA vor ein paar Monaten auch schon per Vertrag gesichert. Die USA haben bisher ca. 115 Mrd. Euro auf der Uhr, die EU 64 Mrd. Euro, Deutschland 21.5 Mrd. Euro, UK 18,5, Japan 13.6, Kanada 11.9, Dänemark 10,1, Holland 9, Schweden 7.6 und Frankreich schlappe 7.6 Mrd. Euro. Die Franzosen sind bei jeder Besprechung großmäulig dabei und stellen Bedingungen, vergessen dann aber nach jeder Besprechung zu liefern oder zu zahlen. Bei der EU ist Deutschland klassisch für ca. 25% verantwortlich, daher sind wir im Endeffekt schon mit ca. 38 Mrd. dabei. Aber das beinhaltet nicht unser Rundum-Glücklich-Paket, welches wir den Ukrainern gönnen, die sich in Deutschland gemeldet haben. Knapp 720.000 Ukrainer beziehen in Deutschland Bürgergeld plus Miete, Krankenversicherung und Kindergeld. Die Kosten für Migranten und Flüchtlinge werden in diesem Jahr bei über 50 Mrd. Euro liegen, davon knapp über 15 Mrd. Euro für Ukrainer. Mit den 15 Mrd. sind wir dann schon bei 53 Mrd. Euro für die Ukraine. Nach meiner Kenntnis wird dieses Geld niemals von der Ukraine zurückgezahlt und wir bekommen auch dafür keine Sachwerte. Die Unterstützung, die wir der Ukraine leisten wird moralisch begründet, aber vor allem auch mit dem Märchen, dass Putin nach der Einnahme der Ukraine auch die Balten oder Polen und weitere Länder – also auch uns – überfallen könnte. Es gibt dafür weder in Worten noch Taten irgendwelche Anhaltspunkte. Nach Aussagen des US-Militärs hat der Krieg der russischen Armee enorme Menschen- und Materialverluste gebracht. Die Russen haben keinerlei Ressourcen, um ein Land wie Polen anzugreifen, die ähnlich stark wie die Ukraine sind. Die Aussage „die Ukrainer sterben für die europäische Freiheit, also für unsere Sicherheit“ ist reine Propaganda, die Selinskyj gerne nutzt, wenn er wieder auf Tour ist, um Geld und Waffen einzusammeln. In Wirklichkeit kämpfen die Ukrainer für sich selbst und sonst niemanden. Sie werden von sehr vielen Ländern unterstützt, da Putin es nicht verdient hat einfach so ein anderes Land einzunehmen.

Im Endeffekt der Quatsch, den die Ex-Corona-Spinner, die AfD und Sahra Wagenknecht daher reden – Frieden schaffen durch Appeasement. Als ob nicht gerade wir Deutschen wissen müssten, wie "gut" das funktioniert.

Ich lasse mich hinreißen und kommentiere das knapp:

"Nehmen wir mal an, dass es jetzt keinen Frieden geben wird, da Selinskyj (angestachelt von Frankreich, England, Deutschland, Wadephul, Kiesewetter, Hofreiter, Strack-Zimmermann, Dunja Halali, Wolf Schmiese, Maischberger und wie sie alle heissen) darauf beharrt alle eroberten Territorien zurückzubekommen." – mit Verlaub, Sie sind mittlerweile nur noch krank im Kopf.

Mehr ist mir die Sache nicht wert, aber Boll hakt zu meiner Überraschung nach, möchte es gerne konkreter wissen:

"Bitte antworten. Das Putin keine Gebiete verdient habe ich ja geschrieben, aber er wird die Gebiete nicht abtreten …also weiterkämpfen oder die bittere Pille schlucken?"

Okay, dann also ausformuliert, auch wenn ich bezweifle, dass meine Aussagen auf intellektuell fruchtbaren Boden fallen werden:

"Sie sehen keine Alternativen, weil Sie keine Alternativen sehen wollen. Das ist allein daraus ersichtlich, dass Sie Putins Forderungen tatsächlich ein "Angebot" nennen. Ich bin nicht dafür da, einem "dr. phil." den Kopf wieder gerade aufzusetzen. Ich bin aber "phil." genug, um einen unfassbar komplexen Konflikt nicht von der Seitenlinie mit Stammtischphrasen zu kommentieren."

Uwe versteht’s nicht und hakt erneut nach:

"Sie sehen Alternativen? welche und wie ?"

Ich habe nie behauptet, Alternativen gesehen zu haben. Ich habe im Gegenteil behauptet, dass es mir schlicht an der Kompetenz mangelt, der Politik ihr Verhalten vorzuhalten und meine eigenen Theorien als seligmachend zu verkaufen.

Aber dass man auch einfach mal die Klappe halten kann, ist für Boll keine Option.

Weil ich davon ausgehe, dass er das nicht verstehen wird, weil er es nicht verstehen will, halte ich mich abschließend kurz:

"Lesen Sie meinen letzten Satz einfach noch einmal. Ich bin jetzt auch raus."

Ich beschließe, ab diesem Punkt nicht mehr bei Boll reinzuschauen. Das regt mich nur unangemessen auf, zumal ich unterstellen muss, dass seine Follower mich nach allen Regeln der Kunst wegen Majestätsbeleidigung zerlegen werden.

Überraschenderweise sind die meisten Kommentatoren aber meiner Meinung. Nicht, dass es Uwe Boll scheren würde – Gegenwind ist für ihn nie ein Grund zur Einsicht, sondern lediglich Bestätigung, dass er ein Rebell ist und sowieso schlauer als alle anderen.

Ich könnte es damit gut sein lassen. Kein Grund, die Sache in einem eigenen Blogbeitrag nochmal hochzukochen – bis ein Kumpel mir schreibt, dass Boll mich namentlich in seinem neusten wöchentlichen Video-Rant erwähnt. Da werde ich doch neugierig. Den relevanten Teil habe ich euch mal rausgeschnitten, damit ihr nachher nicht denkt, ich hätte seine Aussagen verfälscht, nur weil ich sie sprachlich und grammatikalisch um der Lesbarkeit willen etwas glätte:

Soll ich stolz sein? Der Regisseur von BLUBBERELLA und BLOODRAYNE macht sich die Mühe, mich "wischi waschi, arrogant, halb süffisant" zu nennen? Zu viel der Ehre, Herr Boll (sorry, "Dr. phil."!). Ich bin und bleibe nur der kleine Wortvogel.

Aber ich bin hangry und habe gerade einen tollen Lauf, bei dem ich pro Tag locker einen Beitrag raushaue, während des Festivals sogar vier bis fünf. Die Video-Replik ist Munition und ich spüre, dass meine Schrotflinte geladen werden möchte…

Ich habe mir den Text des Videos von YouTube transkribieren lassen und mühsam auf Lesbarkeit getrimmt. Die gesamte Wiedergabe meiner Kommentare kann ich mir schenken, das steht ja alles oben. Ich möchte allerdings ein paar Sätze zu Bolls Reaktion formulieren.

"Also ich bin also krank im Kopf, dass ich das schreibe, das was ich gerade quasi gesagt habe."

Ja, dazu stehe ich. Er ist damit nicht allein. Ich halte jeden, der meint, die Ukraine müsse zu Gebietsabtretungen bereit sein, wenn sie wirklich Frieden will, für krank im Kopf. Es ist eine Umkehrung der Schuldfrage und der Verantwortung, die aus keinem gesunden Kopf kommen kann.

Das heißt nicht, dass es nicht so kommen wird, furchtbarerweise. Krieg hat eine eigene Dynamik, eine eigene Logik, eigene Gesetze. Aber Herrgott nochmal, man kündigt dem Diktator nicht vorab an, dass man klein beigeben wird!

Wieder Uwe Boll:

So, nur lieber Herr Dewi, mit diesem wischi waschi, arroganten, halb süffisanten, arroganten Scheißdreck kann man leider keine Politik machen oder irgendetwas positiv bewegen. Null. Sie wollen sich nur nicht festlegen, weil sie genau wie Kai Blasberg in meinem Podcast und so weiter erkannt haben, dass ihre alles heile Welt-Nummer nicht funktioniert.

Ja, genau das hatte ich befürchtet. Wer so vernagelt ist wie er, der deutet jede Kritik so um, dass er sie nicht tatsächlich verinnerlichen muss. Niemand hat von einer "heile Welt-Nummer" gesprochen, Ich weiß nicht mal, wo er das her hat oder was das ist. Aber es ist leichter, einen Strohmann abzufackeln, gelle?

JETZT kommt aber der Teil, wegen dem ich mich zu diesem Beitrag genötigt fühle. Das hier muss man zweimal lesen und sich auf der Zunge zergehen lassen:

Und in Wirklichkeit ist es natürlich so, dass ich in diesem Bereich Ukrainekrieg oder Migration, ich würde ich mal sagen, deutlich mehr weiß als 95% der Bundestagsabgeordneten, dass ich darüber mehr gelesen habe, auch im Ausland, in Englisch, dass ich das besser verfolge, tiefer verfolge, mich auch in die gesamte Vorgeschichten der Ukraine und Russland eingearbeitet habe als 95% der Politiker, die uns regieren. Ich würde behaupten, dass ich einen tieferen Einblick habe, einen besseren Einblick und so weiter. Ich habe ja auch immer gesagt, man muss Guardian, New York Times, aber eben auch NIUS gucken. Man muss das alles berücksichtigen und so weiter und dass ich mir deshalb auch von einem Torsten Dewi oder diesem anderen Hannes Dingsda, 25jähriger kleiner Spacki aus Bonn, nicht sagen lassen muss, dass ich vollkommen den Verstand verloren habe, sondern ganz im Gegenteil. Ich bin in der Lage eine Situation so darzustellen, wie sie ist und es von allen Seiten zu beleuchten.

Boll glaubt allen Ernstes, er wisse in Sachen Ukrainekrieg und Migration mehr als 95% der Bundestagsabgeordneten – weil er verschiedene Online-Medien vom linken bis zum rechten Rand des Spektrums konsumiert. Und an keiner Stelle schimmert durch, dass ihm die offensichtliche Selbstbesoffenheit irgendwie bewusst ist.

Man sollte diesen Absatz kopieren in die Wikipedia als perfektes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt einfügen. Das Merkmal der Dummen ist, dass sie zu dumm sind, ihre eigene Dummheit zu realisieren.

Ich könnte mir nun die Mühe machen, Uwe Boll zu erklären, dass seine Behauptung völlig aus der Luft gegriffen ist. Dass er sich selbst überschätzt. Dass allein der Zugang zu Geheimdienstinformationen und internen Absprachen dafür sorgt, dass ein Großteil der Abgeordneten sicher mehr von den Themen versteht als er – aber es wäre vergebene Liebesmüh. Weil Dunning-Kruger.

Ich korrigiere deshalb meine anfänglich geäußerte Einschätzung. Das Problem ist nicht, dass Uwe Boll es nicht verstehen will. Er kann es nicht verstehen. Ob ihn das teilweise aus der Verantwortung nimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich habe Boll nie bewundert, habe ihn nie für ein verkanntes Genie gehalten. Darum sehe ich seinen aktuellen Status auch nicht als dramatischen Abstieg. Der Mann ist genau so grob geschnitzt und stammtischig, wie ich ihn immer gesehen habe. Vom "Dr. phil." ist da rein gar nichts zu spüren.

Und doch ist das wow. Sad wow.

P.S.: Boll hat dann noch in einem Kommentar meinen Wikipedia-Eintrag gepostet, als würde das seinen Anhängern Munition gegen mich geben. Auch das ist nach hinten losgegangen.



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dermax
dermax
15. September, 2025 11:53

"Ich würde behaupten, dass ich einen tieferen Einblick habe, einen besseren Einblick und so weiter."
Diskussion sinnlos, weil er qua Definition halt Recht hat. Alles andere Geisterfahrer, daselbe wie bei seinen Filmen.
"unser Rundum-Glücklich-Paket, welches wir den Ukrainern gönnen"
widerlich

Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
15. September, 2025 12:56

Du bist nicht Du, wenn Du Hunger hast.

Hier, ein Snickers.

Mit Narzissten zu diskutieren hat aber auch viel von „Wolken anschreien“.

Nicht , dass ich dieser Versuchung auch erliege.

Last edited 4 Monate zuvor by Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
Walter K. aus H.
15. September, 2025 13:38
Reply to  Torsten Dewi

Der Versuch ist strafbar. 😃

Feivel
Feivel
15. September, 2025 20:04

wischi waschi, arrogant, halb süffisant

Also wischi waschi ist halt einfach Quatsch. Und nur halb süffisant?!

Das eigentliche Thema sehe ich nicht so eng. Er schreibt halt öffentlich seine Meinung, und hat durch die Kommentare drunter die Möglichkeit, etwas dazuzulernen. Mit wem soll er denn sonst reden? Seinen Freunden?

Baumi
Baumi
15. September, 2025 23:31
Reply to  Feivel

Es ist nicht nur sein Kanal, und ums Dazulernen dürfte es ihm auch nicht gehen. Boll liefert seit einiger Zeit Texte für das rechtslastige Portal "Tichys Einblick" und dient sich offenbar auch diversen AfD- und Russland-freundlichen YouTubern als gleichgesinnter Interviewpartner an.

Mein Eindruck: Es ist ja schon länger bekannt, dass es auf YouTube kräftig Klicks und Einnahmen bringt, wenn man auf "die Systemparteien" schimpft und sich Russland-freundlich gibt. Diverse rechte Propaganda- und Desinformations-Kanäle sind offenbar gut darin, ihre Videos so zu vermarkten, dass Algorithmus und Nutzer darauf anspringen. Und von dem Kuchen hätte Boll nun auch gerne ein Stückchen ab.

Baumi
Baumi
16. September, 2025 08:39
Reply to  Torsten Dewi

@wortvogel Soweit ich weiß, haben einige dieser rechten YouTube-Kanäle ziemlich ansehnliche Monatseinnahmen; teils durch Werbung teils durch Zuwendungen des treuen Publikums. Meine Theorie wäre, dass er auf so eine Einnahmequelle schielt, auch wenn die nix mit Filmemachen zu tun hat.

Ist aber nur eine Theorie. Kann auch sein, dass kein großer Plan dahinter steckt und er mit den Videos einfach nur Mitteilungsdrang und Selbstdarstellungsbefürfnis befriedigt.

Matts
Matts
16. September, 2025 10:34

Uns Uwe!
Der hangry Wortvogel gegen Dr. Boll. Direkt nach dem FFF wird hier sofort weiter Unterhaltung geboten!

Ich muss auch sagen: Vor 10-15 Jahren war der Mann vielleicht eine Reizfigur, die durchaus für Aufsehen gesorgt hat, vor allem für uns Cinephiles. Aber wenn man bedenkt, mit was für Gestalten wir uns heute rumschlagen müssen – da sticht Uwe Boll nicht mehr wirklich heraus.

Wienpirat
Wienpirat
17. September, 2025 06:32
Reply to  Matts

Es wird Zeit, mal wieder meine Jochen-Taubert-10er-Box rauszuholen.

Edin Basic
Edin Basic
16. September, 2025 16:53

Mensch.Ich fühle mich alt.Robert Redford ist gestorben.

DSFARGEG
DSFARGEG
17. September, 2025 14:03

Das letzte Mal ein Boll-Werk gesehen hab ich vor 20 Jahren, Alone in the Dark. Fanden wir (vorher) lustig, weil der in einem Autokino lief, was wir als popkulturelles Erlebnis noch nicht hatten. Der Film war Kappes, und damit hab ich die Boll-Sichtungen nach drei Filmen dann auch eingestellt. Es war mir einfach zu doof. Einigermaßen amüsiert von seinem Oeuvre gelesen hab ich noch ein paar Jahre, bis zu der Combo aus Blubberella und Auschwitz. Das war allein schon konzeptionell auf so vielen Ebenen so durch und durch evil, dass ich Boll ab da gemieden hab. Und dabei bleibt‘s. Dass er jetzt in die rechte Ecke abdriftet, wundert mich überhaupt nicht. Ich würde mir wünschen, dass du ihm keine Plattform bietest. Widerworte auf seinen eigenen Kanälen sind eine Sache, aber ich vermute, dein Blog hat unterm Strich ein Vielfaches an Reichweite. Die muss man einem Möchtegern-Fascho nicht schenken.