30
Sep. 2025

What the hell, STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS?!

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Ich hänge mit einigen Serien, die ich dringend sehen möchte, schwer hinterher – neben STAR TREK: STRANGE NEW WORLDS sind das u.a. MARVEL ZOMBIES und die zweite Staffel von PEACEMAKER. Einer der Gründe: Auf dem Pärchen-Programm mit der LvA stehen gerade neue Episoden von ALL CREATURES GREAT AND SMALL, SLOW HORSES, und die britische und kanadische Edition vom GREAT BAKE OFF.  Man muss Prioritäten setzen und die setze ich gerne.

Da ich gestern den ganzen Tag damit verbracht habe, Backups meiner Cloud-Drives auf externe Festplatten zu kopieren, konnte ich wenigstens die letzten beiden Episoden von STRANGE NEW WORLDS sichten. Und ich fühle mich geradezu genötigt, dazu ein paar Sachen anzumerken.

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Um das Fazit vorweg zu nehmen: Ich finde die dritte Staffel miserabel – und ich habe keine Ahnung warum.

Das ist vielleicht missverständlich. Ich habe schon eine Ahnung, WAS mir daran nicht gefällt. Ich kann nur nicht erklären, WIE das passieren konnte. Nach meinen Recherchen sind die Showrunner und die Autoren nicht ausgetauscht worden, was üblicherweise ein Hinweis darauf ist, warum eine Serie plötzlich auffällig besser oder schlechter wird.

Hier hat das Team, das zwei weitgehend hervorragende Staffeln abgeliefert hat, plötzlich nur noch Käse produziert. Und der Käse wirkt nicht wie ein Unfall. Die dritte Staffel von STRANGE NEW WORLDS ist absichtlich vergeigt worden, weil man augenscheinlich versucht hat, am bewährten Konzept zu schrauben.

Ich werde das in einem größeren Kontext besprechen, wobei der geneigte Leser zwei Vorgaben bitte im Hinterkopf behalten soll.

Erstens: Selbst die schlechteste Staffel STRANGE NEW WORLDS ist besser ist als die beste Staffel DISCOVERY. Man muss das immer im Verhältnis sehen – und ich werde noch erklären, warum das so ist.

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Zweitens: Ich habe kein Interesse, irgendwelche vermeintlichen Brüche mit dem Kanon von STAR TREK zu thematisieren. Dafür bin ich nicht mehr Nerd genug – ich würde es vermutlich weder merken, noch würde es mich scheren. Solange ich mich gut unterhalten fühle, können die Spock zum Klingonen erklären.

That being said… weird. STRANGE NEW WORLDS konnte wirklich mit einem "high" in die Produktion der neuen Staffel gehen. Nach zwei Staffeln hatte man nicht nur die Crew exzellent etabliert, sondern auch die Herzen der Kritiker und des Publikums in einem Maße erobert, von dem DISCOVERY, PICARD und SECTION 31 nur zu träumen vermochten. STRANGE NEW WORLDS schafft den fast unmöglichen Spagat, die Tugenden der klassischen Trek-Serien mit aktuellen Themen und hervorragenden, aber niemals aggressiv dominanten Spezialeffekten zu kombinieren. Best of both worlds.

So kam die Nachricht, man würde nach der (verkürzten) fünften Staffel und 46 Episoden Schluss machen, wie ein Schlag ins Gesicht der Fans. Nach klassischer Zählweise sind das gerade mal zwei Staffeln.

Ausgerechnet Brannon Braga, den ich neben Rick Berman für einen der Hauptverantwortlichen der Misere bei "classic Trek" halte, bringt auf den Punkt, warum man Serien wie STRANGE NEW WORLDS mehr Episoden, mehr Staffeln, und damit auch mal Atempausen zwischen den ganzen Spektakeln geben muss:

"I look at this audience, and I think you’re here because you had a long-term relationship with "Voyager". "Voyager" was 26 episodes a year. Some of you probably keep it on because it’s cozy, and that’s the kind of relationship you had. A lot of shows now are Tinder relationships — eight episodes every two years, I don’t think so. That’s not going to be something you necessarily pass on to your kids. And I think that’s a loss."

Ein kleines Gedankenexperiment dazu. STAR TREK: TNG brachte es auf 178 Episoden und ich wiederhole seit den 90ern, dass trotz der generell hohen Qualität der Serie davon vielleicht 20 hervorragend, 20 sehr gut, und weitere 30 gut waren (your mileage may vary). Demnach waren mindestens 100 Episoden (ich würde mich auf "die Hälfte" runterhandeln lassen) eher okay bis mau, oft auch mal totaler Kappes. Füller, Langweiler, Ausschuss, Rohrkrepierer. "Sub Rosa", anyone?

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ABER, und das schreibe ich groß, weil es wichtig ist: Wäre es euch lieber gewesen, wir hätten ab 1988 nur die 70 guten Episoden zu sehen bekommen? Wenn man nach vier Staffeln Schluss gemacht hätte? Würde irgendjemand nur diese 70 Episoden auf DVD kaufen und sagen "den Rest brauche ich nicht"?

Ich behaupte: nein. Jede gute Serie verträgt schlechte Episoden. Die nimmt man mit, weil man die Charaktere mag, das Konzept, die Dialoge. Es war immer Teil des Deals – 22 Folgen können keine 22 Highlights sein. Wir haben das akzeptiert, bei Star Trek genauso wie bei BUFFY, X-FILES, und BABYLON 5. Die Mischung macht’s.

STRANGE NEW WORLDS war seit langer Zeit die erste Star Trek-Serie, bei der ich dieses Potenzial gesehen habe. Es gab schon in der zweiten Staffel Episoden, die mich nicht vom Hocker gerissen haben. Aber selbst dann blieb Pike mein "favorite Captain ever" (kreisch!!!), Chapel unfassbar niedlich, und Ethan Peck der beste Spock, den ich mir als Nachfolger von Leonard Nimoy vorstellen könnte. Mehr noch: auch Charaktere wie La’an und Ortegas wurden schärfer definiert, ihre Darsteller bekamen sichtlich mehr Spaß an den Rollen. Sie wuchsen – und das kann als Kern einer Episode schon mal genug sein.

Für eine Staffel mit 22 Folgen hätte ich den "Preis" von ein paar Rohrkrepierern, bottle shows und reduzierten Spezialeffekte begeistert bezahlt. Weil ich mich gerne auf dieser Enterprise aufhalte, in dieser Gesellschaft, auch wenn mal nicht so viel los ist.

Stattdessen wird die Folgenzahl kastriert, die Abstände zwischen den Staffeln sind nervig lang, und die Produzenten lassen klar durchklingen, dass ihr Fokus darauf liegt, einen Reboot der Kirk-Enterprise vorzubereiten.

Und das gesamte Fandom so:

Es gibt keinen ersichtlichen Grund, STRANGE NEW WORLDS zu kürzen oder gar einzustellen. Es gibt keinen Grund, eine neue Enterprise unter dem Kommando eines jungen Kirk vorzuziehen. Es gibt keinen Grund, bei einer TV-Serie nach dem Prinzip "immer, wenn’s am schönsten ist…" vorzugehen.

Die dritte Staffel von STRANGE NEW WORLDS ist ein Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn Produzenten und Autoren fahrig werden, das Konzept aus dem Auge verlieren, wenn Vorgänge hinter den Kulissen das Storytelling torpedieren.

Hier sind die in meinen Augen größten Versäumnisse und Defizite.

Aufgeblasener Cast: Die Serie brauchte weder Ortegas Bruder Umberto, noch Christine Chapels neuen Lover Roger Corby. Sie brauchte weder Sam Kirk noch Marie Batel. Dana Gamble als schnarchigster "big bad" der Seriengeschichte war so überflüssig wie ZWEI Chefingenieure, auch wenn sehr offensichtlich war, dass man die fehlgecastete Carol Kane höflich in den Hintergrund schieben wollte.

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Man gab Figuren, die wir nicht kannten und die uns nicht scherten, eigene "story arcs", die dem eigentlichen Star Trek-Kosmos nichts hinzu fügten. Sie waren irrelevante, gerne mal unsympathische, mitunter schwach gecastete Zeitfresser.

Daraus resultierte natürlich…

Zu wenig Fokus auf die Kernmannschaft: Es gehört zur Tradition von Star Trek, in fast jeder Folge fast jede Hauptfigur auftauchen zu lassen – und sei es nur in einem Nebenstrang. Man hat die Darsteller bezahlt, dann nutzt man sie auch. Außerdem ist es für den Zusammenhalt des Cast besser, wenn einige nicht denken "aha, diese Woche bin ich mal wieder nicht dabei". In STRANGE NEW WORLDS hat man in der dritten Staffel immer wieder das Gefühl, dass schlicht vergessen wurde, dass Pike oder M’Benga ja auch noch irgendwo rumsitzen. Die einzige Figur, die für mich gefühlt dauerhaft präsent war, ist Spock – sicher auch, weil Ethan Peck mittlerweile einen so großartigen Job macht, dass er neben Anson Mount zu den Highlights gehört, egal was er tut.

Daraus resultierte natürlich…

Aufgabe der bisherigen Beziehungen: Weil alle neuen Figuren in das "wer mit wem?" eingeführt werden mussten und viel von der Laufzeit fraßen, ließ man diverse vielversprechende Handlungsstränge der vorherigen Staffeln einfach fallen. Ich habe selten eine Liebesgeschichte so undramatisch und hölzern scheitern sehen wie Spock und Chapel. Pikes introspektive Weltsicht angesichts seines bekannten Schicksals kommt erst im Finale wieder vor. Die bemerkenswerte Freundschaft von Pike und Spock? Abgehakt. Die meisten Beziehungen werden nur "nach außen" gebaut, mit temporären Charakteren. Das ist nicht nur unnötig und unschön, es ist auch nicht ökonomisch. Eine Serie wird mit klar verzahnten Charakteren nicht nur spannender, sondern günstiger.

Einzige Ausnahme: Die Romanze von Spock und La’an, die nach der ersten Hälfte der Staffel allerdings in den Hintergrund rückte. Die fand ich sehr schön und zart, wenn auch etwas harsch an den Spock/Chapel-Plot angetackert.

Daraus resultierte natürlich…

Steigbügelhalter der neuen Enterprise: Schon STAR TREK: ENTERPRISE hatte die Möglichkeit, als Prequel nicht permanent die Antagonisten, Konflikte und Locations der anderen Trek-Serien bedienen zu müssen. Man hielt es halbwegs durch, auch wenn die beste (vierte Staffel) dann doch wieder "all in" ging, was den Kanon anbetraf. STRANGE NEW WORLDS scheint entschlossen, ausschließlich zu etablieren, was wir aus TOS schon kennen und wissen, auch wenn das mitunter keinen Sinn macht. Der Großteil der Kirk-Enterprise ist mittlerweile an Bord, diverse Supergegner, denen Kirk "erstmals" begegnen wird, auch. Es vergeht praktisch keine Episode, die nicht auf irgendetwas verweist, irgendwelchen Fanservice leistet. Gefühlt hat Kirk (in dieser Staffel deutlich näher an Shatner: Paul Wesley) genauso viel Screentime wie Pike.

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Wäre es so schwierig gewesen, die Pike-Enterprise in ihrer eigenen Ära und ihrer eigenen Bubble zu belassen, mit eigenen Gegnern und eigenen Abenteuern? Mussten nach Una, Spock und Uhura wirklich auch noch Kirk und Scotty an Bord geholt werden? Haben Pike, Spock, Chapel, M’Benga und Una nicht genug Charakter und Backstory, um ihre Episoden ohne den permanenten Vorgriff auf die Kirk-Enterprise füllen zu können?

Zu billiges Technobabble – everything everywhere all at once: Diese Kritik ist weniger konzeptionell, sondern inhaltlich. Ich habe das Gefühl, dass zu viele Episoden der dritten Staffel mit heißer Nadel gestrickt wurden. Konflikte wurden nicht ausreichend etabliert, um ihre Lösung entsprechend spannend zu machen. Neue Supergefahren tauchten auf und wurden mit absurden technischen Sperenzchen abgewehrt. Die Enterprise war nicht auf einer längerfristigen Mission, sondern sprang zwischen den Quadranten hin und her, als hätte sie den Spore-Drive der Discovery. Raum und Zeit verloren jede Bedeutung, immer mehr Drama wurde nur noch behauptet statt gerechtfertigt. Das hängt auch damit zusammen, dass die Serie ihre Chancen nicht nutzt, komplexeren Themen eine größere Laufzeit zu gönnen. Folgen wie "What is Starfleet?" und "New Life and New Civilizations" hätten gut und gerne zehn Minuten länger sein können/dürfen/müssen.

Zu wenig oder zu viel Handlung: Ich habe kein Problem damit, dass STRANGE NEW WORLDS sich besonders bei den Gimmick-Episoden gerne mal bei großen Vorbildern bedient. Man kann nicht jede Woche die Science Fiction neu erfinden. Nur leider ist STRANGE NEW WORLD nicht besonders gut darin, eingeklaufte Konzepte ordentlich in das eigene Universum zu integrieren. "A Space Adventure Hour"? Drollige Idee, aber u.a. bei HERCULES als "Yes Virginia, there is a Hercules" schon gelaufen. Die Pseudo-Doku "What is Starfleet?" kann keinem Vergleich mit der BABYLON 5-Episode "And now for a word" standhalten. "Terrarium" ist ein müder Abklatsch von ENEMY MINE mit erwartbarem Ende und einem Twist, der schon im Titel verraten wird.

Schlimmer finde ich bei STRANGE NEW WORLDS allerdings die Angewohnheit, unvermittelt den Plot von drei Episoden in eine zu quetschen, als habe man vergessen, wo man am Ende der Staffeln ankommen wollte und müsste das nun hopplahopp noch unterbringen. Die Abschlussfolge "New Life and New Civilizations" zog ein halbes Dutzend schlafender Subplots aus dem Hut, zeigte eine neue Welt, baute einen neuen "big bad", arbeitete die Traumata der Besatzung auf, und stellte die Weichen für die abschließende Staffel. Dafür sind 55 Minuten einfach zu wenig, da fühlte ich mich überrollt, nicht involviert.

Nicht hadern kann ich mit "Four-and-a-Half Vulcans", die von vielen Fans als "worst Trek ever" beschrieben wurde. Ich habe mich hervorragend amüsiert, auch wenn sie viele angeschnittene Themen zu knapp behandelte und ungefähr so viel Sinn ergab wie ein Schildkröte als Motorhaube eines Porsches.

Das ist "broad comedy" und Spaß muss sein.

Und jetzt mache ich den Sack zu: trotz aller Defizite habe ich die Staffel (im Gegensatz zu DISCOVERY oder PICARD) gerne geschaut. Weil – wie TOS, wie TNG – gute Serien auch mal einen schlechten Tag haben dürfen. Weil eine miese Episode STRANGE NEW WORLDS allemal besser ist als keine Episode STRANGE NEW WORLDS. Weil Pike. Weil Spock. Weil "I would die infinite deaths to no longer hear your whining".

Es macht mich nur fertig, dass es für diesen qualitativen Einbruch keinen Grund gibt, keine Rechtfertigung. You had the tools – build the damn house!

Meine Befürchtung? Man wird in den verbleibenden Folgen noch mehr Fokus darauf legen, die Pike-Ära abzuwickeln und die Kirk-Ära vorzubauen. Das hat diese mittlerweile ebenfalls legendäre Crew wahrlich nicht verdient.

Echt jetzt, Paramount? 65 Folgen DISCOVERY, aber 46 Folgen STRANGE NEW WORLDS? Hirn tot, Arsch offen? Ihr mich auch.

 

 



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Christian Siegel
30. September, 2025 13:27

46 ;-).

Auch ich war baff. Ich war zwar von den ersten Staffeln auch schon nicht ganz so begeistert wie du, aber innerhalb der Real-Serien war das definitiv und mit Abstand das beste, was "New Trek" bislang rausgehaut hatte. Wie man die Stärken in der dritten Staffel auf einmal so völlig aus den Augen verlieren konnte, beim gleichen Team und keiner erkennbaren Veränderung der Grundvoraussetzungen, ist mir schleierhaft.

Ich bin auch in zweierlei Hinsicht bei den längeren Staffeln von früher bei dir. Einerseits haben diese wie du richtig schreibst (und Braga festhält) zu unserer Bindung mit den Figuren beigetragen. Auch bei wenig denkwürdigen bis richtiggehend schlechten Folgen; es waren einfach weitere 45-50 Minuten, die wir mit ihnen verbracht haben. Und, ein weiterer Punkt: Bei 26 Folgen waren die untypischen Ausreißer eine willkommene Abwechslung. Demgegenüber waren sie in der dritten SNW-Staffel überrepräsentiert, da das Verhältnis hier in etwa 50:50 war.

Volle Zustimmung auch bei der Abgrenzung von SNW zu TOS. Man konzentriert sich mittlerweile echt zu sehr auf den Prequel-Charakter, statt die Serie als eigenständiges Werk im ST-Universum stehen zu lassen. Ich habe auch Null Interesse an einer kolportierten "Star Trek: Year One"-Serie; nicht zuletzt auch, weil ich im Gegensatz zu dir nach wie vor enorm mit Wesley als Kirk hadere (umso mehr, als er in "Space Adventure Hour" gezeigt hat, dass er es ja könnte; aber offensichtlich will er Shatner nur dann imitieren, wenn er ihn veralbert).

Nur beim Staffelfinale bin ich ein bisschen gnädiger, da ich den Eindruck hatte, dass nach der unerwarteten "Discovery"-Absetzung große Unsicherheit herrschte, und man für alle Fälle eine Episode vorlegen wollte, die gegebenfalls auch als Serienfinale funktioniert. Und tatsächlich boten die letzten Minuten von "New Life and New Civilizations" einen perfekten Übergang zu TOS. Mal schauen, ob sie das im eigentlichen Finale auch so gut hinbekommen werden.

Nummer Neun
30. September, 2025 14:56

Den Eindruck zu den "untypischen Ausreißern" hatte ich auch. Als hätte jemand die Marktforschung falsch gelesen und aus dem Feedback der vorherigen Staffeln abgeleitet: Wir brauchen mehr davon. Aber das stimmt nicht, denn so haben sie das Brot & Butter Geschäft vergessen. Es braucht mehr normales, damit das Besondere hervor stechen kann. Das hat ja selbst Discovery besser hinbekommen (im Sinn von einen besseren Mix – in Summe ist natürlich das hier deutlich besser).

Dazu sind zu viele Nebefiguren mit an Bord – wie oft sich die Wege mit Kirk kreuzen ist lächerlich. Ortegas Bruder, Pikes Freundin, Chappels Mann – das ist einfach zu viel. Dafür spielt man Pikes Schicksal zu selten aus (was ja wirklich mal ein interessanter Ansatz wäre) und bauscht Spoke zum Womanizer auf.

Mir ist auch nicht ganz klar, wie die Macher auf die Idee kommen, Kirks Start auf der Enterprise wäre danach die Serie, die alle sehen wollen. Für mich stimmt das jedenfalls nicht. Über eine Real-Serie mit Mariner und Boimler würde ich mich sehr viel mehr freuen. Weil DIESES Experiment in der letzten Staffel hatte ja wirklich geklappt und in war in meinen Augen einer der besten Folgen des gesamten Franchises.

Magineer
Magineer
30. September, 2025 13:30

Die dritte Staffel fand ich ebenfalls seit Beginn schon etwas "komisch", ohne genau den Finger drauflegen zu können – und sicher haben die eher albernen Gimmick-Episoden, die in dieser Staffel fast die Hälfte der Gesamtlaufzeit ausmachten, mit dazu beigetragen: die Hochzeitsfolge, die Doku-Folge, die Space-Adventure-Folge, selbst die Petersen-Gedächtnisfolge. Aber das Finale hat dem ganzen IMHO die Krone aufgesetzt, weil nichts davon letztlich auch nur ansatzweise mit weitgehend rationaler SciFi zu tun hatte. Das Good/Evil-Konzept, der überflüssige Mindmeld-Unsinn, das ungehinderte Rein- und Rausmarschieren aus der Pyramide und dann ***spoiler*** als … ja, als was genau? Allmächtige Wesenheit? Captain Marvel auf Ecstady? Das war effektbesoffene moderne Fantasy, die das Fehlen einer auch nur ansatzweisen logischen Lösung nicht mal verschämt versteckt hat. Was, bitteschön, hatte der Writer’s Room denn da gesoffen?

Unpopuläre Meinung: Ja, ich weiß, Carol Kane ist in den USA so mehr oder weniger untouchable und eine TV-Legende aus dem Golden Age und so weiter, aber es tut mir echt leid – während ich die Idee für die Rolle sogar noch einigermaßen witzig finde, kann ich absolut nicht verstehen, wie jemand, der es eigentlich können sollte, nicht EINE überzeugende Line Delivery in der ganzen Serie schafft. Nicht nur der Technobabble, mit dem viele ja ihre Schwierigkeiten haben, aber Carol Kane wirkt in absolut jeder Szene so, als lese sie irgendwo ihre Texte ab. Geht das nur mir so?

jimmy1138
jimmy1138
30. September, 2025 13:37

"So kam die Nachricht, man würde nach der (verkürzten) vierten Staffel und 36 Episoden Schluss machen, wie ein Schlag ins Gesicht der Fans."

Da ist mWn ein kleiner Fehler unterlaufen – es handelt sich um eine Absetzung nach der (verkürzten) fünften Staffel und 46 Episoden.
Und hinsichtlich der vierten Staffel bin ich etwa besorgt – die wurde weitgehend produziert bevor die dritte Staffel mit den eher mauen Reaktionen herauskam. Das ist in meinen Augen ein wenig ein Problem bei modernen Serien, daß die Produktionszyklen einfach zu lange sind – entweder ist der Abstand zwischen den Staffeln zu groß oder Feedback kommt nicht rechtzeitig zurück.

derSascha
derSascha
30. September, 2025 15:30

Da Du ja schon Herkules in den Raum geworfen hast, verweise ich auf das wohl absurdeste Verhältnis Folgen zu Staffeln:
"Der junge Hercules" mit dem damals 17-jährigen Ryan Gosling war der (sehr empfehlenswerte) Versuch, zum Schnäppchenpreis einen Hercules/Xena Spinoff für Teens zu produzieren.
Die Serie wurde nach einer Staffel abgesetzt. Kennt man zB von Crusade. Nur hat diese Staffel Young Hercules – haltet Euch fest – 50 Folgen. Die DVD Box ist dicker als meine Xena Box.
Damit würdest Du heute sieben Staffeln füllen.

derSascha
derSascha
30. September, 2025 18:26
Reply to  Torsten Dewi

Vor allem haben die immer 4 Episoden back to back gedreht. Die Produktion muss unglaublich effizient gewesen sein.
Kann die Serie nur empfehlen, die Komplettbox gibts fürn schmalen Taler beim bösen A.
Selbst Ryan Gosling lässt bis heute nix auf die Serie kommen.

dermax
dermax
2. Oktober, 2025 12:19
Reply to  derSascha

Ich kann noch mit "Anger Management", der Charlie-Sheen-Comedy dienen, da hat die zweite und letzte Staffel offiziell 90 Folgen.

dermax
dermax
2. Oktober, 2025 13:22
Reply to  Torsten Dewi

Wie ich es hier gewohnt bin, Antwort mit zusätzlichen Infos, again what learned. Da kommen wir fast schon in Richtung "Weekly Soap".

Alex
Alex
30. September, 2025 17:20

Bin da nicht so "tief" drin wie Du, vielleicht bin ich auch doch kein "echter Trekkie" (wie man mir oft bescheinigte, obwohl ich fast alles gesehen habe, nicht immer mit viel Spaß). ABER : Ich mag Strange New Worlds. War für mich eine nette Unterhaltung. Mehr dazu hab ich auf Deiner FB Seite kommentiert.

Alex
Alex
30. September, 2025 17:45

Ich finde "Strange New Worlds" besser als ALLES was sie seit den 60er Jahren gemacht haben. Okay, manche Folgen waren nicht so ganz meins, aber insgesamt absolut klasse für Trekkies. Ich liebe die Charaktere und deren Schauspieler (alle!). Es kommt nicht so moralinsauer rüber wie manch anderer Ableger, ist nicht so altbacken wie Next Generation (fand ich schon in den 80ern altbacken!) und ist optisch natürlich ein Fest. UND VOR ALLEM SIEHT DAS RAUMSCHIFF NICHT AUS wie von einem Haufen Idioten zusammengedengelt, sondern wieder RICHTIG GEIL SEXY OLDSCHOOL STAR TREK. Also mehr Mercedes 280 SE von 1967 als die Stromlinienförmigen Modelle mit Kunststoffarmaturen von heute. Und PIKE hat Eier, wie damals Kirk. War ziemlich begeistert.

noyse
noyse
30. September, 2025 20:21

ich hatte mich sehr auf Staffel drei gefreut und bin jetzt bei Folge 5 und unschlüssig, wie ich das finden soll. Unglücklich finde ich auch dass Staffel 3 mit der Fortsetzung der letzten Folge von Staffel 2 aufwartet. ich persönlich hatte keine Ahnung mehr, worum’s da geht, und hab das mehr oder weniger über mich ergehen lassen. ich finde auch der Erzählton hat sich verändert, die serie schafft es zu keiner Zeit richtig einen mitzuziehen. die holodeckfolge ist von der idee ziemlich nett, leiert aber die Story nur so runter und zum Schluss ist das wieder so eine Auflösung, die schon Lionel Twain zu drastischen Massnahmen zwang. und immer kommt mir das so vor, als sei alles mindestens 15 min zu lang.

Stefan
Stefan
30. September, 2025 21:26

Bin mit S3 noch nicht ganz durch, aber finde mich in dem, was du schreibst sehr, sehr wieder.
Allerdings sind das viele Problemchen, die ich von Beginn der Serie an schon bemängelt habe, die nun durchschlagen.
Man hat offenbar entschieden (so wie im Streaming-Zeitalter überhaupt oft argumentiert wird) statt den frühen 22-26 Folgen mit zahlreichen Fillern nur die 10 Highlights und "very special episodes" zu produzieren. Für mich funktioniert das nicht. Diese Filler haben eine enorm wichtige Funktion: Die Figuren ausgestalten und erden. Eine Holodeck-Folge, eine Musical-Folge, Alternate Reality etc. funktionieren erst dann richtig gut, wenn man eine Basis geschaffen hat, die man variieren bis persiflieren kann. Das hat SNW nicht getan. Gerade Pike ist in SNW (anders als in Disco) viel zu häufig eine Parodie seiner selbst, als Fantasy-König, als Pirat, … ja, Anson Mounts Interpretation eines kauzigen Fernsehautors mag auch großartig sein, aber damals mit Data und Picard hat das halt so viel besser funktioniert, weil wir die schon fünfzig Folgen als Data und Picard erlebt haben. Und Pike wirkt leider auch in den normalen Folgen mittlerweile viel zu oft etwas vertrottelt. Auch Spock ist in SNW so stark komödiantisch getrieben, dass Plots, die die strikte Rationalität des Vulkaniers konterkarieren nur noch halb so gut zünden.
Ich stimme aber auch dem meisten von dem, was du schreibst zu, gerade der Schwemme an Nebenfiguren, wo es ja wie gesagt wenn schon an solider Charakterarbeit mangelt. Und dass SNW eigentlich ganz großartig ist. Eigentlich.

noyse
noyse
1. Oktober, 2025 06:50
Reply to  Stefan

dem kann ich nur zustimmen.

jimmy1138
jimmy1138
1. Oktober, 2025 13:02
Reply to  Stefan

"Man hat offenbar entschieden (so wie im Streaming-Zeitalter überhaupt oft argumentiert wird) statt den frühen 22-26 Folgen mit zahlreichen Fillern nur die 10 Highlights und "very special episodes" zu produzieren."

Mir fällt auf Anhieb keine Sci-Fi/"Genre" Serie mit 20+ Folgen pro Staffel ein – mit dem Ende des Arrowverse ist das fürs Erste Geschichte. Die Budgets in diesen Zeiten waren auch wesentlich geringer, alles sah viel billiger aus bzw mußte man jedes Set so oft wie möglich recyclen und v.a. war das für alle Beteiligten ein absoluter Knochenjob da jedes Jahr >20 Episoden zu produzieren, weil alles zu einem fixen Termin fertig sein mußte, nicht so wie heute oft gefühlt "Es ist fertig, wenn’s fertig ist."
Das hatte alles seine Nachteile, u.a. eine starke Trennung in TV- und Kino-Schauspieler, die heute im Streaming so nicht mehr gegeben ist, aber mMn führten ebendiese Einschränkungen oft auch zu kreativeren Lösungen.

jimmy1138
jimmy1138
2. Oktober, 2025 09:52
Reply to  Torsten Dewi

"Knochenjob" war vielleicht übertrieben, aber für die beteiligten Schauspieler war das näher an einem regulären Job – es gibt ja die berühmten Fälle, wo Tom Selleck wegen Magnum nicht Indiana Jones und Pierce Brosnan wegen Remington Steele nicht James Bond wurde. Heutzutage ist es durchaus üblich, daß Hollywood A-Lister in Streamingserien mitwirken.

"Und das bringt uns zu den Streamern. Die haben ganz andere Bedürfnisse. Da ist der Schauwert wichtiger als die Folgenzahl, weil die Folgenzahl nicht mehr die Menge der einfügbaren Werbung bestimmt. Serien werden auch schneller eingestellt, weil die vierte, fünfte, sechste Staffel kaum noch Neukunden zieht."

Da möchte ich prinzipiell nicht widersprechen, aber ich sehe das ein wenig facettenreicher und auch im Wandel begriffen. Werbeunterstützte Abos nehmen meines Wissens v.a. in den USA eine steigende Rolle ein. Der Markt wird immer mehr gesättigt, wodurch es wichtiger wird die "churn rate" niedrig zu halten bzw verlorene Kunden wiederzugewinnen.
Dadurch hat es in meinen Augen auch einen Wert, über Katalogtitel mit vielen Folgen zu verfügen (das relativ billig produzierte Arrowverse z.B. kriegt mWn im Streaming noch immer gute Views) und Serien nicht gleich abzusetzen.

jimmy1138
jimmy1138
2. Oktober, 2025 13:38
Reply to  Torsten Dewi

"Vor allem aber: Deinen Thesen nach müsste Paramount ja interessiert sein, mehr SNW zu produzieren, statt wieder eine neue Serie anzuschieben."

Absolut und das würde ich auch so voll unterschreiben.
Die kommende (?) Discovery Nachfolgeserie würde ich nicht mal schauen, wenn man mich dafür bezahlen würde, und eine "Young" Captain Kirk-Serie (übrigens mit einem Paul Wesley, der mittlerweile schon 5 Jahre älter ist als Shatner bei Absetzung von TOS) brauche ich nicht unbedingt, wenn SNW sowieso dieselben Themen beackert. Die Enterprise unter Pike bzw Kirk hat im Wesentlichen dieselbe Mission. Ich stehe Berman-Trek womöglich nostalgiebedingt positiver gegenüber, aber da hatte jede Serie ein Alleinstellungsmerkmal.

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
15. Oktober, 2025 11:53
Reply to  Torsten Dewi

Erinner mich mit Interviews vom Babylon 5 cast, die über ihre Erfahrungen sprachen. Da wurde an Drehtagen dann halt von 8 Uhr bis 20 Uhr gearbeitet, dann nochmal früher, wenn man ne Maske wie G’Kar brauchte. Da war dann auch nicht mehr viel mit Familienleben gewesen laut denen.
Bei FIlmen ist man zwar auch gerne mal mehrere Monate von zu Hause, aber das ist dann halt gezielter und man muss eben nicht hinziehen mit der Familie.

Seriendarsteller hatten dann auch damals keine Riesengehälter bekommen, zumindest in den ersten Jahren. Claudia Christian soll angeblich 5000 USD pro Episode bekommen haben. 110.000 US Dollar hören sich natürlich super toll an (besonders für 90er), aber das muss man halt auch im Kontext sehen, dass die Verträge nur begrenzt sind.

jimmy1138
jimmy1138
1. Oktober, 2025 12:48

Kann es sein, daß die schwächere Staffel eventuell auf den Streik der Drehbuchautoren zurückzuführen ist – immerhin hat das meines Wissens nach auch zu der Verspätung der Staffel geführt – sonst hat man ja fast im Jahrestakt releasen können, bei anderen Serien ist das oft nicht der Fall.

Exverlobter
Exverlobter
2. Oktober, 2025 18:14

Mit Strange New Worlds wurde ich leider bis heute nicht warm. Allein die abgeänderte Prämisse ist nicht so wie ich mir das gewünscht und erwartet hatte. Gesetzt sind Kirk, Nummer 1 und Spock (und Dr. Boyce wäre auch schön gewesen, ging aber wahrscheinlich nicht, weil "alter weisser Mann") Aber allein schon die Anwesenheit von Uhura brachte mich auf die Palme. Nach Zoe Saldana schon die 3. Version eines alten Charakters, die total unnötig ist? Und die neue Christine Chapel hat auch rein gar nichts mit dem TOS Charakter gemein! Wenn man schon eine "zeitgemäßere" Variante haben wollte hätte man gleich einen komplett neuen Charakter erfinden können, was eh dafür gesorgt hätte dass die Serie auf eigenen Beinen steht.

Was das folgende Anbelangt bin ich ein Uber-Nerd, aber das Innenvolumen der Enterprise geht mir tierisch auf den Keks. Pike hat eine riesige Loft-Wohnung als Quartier! Rückwirkend betrachtet wäre das bei der Enterprise-D, dem fliegenden Hotel der Sternenflotte viel passender gewesen. So gross ist die Pike-Enterprise aber nicht. Das mag wie aus dem Munde eines Korinthenkackers kommen, zerstört für mich aber das World-Building. Bei Star Wars hat man ja auch nicht, nur weil mehr Geld für Sets und Effekte da ist, z.b. dem Millennium-Falken riesige Lofts eingebaut. Oder wie bei den JJ Filmen eine Apple-Ästhetik in die Brücke, nur weil es hip ist.

Alex Kurtzman merkt man an, dass er den eigenen "Lore" überhaupt nicht wertschätzt. Die Gorn sind lächerlich? Machen wir halt Xenomorphen aus Alien draus! EInfach dreist kopiert. Gut, das hat man bei StarTrek früher auch schon gemacht. Die Hirogen aus Voyager waren letztendlich nichts anderes als Predators. Aber wenigstens waren die Hirogen "In-Universe" wenigstens neu. Man hat nicht plötzlich eine bereits existierende Rasse "überschrieben" wie bei den Gorn.

Letztendlich hat man bei den Gorn dasselbe gemacht wie bei Chappel. Überspitzt formuliert, "die 60er sind uns irgendwie peinlich, also machen wir unsere eigene moderne Variante draus". Wäre Strange New Worlds eine eigenständige Serie gewesen, mit eigenen Charakteren, und Neuen Rassen, die zwar eindeutige Alien-Rip-Offs sind, wäre das aber alles OK gewesen. Aber als TOS-Ugrade ist das alles nur furchtbar.

Übrigens vieles was ich sage wird auch 1:1 von dem von mir sehr geschätzten Robert Meyer Burnett so gesehen. Würd mich interessieren ob du den auch kennst, bzw. Ggf. verfolgst?

Exverlobter
Exverlobter
2. Oktober, 2025 18:46
Reply to  Torsten Dewi

"I would be hard pressed to careless"

Das ist natürlich OK. Aber schau dir, falls noch nicht bekannt, seinen Film "Free Enterprise" an eine RomCom im Trekkie-Fandom in der übrigens William Shatner sich selbst spielt.

Stefan
Stefan
3. Oktober, 2025 16:18
Reply to  Exverlobter

Ich stimme bei den Gorn zu. Das Update ist ziemlich heftig, passt so gar nicht zur klassischen Serie und ist dann auch noch komplett uninspiriert.
Aber davon abgesehen muss ich sagen, dass ich SNW sehr dafür schätze, dass es die eigene "Lore" eben sehr wertschätzt, eben nicht wie Disco und – mit Abstrichen – ENT lieber sein komplett eigenes Ding fährt. SNW ist imo genau der Beweis, dass diejenigen, die jede noch so massive Kanon-Änderungen mit "das kann man halt heute nicht mehr machen, das brauchte ein Update, sowas muss heute eben moderner sein", eben nicht Recht haben. Sondern dass Uralt-Kanon (auch in Sachen Design) und moderner Look vereinbar sind, dass es einen Mittelweg zwischen "einfach alles anders machen" und "einfach alles gleich lassen" gibt. SNWs Look & Feel ist in meinen Augen extrem gelungen, verdammt modern und trotzdem erstaunlich nah an TOS dran.

Exverlobter
Exverlobter
4. Oktober, 2025 09:38
Reply to  Torsten Dewi

"Warum sollen die Pike in eine Butze quetschen, wenn das Budget nun ein super geiles Bachelor Pad erlaubt?"

Wie ich in meinem vorigen Post geschrieben habe, irgendwie scheinen den Befürwortern von den Updates die 60er Jahre nicht nehr gut genug zu sein. Solche Abänderungen kommen übrigens immer nur bei Star Trek auf. JJ Abrams gestaltete die Enterprise für seinen 2009-Film komplett um, aber bei Star Wars schien er dann aber doch genug Ehrfurcht vor dem visuellen Kanon zu haben um beim Millenium Falken alles wie gewohnt beizubehalten. Der Falke hat jetzt nicht plötzlich ein Cockpit mit Apple-Computern oder riesige Wohnquartiere nur weil es angeblich "cooler" aussieht.

Ein weiteres Beispiel, dass man bei einem modernen Blockbkster nicht plötzlich die alten Kulissen und technische Ausstattung über den Haufen werfen muss, hatten wir jüngst bei Alien Romulus. Da hat sich ja sich keiner beschwert, dass sie Computer obwohl es in der Zukunft spielt altbackener aussieht als in unserer Gegenwart.

Bei all meiner Kritik an SNW muss ich aber sagen, dass ich die neue Brücke für wirklich gelungen halte. Das ist eine wirklich schöne Synthese aus Alt und Neu uns da bin ich bei aller Liebe auch kein Hardcore-Purist wie z.B. der für seine Fan-Filme bekannte James Cawley. Nur der ganze Rest des Schiffs wirkt mir halt viel zu überdimensioniert.

jimmy1138
jimmy1138
4. Oktober, 2025 12:06
Reply to  Exverlobter

Der Unterschied zwischen Star Trek und Star Wars ist, daß Star Wars nicht in unserer Galaxie spielt. Die Technik ist dort eben so.
Dagegen geht im Star Trek Universum eventuell "suspension of disbelief" flöten, wenn die Technologie im 24. oder 23. Jahrhundert in manchen Bereichen heutigen Standards hinterherhinkt. Das ist eben auch ein Problem, wenn eine derartige Franchise schon fast 60 Jahre am Buckel hat.
Andererseits – in "Alien Earth" hat man dieselbe Optik wie in Alien gewählt und sich auch nicht darum gekümmert, den heutigen Stand der Technologie 100 Jahre zu extrapolieren. Aber die Serie hat mMn ganz andere Probleme…

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
15. Oktober, 2025 11:29
Reply to  Exverlobter

Wissen wir überhaupt die Maße der SNW Enterprise? Weil Kurtzman kommt ja aus der Abrams Bubble und da war die Enterprise schon fast so groß wie die D (725m Länge, aber halt kleinere Crewbereich als D). Das sah man zB am wahnsinnig riesigen Shuttlelager in Into Darkness. Irgendwo habe ich gelesen, dass die SNW Enterprise aber auch über 400m groß wäre, was immerhin 40% größer bedeutet. Die D hatte auch glaube ich um die 1000 Leute, während zumindest die TOS Enterprise glaube ich bei nur um die 250 Crewmitglieder hatte.

Das Gornkonzept kommt übrigens auch aus der Neuausrichtung von Star Trek. In Enterprise waren die auch schon eher unheimlich aggressiv. Das aktuelle Design erinnert imo auch an das Abrams redesign für das Star Trek Spiel von 2013.

DSFARGEG
DSFARGEG
4. Oktober, 2025 22:53

Star Trek ist für mich ein striktes Kindheits- und Jugend-Ding. TOS und TNG hab ich damals komplett geguckt und für super befunden, von DS9 und Voyager kenne ich immerhin eine Handvoll Folgen, ich hab außerdem alle 13 (?) Kinofilme gesehen. Darüber hinaus kenne ich absolut nichts aus dem Franchise. Ich weiß, dass es noch Enterprise und Picard gab, und außerdem noch ein paar andere Serien, von denen ich ohne nachzuschauen nicht mal die Namen wüsste. Das nur als entschuldigende Vorbemerkung für die nun zur Schau gestellte Ahnungslosigkeit:
Was mich interessieren würde, gerade weil SNW ja offenbar darauf abzielt, so zu enden, dass die erste Folge TOS unmittelbar anschließt: ist das denn überhaupt die originale Timeline? Oder verheddert man sich bei Star Trek ebenfalls komplett in Multiversen (Die JJ-Filme kreisten ja schon um das Thema)? Kann SNW überhaupt an TOS andocken? Also nicht nur von den anwesenden Figuren her, sondern auch bezüglich ihrer Charakterisierung?

Peter Krause
Peter Krause
5. Oktober, 2025 02:24
Reply to  Torsten Dewi

Findest Du? Probleme habe ich da eigentlich nur bei Chapel und Uhura, wo ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie sich diese aufgeweckten, wissbegierigen, problemelösenden Mädels in die TOS-Versionen entwickeln könnten, die nur noch Patientenakten führen und Ruffrequenzen öffnen. Aber das war eben auch nicht "Lore", sondern nur das miefige Frauenbild der 60er.

Stefan
Stefan
5. Oktober, 2025 20:30
Reply to  Torsten Dewi

Sehe ich und lese ich in den entsprechenden Interviews anders. Die JJ-Filme waren ja explizit in einer neuen Timeline, SNW soll in der originalen und passend zu TOS sein.
Eine Year One Serie wäre demnach sehr wohl ein Sequel zu SNW *und* ein Prequel zu TOS.
Dass das vom Design und der Auslegung der Figuren (und der Schauspieler sowieso) nicht passt, ist klar, aber das definiert für mich nicht, ob etwas ein Prequel ist oder nicht.

Serienfan
Serienfan
7. Oktober, 2025 10:07

Ich sehe das auch so: Wenn ich bei einer Serie nicht auch dann Spaß habe, wenn Mulder und Scully ein Monster der Woche jagen, kann ich es gleich lassen.

Kürzere Staffeln erzeugen ohnehin keine besseren Serien. Die schreiben ja nicht weiterhin 26 Drehbücher und verfilmen dann nur die zehn besten. So manches Drehbuch wird verfilmt, obwohl allen Beteiligten klar ist, dass die Folge kein Highlight wird.

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
15. Oktober, 2025 15:47

Grade eine interessante Theorie gelesen: Alex Kurtzman hat noch einen Vertrag mit Paramount bis 2026. Gleichzeitig soll der neue Besitzer von Paramount, David Ellison, wohl selbst als Star Trek Fan bezeichnen. Da er ja Sohn von Trumpfreund Larry Ellison ist, wird er vermutlich nicht so großer Fan davon sein, wie Kurtzman Star Trek interpretiert.
Sprich: die lassen einfach alles auslaufen und deswegen wurde auch SNW eben eingestellt. So kann man dann alles mehr oder weniger nächstes Jahr abschließen und einen Neustart wagen.

Vermutlich Affenpfoten-Wunsch, der in Erfüllung geht.