Fantasy Filmfest 2025: Die Trailer
Themen: Fantasy Filmf. 25, Neues |Bevor wir zum letzten Film kommen…
Jedes Jahr werden wir auf dem Fantasy Filmfest mit Trailern bombardiert. Es passiert immer wieder, dass wir von einem vielversprechenden Blockbuster die Nase voll haben, weil wir den gleichen Zusammenschnitt 30 mal gesehen haben. Die Übersättigung ist für Dauerkartenbesitzer ein echtes Problem. Man lernt, sich nebenher anders zu beschäftigen.
In diesem Jahr war es allerdings gar nicht so schlimm – primär, weil die meisten Trailer was taugten und kaum Videospiele darunter waren.
Braucht die Welt eine neue TV-Serie "basierend auf der Welt von Stephen King", in der ES erneut aufgekocht wird und anscheinend auch andere King-Werke verwurstet werden? Vermutlich nicht. Wir bekommen sie aber trotzdem und zumindest am Aufwand hat es HBO Max (bei uns WOW) nicht mangeln lassen:
Gleich drei Blockbuster-Trailer haben mich überrascht, weil ihre neuen Versionen erheblich packender wirken als die "first looks" vor ein paar Monaten.
Fangen wir mit TRON: ARES an – ich hasse Jared Leto bekanntermaßen mit unangemessener Passion. Aber in seinen wenigen Szenen in TRON: ARES kommt er überraschend charismatisch rüber. Und die Visuals sind – kombiniert mit der Musik von NIN – sowieso eine Klasse für sich. Ich bin dabei:
Ich bin der Meinung, dass es keine neue Version von RUNNING MAN braucht, schon gar keine realistischere als der alberne Comic mit Arnold Schwarzenegger. Aber das hier sieht nach fetter Action in einem glaubwürdigen futuristischen Ambiente aus. HUNT! HIM! DOWN! Hollywood ist weiterhin entschlossen, Glen Powell zum "next big thing" zu machen.
Ich weiß nicht, wie viele von den Predator/Alien-Filmen ich bisher ausgelassen habe. Mich scheren diese verwässerten Mashups von einstmals großen Franchises nicht. Nach dem ersten Trailer von BADLANDS dachte ich: ein Teenager-Predator? Bitch, please! Aber der neue Trailer ist mir tatsächlich ans Herz gewachsen, auch und gerade wegen Elle Fanning:
Ukrainische Science Fiction? Well, I’ll be… delighted, as it turns out. Das ist wirklich bezaubernd und sieht nach einem lohnenswerten Kinobesuch aus:
Aus meiner Anime-Phase bin ich lange raus und werde auch hier kaum zum Fan – zumal ich mir den Plot von CHAINSAW MAN (der Serie) habe erklären lassen, und der definiert "abstrus" auf einem ganz neuen Level. Die Ausgliederung eines Nebenplots in einen eigenen Film sieht allerdings sehr schmissig aus. Und der Song "Iris out" ist ein Instant-Ohrwurm:
In Helsinki habe ich gelernt, dass "sisu" nicht der Name der Hauptfigur des Films ist, sondern das finnische Wort für einen archaischen Überlebenswillen. Das passt. Ich fürchte allerdings, dass Teil 2 noch mehr auf CGI und völlig überzogene Action-Gimmicks setzt. Weniger wäre für mich mehr. Aber mit Stephen Lang bekommt unser Held endlich mal so etwas wie einen ebenbürtigen Gegner:
Ich bin kein Mega-Fan von Paul Thomas Anderson, aber in seiner mühelosen Kommerzialität könnte der hier sein ONCE UPON A TIME IN HOLLYWOOD werden. Sieht man den Trailer mehrfach, fällt vor allem die gespenstisch perfekte "line delivery" von DiCaprio auf. Der Mann hat’s drauf:
Ich war mir erst unsicher, ob der Trailer ein Remake bewirbt oder ein Remaster des Originals. Ist wohl ein Remake. Werde ich ebenfalls auslassen:
Der hier ist mir unheimlich auf die Nerven gegangen, weil seine Schocks und Cuts so manipulativ und abgedroschen sind:
Bei dem hier haben wir allerdings alle herzhaft und mehrfach gelacht:
Der einzig aktuelle Trailer war der hier – aber ihr habt ja alle meine Kritik gelesen:
Dreimal Stephen King. Der Mann erlebt eine Renaissance.
Das war’s mit den Trailern. Mehr muss auch nicht.
"How to make a killing" und "U are the Universe" sehen wirklich gut aus, "Running Man" ist wegen Edgar Wright eh gesetzt, ebenso wie "The long walk"
"Hollywood ist weiterhin entschlossen, Glenn Powell zum "next big thing" zu machen."
Naja, Glen (mit einem n – der Fehler unterläuft mir auch immer) Powell ist kein Taylor Kitsch oder Jay Courtenay. Seine Filme waren außerdem großteils ziemlich erfolgreich und er produziert/schreibt selbst an einigen seiner Projekten mit. Und auch wenn’s wohl Blasphemie ist: Für mich wäre Glen Powell (und nicht Chris Pratt) der ideale Recast für Indiana Jones.
Hab mir am Wochenende den alten Running Man angesehen und da waren selbst für meinen Geschmack einfach zu viele Schwarzeneggerismen drinnen. Und diese Story kann einfach nicht in einem Happy End münden.
"Die Ausgliederung eines Nebenplots in einen eigenen Film sieht allerdings sehr schmissig aus."
Also meines Wissens nach ist das schon die Haupthandlung der Serie, die da fortgesetzt wird – ähnlich wie bei Demon Slayer mit dem Mugen Train Film.
Bei Glen Powell stimme ich zu – ich mag den auch. Schwarzeneggers Film ist für mich nicht RUNNING MAN, aber ein perfekter 80er Action-Kracher. Was CHAINSAW MAN angeht – der Trailer erwähnt, es sei der "reze arc" und mir wurde das auch so erklärt. Aber was weiß ich schon?
Die Handlung von Mangas (bzw in weiterer Folge Anime-Serien) wird oft in eine Abfolge von "Arcs" unterteilt – bis zu einem gewissen Grad abgeschlossene Geschichten, die aber trotzdem die Haupthandlung darstellen.
Ich rechne damit, daß der Film in aufbereiteter Form (d.h. hie und da ein paar Szenen mehr) auch im TV ausgestrahlt wird – haben sie wie gesagt bei Demon Slayer auch so gemacht. Die umgekehrte Form – Kompilationsfilme, die nach Ausstrahlung der Serie ins Kino kommen – gibt’s ja auch.
Wie gesagt – das liegt außerhalb meiner Expertise.
U Are the Universe lief beim slash einhalb, kann ich – sieht man davon ab, dass ich mit dem Ende nicht ganz glücklich war (falls du ihn je sieht und besprichst, führe ich das dann gerne noch aus) – durchaus empfehlen. Wäre für eine ukrainische Produktion an sich schon beachtenswert, wurde aber noch dazu im Wahnsinn des russischen Angriffskriegs fertig gestellt. Dafür allein gebührt ihm meine Hochachtung.