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Sep. 2025

Fantasy Filmfest 2025 (30): THE HOME

Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: gelb, Film, TV & Presse |

Schweden, Estland, Island 2025

Regie: Mattias Johansson Skoglund

Darsteller: Philip Oros, Gizem Erdogan, Anki Lidén, Malin Levanon, Lottie Ejebrant, Ayan Ahmed, Lily Wahlsteen, Bengt C.W. Carlsson u.a.

Offizielle Synopsis: Nur widerwillig kehrt Joel ins Haus seiner schwierigen Kindheit zurück, um seiner Mutter Monika zu helfen. Diese ist wenig begeistert, ins Heim verfrachtet zu werden. Doch unbetreut kann Joel sie nach ihrem Herzinfarkt nicht mehr wohnen lassen. Ganze sieben Minuten war die alte Frau tot! Der Ausflug ins Jenseits hat sie auf seltsame Weise verändert. Woher kennt sie auf einmal die bestgehüteten Geheimnisse ihres Umfelds – und nutzt sie noch dazu brutal aus, um alle um sie herum zu quälen?

Kritik: Auch dieser Text aus dem Programmheft kocht den Film deutlich mehr hoch, als er einlösen kann. Ja, es geht wenigstens tatsächlich mal um Geister, bzw. den Geist der Toten, der die Lebenden zu quälen weiß. Anders als viele ähnlich gelagerte Filme scheut er sich nicht, den tatsächlich übernatürlichen Ursprung des Dramas offen zu legen.

Darüber hinaus ist THE HOME aber eine eher dröge Angelegenheit.

Man kann kaum bestreiten, dass es ziemlich gruselig ist, wie zuerst Monika und dann andere Bewohner des Pflegeheims von zart auf hart schalten, von altersmilder Senilität auf grausamen Sarkasmus. Sie wissen genau, welche Wunden sie aufreißen müssen, um ihre knochigen Finger hinein zu bohren.

Allerdings wäre das deutlich wirkungsvoller, wenn uns die Protagonisten scheren würden oder zwischen ihnen irgendwelche Konflikte aufzuräumen wären. Aber Joel ist schlicht ein mit sich hadernder Homosexueller und die Pflegerin Nina seine beste Freundin aus Jugendtagen, die ein Arschloch geheiratet hat. Beide Lebensentwürfe bekommen Raum, der aber nur die Laufzeit füllt, ohne irgend etwas beizutragen. Dass die Ereignisse rund um die alternde Monika ihnen am Schluss einen Neustart in ein authentischeres Leben ermöglichen, wird an keiner Stelle verdient.

Schade um die Darsteller. Schade um das Pflegeheim, dessen Desinfektionsmittel man riechen kann. Bevor ich in so etwas verklappt werde – bringt mich um.

Fazit: Ein Geisterfilm, der deutlich besser die Tragik des Lebensabends in einem Pflegeheim darstellt als die okkulten Geschehnisse. Der mangelnde Wille, die Protagonisten zu entwickeln, stellt der Spannung ein zusätzliches Bein. 4 von 10 Punkten.

 

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BILD DES TAGES

Zeit für den Checkout im Kapselhotel: mit diversem Müll landet auch der Festival-Pass im Papierkorb. Früher habe ich die mal gesammelt.



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