Fantasy Filmfest 2025 (29): OTHER
Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: gelb, Film, TV & Presse |Regie: David Moreau
Darsteller: Olga Kurylenko, Jean Schatz, Lola Bonaventure, Jacqueline Ghaye u.a.
Offizielle Synopsis: Nach dem plötzlichen und grausamen Tod ihrer tyrannischen Mutter kehrt Alice zurück in das leer stehende Elternhaus. Seit ihrer Flucht als Teenagerin hat sich hier nichts verändert. Außer, dass nun ein ausgeklügeltes Überwachungssystem jeden ihrer Schritte verfolgt und sie nach Belieben ein- oder aussperrt. Seltsame Krabbelgeräusche, eine mechanische Stimme und bedrohliche Schatten verstärken Alices beklemmendes Gefühl, nicht allein zu sein.
Kritik: Mit MADS vom gleichen Regisseur bin ich gerade erst im Januar nicht wirklich warm geworden:
Als "one take movie" eher theoretisch als praktisch interessant.
Für OTHER, auf englisch und mit der Starpower von Ex-Bondgirl Olga Kurylenko teilweise in den USA gedreht, hat Moreau auf derartigen Schnickschnack verzichtet und in deutlich kommerzielleren Gewässern gefischt.
Die Kurylenko ist so etwas wie ein heimlicher FFF-Star. Das hier ist bereits der vierte Film mit ihr, den ich seit 2007 bespreche (nach CENTURION, THE NOVEMBER MAN, und MOMENTUM). Nicht die ganz fette Karriere, aber neben Gemma Arterton eines der wenigen Bond-Girls, das den Sex mit 007 als Sprungbrett nutzen konnte. Sie hat sich zudem auffällig gut gehalten.
OTHER gehört rein oberflächlich zu der Sorte Film, die ich auf dem FFF als ausgelutscht und überflüssig abwerte: Es ist zwar diesmal kein Paar mit Beziehungsproblemen, das sich in ein verlassenes Haus im Wald zurück zieht, aber alle anderen Klischees werden zuverlässig abgehakt: Alice hat Beziehungsprobleme, ist unerwartet schwanger (gähn), und hat ein altes Haus ihrer herrischen Mutter geerbt, in dem alte Traumata ausgebuddelt werden und die Nachbarn "leave this place!" in die Sprechanlage zischen.
Ich wiederhole mich: gähn.
Der primäre Grund, warum es so viele von diesen Filmen gibt, ist banal: Sie lassen sich mit wenigen Darstellern in einer kontrollierten Location drehen, in der oft genug sogar die Crew übernachten und speisen kann. Das reduziert die Variablen und hält das Budget im Zaum.
Ehrlich? Würde ich endlich mal den Arsch hochkriegen und einen eigenen Low Budget-Horrorfilm schreiben und drehen, dann würde ich es vermutlich auch so machen. Der Erstling muss kein AVENGERS sein.
Wenn man Moreau also zugesteht, dass er den Genrefilm nicht neu erfinden muss, dann ist OTHER zumindest ein relativ guter Vertreter dieses Subgenres. Er hält sich nicht mit elend langen Schleichereien durch elend lange Gänge auf, baut Suspense nicht primär dadurch, dass die Protagonistin minutenlang ins Dunkle starrt und mit aufgerissenen Augen "hallo?" flüstert.
Stattdessen nimmt Moreau Alice gleich von mehreren Seiten in die Zange: Sie muss das sehr toxische Verhältnis zu ihrer Mutter aufarbeiten, wird von dem absurd übertechnisierten Haus terrorisiert, und es mag externe wie interne Kräfte geben, die ihr ans Leben (?) wollen. Im Gegensatz zu einigen anderen Filmen des Festivals, die ihre Karten erheblich zu früh aufdecken, bleiben bei OTHER die Fragezeichen bis ins Finale stehen.
Natürlich steht und fällt so eine Strategie mit den Antworten, die man auf die gestellten Fragen präsentiert. Und da verstolpert sich OTHER dann doch ein wenig. Die scheinbare Feindlichkeit der Technologie wird einfach fallengelassen, der externe Beobachter entpuppt sich als weitgehend albern, und die Rückblicke in Alice' Schulzeit (via VHS-Kassetten) haben mehr emotionalen "punch" als die "schockierende" Auflösung der Bedrohung.
Na ja, immer noch besser als viele Filme dieser Sorte, die am Schluss einfach "was wirklich geschah? Wir werden es vielleicht nie erfahren" murmeln und sich in den Nachspann verpissen.
BILD DES TAGES
Ist es gewollt, dass ich die "Promis" vom Wachsfigurenkabinett erheblich gruseliger finde als die aus dem Dungeon?!
Vogel, Du hast den Film nicht verstanden. Wer so einen oberflächlichen Blödsinn wie "Code 3" mit Höchstpunkten bedacht aber "Other" niederschreibt.. da muss ich mich schon fragen was sie Dir in die Burger getan haben, bin ich doch sonst so oft bei Dir.
Na na na, nicht patzig werden. Das hier ist mein Spielplatz, da erwarte ich Benimm.
Das war wirklich nicht böse gemeint. Mein "Humor" ist im geschriebenen Wort schnell falsch zu verstehen…
Nun gut. Dass ich einen Film nicht verstanden hätte, weil ich deine Meinung nicht teile, fällt für mich nicht unter Humor. Substanzielle Gegenargumente sind mit lieber.
Dann lies halt meine Review zu dem Film auf F3A. Wie war das noch, über Geschmack lässt sich nicht streiten ? Manche wiederum sagen es lasse sich über nichts vortrefflicher streiten. Das sieht man doch schon daran, wie weit die Meinungen zu bestimmten Filmen auseinandergehen. Ich folge Dir jedenfalls und mag Deinen Blog und die Filmkritiken.
Ich freue mich, dass du meinen Blog magst und empfinde dich auf Facebook als durchaus angenehm. Aber wer hier gegen meine Meinung antritt, sollte eine eigene mitbringen. Ich fange nicht an zu googeln, ob du dich irgendwo im Netz schon anderweitig geäußert hast. Mir ist ein respektvoller Umgang sehr wichtig.
Egal wie der Film ist… das Plakat ist großartig!
im Film gibt es eine Szene die sich im Plakat spiegelt. Es hat eine Bedeutung, die mir sehr gefallen hat.
Wirrer Kappes. 4/10.