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Sep. 2025

Fantasy Filmfest 2025 (26): CREATION OF THE GODS II: DEMON FORCE

Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: grün, Film, TV & Presse |

China 2025

Regie: Wuershan

Darsteller: Huang Bo, Yosh Yu, Nashi, Chen Muchi, Xuejian Li, Kris Phillips, Naran, Hsing-Kuo Wu, u.a.

Offizielle Synopsis: Yin Shou will der Herrscher aller Reiche werden! Auch wenn er dafür Gewalt und Tyrannei anwenden muss, und die Hilfe von Riesen und einer Armee von Untoten braucht. Ihm entgegen stellen sich ein abtrünniger Heeresführer, von Gottheiten gesandte Zauberer, der als Dämon wiedergeborene ermordete Kronprinz und ein machthungriger Schwarzmagier.

Kritik: Zu SHADOW schrieb ich vor ein paar Jahren, warum ich mich mit großen chinesischen Historien-Epen schwer tue:

Da geht es dann meistens um Regionalfürst Dings aus der Provinz Bums, der in der Dynastie Zicke den Herrscher Zacke mit Hilfe seiner Konkubine HeuHeuHeu stürzen will.

Ich zitiere mich auch, weil ich auf den Satz bis heute stolz bin.

CREATION OF THE GODS II: DEMON FORCE verspricht genau diese Sorte Kino, verbunden mit der hässlichen Tatsache, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer geplanten Trilogie handelt – wir haben demnach den Anfang verpasst und werden auch kein befriedigendes Ende erwarten dürfen. Programmplanung beinhart am Zuschauer vorbei.

Es beginnt denn auch sehr, sehr konfus(ius): Ein paar Figuren, die wir nicht kennen, beschweren sich bei Göttern, die wir nicht kennen, über den Tod eines Prinzen, den wir nicht kennen, aus einem Königreich, das wir nicht kennen. Aus Gründen, die wir nicht kennen. Mit einem Feuerwerk aus CGI und fadenscheinigen Begründungen wird der junge Mann wiederbelebt – und ist dann erstmal wieder aus dem Film raus.

Zu jeder Person wird übrigens der Name eingeblendet, weil wir uns augenblicklich Jin Dong, Wua Shian, Shen Juen, Fin Wai, Omo Rama, Ariel Whiskas, und Juicy Fruits merken können. Vielleicht hilft mitschreiben?!

Aber oho und aha: CREATION OF THE GODS II findet danach relativ schnell seinen Rhythmus und die Story kann ich euch in zwei Sätzen zusammenfassen: Das Großreich Sheng will die von Rebellen übernommene Stadt Xiqui einnehmen. Beide Seiten setzen dabei auf Fabelwesen und Magie.

Das ist… großes Kino, unbestreitbar. CREATION II bringt eine Spielfreude und eine Bereitschaft zur comic-esken Überzeichnung mit, die ich von diesen Filmen in dieser Präzision nicht gewohnt bin. Die fetten Schlachten und Monsterangriffe sind nicht chaotisch und willkürlich, sondern sorgsam choreographiert und auch in ihren Einsätzen und Risiken immer nachvollziehbar. Es kommt tatsächliche Spannung auf und ich wurde ein ums andere Mal die Ray Harryhausen-Klassiker wie JASON UND DIE ARGONAUTEN und SINDBADS SIEBTE REISE erinnert.

Hinzu kommt, dass Yosh Yu und Nashi ein großartiges Paar bilden, dem man die Liebesgeschichte tatsächlich abkauft. Besonders Newcomerin Nashi ist ein Hingucker mit viel Charisma, eine asiatische Xena, die so gar nicht jammerlappig oder rettungsbedürftig rüberkommt. Sie hat allerdings gerade Ärger.

Klar gibt es immer mal wieder Figuren aus dem ersten Teil, die wir nicht zuordnen können, und ausgerechnet der wiederbelebte Prinz ist eine CGI-Monströsität, die niemals durch die Endabnahme hätte gehen dürfen. Stellt euch Dr. Manhattan aus WATCHMEN als Hulk vor, erstellt an einem Amiga 1993. Das kommt davon, wenn man ca. 20 Teams an den Effekten arbeiten lässt (u.a. Digital Domain) – einer baut immer Mist.

Aber das nimmt dem Entertainment nichts und nach einem schwermütigen Drama wie NINA ist ein Film wie CREATION OF THE GODS II: DEMON FORCE die perfekte "hallowach"-Pille. Teil 1 wird nachgeholt, Teil 3 kann kommen.

Fazit: Ein prächtiges Spektakel mit großartigen Monstern und viel Schmiss in der Action, das auch von einer zarten Liebesgeschichte zwischen dem Remmidemmi und einer vergleichsweise leicht nachvollziehbaren Grundstory profitiert. Wer asiatische Fantasy-Epen mag, kommt um den hier nicht drum herum – 9 von 10 Punkten.

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P.S.: Drei SEHR lange Post Credits-Szenen dehnen den Film etwas. Wenigstens ist man so nett, das schon zum Beginn des Nachspanns anzukündigen. Vorbildlich!

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Von Berlin aus kann man nachts die ganze Welt sehen:



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6 Kommentare
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Baumi
Baumi
10. September, 2025 15:17

Seitdem der Nachrichtensender N24 in "Welt" umgetauft wurde, gibt’s auf den Branchenseiten immer mal wieder die eine oder andere unterhaltsame Schlagzeile.

Markus
10. September, 2025 16:30

"Es beginnt denn auch sehr, sehr konfus(ius)…" Respekt. Den muss man sich trauen. 😀

Matts
Matts
16. September, 2025 11:17

Jin Dong, Wua Shian, Shen Juen, Fin Wai, Omo Rama, Ariel Whiskas, und Juicy Fruits

Hm…irgendwie hab ich das Gefühl, dass mindestens zwei davon in dem Film nicht vorkommen. Kein Ahnung welche…

Kinokarl
12. Oktober, 2025 11:29

Teil 1 der Trilogie lief sehr wohl in deutschen Kinos. Er wurde aber genauso stiefmütterlich behandelt wie 99% aller anderen chin. Filme in DEU. Nur auf der Webseite des des Kinos (hier Cineplex) angekündigt als einmalige Aufführung in der Nachmittagsvorstellung. Das war im Januar 2024. Diese blink-and-you-miss-it-Politik hilft natürlich nicht, ein breiteres Publikum für asiatische Filme zu begeistern. Ich hoffe Teil 2 und 3 bekommen eine Kinoauswertung und einen physischen Datenträger.

Im übrigen ist der Roman "Fengshen Yanyi", auf dem die Filme basieren, in China so bekannt, wie bei uns die Heldensagen, so dass eine tiefergehende Figureneinführung verzichtbar ist.