09
Sep. 2025

Fantasy Filmfest 2025 (24): SWORD OF VENGEANCE

Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: rot, Film, TV & Presse |

Serbien 2024

Regie: Nemanja Ceranic

Darsteller: Igor Bencina, Petar Bencina, Isidora Simijonovic, Milos Bikovic, Sergej Trifunovic u.a.

Offizielle Synopsis: Als die Familie eines jungen Kriegers niedergemetzelt wird, will er nur eins: Vergeltung! Unversehens greift er zum Schwert und bahnt sich eine blutige Schneise durch das Ödland. Doch Rache zu verüben, ist gar keine leichte Aufgabe in dieser wahnsinnigen und kaputten Welt, und Überleben ein Kunststück. Verfolgt von bizarren Visionen und getrieben von unabsehbaren Gefahren, kreuzen machtzerfressene Kriegsherren und radioaktiv verseuchte Sekten seinen langen Weg bis zum bitteren Ende.

Kritik: "ein finsteres, rasantes Epos voller Punk-Energie, abgedrehter Folklore und knochenbrecherischer Kämpfe."

Programmheftschreiber, komm mal runter. Kein Grund, hier das große Fass aufzumachen. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht – haste schon gehört, oder?

Man kann SWORD OF VENGEANCE "finster" nennen, "trostlos" trifft es allerdings auch. "rasant"? Dafür gibt es schon was auf die Finger, denn die 127 Minuten ziehen sich Kaugummi. "Punk-Energie"? Alter, ich hau dir gleich eine! Und wenn du das bisschen zerschnippeltes Gehaue "knochenbrecherische Kämpfe" nennst, dann hast du vermutlich nie Filme von John Woo oder mit Scott Adkins gesehen.

"eine blutige Schneise durch das Ödland" – einfach nicht so viel kiffen, bevor du dich an den Rechner setzt, um Geld zu verdienen.

Machen wir es kurz: Ja, SWORD OF VENGEANCE mangelt es nicht an Aufwand, an Bauten (digital wie real), an Kostümen, an Komparsen, an lebensfeindlichen Landschaften im Hintergrund. Aber es mangelt ihm an einer kohärenten Story, nachvollziehbaren Charakteren, einem irgendwie gearteten Motor, der uns in Richtung eines auch nur marginal interessanten Zieles schleppen könnte.

Es ist ein langweiliger, käsiger Verhau, der mit dicken Eiern eine Mythologie bauen will, die uns kaum weniger scheren könnte. Grainmen? Wellmen? Bloodhounds? The Soaked? Seriously, who gives a fuck?

Das titelgebende Schwert ist übrigens ein selten langweilig aussehender Witz – weder hat es irgendeinen Einfluss auf die Handlung, noch wird sein Gimmick (es wählt sich seinen Träger aus) irgendwann mal relevant. Es ist eine Idee, die der Autor schlicht nicht weiter ausgearbeitet hat – wie so vieles.

Wenn dein Film primär Erinnerungen an KAMPFANSAGE weckt, ist was schief gelaufen. Mächtig schief. Rote Ampel schief.

Tipp meinerseits: Die Rahmenhandlung komplett streichen. Spart 20 Minuten und dem Zuschauer Lebenszeit.

Fazit: Osteuropäisches Rumpelkino ohne Sinn und Verstand. Man wundert sich, wer DAFÜR so viel Geld locker gemacht hat. 2 von 10 Punkten für den betriebenen, aber letztlich verschwendeten Aufwand.

 

Lasst euch von dem Trailer nicht täuschen:

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BILD DES TAGES

Am Austragungsort der früheren Fantasy Filmfeste in Berlin, dem Potsdamer Platz, ist nichts mehr, wie es war: Der Starbucks ist weg, das ehemalige Kino ein Food Court, das Filmmuseum ist zum E-Werk umgezogen, und selbst Dunkin' Donuts ist noch erleuchtet, aber verlassen. Da haben wir oft gesessen:



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1 Kommentar
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Matts
Matts
16. September, 2025 11:10

Ja, weitgehende Zustimmung von mir. Zu lang (weg mit der Rahmenhandlung!), die einzig halbwegs interessante Action gibt´s erst in der letzten Viertelstunde. Auch das ganze Worldbuilding ist weniger als halbgar. Es gab EINE Szene, in der es wirkt als ob der Wille des Schwertes tatsächliche Auswirkungen hat – und dann wird das einfach komplett unter den Tisch fallen gelassen.
Ich würde für mich vielleicht noch einen Punkt drauflegen, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass aus Serbien ein so wertig aussehender Film kommt. Vielleicht bin ich zu vorurteilsbehaftet…