Fantasy Filmfest 2025 (19): EXIT 8
Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: grün, Film, TV & Presse, Neues |Regie: Genki Kawamura
Darsteller: Kazunari Ninomiya, Yamato Kochi, Naru Asanuma, Kotone Hanase, Nana Komatsu, u.a.
Offizielle Synopsis: Ein namenloser Büroangestellter wird in der U-Bahn Zeuge eines Übergriffs – und schaut weg. Am Ziel seiner Fahrt angekommen, findet er sich auf einmal in einem Gang wieder, der zu einem „Exit 8“ führen soll. Aber als er den Wegweisern folgt, stellt er fest, dass er nicht vorankommt. Die Szenerie wiederholt sich immer wieder auf exakt gleiche Weise. Nur ein Schild verrät ihm, wo er gerade ist: auf Ebene Null. Ebene Eins. Ebene Zwei. Und … zurück auf Anfang. Der einzige Hinweis: Entkommen kann er nur, wenn er die „Anomalien“ im System entdeckt. Was auch immer das bedeuten mag.
Kritik: EXIT 8 basiert auf einem Videospiel:
Genau genommen muss man "lediglich" jedes Mal im Gang einen "Fehler" oder eine "Abweichung" finden, dann geht man zurück. Gibt es keine, geht man weiter – bei "Level" 8 ist dann der ersehnte Ausgang. Es handelt sich demnach um ein theoretisch einfaches optisches Rätsel, das eine besondere Stimmung bekommt durch den kargen, trostlosen Gang ohne Sonnenlicht, in dem es spielt. Die liminal spaces sind nicht weniger Teil des Reizes als das Rätsel.
Optisch zumindest baut EXIT 8 das Spiel geradezu manisch perfekt nach. Die Kacheln, die Türen, der Sound, das Licht – 1:1. Das ist einerseits beeindruckend, andererseits auch irgendwie nerdig, denn der exakte Nachbau hat keinerlei Einfluss auf die Handlung oder die Wirkung des Films.
Da die Zuschauer im Saal die Anomalien im Gang selbst nicht interaktiv lösen können, wird ein Protagonist gestellt, der es für uns tut – ein mausiger Angestellter, der gerade den Anruf bekommen hat, dass seine Ex schwanger ist und in der Klinik auf seine Entscheidung wartet, ob er Vater werden will.
Dieser Hintergrund wird zum Plot des Films, zum Antrieb der Figur und zum Fundament ihrer Entwicklung. Er macht EXIT zu mehr als einer Abfolge von Puzzles – es geht darum, auf Kleinigkeiten zu achten, die einem helfen, im wahrsten Sinne des Wortes den rechten Weg zu finden.
Eine klassische "Handlung" darf man nicht erwarten. Es gibt keinen Antagonisten, keinen Twist, keine Auflösung. Am Ende muss unser "Held" nur acht Mal in Folge korrekt identifizieren, ob es eine Anomalie im Gang gibt oder nicht. Vielleicht ist es aber auch alles nur ein Sekundenbruchteil in seinem Gehirn, eine Fehlschaltung bei der morgigen Ubahn-Fahrt…
P. aus H., mit dem ich diverse Vorstellung durchsitze, fand den Film besser als ich und sehr unterhaltsam. Ich selbst tat mich ungefähr zu Hälfte schwerer, den Mangel an Struktur und Entwicklung nicht als zäh zu empfinden. Aber ich respektiere das Bemühen der Macher, irgendwie eine Botschaft in das ansonsten sehr nüchterne Spielkonzept zu pressen.
Das hier ist demnach eher was für experimentierfreudige Filmfans und ein klarer Gegenentwurf zum kommerziellen Standard von z.B. BONE LAKE.
BILD DES TAGES
Bitte lächeln:
Ich war von EXIT 8 ziemlich fasziniert. Das war mal eine Videospielverfilmung, die tatsächlich meine Instinkte und meinen Ehrgeiz als Gamer angesprochen hat. Bei jedem Durchgang hab versucht, die Anomalie vor dem Protagonist zu entdecken. Das war zwar durch die Kamerawinkel nicht immer möglich, hat aber trotzdem zu ein paar schönen "Aha!"-Erlebnissen geführt.
Meiner Meinung nach ein absolut passendes Centerpiece!
Ich habe immer erwartet, dass sich auf dem einen Plakat die Preisangabe in Yen ändert.
Der ultimative Horror: Inflation!!!