Fantasy Filmfest 2025 (18): BONE LAKE
Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: grün, Film, TV & Presse |
Regie: Mercedes Bryce Morgan
Darsteller: Maddie Hasson, Marco Pigossi, Alex Roe, Andra Nechita u.a.
Offizielle Synopsis: Eigentlich sollte es ein wunderbar romantisches Wochenende werden. Doch kaum im abgelegenen Ferienhaus angekommen, müssen Diego und Sage feststellen, dass sie nicht die Einzigen in der schicken Unterkunft sind. Notgedrungen lassen sie sich auf den Urlaub zu viert ein – schließlich wirken der draufgängerische Will und seine quirlige Freundin Cin durchaus sympathisch. Eine bitter verhängnisvolle Entscheidung.
Kritik: BONE LAKE beginnt genau so, wie ich es gerne kritisiere – wieder einmal fährt ein Pärchen mit Beziehungsproblemen (sie frustriert, er Beta-Männchen) in ein einsames Haus in den Wald, wo "das Grauen" wartet. Von der Sorte habe ich zu viele gesehen, schlimmer noch – es gibt sie praktisch jedes Jahr. Die "Füller" im Programm, die man nur deshalb schaut, weil man sowieso eine Dauerkarte hat.
BONE LAKE zeigt aber auch, dass man aus "vier Leute und ein Haus im Wald" wirklich was rausholen kann – "a funny fucking good time", wie die Regisseurin in ihrer Videobotschaft vorab gut gelaunt verkündete.
Natürlich ahnen wir sehr schnell, dass mit Will und Cin etwas nicht stimmt. Das junge Paar ist zu aufreizend, zu aufgedreht, zu auffällig – alles an ihrem Verhalten scheint darauf ausgelegt, Diego und Sage zu provozieren, besonders sexuell.
Was dann kommt, entwickelt sich schnell von neckischen Spielen über perfide Manipulation hin zum Psycho-Duell um Leben und Tod – und die Rechtfertigung des eigenen Lebensmodells. Durch clevere Auslassungen gelingt es dem Skript, Misstrauen zu säen, ob überhaupt wer die Wahrheit sagt und ob Diegos und Sages Beziehung das destruktive Drama nicht verdient, vielleicht sogar braucht.
All das macht BONE LAKE mit sehr sicherer Hand und Regisseurin Mercedes Bryce Morgan quetscht aus wenig (ein Haus, vier Leute) viel Entertainment. Die Kamera ist extrem dynamisch, die Farben sind satt, die Spannung zwischen den Paaren jederzeit spürbar, immer knapp davor, entweder in Streit oder Sex zu münden.
Eine massive Hilfe sind dabei die Darsteller, die sich bemerkenswert in ihre Rollen hängen, auch wenn Maddie Hasson nach "wir wollten Florence Pugh, konnten sie uns aber nicht leisten" aussieht und Alex Roe massiv nach dem Mantra "what would Dave Franco do?" vorgeht.
Schade fand ich lediglich zwei Dinge, für die ich jeweils einen Punkt abziehe.
Für einen Film, der explizit als erotisches Katz & Maus-Spiel angelegt ist, wird geradezu albern darauf geachtet, dass selbst beim wildesten Sex nichts zu sehen ist. Kein Nippel, kein Hintern – nicht mal von den männlichen Darstellern. Man behält den BH an und selbst der Koitus geschieht in Unterhöschen. Das ist so albern verklemmt, als wäre der Film fürs Fernsehen gedreht worden.
Mit massiver blutiger Gewalt hat BONE LAKE hingegen kein Problem, weshalb er das Finale auch lieber in Splatter und Gewalt auflöst, als sich mit den psychologischen Möglichkeiten des Paarkampfes auseinander zu setzen. Darin ähnelt er dem ähnlich erzählten COMPANION.
Vielleicht nicht großes Kino, aber immerhin groß(artig)e Unterhaltung.
Um der Spoiler willen muss ich vom Trailer dringend abraten:
BILD DES TAGES
Verkaufsoffener Sonntag in Berlin, dem primär die Malls gefolgt sind – mit vielen Angeboten "feiert" man das neue Schuljahr:
Danke, damit ist die Entscheidung für meinen persönlichen Abschlussfilm des SLASH Filmfestivals 2025 endgültig zugunsten von "Bone Lake" (statt "Other") gefallen; klingt, als wäre das genau die Sorte Film, nach der man das Kino – und damit eben auch das Festival – zufrieden und gut gelaunt verlässt.
Genau so. Zwischendurch fragte ich mich allerdings, ob der Film nicht sogar besser geworden wäre, wenn die Taten des Pärchens auf der emotionalen Ebene geblieben wären und man den "und am Ende murksen wir sie ab"-Aspekt weggelassen hätte.
Dann pinkle ich halt mal wieder in den Wind. Mir hat der Streifen gar nicht gefallen, Sage und Diego sind so ein langweiliges Klischeepärchen, dass ich an keiner Stelle Sympathie für die aufbauen konnte. Die anderen beiden sind erst nur nervig und später lächerlich, über 70 Minuten hat mich der Streifen mit dem Herumkauen auf Pseudo-Problemen nur gelangweilt, dafür war das Finale albern. Neben "Halloween ends" war das der schlechteste Horrorfilm, den ich seit Ewigkeiten gesehen habe