07
Sep. 2025

Fantasy Filmfest 2025 (14): MAN FINDS TAPE

Themen: Fantasy Filmf. 25, FFF: gelb, Film, TV & Presse |

USA 2025
Regie: Paul Gandersman, Peter S. Hall
Darsteller: Kelsey Pribilski, William Magnuson, John Gholson, Brian Villalobos, Nell Kessler, Graham Skipper, Judy McMillan, Christine Hall, u.a.

Offizielle Synopsis: Wie sehr können wir den Bildern vertrauen, die wir sehen? Als Lucas bei einem Zoom-Call Lynn ein Video eines schockierenden Todesfalls vorspielt und dabei in Trance fällt, glaubt sie zunächst an einen weiteren Stunt ihres unlängst bei YouTube viral gegangenen Bruders. Doch er ist nicht der Einzige, der so auf Aufzeichnungen aus ihrer Heimatstadt reagiert. Und keiner der Betroffenen kann sich danach daran erinnern. Was geht in Larkin, Texas, vor sich? Welche Geheimnisse fangen die Kameras ein – und welche finstere Macht verhindert ihre Entschlüsselung?

Kritik: MAN FINDS TAPE ist vorgeblich mal wieder ein "found footage film", auch wenn ich nicht sicher bin, ob wirklich jede Szene irgendwie als "echtes" Filmmaterial gezählt werden kann. Anders als in anderen Film dieses Subgenres bleibt auch vage, in welchem Kontext der Zusammenschnitt steht – soll das hier eine fiktionale Doku sein? Wer hat sie zusammengestellt? Lynn?

Vielleicht ist mir auch nur bei den Details was durchgerutscht, denn gerade in der ersten halben Stunde wirft uns MAN FINDS TAPE viele Fragmente hin, die sich kaum in Verbindung bringen lassen und deren Plausibilität mir bestenfalls wackelig erscheint. Lucas hat Millionen Follower für seine YouTube-Reihe, aber niemand kommt nach Larkin, um das vor Ort selber zu prüfen? Die Videos führen wiederholbar zu Aussetzern und Gedächtnisstörungen, aber es gibt keine Untersuchungen von offiziellen Stellen, nicht mal nach dem Todesfall?

Nach einer Weile geht es aber aufwärts, weil der Film für seine Geschehnisse eine durchaus spannende Mythologie mit entsprechenden Charakteren baut, die uns eine Möglichkeit gibt, die Zusammenhänge besser zu verstehen. Am Ende ist man schon rechtschaffen interessiert, die Puzzleteile zusammen zu setzen.

Dass Benson/Moorhead MAN FINDS TAPE produziert haben, überrascht nicht, sollte aber auch nicht zu hoch gewertet werden – sie haben das fertige Skript nur unter ihre Fittiche genommen, es ist keine Eigenentwicklung.

Zum Nachspann dachte ich mir, dass MAN FINDS TAPE als klassisch erzählter Horrorfilm mit ein wenig "found footage" als Beweis für die Vorgänge in Larkin besser funktioniert hätte. Das "found footage"-Genre ist ja ursprünglich aus der "Not" entstanden, mit sehr wenig Geld und begrenzten filmischen Möglichkeiten 90 Minuten zu füllen, in dem man nur einen Blickwinkel bedient. Hier hatte man aber alles, was es gebraucht hätte, um sich von den Beschränkungen zu befreien: Darsteller, Locations, Effekte, etc.

Wurscht. Passt schon. Ich sitze allerdings gerade in meiner Space-Kapsel und überlege, ob ich hier drin nicht auch einen "found footage"-Film drehen könnte…

Fazit: Ein "found footage horror", der etwas lange braucht, um seine Sogwirkung zu entfalten und dessen Mythologie erheblich spannender erscheint als die Story. Dennoch sehenswert, wenn man seine Ansprüche runterschraubt. 6 von 10 Punkten.

Kein Trailer, aber ein Interview mit den Machern:

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Marcus
Marcus
26. September, 2025 15:10

Ich war willig, aber der zündete bei mir so gar nicht. Für ein paar gute Ansätze gerade noch 5/10.