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Apr 2024

Fantasy Filmfest Nights 2024 (4): STING

Themen: FF Nights 2024, Film, TV & Presse, Neues |

Australien 2024. Regie: Kiah Roache-Turner. Darsteller: Alyla Browne, Penelope Mitchell, Ryan Corr, Jermaine Fowler u.a.

Offizielle Synopsis: In einer stürmischen Nacht kracht ein mysteriöses Ei durch das Fenster eines alten New Yorker Wohnhauses. Die junge Charlotte entdeckt, wie daraus eine merkwürdige kleine Spinne krabbelt. Von ihrer Familie fühlt sich das rebellische Mädchen alleingelassen – und findet in dem bemerkenswert lernfähigen Achtbeiner, den sie liebevoll Sting tauft, einen tröstenden Freund. Doch je mehr Charlottes Faszination für Sting wächst, desto rasanter wird auch das Krabbeltier größer. Bald macht sein Durst nach frischem Blut nicht mehr bei Kakerlaken halt. Der Schauplatz ist perfekt für den morbiden Spinnenspaß, der sein titelgebendes Monster durch die schummrigen Luftschächte und Müllschlucker des maroden Gebäudes jagen lässt.

Kritik: Spinnenhorror ist einfach. Weil Spinnen der Horror sind. Es gibt einen Grund, warum die arachniden Arschlöcher immer wieder für Genre-Kracher herhalten müssen. Wir erinnern uns an Klassiker

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und Totalausfälle

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und an glorreiche B-Movies

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und an Hollywood-Blockbuster der ersten

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und zweiten Garnitur:

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Mittlerweile ist das Genre reif für Parodien

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und für “social commentary”:

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In diese Bandbreite passt STING sehr gut, denn der australische, aber in New York spielende Film versteht sich als Hommage an die Monster-Filme der 80er wie GREMLINS (hatten wir das heute nicht schon mal?). Ein abgeschottetes Apartmenthaus, schräge Charaktere, eine Familie unter Stress – und ein kleines Mädchen, das Auslöser und Katalysator eines achtbeinigen Massakers mit viel Geschrei und Geisterbahn ist.

Nun kennen wir Regisseur Kiah Roache-Turner ja schon vom räudigen WYRMWOOD und dem eher lauten als guten NEKROTRONIC. Der Mann kann Geschwindigkeit, Style, Effekte, Gore – aber wertiges Storytelling sollte man von ihm nicht erwarten.

Zumindest in diesem Sinne ist STING ein deutlicher Schritt nach vorn. Das eingeschneite, heruntergekommene Apartmenthaus bietet eine schöne “twilight zone”, in der sich die Figuren wie in einem Puppenhaus von Ebene zu Ebene bewegen. Fast jeder ist mit jedem bekannt oder verwandt, die zwischenmenschlichen Konflikte sind nicht weniger desaströs als die Attacken der schnell wachsenden Spinne. Wohliger Spinnenhorror mit Humor und Sarkasmus – genau das, was man nach drei eher tranigen Festival-Blindgängern braucht.

Aber es hakt dennoch an sehr vielen Stellen. Die Story ist hanebüchen und wird nur von Zufällen in Bewegung gehalten. Sehr früh weiß jeder Genre-Fan im Saal, was das “Kryptonit” der Spinne ist und wie sie enden wird. Eine Form von Realität wird gar nicht erst versucht und damit auch nie erreicht – was unsere Empathie für die bis zur Karikatur überzeichneten Figuren niedriger hält, als sie sein müsste.

Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass STING sehr heftig in der Postproduktion ungeschnitten wurde. Der Prolog dient augenscheinlich nur dazu, sofort mit “Spinnenaction” einzusteigen – danach wird holperig “4 Tage vorher” eingeblendet und es braucht nochmal 20 Minuten, bis der Film wieder durchstartet. Meine Vermutung? Der Prolog wurde zur Gänze aus Material des dritten Akts geschnitten und nach vorne geholt, um den Einstieg in den Film spannender zu machen. Das erklärt auch diverse Ungereimtheiten nach hinten raus.

Nun sind das sehr viele Kritikpunkte, die STING aber mit Spielfreude und Tempo locker überspielt. Man hat großen Spaß als Zuschauer, was auch an Alyla Browne liegt, die eine herausragende Performance abliefert und der in einer gerechten Welt eine Karriere wie Elle Fanning oder Anya Taylor-Joy winken würde.

Fazit: B-Movie der Gattung Spinnenhorrer, der klassische Gruseltugenden hoch hält und besonders mit einer phantastischen Hauptdarstellerin und überzeugenden Effekten zu punkten weiß. Dafür doch 7 von 10 Punkten.

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Revilo
Revilo
29. April, 2024 13:02

Man hat großen Spaß als Zuschauer, was auch an Alyla Browne liegt, die eine herausragende Performance abliefert und der in einer gerechten Welt eine Karriere wie Elle Fanning oder Anya Taylor-Joy winken würde.

Na als “Young Furosia” im kommenden Mad Max Film hat sie da ja schonmal einen guten Grundstein gelegt! 😉

Thies
Thies
30. April, 2024 14:53

Ich kann dem Gesagten nicht viel hinzuzufügen. Der kalte Beginn mit dem Kammerjäger war mir eine Spur zu plump, aber wie bereits ausgeführt gab es da wahrscheinlich eine Notiz der Abnehmer: “Wir haben für Spinnen bezahlt, also wollen wir auch welche sehen und zwar sofort!”
Der Film gewinnt keinen einzigen Punkt für Originalität, aber hält den Genre-Fan für knapp 90 Minuten bei Laune. Manchmal braucht man auch nicht mehr um zufrieden zu sein .