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Nov 2022

Vergessene Fantasy- und Science Fiction-Franchises (4): Stargate, Alien Nation, Conan & Bonus!

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Der letzte Beitrag zu “Franchises, deren Umfang euch vielleicht gar nicht bewusst war”, ist thematisch nicht geklammert. Ich kann nicht zusammen zwingen, was nicht zusammen gehört. Such is life.


Stargate

Angesichts der schieren Masse an gefüllten Programmstunden in den letzten 28 Jahren finde ich es manchmal schon sehr verwunderlich, dass der Bekanntheitsgrad des kompletten STARGATE-Universums gegen STAR TREK und STAR WARS so abstinkt. Die Tatsache, dass ich selber nie ein Fan der Franchise war, mag ein Hinweis sein, warum das so ist.

Angefangen hat alles mit dem Kinofilm STARGATE, den Roland Emmerich inszenieren durfte, nachdem er UNIVERSAL SOLDIER aus der Scheiße gezogen hatte. Echte Wortvogel-Veteranen werden sich erinnern: es gibt Menschen, die dem schwäbischen Spielbergle eine allzu üppige Bedienung bei der deutschen Trivial-SF vorwerfen.

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You can’t argue with success: bei 45 Millionen Dollar Budget spielte der Streifen satte 200 Millionen weltweit ein – und wurde auch auf Video und im Fernsehen eine Geldkuh. Es wird dabei gerne übersehen, dass STARGATE wie auch JURASSIC PARK zu den Filmen gehörte, die den modernen Blockbuster der Post-80er prägten: es ging um den Aufhänger, das “high concept”, die Potenz der Effekte, und nicht mehr um die Stars.

Emmerich phantasierte sich seinerzeit gerne eine Trilogie à la STAR WARS zusammen, aber es gibt praktisch keinerlei Belege, dass das wirklich jemals geplant war. Nach INDEPENDENCE DAY zögerte er lange genug herum, bis das Studio sich entschied, aus dem Stoff eine TV-Serie gänzlich ohne seine Beteiligung zu stricken:

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Rückblickend halte ich es für durchaus möglich, dass ich aus der Serie zu früh ausgestiegen bin. Fans versichern mir, dass auch STARGATE SG-1 ein bis zwei Staffeln brauchte, um Fokus und Ton zu finden. Danach blieb aber noch genug Zeit, um das Universum mit dem ganz breiten Pinsel zu malen: Zusätzlich zum spielfilmlangen Pilotfilm wurden satte 212 Episoden über 10 Staffeln produziert – mehr, als STAR TREK, GALACTICA, FARSCAPE oder BABYLON 5 vergönnt war. Auch als Nicht-Fan verdient das meinen Respekt.

Schon 2002 kam es zum ersten Ableger der TV-Franchise, der Trickserie STARGATE: INFINITY:

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Bis auf ein paar geldsparende CGI-Elemente war die 26 Folgen umfassende Serie noch sehr dem Geist der Kiddie-Action der 80er und 90er verpflichtet und wird selbst von STARGATE-Fans gerne ausgeklammert. Kanon ist sie auch nicht.

STARGATE SG-1 machte es derweil wie ein Volkswagen: sie lief und lief und lief. Es mag ein Zufall sein, aber es ist ein kurioser Zufall: selbst nach der Einstellung im Jahr 2007 war noch nicht Schluss. Wie bei Richard Dean Andersons erster Erfolgsserie MACGYVER produzierte man zeitnah zwei TV-Filme, um nochmal Geld aus der Franchise zu quetschen – THE ARK OF TRUTH hatte 2008 Premiere, neun Monate nach dem regulären Ende der Serie:

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Vier Monate später folgte noch CONTINUUM:

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Die Einstellung von SG-1 war nicht nur der Tatsache zu verdanken, dass dieser Aspekt des SG-Universums einfach auserzählt war – viele der originalen Darsteller hatten keine Lust mehr, wurden dank neuer Verträge immer teurer, und ließen sich schließlich durch Neuzugänge ersetzen. Darum ist es auch kein Wunder, dass mit STARGATE: ATLANTIS schon 2004 ein Ableger auf Sendung ging, dessen Cast erheblich günstiger war und dessen Konzept neue Geschichten aus dem Stargate-Universum ermöglichte:

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Adleraugen entdecken Aquaman Jason Momoa – nicht das letzte Mal…

Respektable 100 Folgen produzierte man über fünf Staffeln. Tatsächlich habe ich von SG:A zumindest die ersten zwei Staffeln gesehen und fand’s gut.

ATLANTIS endete Anfang 2009. Im Herbst 2009 spuckte die STARGATE-Maschine bereits die nächste Serie aus – und es fallen durchaus Parallelen auf: sieht man SG-1 als das Stargate-Gegenstück von TNG und ATLANTIS als das Gegenstück von DS9, dann passt UNIVERSE durchaus als Gegenstück von VOYAGER.

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Es galt aber das Gesetz der rückläufigen Rendite – UNIVERSE schaffte nur noch zwei Staffeln mit 40 Episoden. Danach war erstmal die Luft raus.

Nach knapp sieben Jahren wurde versucht, die Franchise mit der Webserie STARGATE ORIGINS neues Leben einzuhauchen. Angesichts des schrottigen Drehbuchs und des offensichtlich erschütternd geringen Budgets darf man das Ergebnis gerne als totalen Rohrkrepierer betrachten.

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Und wie geht’s nun weiter? Emmerich redete vor zehn Jahren schon davon, STARGATE als Kino-Franchise weiter zu erzählen und dabei die TV-Produktionen komplett zu ignorieren, was ich für einen eitlen und kapitalen Fehler halten würde. Versuche, ORIGINS als Ausgangspunkt einer neuen Serie zu etablieren, scheiterten aber ebenso. Nichtsdestotrotz: die gesamte Franchise war zu erfolgreich, um dauerhaft brach zu liegen. Irgendwann gehts weiter.

Kassensturz: Ein Kinofilm, SG-1 mit Pilotfilm, 212 Episoden und 2 TV-Filmen, Infinity mit 26 Episoden, Atlantis mit 100 Episoden, Universe mit 40 Episoden, Origins mit 10 Episoden. Macht je nach Zählweise 388 Episoden!


Alien Nation

Das hier wird die kürzeste Franchise dieser Reihe und ich nehme sie rein, weil’s mein Blog ist und ich hier machen kann, was ich will.

Den Anfang machte der coole SF-Action-Film ALIEN NATION im Jahr 1988, der von Rockne S. O’Bannon eigentlich als OUTER HEAT geplant worden war, den Titel aber wegen ähnlich lautender Blockbuster (RED HEAT) dann doch nicht verwenden durfte. Ein Glücksfall, wie ich finde – ALIEN NATION ist gerade in seiner klareren SF-Ausrichtung und der Doppeldeutigkeit (alien nation = außerirdische Nation, aber auch alienation = Entfremdung) erheblich griffiger:

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In Deutschland bekam der Film den depperten Titel SPACE COP LA 1991, obwohl es genau genommen keinen “space cop” gibt und der Film auch nicht 1991 spielt.

Wie HIGHLANDER baut ALIEN NATION ein komplexes Universum aus seiner Ausgangsidee – und es ist kein Wunder, dass der Sender Fox korrekterweise davon ausging, dass man das in einer TV-Serie besser als in einem Kinofilm weitererzählen könne. Die Tatsache, dass der Film weltweit nur 32 Millionen Dollar eingespielt hatte, mag ebenfalls gegen Kino-Fortsetzungen gesprochen haben.

Nicht mal ein Jahr nach dem Start des Kinofilms strahlte das noch sehr junge Fox Network den Pilotfilm aus – und ich war augenblicklich Fan:

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In der Tat funktioniert ALIEN NATION als Cop-Serie mit gesellschaftskritischen Ansätzen besser als als Kinofilm, und die Darsteller bringen sich wirklich ein.

Leider zog Fox schon nach einer Staffel mit 22 Folgen den Stecker – eine Entscheidung, die der Senderchef später als die “dümmste meiner Karriere” bezeichnete. Man hätte der Serie eindeutig mehr Zeit geben müssen.

Dass ALIEN NATION nicht so leicht totzukriegen war, merkt man schon daran, dass auch nach der Einstellung immer noch Comics veröffentlicht wurden:

In einem fast einmaligen Fall von Einsicht beschloss Fox 1993, die Scharte auszuwetzen – man wollte ALIEN NATION zwar nicht als Serie, aber zumindest als Reihe von TV-Filmen fortsetzen. Alle Schlüsselfiguren waren sofort wieder dabei und mit DARK HORIZON ging es nach vier Jahren weiter, als wäre nichts gewesen:

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Es folgten BODY AND SOUL, MILLENNIUM, THE ENEMY WITHIN und THE UDARA LEGACY in den Jahren 1994 bis 1997.

Sämtliche TV-Filme lassen sich auf diesem YT-Kanal anschauen.

Auch ALIEN NATION scheint den Sprung in das goldene Zeitalter des Streamings zu schaffen – 2015 wurde ein Remake in Form eines Films angekündigt, das 2021 zu einer zehnteiligen Miniserie mutierte. Dabei scheint man sich allerdings primär an dem Original-Kinofilm und nicht an der Serie zu orientieren.

Kassensturz: 1 Kinofilm, eine Serie mit Pilotfilm und 21 Folgen, fünf TV-Filme.


Conan

Auf CONAN wärt ihr jetzt nicht gekommen, oder? Genau deshalb habe ich die Abenteuer des muskelbepackten Barbaren hier reingenommen. Denn seine Geschichte ist auch etwas umfangreicher, als man sich zu erinnern mag.

CONAN DER BARBAR war 1982 nicht nur der Anfang der Franchise, sondern auch der Anfang der Karriere von Schwarzenegger noch vor TERMINATOR:

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CONAN DER ZERSTÖRER wird gemeinhin als zu harmloses Sequel verunglimpft, aber ich fand ihn damals gar nicht so schlecht:

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Nur aus Lizenzgründen durfte Schwarzenegger in RED SONJA nicht ein letztes Mal als Conan auftreten, sondern als “Kalidor”:

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Nachdem die Franchise für das Kino als “erstmal ausgelaugt” galt (ähnlich wie Superman), produzierte man 1992 eine Zeichentrickserie, die über zwei Staffeln immerhin 65 Folgen schaffte und bei uns auf SAT.1 lief:

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Ich gestehe, dass mich der Gedanke einer Conan-Trickserie für Kids ebenso ratlos macht wie der einer Rambo- oder RoboCop-Trickserie. Aber was weiß ich schon?!

Die Trickserie bekam 1994 sogar eine Fortsetzung mit 13 Folgen:

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In den 90ern sollte CONAN wiederbelebt werden, aber Schwarzenegger winkte ab und der erwählte Nachfolger Kevin Sorbo, der sich seine Meriten als TV-Hercules verdient hatte, wollte keine von einem anderen Schauspieler etablierte Figur spielen. Also adaptierte man einfach den Conan-Roman “The hour of the dragon” und benannte den Protagonisten in “Kull” um – der Film wurde ein böser Flop:

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Es gehört zu den heiteren Zufällen im Business, dass Sorbo aus dem Syndication-Markt für billige Action-Serien kam und als Quasi-Conan den Sprung in die Kinos schaffen wollte – während Conan wiederum mit Schwarzeneggers Kumpel Ralf Moeller den Abstieg von der Kinoleinwand in den Syndication-Markt versuchte.

Wahrlich, CONAN THE ADVENTURER ist kein zu Unrecht vergessener Klassiker:

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In Folge 14 von 22 trafen wir erneut Red Sonja, dargestellt von Model und Stallone-Gespielin Angelica Bridges. Die Produzenten ließen allerdings verlauten, für Staffel 2 nach einer neuen Red Sonja zu suchen, die zur dauerhaften Co-Heldin für Möller werden sollte. Dazu kam es nicht, weil die Finanzierung zusammen brach.

Man kann es sich heute kaum vorstellen, aber in Deutschland lief CONAN DER ABENTEURER tatsächlich im Vorabendprogramm des ZDF.

Larry Kasanoff, der Chef der Firma Threshold und singulär verantwortlich für den Niedergang der MORTAL KOMBAT-Franchise, schnappte sich die Rechte an der TV-Serie, um sie statt in Mexiko im Studio und mit haufenweise mäßiger CGI fortzusetzen. Ralf Moeller spielte das Spiel tapfer mit:

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Aber auch diese Version der zweiten Staffel konnte nicht finanziert werden.

Nun wurde seit den 90ern versucht, mit CONAN: CROWN OF IRON einen neuen und finalen Film mit Schwarzenegger auf die Beine zu stellen. In Büchern über “movies never made” nimmt der Streifen regelmäßig ein eigenes Kapitel ein. Offensichtlich vertrauten die Studios irgendwann der Anziehungskraft von Schwarzenegger und der nostalgischen Liebe zum Original-Conan nicht mehr uns setzten lieber auf einen frischen Reboot mit Musikvideo-Regisseur Markus Nispel und dem Newcomer Jason Momoa:

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Es wurde ein Debakel: bei 90 Millionen Dollar Budget konnte der Film gerade mal 63 Millionen weltweit einspielen. Der Neustart der Franchise galt als Fehlstart.

Seither gibt es immer wieder News und Gerüchte – mal über einen “endgültig letzten” Film mit Schwarzenegger als altem Conan, mal über eine neue Serie für Netflix oder Amazon. Auch hier gilt: es wird was kommen. Abwarten.

Kassensturz: Zwei Kinofilme, eine Serie mit 22 Folgen, eine Trickserie mit 65 Folgen, eine Trickserie mit 13 Folgen, zwei Spinoff Kinofilme.


Charlie’s Angels

CHARLIE’S ANGELS war nie für diese kurze Reihe gedacht. Gehört auf keiner Ebene in den Bereich SF/Horror/Fantasy. Es ist “jiggle TV” der 70er mit mutigen jungen Frauen, die nicht an BHs glauben. Aber in dem Augenblick, in dem ich darüber nachdachte, wurde mir klar, dass wir es hier mit der vermutlich am weitesten verzweigten und obskuren Franchise zu tun haben, die ich kenne.

Und darum quasi als Bonus – CHARLIE’S ANGELS!

Es begann – wie wir ja auch alle wissen – mit der vom Start weg erfolgreichen Krimiserie, die nach einem Pilotfilm Anfang 1976 trotz konzeptioneller Diätkost fünf Staffeln mit wechselnder Besetzung und 115 Folgen tragen konnte:

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Schon innerhalb der Serie konnte man die Versuche “bewundern”, aus dem popkulturellen Phänomen eine Franchise zu stricken. Die Idee, mit TONI’S BOYS das ganze Konzept mit umgedrehten Geschlechterrollen aufzuziehen, muss aber damals schon extrem dämlich gewesen sein:

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Aus der Spinoff-Episode wurde denn auch kein eigener Spinoff.

Ähnlich erging es dem ersten Reboot ANGELS 88, der es zwar bis zu einem Cast und einem Drehbuch brachte, aber dann doch nicht produziert wurde:

 

 

 

 

 

Ich habe dazu eine ganz eigene Theorie: 1988 war das Jahr eines großen Autorenstreiks, in dem viele Serien auf teilweise absurde Tricks zurückgreifen mussten, weil es keine neuen Skripts gab. So stützte sich die Neuauflage von MISSION: IMPOSSIBLE weitgehend auf Drehbücher der Originalserie. Es mag sein, dass ANGELS 88 auch primär zur Zweitverwertung gedacht war.

Natürlich gibt es kein Videomaterial zu einer nie gedrehten Serie, aber ein Fan hat einen netten Fake-Vorspann erstellt, wie die Serie mit drei damals aufstrebenden Schauspielerinnen hätte aussehen können:

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So richtig wieder Fuß fassen konnte die Franchise mit dem ersten Kinofilm und dem bezaubernden Einsatz von Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu:

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Klar kennt ihr den Kinofilm. Aber wusstet ihr auch, dass praktisch zur gleichen Zeit in Mexiko eine Neuauflage der Serie unter dem Titel ANGELES produziert wurde?

 

Da die Serie floppte und nach ein paar Folgen eingestellt wurde, ist es extrem schwierig, Material dazu zu finden – hier der Ausschnitt eines Promos:

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In der offiziellen Timeline folgte CHARLIE’S ANGELS: FULL THROTTLE, ein bis zur Unkenntlichkeit überblasenes Spektakel, das den Charmes des Vorgängers vermissen ließ und die Kino-Franchise gleich mal wieder beerdigte:

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Für echte Angels-Fans ein Genuss ist die weitgehend frei erzählte Entstehungsgeschichte der Originalserie in Form des TV-Films BEHIND THE CAMERA: THE UNAUTHORIZED STORY OF CHARLIE’S ANGELS von 2004, in dem Tricia Helfer (BATTLESTAR GALACTICA) als Farrah Fawcett eine ebenso gute Figur macht wie Ben Browder (FARSCAPE) als Lee Majors:

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Es gab noch weitere internationale Fassungen der Franchise – dem Vernehmen nach muss die Serie ASIAN CHARLIE’S ANGELS ziemlich übel gewesen sein:

 

Leider ist keinerlei Videomaterial aufzutreiben – was ja auch schon Rückschlüsse zulässt. Ein paar Szene des inoffiziellen Ripoffs CHAI LAI ANGELS (!) konnte ich allerdings finden:

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Und dann sind da noch die WILDEN ENGEL. Die von action concept ab 2002 im Stil von COBRA 11 für RTL produzierte Serie ist dem Original “nachempfunden”, was ich als ungefähr so kackfrech empfinde wie die Behauptung, STROMBERG sei gar kein Ripoff von THE OFFICE. Für sich genommen ist die erste WILDE ENGEL-Staffel durchaus solide Action-Kost. Mangels Erfolg rebootete man die Serie schon mit der zweiten Staffel – neue Darstellerinnen, neues Konzept, und extra doof.

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Den acht Folgen der ersten Staffel folgten denn auch nur noch vier weitere…

Nachdem der zweite CHARLIE’S ANGELS-Film an den Kinokassen enttäuscht hatte, hielt man die Franchise 2011 augenscheinlich wieder für klein genug, um es noch mal im Fernsehen zu versuchen. Die neue Version war aber derart verbissen und halbgar, dass man nicht mal alle acht produzierten Folgen ausstrahlte:

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Ehrlich? Ich fand den direkten CA-Ripoff SHE SPIES 2002 deutlich besser:

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You can’t keep a good franchise down – 2019 kam es zum absoluten Debakel, als Elizabeth Banks allen Ernstes meinte, sie müsste CHARLIE’S ANGELS als feministisches Woke-Actiondrama neu interpretieren:

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73 Millionen Dollar weltweit sprechen eine klare Sprache – DIESE Engel wollte keiner sehen. Die Regisseurin beschwerte sich prompt, der Flop des Films sei auch nur wieder den toxischen männlichen Nerds zu verdanken und nicht der Tatsache, dass hier ein Reißbrett-Blockbuster ohne Zielgruppe entstanden war. Wie merkbefreit die Banks mittlerweile ist, kann man an diesem Ausschnitt sehen:

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Autsch.

Egal, die Franchise CHARLIE’S ANGELS wird auch Elizabeth Banks überleben.

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So, und damit sind wir am Ende unserer kleinen Rückschau angelangt. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Natürlich gäbe es noch einen Haufen anderer Franchises, die unerwartet viele Ableger und Reboots erfahren haben (BONANZA, anyone?), aber irgendwann muss man den Deckel drauf machen. Ist ja auch schon Wochenende…



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19 Kommentare
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S-Man
S-Man
12. November, 2022 18:20

Danke, ich fand den Ausflug sehr lehrreich und unterhaltsam!

Pascal
Pascal
12. November, 2022 19:45
Reply to  S-Man

Dito!

Thies
Thies
12. November, 2022 21:52

Danke auch noch mal für die unterhaltsamen Überblicke. Das einzige Detail das mich hier stört ist die Überschrift, denn dies ist bereits der vierte Teil der Reihe.

Einsamer Schütze
Einsamer Schütze
13. November, 2022 01:50

Stargate fällt für mich hier ein bisschen aus der Reihe. Das Franchise hat hierzulande eine aktive Fangemeinde (im Scifi-Bereich vielleicht sogar die drittgrößte nach Star Trek und Star Wars), ein gut gepflegtes Wiki und mindestens drei deutschsprachige Podcasts. SG1, SGA und evtl. auch SGU liefen auf RTL2 und Tele5 in Dauerschleife. “Vergessen” ist von den ganzen Produktionen allenfalls Infinity.

Bei den anderen Franchises war für mich aber auch einiges neu. Vor allem bei Starship Troopers werde ich wohl in nächster Zeit einiges nachholen.

takeshi
takeshi
13. November, 2022 09:10

Und schon sind wieder zwei Stunden Sonntagmorgen kurzweilig vergangen.
Hätte ich nur nicht auf den AS-Link geklickt.
Schon ist man wieder drin in der Story und muss einfach die ganze Diskussion noch mal lesen…

DJ Doena
13. November, 2022 09:23

> Auch ALIEN NATION […], das 2021 zu einer zehnteiligen Miniserie mutierte

Die gibts aber noch nicht, oder?

Exverlobter
Exverlobter
14. November, 2022 08:03

Mit meiner Leidenschaft für Star Trek war ich in meiner Schulklasse in den 90ern ziemlich alleine, Stargate hingegen mochten viele meiner Klassenkameraden und ich hatte daher auch mit den Mainstream-Leuten diesbezüglich guten Gesprächsstoff. Das lag natürlich auch am Casting Coup von “McGyver” Richard Dean Anderson als Colonel O’Neil, da McGyver ähnlich wie das A-team und Knight Rider in meiner Schule viele Fans hatte.

Auch die TV Zeitschriften wie TV Spielfim waren voll des Lobes, kritisierten das zeitgleich laufende Voyager als abgestanden während Stargate frischen Wind in das Genre brächte.

Interessant dass Stargate mittlerweile im Vergleich zu Star Trek eher als Nischenprodukt gilt. Damals empfand ich es eher als umgekehrt.

Last edited 23 Tage zuvor by Exverlobter
Matts
Matts
14. November, 2022 16:44

Ich sah SG-UNIVERSE damals als offensichtlichen Versuch, den BATTLESTAR GALACTICA-Hype abzugreifen, nachdem die Reboot-Serie so ein beachtlicher Erfolg geworden war. Das Ergebnis war für mich eine totale Katastrophe. Auch Robert Carlisles tolle Performance als der undurchsichtige Dr. Rush konnte da nix retten.

Der CONAN Film von Jason Momoa wird für mich auf ewig RONON – DER BARBAR sein.

Christian Siegel
16. November, 2022 12:35
Reply to  Matts

Ich sah SG-UNIVERSE damals als offensichtlichen Versuch, den BATTLESTAR GALACTICA-Hype abzugreifen, nachdem die Reboot-Serie so ein beachtlicher Erfolg geworden war.” Absolut, die Ähnlichkeiten sind unbestreitbar. Nur beim Urteil sind wir uns uneins: Ich fand insbesondere die erste Hälfte von S1 sehr gelungen, und besser als die späteren SG1- und SGA-Staffeln. Leider ist man nach diesem sehr anderen Auftakt dann wieder zusehends zur bekannten Stargate-Standardkost zurückgekehrt.

Und danke für “Ronon – Der Barbar” – habe sehr gelacht, und werde ich klauen 😉

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
18. November, 2022 09:48

Ich war relativ großer SG1 Fan während des allgemeinen Goa’uld Arcs, mit Anubis fing für mich der Abstieg an. Ab Staffel 7 wars für mich nur noch auf Voyager Niveau, also Kategorie “ach, das läuft, lass mal gucken”
Gab SGA auch eine Chance, aber da habe ich das Team gehasst, besonders Jason Mamoa (Teal’c ordered on Wish) und Teyla waren einfach ne Katastrophe. Die Erdmenschen waren für mich der einzige Grund, dran zu bleiben. Konnte nie verstehen, wie die Serie es auf 5 Staffeln schaffte.

SGU war dann die Erleuchtung, die erste Staffel hatte mich mit dem viel ernsteren Ton gleich gepackt und ich hatte die Serie gerne gesehen. Leider kam das beim anerzogenen “Wischiwaschi-SciFi” Stargate Fan nicht an und die Anpassungen machten es Stück für Stück schlechter. War aber wahrlich keine kluge Franchiseidee, das zu machen, war Katastrophe mit Ansage. Echte SciFi Fans mieden Stargate, weils einfach zu dumm war, die konnte man mit Universe nicht mehr angeln. Dafür wurden eben die Altfans mit einem 180 Grad Stimmungswechsel konfrontiert, anstatt Zuversicht, gabs Depristimmung.
SGU hätte womöglich als Fortsetzung von SG1 nach Staffel 7 noch funktioniert, aber nicht nach 5 Staffeln SGA.

Exverlobter
Exverlobter
14. November, 2022 19:22

Wow, von der 2011er Serie von Charlies Angels hatte ich nie gehört. Lief das überhaupt in Deutschland? Und DVD Boxen dazu hab ich auch nie gesehen.

Endstille
Endstille
15. November, 2022 10:15

Bei Thema Conan fallen mir immer direkt 5 wunderschöne Jahre im MMO Age of Conan ein 🙂

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
15. November, 2022 10:40

Ich hatte die Conan Zeichentrickserie gerne geschaut. Hat halt wenig mit dem Film zu tun, es ist am ehesten zu beschreiben als V – Die Besucher im Mittelalter oder wie SG-1. Denn die Bösen sind eigentlich Schlangenmenschen (wohl in Anlehnung an Thulsa Dooms Schlangenverwandlung) mit Menschenkörpern.
Conans Beweggründe waren damit zuerst einmal die Befreiung seiner Familie, die zu Stein verwandelt wurde. Das bot genug Drama, weil sie eben lebendig waren, aber nicht zugänglich. Als zusätzlicher Anreiz wollte er dann auch die Knechtschaft der Schlangenmenschenverschwörung beenden. Das waren für mich viel nachvollziehendere Beweggründe als die eigentlichen, wo er nur Rache nehmen will und dann König wird. Deswegen haben die Filme für mich auch nie funktioniert, weil ich das mit der Verschwörung einfach 1000x spannender finde.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
18. November, 2022 10:13

Ha, die Conan-Serie haben wir als Knirpse auch immer geschaut und ganz neidisch in Richtung der Filme geschielt (die ich – abseits des madigen Remakes – bis heute leider nicht gesehen habe).
Das (indizierte?) Spiel für die Xbox360 soll wohl auch ganz gut sein, ansonsten ist da aber wohl die Luft raus.