02
Aug 2022

Chrome OS Flex: Niete auf USB

Themen: Neues |

Im Februar hatte ich erstmals über Chrome OS Flex geschrieben – ein schlankes Cloud-Betriebssystem innerhalb der Googlesphäre, das primär für den Einsatz auf veralteten Rechnern gedacht ist, die unter den Anforderungen ihres OS ächzen und keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. Im Idealfall macht Chrome OS Flex die Geräte wieder fix und sicher. Eine vom Ansatz her lobenswerte Idee.

Tatsache ist aber auch: Die Idee ist wahrlich nicht neu. Es gibt seit Jahren fischige Firmen, die eine speziell montierte Fassung von Linux mit einer einfachen Datenrettungssoftware kombinieren und diese auf einem USB-Stick verkaufen – mit dem Versprechen, alte Rechner "wie neu" funktionieren zu lassen. Linus hat sich das 2019 mal angesehen:

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Im Grunde genommen ist Chrome OS Flex eine Googlesphären-Version davon, die man auch fest installieren kann. Eine Innovation ist es definitiv nicht.

Seit ein paar Tagen ist die vorläufig finale Version raus und ich dachte mir: versuchst du es noch mal auf deinem Macbook Air von 2017 damit.

Ich könnte es mir sehr leicht machen und den Beitrag hier schon mit dem Verweis auf zwei Defizite beenden, die echte Dealbreaker sind:

  1. Chrome OS Flex lässt sich nicht parallel zum bestehenden Betriebssystem (dual boot) installieren – wer es auf der Festplatte haben will, muss auf MacOS oder Windows komplett verzichten. Ansonsten bleibt nur die erheblich unkomfortablere Nutzung direkt vom USB-Stick.
  2. Chrome OS Flex ist ein kastriertes Chrome OS ohne den Google Playstore. Was man über die Bordmittel hinaus installieren will, geht nur über Workarounds. So kann man z.B. einen Linux Appstore installieren. Aber nach den Videos, die ich gesehen habe, ist das extrem buggy.

Aber egal, ich bin trotzdem bereit, es auszuprobieren. Meinen Mac um sein OS zu kastrieren, kommt allerdings nicht in Frage, weil die umfangreiche und eklektische Auswahl an Software, die ich jeden Tag brauche, unter Chrome OS Flex nicht zur Verfügung steht. Also vom USB-Stick. Um das diesmal wenigstens unter fairen Bedingungen zu testen, kaufe ich das erste Mal einen USB-Stick nicht nach Größe (Maße oder Speicher), sondern nach Geschwindigkeit:

Der Samsung soll 400 Mb/s lesen können – wenn Chrome OS Flex stottert, darf das also nicht der Grund sein.

Ich installiere über das Web-Interface von Google das Flex auf den Stick, fahre das MacBook Air runter und wieder rauf. Tatsächlich bietet sich mir die Option, statt des MacOS nun Chrome OS Flex "zu testen". Ich entscheide mich dafür, logge mich mit meinem Google-Account ein und gebe ein paar grundsätzliche Parameter in Sachen Tastatur und Sprache vor. Aber dann (Symbolbild):

Eine extrem aufgeräumte Oberfläche. Als Nutzer der Googlesphäre seit fast 20 Jahren bin ich mit den Apps und deren Benutzung vertraut, die Eingewöhnungszeit ist minimal. Ich kann Email nutzen und auf YouTube Videos anschauen, mit Docs Dokumente verfassen und meinen Datenbestand in Google Drive verwalten. Über den Browser geht so ziemlich alles, von Facebook über Office 365 bis WhatsApp.

Das reicht, um mit dem Macbook Air flott zu arbeiten. Aber: Flott arbeiten kann ich mit dem Macbook Air auch unter MacOS schon. So sehr "verharzen" die Macbooks nicht. Und sobald ich mal spezielle Software brauche (NeoFinder, iMovie, Final Draft), gucke ich in die Röhre. Ein auf den User abgestimmtes, individualisiertes System ist bei Chrome OS Flex schlicht nicht vorgesehen. Man hat eher das Gefühl, vor einem Android-Tablet zu sitzen, das sich ja auch nur begrenzt für "ernste" Aufgaben eignet.

Hinzu kommt, dass auch die "finale" Version von Chrome OS Flex nicht allen Ernstes als ausgereift gelten kann. Das fängt schon damit an, dass meine Mac-Tastatur immer noch nicht vollständig erkannt wird und ich das lebenswichtige @ aus dem Internet kopieren muss, wenn ich es brauche. Als Tastenkombination existiert es nicht.

Ich bin also ein bisschen hin- und hergerissen: Die IDEE von Chrome OS Flex ist bestechend und ich hätte generell kein Problem, einen Rechner damit auszustatten, um auch mal das "Chromebook feeling" zu genießen. Aber das muss "dual boot" neben dem normalen OS gehen und es muss Zugang zum Google Playstore haben. Ich brauche kein OS vom USB-Stick starten, wenn ich genauso gut innerhalb des alten OS den Chrome-Browser aufmachen kann, um von dort in die Googlesphäre zu gehen.

Hinzu kommt, dass man durchaus taugliche Chromebooks, die stabiler laufen und auf den Playstore zugreifen können, gerne mal für 200 Euro bekommt. Da ist der Aufwand und der Ärger mit Chrome OS Flex nicht zu rechtfertigen.

Vielleicht sehe ich das nur als Mac-User so. Unsere Geräte sind bekanntermaßen extrem lange betriebsfähig, selbst wenn man nicht das aktuellste OS drauf hat. Es ist auch leichter, MacOS sauber und frisch zu halten. Ich bezweifle, dass die begrenzten Möglichkeiten von Chrome OS Flex jemals die Vorteile eines alten, aber halbwegs ordentlich aufgeräumten MacOS aufwiegen können.

Sind die Defizite beseitigt und die Bugs behoben, dann kann ich mir bestenfalls vorstellen, dass man Chrome OS Flex auf einem alten Windows-Laptop installiert, um es als Zweitgerät für einfache Aufgaben zu verwenden oder an Bedürftige zu verschenken. Oder dass man den Stick im Urlaub dabei hat, um im Internet-Café in der eigenen sicheren Umgebung zu surfen.

Auf breiter Front Elektroschrott verhindern (wie immer mal kolportiert wird) wird dieser Ansatz sicher nicht.

Das war’s dann auch schon. Was bleibt? Ein schneller USB-Stick. Immerhin.



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Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
2. August, 2022 10:32

Der letzte Absatz trifft den Kern perfekt: Zielgruppe sind hier wahrscheinlich eher Nutzer alter Windows-Notebooks, die durch veraltete Software nicht mehr ordentlich zu gebrauchen sind. Müsste das glatt mal mit meinem alten Acer (10+ Jahre alt) testen, vielleicht kann man den dann wieder halbwegs nutzen… Anderseits ist das ein Desktop-Replacement (17“, sauschwer) und ein richtiger Anwendungszweck fällt mir spontan nicht ein.

Mencken
Mencken
2. August, 2022 11:46
Reply to  Rudi Ratlos

Ich denke eher, dass das für Nutzer von älteren Einsteigernotebooks gedacht ist, also Leuten, die ohnehin keine spezielle Software brauchen. Grundsätzlich sind die besseren Windowsnotebooks eher länger betriebsfähig als die Konkurrenz von Apple, die Zielgruppe hier scheint allein durch die Preisklasse bestimmt zu sein. Macht ja auch Sinn, die Mühe, Notebooks länger zu nutzen oder wenigstens als Zweitgerät noch verwenden zu können, machen sich größtenteils Leute, bei denen die finanziellen Möglichkeiten andere Lösungen eher schwierig machen.

Zeddi
Zeddi
2. August, 2022 12:32
Reply to  Mencken

Aufgrund der vielzahl an verschiedenen Geräten in unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten aber auch den tatsächlich verwendeten Anwendungen ist ein vergleich immer wahnsinnig schwierig.

Zumal die Apple-Geräte ja auch nicht schlecht ausgestattet sind. Es kann durchaus sinnvoll sein auf einem 10+ Jahre alten MacBook ein Windows zu installieren und damit mehr spaß zu haben als dem unsupporteten letzten MacOS dafür.

Windows vergleiche sind generell auch immer schwierig, da die oft einfach sehr verbastelt werden, man unmengen an schlechter Software installiert die es dort auch mehr gibt und das Systemdesign ermöglicht dieser auch viel mehr unfug zu machen – ganz zu schweigen von dem oft schon vorinstallierten müll durch die Hersteller.

Nicht zu vergessen auch das auch nageleneue Geräte oft mit viel zu schwacher ausstattung noch immer verkauft werden, die dann nur 250 EUR Kosten aber technik haben die langsamer als ein 10 Jahre altes gutes Notebook ist – da ist der vergleich dann auch mit nem 5 jahre alten MacBook natürlich schwierig. Und die gab es auch 2012 schon mit der Geschwindigkeit von 2007 etc.

Villeicht mal ein Beispiel – ich habe letztes Jahr nach knapp 10 Jahren Nutzung meinen PC wg. eines Mainboard-Defekts ausgemustert.

Mit nem FX-8350 Prozessor und 16GB Ram schon ursprünglich ca. 2012 gut ausgestattet kam so um 2016 rum noch eine 512 GB SSD und eine Geforce GTX970 mit afair 4GB Video-Ram hinzu, zeitgleich glaub ich auch Windows 10. Seit 2016 hatte ich den auch nicht mehr neuinstalliert oä. – aber halt auch nur das installiert was wirklich benötigt wird.

Der lief bis zuletzt bei "Alltagsaufgaben" wie Browsen auch mit vielen komplexen Tabs, Office, Netflix etc sehr schnell, ich würde sagen auch nicht merklich langsamer als ein nagelneues Gerät. (Und theoretisch haben die aktuellen basis Apple-MacBook Airs weniger Arbeitsspeicher, gar keinen dedizierten Grafikspeicher und eine kleinere SSD)

Und ich hatte neulich son aktuelles Windows-Notebook für 300 EUR in der Hand – das war eindeutig (!) langsamer selbst beim normalen Browsen

Ist das nen guter Vergleich? Keine Ahnung, aber es zeigt wie schwierig es ist zu sagen xyz ist nach X Jahren noch schneller / langsamer / gut verwendbar / schlecht verwendbar. Windows ist schlecht, Mac ist schlecht, Mac ist gut etc. – es kommt drauf an. Sowohl was die Anwendungen sind, was das level der technischen Kompetenz angeht etc. Ich bin mir sicher das es gute Einsatzszenarien für das Chrome OS auf älteren Geräten angeht, insb. wenn man reduzierte ansprüche hat und villeicht eher ein Gerät der damaligen mittelklasse, mindestens mit SSD und besser mit 8GB ram.

Zeddi
Zeddi
2. August, 2022 13:02
Reply to  Torsten Dewi

Ich bin ITler, kein Wortakrobat, es tut mir leid wenn ich das nicht so deutlich geschrieben hab – da war ein sehr groß gemeintes "kann".

(Und halt auch son bisschen meine Kernaussage – es ist ein sehr komplexes Thema bei dem "Pauschalaussagen" sehr sehr schwierig sind und dem allen nicht gerecht werden – in alle Richtungen)

Martzell
3. August, 2022 06:29
Reply to  Mencken

„Grundsätzlich sind die besseren Windowsnotebooks eher länger betriebsfähig als die Konkurrenz von Apple“. Den „Grundsatz“ habe ich in Jahrzehnten des Mac und Windows Supports nicht erlebt. Vielleicht mit viel Fantasie ansatzweise in den 2000ern, als Bill Gates den Windows XP Nachfolger erst nicht fertig bekommen und dann mit Windows Vista einen Flop hingelegt hatte. Damals konnte man PCs vielleicht einigermaßen lange nutzen weil Windows XP so lange keinen Nachfolger bekam. Aber viele PC Laptops, auch die teuren, funktionieren von Anfang an, Out of the Box, nicht gut. Treiber-/Hardwareprobleme und Bloatware auch bei teuren Markengeräten. Meine Intel MacBooks konnte ich ewig nutzen von 2006 bis heute 2022 hatte ich nur 3 Modelle und alle teuer weiterverkauft und dabei zum Schluss immer noch gut nutzbar. Mein aktuelles MacBook Pro 15 Zoll ist von 2015, also 7 Jahre alt, und gut nutzbar.

Martzell
3. August, 2022 15:08
Reply to  Torsten Dewi

Apple bekommt es tatsächlich hin ihre Geräte mit stets aktueller Software auszuliefern. Alle anderen, auch Premiumgeräte die genauso teuer sind, nicht.

Zeddi
Zeddi
3. August, 2022 23:33
Reply to  Martzell

Man kann auch überlegen das Apple einfach viel seltener Sicherheitsupdates ausliefert.

Ernsthaft.

In IT-Sicherheitskreisen gilt MS inzwischen tatäschlich als "sicherer" als Apple weil sie Warnungen, Probleme etc ernster nahmen

Lothar
Lothar
2. August, 2022 11:58

Wobei ich in der heutigen Zeit ein Notebook von 2017 nicht als alt bezeichnen würde. Die Zeiten, wo man alle zwei Jahre ein Gerät tauschen musste, weil es hoffnungslos veraltet ist, sind zum Glück vorbei.

Ich könnte ja mal mein Sony Vaio aus dem Keller holen. Das hat, glaube ich, schon einen USB-Anschluss, ein 400 MB/s-Stick dürfte da aber Perlen-vor-die-Säue sein. Ein Chrome OS Flex dürfte nach dem Hochfahren aber vermutlich recht ratlos mit den Schultern zucken.

Wo es aber eventuell Sinn macht, ist unterwegs, um fremde Geräte in eine "vertrauenswürdige" Umgebung zu booten. Was auch immer auf dem eigentlichen System drauf ist (Betriebssystem, Viren, Keylogger, …), wird temporär durch dein eigenes Setup ersetzt, in dem du dann dein Onlinebanking, Chat mit der Liebhaberin, etc. erledigen kannst.

Zeddi
Zeddi
2. August, 2022 12:01

Chrome OS ist ja irgendwie ein Hybrid zwischen klassischen "Desktop" OSses bei denen man völlig frei mit vollen Rechten ins System eingreifen kann, Zeugs installieren kann (Windows, MacOS, Linux etc) und den "eingeschränkten" Systemen (Android / iOS etc)

ChromeOS ist imho vor allem für 2 dinge sehr gut:

  1. Sehr reduzierte Nutzer die sich durch die vielen Optionen ein Windows etc schnell "zerschießen", ein Mac zu teuer ist und sich nur ein sehr günstiges Windows-Notebook kaufen würden. Für die ist die zus. Sicherheit, die schlankheit und Geschwindigkeit des Systems und die fehlende Option es zu "zerbasteln" (aka zu viel krams zu installieren, sich viren einzufangen etc) eine sehr gute Option – egal ob auf alter Hardware installiert oder als neues einstiegs chromebook. Das setzt aber voraus das man WIRKLICH nur das braucht was es da im Ökosystem gibt.
  2. "Gruppen" die anderen Menschen Geräte zur Verfügung stellen wollen die sie leicht zentral und kostengünstig verwalten können. Das können Firmen sein, Schulen, Veranstalter, Öffentliche Einrichtungen etc. – man kann die in eine Verwaltungsoberfläche aufnehmen und dann dort feststellen ob die Geräte sich updates ziehen, wer das Gerät gerade nutzt, festlegen wer sich anmelden darf, bestimmte Funktionen sperren / freigeben etc – wichtige Anforderungen für solche Szenarien. Natürlich geht das mit Windows, Mac, Android oder ios auch – aber auf der anderen Seite kosten die Lösungen dafür immer recht viel Geld, da ist google günstiger und / oder brauchen viel expertise / administrationsaufwand, oft zu viel zb für kleine Gruppen mit wenig technischen know how. Zudem sind Mac-Books, gescheite Windows-Notebooks und erst recht iPads mit ner wertigen Tastatur und gescheiten Displaygröße oft auch noch ne ganze Stange in der Anschaffung teurer.

(Das ist natürlich nur eine stark reduzierte zusammenfassung)

Zählt man nicht zu den beiden o.G. Gruppen ist das vermutlich nicht das richtige OS für einen – für mich ganz sicher nicht, und auch oft nicht für größere Firmen zb – aber es hat seinen Einsatzzweck und wenn man zu "1" Zählt und irgendwie nen 3-5 Jahre altes Windowsnotebook hat oder das für jemanden dafür bekommt – passt doch ideal.

(Zum Thema Windows / Langsam / alte Notebooks schreibe ich nachher noch etwas aus IT Sicht unter Meneckens Kommentar)

Zeddi
Zeddi
2. August, 2022 12:39
Reply to  Torsten Dewi

Soweit ich das gelesen hab trifft Punkt 2 doch zu 100% auch auf chrome os flex zu, wenn ich zb als Schule zugriff auf 20 gespendete 5 Jahre alte "ordentliche" Notebooks habe könnte ich doch zu 100% die mit Chrome OS Flex installieren und dann die einfache Verwaltung, Sperrung von USB-Sticks oder was ich auch immer machen möchte nutzen

Zeddi
Zeddi
2. August, 2022 12:59
Reply to  Torsten Dewi

"IT" ist bei solchen niedrigschwelligen sachen oft ein großes Wort … oft gibts nen "Lehrer" der sich nen bisschen auskennt aber Zeit hat die einmal zu bespielen – ich kenn zb jemanden bei einer Schule die sowas in der art mit Linux gemacht hat. (Wäre aber eher nicht meine Empfehlung)

Ich glaube ich bin da auch recht gut orientiert, ich verwalte und betreue beruflich ca. 900 Windows-PCs und Notebooks, ca. 150 iPhones und einige dutzend ipads und halte mich was die Möglichkeiten und Technik angeht zumindest "halbwegs" gut Orientiert – bei der Auswahl, Komplexität und dem Markt gibt es da natürlich grenzen.

Gibt auch echt knausrige Chefs was Hardware-Neuanschaffungen angeht, und gedanken wie "Den IT-Typ bezahl ich ja sowieso" – da kann sowas schon erstaunlicherweise in die Auswahl kommen.

Meins wär son gebastel in Professionelleren Umgebungen auch nicht – aber die Welt ist groß

Teilzeitinvestor
2. August, 2022 13:57

Ich fand den Ansatz von Chrome OS Flex auch ganz interessant und hab das mal auf meinem alten Thinkpad ausprobiert. Scheiterte schon am WLAN, über ChromeOS konnte sich das Thinkpad nicht mit meiner Fritzbox verbinden – was in sämtlichen Windows oder Linux-Versionen, die ich auf dem Rechner hatte, noch nie ein Problem war.

Über LAN-Kabel kam ich dann zumindest mal weiter, hab das Experiment dann aber schnell wieder abgebrochen. Mir passt das generelle Konzept von ChromeOS nicht, das alles was man auf seinem Rechner macht mit dem eigenen Google Account verknüpft ist. Das ist mittlerweile bei Microsoft und Apple zwar gar nicht mehr so viel anders, aber dadurch dass bei ChromeOS alles "online" passiert, ist das Gefühl, alle seine Daten in fremde Hände zu geben, hier noch deutlich präsenter. Ich weiss, du hast damit keine Problem und lebst in der iCloud, für mich ist das eher nichts.

Davon abgesehen gibt es mittlerweile sehr gut vorkonfigurierte Linux Distributionen (z.B. Mint oder Lubuntu), die genau das einlösen was ChromeOS Flex verspricht: Einfach zu installieren und gute Performance für alle Alltagsaufgaben auf alter Hardware. Und selbstverständlich läuft das alles auch im Dual-Boot mit Windows, falls Linux für irgendwas mal nicht ausreicht.

Martzell
3. August, 2022 06:16

Chrome OS und Chrome Books wahrscheinlich mittlerweile offline nicht mehr nutzlos. Es gibt bestimmt massenhaft offenere Alternativen, mit denen man die Googledienste genauso im Webbrowser und als Verknüpfung nutzen kann, ohne dass unbedarfte Nutzer vorgegaukelt bekommen es gäbe nur diese.

Elementary OS ist mir positiv aufgefallen, weil UI Guidelines und reduzierte vorinstallierte Apps und App Center nur für einheitlich bedienbare Apps.

„Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und konsistentes Aussehen.“

Die Featurearmut ausserhalb von Apple ist unter Linux besonders krass. Google Microsoft und andere großen kommerziellen Anbieter sind zwar schlecht bedienbar oder haben eine zweifelhafte Ausrichtung aber wenigstens Feature Complete.