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Okt 2021

Fantasy Filmfest 2021 Tag 4, Film 3: BOYS FROM COUNTY HELL

Themen: Fantasy Filmf. 21, Film, TV & Presse, Neues |

England/Irland 2020. Regie: Chris Baugh. Darsteller: Jack Rowan, Nigel O’Neill, Louisa Harland, Fra Fee u.a.

Offizielle Synopsis: Die kleine irische Gemeinde Six Mile Hill hat wenig zu bieten, außer dass dort der Legende nach der blutdürstige Untote Abhartach begraben liegen soll. Der wiederum hat angeblich den ebenfalls irischen Bram Stoker zu Dracula inspiriert. Nun, immerhin wurde das hiesige Pub “The Stoker” nach dem Erfolgsautor benannt und die Jugendlichen des Dorfes machen sich gern einen Spaß daraus, Touristen an Abhartachs Grabmal das Fürchten zu lehren. Doch in manch finsterer Nacht ist auch ihnen nicht geheuer vor dem eindrucksvoll aufgeschichteten Steinhaufen. Was, wenn doch etwas dran ist an der alten Schauergeschichte? Das erfahren sie bald am eigenen Leib, als ein Bauprojekt den Vampir schlecht gelaunt und hungrig aus der Starre holt. Nun gilt es für die Bewohner von Six Mile Hill zusammenzustehen, im Kampf um jede einzelne Halsschlagader.

Kritik: Es zeichnet sich ein Trend ab, auch wenn ich schon vorweg nehmen kann, dass sich das Programm durchaus besser schlägt als in den letzten Jahren: wir bekommen heuer viele “theoretische” Filme zu sehen. Damit meine ich Filme, die theoretisch gut sein müssten oder zumindest könnten, aber letztlich entweder am Skript oder dessen Umsetzung scheitern.

BOYS FROM COUNTY HELL ist – wie eben CRABS! – ein ganz gutes Beispiel. Eine Vampirkömödie aus der irischen Pampa, wo die Einwohner behaupten, dass bei ihnen der “Ur-Dracula” verbuddelt ist und selber schwer ins Schlingern kommen, als sich das als wahr herausstellt. Das könnte GRABBERS sein und EAT LOCAL, meinetwegen auch LESBIAN VAMPIRE KILLERS. Im Gegensatz zu LET THE WRONG ONE IN hatte man offensichtlich ausreichend Geld für diverse Locations und brauchbare Spezialeffekte.

Und dann – hakt’s eben doch wieder. Ein “theoretisch” guter Film ist eben nicht notwendigerweise ein tatsächlich guter Film. Natürlich ist das Drehbuch schuld.

Zuerst einmal kann man Drama und Komödie miteinander verbinden – siehe Filme wie SHAUN OF THE DEAD. Aber das braucht “mad skillz”, damit das Eine das Andere nicht torpediert. Das fehlt hier. Der erste Akt baut klar eine Komödie auf, die der zweite Akt dann vor lauter Drama nicht mehr einlösen mag. Man fühlt sich etwas veralbert.

Schlimmer wiegt allerdings die Gewichtung von Protagonisten und Antagonisten im zweiten und dritten Akt. Ur-Vampir Abhartach wird als “big bad” angekündigt, taucht aber bis zum Finale nicht auf. Den Großteil der Laufzeit sehen wir dabei zu, wie Eugene mit seinem vampirifizierten Kumpel William hadert. Abhartach wirkt dann eher wie ein Nachklapp, ein notwendiges Aufräumen der Backstory.

Ich lasse diese Info von der IMDB einfach mal erklärend im Raum stehen:

After a location scout on the film Yesterday (2019) director Chris Baugh wrote the screenplay in five days while in his a underpants and drinking vodka after visiting Stokers actual grave in Golders Green.

So sieht’s aus – und es macht jede weitere Besprechung auch überflüssig.

Fazit: Schick produzierte irische Vampir-Farce mit spannender Backstory, die sich tonal nicht entscheiden kann und sich auch zu lange nicht auf den Bösewicht konzentrieren mag. 6 von 10 Punkten – aber nur, weil das auch noch gelb bedeutet.

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P.S.: Schwer irisch mal wieder. Untertitel wären teilweise nett gewesen.

 



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Goran
Goran
21. Oktober, 2021 18:34

Es zeichnet sich ein Trend ab, auch wenn ich schon vorweg nehmen kann, dass sich das Programm durchaus besser schlägt als in den letzten Jahren

Ist das so? Auf Halbzeit bin auch gar nicht mehr traurig, kaum was sehen zu können.

Es ist bis jetzt so wenig Interessantes, das sich in irgendeine Richtung abhebt.

Na gut, Mother Schmuckers klingt wenigstens nach 0 oder 10 und Pig werd ich mir später geben, aber wenn Ich Deine bisherigen Rezensionen so lese, na dann gut’s Nächtle, macht den Laden zu, alle noch weitere drei Jahre zu Hause neu orientieren und dann fangen wir mit der Filmindustrie neu an.

Last edited 11 Monate zuvor by Goran