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Okt 2021

Fantasy Filmfest 2021 Tag 4, Film 2: CRABS!

Themen: Fantasy Filmf. 21, Film, TV & Presse, Neues |

USA 2021. Regie: Pierce Berolzheimer. Darsteller: Dylan Riley Snyder, Allie Jennings, Bryce Durfee, Jessica Morris, Chase Padgett

Offizielle Synopsis: Die Einwohner eines friedlichen Küstenstädtchens bereiten sich auf die jährlich anstehende Prom Night vor – neben Kiffen und dem Sezieren von Katzen in der Biologieklasse eigentlich für jede Altersgruppe die wohl größte Attraktion im Ort. Als die Stadt allerdings plötzlich von mutierten und äußerst gefräßigen Pfeilschwanzkrebsen überrannt wird, schlägt die Stunde für Technik-Geek Phil, seine Freundin Maddie zu beeindrucken und den fiesen Viechern mit seinen bahnbrechenden Erfindungen ordentlich die Panzer zu zermalmen.

Kritik: CRABS! ist ein Film, der eigentlich alles hat, was für einen erfolgreichen Mitternachts-Kracher notwendig ist: eine coole, noch nicht ausgelutschte Form von Monster, sympathische Figuren und Darsteller, Retro-Feeling der 80er und 90er, und eine rotzige Attitüde, die vor keiner Eskalation der Ereignisse halt macht.

Leider hakt es an allen Ecken und Enden. Regisseur Berolzheimer verschwendet eher zu viel als zu wenig Zeit an die emotionalen Befindlichkeiten der Figuren und die Entwicklung der Bedrohung kommt deutlich zu kurz. Einige Szenen wirken wie Überreste früherer und dann aufgegebener Subplots – die Entdeckung von Leichen am Strand durch die Polizei scheint keinerlei Folgen zu haben. Und man mag es für lustig halten, dass Phil einen Riesenroboter baut, um die Riesen-Crabs zu besiegen – aber irgendeinen Sinn macht es nicht.

Dass zudem das Budget einfach nicht reicht, um nur auch die Hälfte dessen zu zeigen, was gezeigt werden müsste, ist ein weiterer Minuspunkt. Die Effekte (laut einem lesenswerten Interview mit Berolzheimer nach Vietnam ausgelagert) sehen teilweise aus, als kämen sie von einer Handy-App.

Die Einschränkungen wegen Geldmangels nehme ich dabei hin. Das gehört dazu, das ist Teil des Spiels. Die Probleme des Drehbuchs wiegen schwerer. Gerade WEIL wir sehr viel Zeit mit den beiden Pärchen verbringen, die das Skript zusammen schweißen möchte, hätte der Versuch geholfen, ihnen Hindernisse auf dem Weg zum Happy End mitzugeben. Es ist sehr klar angelegt, dass Phil mit seiner Behinderung hadert – genau da hätte es einen "gesunden" Widersacher um Maddys Gunst gebraucht. Und es ist in den Personen durchaus angelegt, dass Annalise zwar Phils Bruder Hunter mag, dieser für ihre Erwartungen aber zu "slack" ist – er muss sich im Kampf gegen die Crabs erst seinen Pflichten stellen. Aber das wird versäumt.

Und dann ist da noch der Austauschschüler "Radu". Alter. Es gibt "offensive stereotypes" und "aggressively offensive stereotypes". Es mag sein, dass Radu genau genommen AUCH eine Parodie auf diese Sorte Charakter in den Komödien der 80er ist, aber er nervt. Er nervt nur.

Es bleiben viele einzelne Ideen und Momente, die man sehr unterhaltsam finden kann, ein wohliges nostalgisches Gefühl – aber wirklich "gut" ist halt doch anders.

Fazit: Ein sehr holperiger, unterfinanzierter, aber dennoch sympathischer Versuch, die Erinnerungen an die Monsterfilme unserer Kindheit in eine knallige Retro-Form zu gießen. Für "uns" sicher 7 von 10 Punkten, für "euch" wahrscheinlich eher 4.

Dieser "Teaser Trailer" ist nur der Prolog des Films – und wirkt so, als wäre er (auch wegen des einzigen Auftauchens weiblicher Brüste im Film) eher als Nachklapp produziert worden, um das Publikum zu ködern:

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