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Okt 2021

Fantasy Filmfest 2021 Tag 3, Film 3: BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES

Themen: Fantasy Filmf. 21, Film, TV & Presse, Neues |

Japan 2021. Regie: Junta Yamaguchi. Darsteller: Aki Asakura, Riko Fujitani, Gôta Ishida, Yoshifumi Sakai, Kazunari Tosa

Offizielle Synopsis: Cafébesitzer Kato geht nach Feierabend in sein Apartment über dem Laden. Auf einem Monitor wird er begrüßt – von einer Version seiner selbst aus der Zukunft: „Ich bin du in zwei Minuten. Geh wieder runter in den Shop!“ Dort wartet der Kato von oben schon auf dem Bildschirm. Ein bizarrer Dialog folgt. Die Situation wird zusehends verrückter, als sich Katos Freunde einmischen und das Raum-Zeit-Kontinuum weiter aus den Angeln heben.

Kritik: Jawoll. Es ist genau DIESE Sorte Film, wegen derer ich zum FFF komme und die mich dann doch den Glauben an den aktuellen Stand des Genres nicht verlieren lässt – unabhängig von der Frage, wie gut das Endprodukt letztlich ist.

BTITM ist das Erstlingswerk einer japanischen Theatertruppe, realisiert mit einer Minimal-Crew auf handelsüblichen Smartphones. Auf SMARTPHONES. Es gibt gerade mal drei, vier Locations, die sich alle im selben Gebäude befinden. Gedreht wurde nach Ladenschluss und Feierabend.

Es gehört zum experimentellen Charakter des Films, dass man an die interne Logik keine allzu großen Anforderungen stellen darf. Wieso der Fernseher zwei Minuten in die Zukunft schauen kann? Wurscht. Warum keiner der Beteiligten mal testweise versucht, den "Loop" zu brechen? Geschenkt. Warum der Loop eben NICHT "infinite" ist und auch die Personen aus der Vergangenheit ja bei den Personen der Gegenwart ankommen müssten? Irrelevant. Warum die Fernseher und Monitore augenscheinlich 50 Meter Stromkabel haben? Isso.

Hier geht es ausschließlich um ein schräges "was wäre wenn"-Gedankenspiel, bei dem alle Beteiligten mit großem Spaß und Eifer dimensionssprengende Experimente mit Zeit und Raum anstellen, als hätten sie gerade eine neue coole App entdeckt. Das ist eine so komplette Umkehrung der üblichen Verhaltensweisen in Zeitreise-Filmen (siehe TIME LAPSE oder RESET), dass man alle Skepsis dem Charme des Geschehens opfert.

Und weil wir diese Kritik schon länger nicht mehr hatten: nichts, wirklich gar nichts an BTITM ist so ur-japanisch, dass nicht auch deutsche Nachwuchsfilmer hätten drauf kommen können. Es bräuchte bloß ein wenig Talent.

Fazit: Als No Budget-Konzeptfilm sicher nicht jedermanns Sache, aber durchdrungen von einem Spaß am Filmemachen, der ansteckend ist. Der Gegenentwurf zu Sachen wie RAGING FIRE und mit 7 von 10 Punkten sehr hart an der 8.

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Andreas
Andreas
20. Oktober, 2021 17:35

So etwas gefällt mir, danke dafür.

Matts
Matts
27. Oktober, 2021 13:31

Eine Theater-Gruppe hatte eine lustige Idee und ein winziges Budget und hat einen echt launigen kleinen Zeitreise-Film daraus gemacht. Ich hatte wirklich Spass mit BTITM!