20
Jun 2021

Fantasy Filmfest Nights XL 2021 (11): THE DRY

Themen: FF Nights XL 2021, Film, TV & Presse, Neues |

Australien 2020. Regie: Robert Connolly. Darsteller: Eric Bana, Genevieve O’Reilly, Keir O’Donnell, Bruce Spence, BeBe Bettencourt, Joe Klocek, Sam Corlett

Offizielle Synopsis: Nach 20 Jahren kehrt Federal Agent Aaron Falk in seine Heimatstadt zurück, Anlass ist die Beerdigung seines besten Jugendfreundes. Luke hat seine Familie erschossen und anschließend Selbstmord begangen. Seine verzweifelten Eltern wollen dies nicht akzeptieren und bitten Aaron um weitere Ermittlung. Dabei reißen alte Wunden auf in der von einer großen Dürre geplagten Gemeinde: Der Mord an der hübschen Ellie, auf die Aaron und Luke damals ein Auge geworfen hatten, wurde nie aufgeklärt. Die Freunde verschafften sich derzeit gegenseitig ein Alibi, was den Einwohnern stets ein Dorn im Auge blieb. Wer sagte vor all den Jahren nicht die Wahrheit? War es die Last der Lüge, die Luke nun zu seiner Tat trieb? Bleischwer wiegen die Geheimnisse der kleinen Stadt, die Aaron schrittweise ans Licht bringt.

Kritik: Nicht wundern, ich überspringe einen Film, dessen Review ich mir heute für den Schluss aufhebe. Besondere Umstände.

Was sagt es über das Festival aus, dass THE DRY der erste und vermutlich einzige "große" Film des Festivals ist, abgesehen von den Franchise-Produktionen, die es ein- und ausleiten? Der einzige Film, der nicht nur im Kino läuft, sondern Kino-Format hat, große Bilder, große Schauspieler, eine sorgsam erzählte Geschichte? Und natürlich wieder ein Film, der mit "Fantasy" im engeren wie im weiteren Sinne rein gar nichts zu tun hat?

Das geht so nicht, bzw. nicht weiter. Es muss sich was ändern. Wir werden noch drüber reden.

Kommen wir aber zu THE DRY. Auch so eine Art Film, die wir hier immer wieder sehen – die Verfilmung eines harten Krimi-Romans, in dem ein aufrechter Ermittler nicht nur einen aktuellen Fall, sondern auch die Sünden der eigenen Jugend aufarbeiten muss. Natürlich ist ihm die ehemalige Heimatstadt (in diesem Fall Heimat-Kuhkaff) weitgehend feindlich gesonnen und es kommt selten etwas Gutes dabei raus, wenn man schlafende Hunde weckt.

Üblicherweise spielen solche Filme entweder in den heißen, sumpfigen Südstaaten der USA oder in den Eiseskälten von Kanada und Alaska. Australien geht aber auch, zumal man mit Eric Bana eine darstellerische Größe an Bord hat, die nach der holperig verlaufenen Hollywood-Karriere wieder in der Heimat reüssieren will.

Ich kann nicht sagen, dass ich mich nicht gut unterhalten habe. Die Geheimnisse der Kleinstadt-Bewohner werden sorgfältig aufgeschlüsselt, die Rätsel der Vergangenheit und Gegenwart plausibel gelöst. Banas Figur "Aaron Falk" ist durchaus für eine Reihe solcher Streifen tauglich. Aber ich kann auch nicht sagen, dass mich irgendwas überrascht hätte. THE DRY ist ungefähr so sklavisch den Klischees seines Genres verpflichtet wie SHADOW & BONE. Es ist diese Sorte Hardboiled-Krimi mit dem schweigsamen, aber sensiblen Ermittler, die man an US-Flughäfen im Hardcover kauft, um sich auf Transatlantik-Flügen die Zeit zu vertreiben – und die man dann im Hotelzimmer liegen lässt, weil man für die Heimreise das Gewicht reduzieren möchte.

Fazit: Ein staubtrockener, langsam erzählter Edel-Krimi über die Sünden australischen Provinz mit einem großartigen Eric Bana. Für die mangelnde Bedienung des Genres ziehe ich einen Punkt ab, für den lang ersehnten Unterhaltungswert auf einem ansonsten drögen Festival packe ich ihn wieder drauf. 8 von 10 Punkten.

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Und weil sonst so wenig lustig ist in diesen Tagen:

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